• Fritz Vahrenholt, Sebastian Lüning und FAGULON

Die kühlende Wirkung des "Iris-Effektes" der Wolken


Hier beschreiben Vahrenholt und Lüning eines der vielen schönen Beispiele, wie sich Wissenschaftler in den komplexen Wechselbeziehungen der verschiedenen Klimakomponenten auf eine Sequenz von Ereignissen konzentrieren und dabei andere Abläufe vernachlässigen. Das ist dann besonders irreführend, wenn die ignorierten Faktoren genau das Gegenteil dessen bewirken, was man aus der isoliert betrachteten Sequenz der Ereignisse abgeleitet hat. Auch aus der Entdeckung des Iris-Effekt ergeben sich gute Nachrichten - allerdings nicht für die gläubigen Alarmisten. Wissenschaft ist meistens ein Gewirr von unterschiedlichen Experimenten, Betrachtungsweisen und Schlussfolgerungen, aus denen sich erst nach längerer Zeit ein klarer Trend herausbildet. Dies setzt allerdings voraus, dass abweichende Meinungen nicht aus ideologischen Gründen unterdrückt werden.


Zitat: "Doch wie gelingt es, die CO2-Wirkung auf das Klima von im Labor gemessenen 1,1 °C um den Faktor drei höherzuschrauben? Begründet wird dies mit der Annahme, dass eine leichte, durch CO2 bedingte Erwärmung zu einer Erhöhung der Wasserdampfkonzentration in der Atmosphäre führt, denn die Verdunstungsrate aus den Ozeanen nimmt zu. Wasserdampf hat einen viel stärkeren Treibhauseffekt als CO2. Über diesen kleinen Umweg erreicht das CO2 seine angeblich allmächtige, das Klima fast im Alleingang steuernde Wirkung.


Doch was passiert, wenn die steigende Verdunstung der Meere zu mehr Wolkenbildung führt und sich Wolken insgesamt abkühlend auswirken? Dieser Frage ging Richard Lindzen" bereits 2009 nach und fand in tropischen Breiten, dass die Abstrahlung aus der Atmosphäre in den Weltraum zunimmt, wenn die Meerestemperatur anstieg. Lindzen ermittelte, dass mit zunehmender Ozeantemperatur der Anteil der abkühlenden, niedrigen Quellwolken (Cumulus) im Verhältnis zu den erwärmenden, hohen Eiswolken (Cirrus) zunimmt, was der auslösenden Erwärmung entgegenwirkt. Er nannte diesen Effekt: Iris-Effekt. Dieser Effekt hat in der Erdgeschichte schon immer dazu gedient, bei ansteigenden Temperaturen einen sich selbst verstärkenden, galoppierenden Treibhauseffekt durch den Wasserdampf zu vermeiden.


Lindzens Theorie wurde massiv von IPCC-Autoren wie Kevin Trenberth und Andrew Dessler angegriffen. Doch Lindzen wurde 2015 durch Thorsten Mauritsen und Bjorn Stevens vom Hamburger Max-Planck-Institut und 2017 durch Forscher der NASA unter Führung von Yong-Sang Choi glänzend bestätigt. Die Erwärmung des Pazifiks führt zu mehr Verdunstung, aber auch zu mehr Niederschlag. Dies hat eine Austrocknung der oberen Troposphäre zur Folge und damit weniger Cirrus-Wolken. Weniger Cirrus-Wolken bedeuten aber mehr Abstrahlung in den Weltraum und somit Abkühlung.


Es gibt daher eine starke negative Wolkenrückkopplung bei vermehrter CO2-Emission, die in den Modellen nicht berücksichtigt wurde. Aus den Arbeiten kann man ableiten, dass die Klimasensitivität ECS bei 2 °C auf jeden Fall am unteren Ende der Bandbreite des IPCC liegt. Eigentlich ist das, was diese Forscher herausgefunden haben, ja eine tolle positive Nachricht: dass fast alle 102 Modelle eine viel zu starke Erwärmung prognostizieren. Es hätte sehr weitreichende Folgen, die vielleicht nicht jedem passen: Auch bei einer Verdoppelung der CO2 -Emissionen würde das 2-Grad-Ziel nicht überschritten.


Die Modelle sind daher bislang nicht geeignet, um die Erfordernisse der Gesellschaft nach Antworten auf die Frage zu erfüllen, wie stark sich die klimatischen Verhältnisse aufgrund anthropogener Einwirkungen verändern werden. Die Modelle sind geeignet, die Politik generell anzustoßen, CO2 -Emissionen zu senken. Sie führen aber durch ihre vermeintliche Sicherheit in der Prognose zu Fehlallokationen, zur Erfüllung politischer Forderungen aufgrund von ungesicherten und unwahrscheinlichen Extremszenarien, die Panikmache und Angst auslösen.“


Zitat aus: Fritz Vahrenholt, Sebastian Lüning, Unerwünschte Wahrheiten, Was Sie über den Klimawandel wissen sollten, Langen Müller Verlag München, 2020, Seite 334-335