• Marc DeSargeau und FAGULON

Der gelegentliche "Lymphokinsturm" bei COVID-19


Als „Lymphokinsturm“ wird eine noch nicht völlig verstandene Kaskade von Immunreaktionen bezeichnet, die durch Botenstoffe des Immunsystems (Lymphokine) ausgelöst wird. Dies ist eine heterogene Gruppe von kleinen Eiweißen oder Peptiden, welche mit hoher Spezifität an bestimmte Rezeptoren von Immunzellen binden und so Signale in das Innere der Zellen senden. Daraufhin vermehren sich die entsprechenden Zellen meistens und senden ihrerseits Botenstoffe aus, die andere Zellen aktivieren. Schließlich werden auch Botenstoffe ausgesandt, welche Entzündungsreaktionen auslösen, die in verschiedenen Organen ganz unterschiedliche Folgen haben können. Normalerweise sind diese Abläufe sehr genau reguliert, so dass eine überschießende Reaktion des Immunsystems verhindert wird. Bei den unten beschriebenen Prozessen hat diese Regulation jedoch weitgehend versagt. Es entsteht keine gezielte Abwehrreaktion, sondern ein ungeregelter Lymphokinsturm, der zum Tod führen kann.


Eine wahrscheinliche Ursache: Eine Typ IV Reaktion des Immunsystems

Die wirklich schweren Krankheitsverläufe bei COVID-19 haben wahrscheinlich nur indirekt mit SARS-CoV-2 zu tun. Vermutlich sind sie entweder eine Folge einer Typ IV Reaktion oder durch das Phänomen ADE ausgelöst (siehe unten). Bei der Typ IV-Reaktion (Typ IV Überempfindlichkeit) präsentieren Makrophagen das Virus oder seine Proteine gegenüber T-Gedächtniszellen, welche durch ähnliche SARS-Viren bereits „trainiert“ wurden. Dies ist bei einigen Menschen nachweislich der Fall, weil seit langer Zeit ein großer Teil der Menschen Infektionen mit anderen SARS-Viren durchgemacht hat. Jetzt senden diese Immunzellen Botenstoffe (sogenannte Lymphokine) aus, die T-Helferzellen anlocken, welche wiederum eine Kaskade von entzündlichen und zytotoxischen (Zellen abtötenden) Immunreaktionen auslösen.


Eine andere mögliche Ursache: Antibody-dependent enhancement (ADE)

Alternativ kann auch die Antikörper-vermittelte Verstärkung der Erkrankung (ADE) zum krankheitsauslösenden Lymphokinsturm führen. Dabei wird aus einem zunächst harmlosen Krankheitsbild plötzlich eine lebensbedrohliche Lungenentzündung unter Einbeziehung ähnlicher Reaktionen in anderen Organen. Genauso einen Verlauf kann man bei vielen Patienten mit schweren Krankheitsverläufen beobachten: Eben hatten sie noch einen rauen Hals und etwas Fieber und einige Zeit später stellt sich dann plötzlich Atemnot ein und sie landen auf der Intensivstation. ADE ist schon bei SARS-1 und MERS beobachtet worden. Dieser Prozess kann einen Lymphokinsturm mit schweren Lungenentzündungen u.ä. hervorrufen, obwohl kaum Virus nachweisbar ist. Warum sollte es bei dem sehr ähnlichen SARS-CoV-2 anders sein?


Die Kunst der passiven Lüge: Anwendungsbeispiele aus Corona-Zeiten, Teil 2, von Marc DeSargeau, Link: https://www.fagulon.de/die-kunst-der-passiven-lüge/corona-lügen-teil-2/