• Marc DeSargeau und FAGULON

Die unterschätzte Aerosolbildung


Weil SARS-CoV-2 in den ersten 3-7 Tagen einer frischen Infektion besonders in den Schleimhäuten des Nasen-Rachenraumes gebildet wird, entstehen hier bei jedem Sprechen und Atmen kleine Wolken von Viren, die sogenannten Virus-Aerosole. Sie bleiben für Stunden in der Luft, weil sie allein durch die natürliche Luftbewegung immer wieder verwirbelt werden. Der Durchmesser von SARS-CoV-2 beträgt nur rund 0,1 Mikrometer! Insofern ist die Abstandsregel von 1.5-2 m kaum wirksam, weil sich diese an der überholten Vermutung orientiert, dass das Virus in größeren Tröpfchen ausgeschieden würde, die sich innerhalb dieser Distanz auf den Boden absenken.


Wie schnell sich die Aerosole in Räumen ausbreiten, konnte in eindrucksvollen Studien gezeigt werden. So erreicht z.B. eine Aerosolwolke, die von einem Schüler in der letzten Reihe einer Klasse ausgeht, innerhalb von 3-4 Minuten den Lehrertisch. Besonders in der kalten Jahreszeit wird die Luft in geschlossenen Räumen trockener. Dadurch halten sich Virus-Aerosole noch länger in der Luft, weil sie nicht durch hohe Luftfeuchtigkeit zu größeren "Klumpen" verschmelzen und so leicht so Boden sinken können. Auch das erklärt den Anstieg der Infektionen im Herbst und Winter. Dagegen könnte also nur ein kontinuierlicher Durchzug oder eine hocheffektive Belüftungsanlage helfen. Beides ist in Schulen und vielen Arbeitsplätzen nicht zu realisieren.


Zitat aus dem Artikel „Die wahren Ursachen der 2. Welle. Was kann man tun?“ von Marc DeSargeau, https://www.fagulon.de/covid-19/die-zweite-welle/