• Heinz Buschkowsky und FAGULON

Die Scheißdeutschen sind immer Schuld



Neben der Kompensation des eigenen Minderwertigkeitskomplexes durch die Positionierung als "Rechtgläubiger", der auf die "Ungläubigen" herabsieht, kommt noch die Schuldprojektion ins Spiel. Wenn man den Grund für das eigene Versagen in Schule und Beruf und die für alle sichtbare parasitäre Lebensweise als Sozialhilfeempfänger auf andere schieben kann, ist das enorm entlastend. So hat sich zur religiösen Verachtung der Deutschen und ihrer Kultur sowie der Anspruchshaltung gegenüber dem Staat auch die Überzeugung gesellt, dass die "Scheißdeutschen" nicht nur am Versagen der eigenen Person, sondern auch an allen anderen Widrigkeiten des Lebens Schuld sind. Im Umgang mit Ungläubigen ist die Wahrheit ohnehin nebensächlich. Der freien Erfindung von Tatsachen oder deren Umdeutung steht deshalb nichts im Wege.


Allerdings wird diese psychologische Entlastung durch Schuldprojektion auch oft durch politisch korrektes Wunschdenken von Politikern unterstützt. Sie stellen das Versagen der dritten und vierten Generation von Menschen mit Migrationshintergrund häufig als Folge mangelnder staatlicher Förderung und "rassistischer" Vorurteile am Arbeitsplatz dar. Damit hat die Schuldprojektion eine Art offizieller Zertifizierung erhalten. Es ist klar, dass sich wenige der betroffenen Personen dieser Verführung zur Entlastung von eigener Verantwortung entziehen können.


Zitat 1: "Auch ich habe das bei meiner Tätigkeit immer wieder erlebt. Es gibt immer einen Dritten, der schuld ist. Natürlich im Zweifel ein Deutscher. Die Opferrolle beruht eigentlich auf dem, was die deutsche Politik jahrelang propagiert hat. Ich weiß nicht, ob sie die Erfinderin dieser Haltung war oder sie nur von anderen übernommen hat. Sie, damit meine ich Frau Prof. Barbara John, die erste und jahrelange Ausländerbeauftragte des Berliner Senats. Sie hat in Berlin eine Politik kreiert, nach der ein Ausländer per se ein guter Mensch ist, denn er stellt eine Bereicherung dar. Ein Deutscher ist per se ein schlechter Mensch, weil er die Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust niemals ablegen kann und immer latent ausländerfeindlich bleiben wird."

Zitat aus: Heinz Buschkowsky, Neukölln ist überall, Ullstein Verlag 2012, Seite 131


Zitat 2: "Per SMS-Rundruf finden sich in wenigen Minuten zahlreiche Menschen ein, die sofort eine drohende Haltung einnehmen. Deutsche gelten als leichte Opfer. Hiermit kann jeder im Alltag in Berührung kommen. Es kann Ihnen passieren, dass Sie bei einem lapidaren Auffahrunfall eine Überraschung erleben. Nämlich dann, wenn Ihr Unfallpartner äußerlich eindeutig als Einwanderer zu erkennen ist.


In diesem Fall werden Sie und Ihr Kontrahent in Blitzesschnelle von mehreren »Zeugen« umgeben sein, die alles genau gesehen haben. Nicht Ihr Hintermann ist auf Sie aufgefahren, sondern Sie sind ihm schneidig im Rückwärtsgang reingefahren. Im Zweifel gilt es, der ethnischen Schwester und dem ethnischen Bruder zu helfen. Was wahr ist und was nicht, hat bei einem »Ungläubigen« keine Bedeutung. Das sind so die kleinen Erlebnisse, die die Menschen hier mitunter so »fröhlich« stimmen."

Zitat aus: Heinz Buschkowsky, Neukölln ist überall, Ullstein Verlag 2012, Seite 128