• Marc DeSargeau und FAGULON

Die ignorierten "Superspeader"-Situationen


Überall wo viele Menschen (ganz egal ob mit oder ohne unwirksame Maske) in geschlossenen Räumen zusammen kommen und miteinander sprechen, singen und lachen, kann ein einzelner frisch Infizierter viele andere anstecken. Wie das kommt, ist in Punkt 4 beschrieben. Das ist jedoch nicht nur bei Chorproben und Partys der Fall. Es gibt große Gruppen von Menschen, die aufgrund ihrer sozialen Situation und kulturellen Traditionen nicht in der Lage sind, die Hygieneregeln einzuhalten, die eine Ausbreitung der Infektion verhindern könnten. Wenn dann noch mangelnde Bildung und fehlende Sprachkenntnisse hinzukommen, ist eine Änderung dieser Situation kaum zu erreichen. Solche Verhältnisse finden sich nicht nur in den Fleischfabriken und engen Unterkünften von Leiharbeitern, sondern auch in den sozialen Brennpunkten, in denen viele Menschen z.B. aus Südosteuropa oder dem Nahen Osten auf engem Raum und oft mit großen Familien zusammen leben müssen.


Tatsächlich finden sich besonders hier die Hotspots der Infektionen, die sich dann natürlich schnell ausbreiten. Massenhochzeiten sind wohl nur ein kleiner Teil des Geschehens. Interessanterweise weigern sich die zuständigen Stellen, auf Anfragen von Journalisten hinsichtlich der Herkunft der infizierten Personen zu antworten. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass hier etwas verschwiegen werden soll, um „falschen“ Schlussfolgerungen keine Nahrung zu geben. Es ist jedoch auffällig, dass die Staaten, welche eine sehr homogene und disziplinierte Bevölkerung haben und keine Migranten ins Land lassen, die Pandemie bereits vollständig überwunden haben (ostasiatische Staaten, China, Neuseeland, Australien u.a.). Dabei spielt es offenbare keine Rolle, ob es sich um Diktaturen oder Demokratien handelt. Staaten mit einer sehr heterogenen Bevölkerung und einem hohen Migrantenanteil sind dagegen der 2. Welle fast hilflos ausgeliefert (die meisten europäischen Staaten, USA u.a.). Sicherlich sind die Homogenität der Bevölkerung, ihre Disziplin und ihr Bildungsgrad nicht die alleinigen Erklärungen für diese Unterschiede, aber es scheint ein wichtiger Aspekt zu sein. Appelle und Verbote müssen von jedem Einzelnen nicht nur verstanden, sondern auch konsequent umgesetzt werden. Dieses Problem wird durch die Schließung von Geschäften, Theatern und Kinos nicht geringer.


Bei der Infektion durch Aerosole geht es immer um geschlossene Räume und den längeren Aufenthalt in ihnen. Dies gilt aber auch für den öffentlichen Nahverkehr. Hier drängen sich oft unfreiwillig große Massen von Menschen zusammen, ohne dass ein schneller Luftwechsel ermöglicht werden kann. Allerdings ist bei Demonstrationen unter freiem Himmel (egal ob Querdenker oder Antifa) kaum mit Neuinfektionen zu rechnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Masken getragen werden oder nicht. Der normale Wind verdünnt eventuelle Aerosol-Ausscheidungen von Infizierten in Sekundenschnelle. Insofern ist die Auflösung solcher Demonstrationen wegen angeblicher Infektionsgefahr nicht gerechtfertigt. Der seit 2013 erstmalige Einsatz von Wasserwerfern in Berlin gegen Demonstranten im November wurde mit der unsinnigen Behauptung gerechtfertigt, damit das Infektionsrisiko zu reduzieren. Dass sich zahllose Menschen und viele Kinder in den nassen Kleidern bei tiefen Temperaturen andere Erkrankungen holten, war der Polizeipräsidentin egal.


Zitat aus dem Artikel „Die wahren Ursachen der 2. Welle. Was kann man tun?“ von Marc DeSargeau, https://www.fagulon.de/covid-19/die-zweite-welle/