• Marc DeSargeau und FAGULON

Ein Bild lügt mehr als tausend Worte


"Von den Ereignissen, die in den ersten Absätzen dieses Textes beschrieben wurden, findet sich in den offiziellen Medien so gut wie nichts. Stattdessen werden zwei Methoden aus der Kunst der passiven Lüge verwendet. Diese ist im o.g. Buch beschrieben. Einige Beispiele finden sich auch unter dem Reiter „Passive Lügen“ auf dieser Webseite. Die erste Methode besteht in der Verengung des Betrachtungsrahmens: Man konzentriert sich auf die Randale vor den Treppen des Reichstages und konstruiert nicht nur eine (faktisch unmögliche) Erstürmung des Parlaments sondern auch dessen „Entweihung“ und einen „schändlichen Angriff auf die Demokratie“. Dass diese Gruppe nichts mit der Querdenker-Demonstration zu tun hatte – so wie dutzende andere Demos zur gleichen Zeit – können die Veranstalter ständig wiederholen, es wird aber ignoriert.


Um dieses Framing zu verdeutlichen, wird die Methode „Ein Bild lügt mehr als tausend Worte“ verwendet. Ein Bild kann eben nicht nur mehr als viele Worte erzählen, es kann leider auch sehr effektiv lügen. Wenn man also nur Bilder und Videos von wutverzerrten Gesichtern und Gebrüll aus der absurden Aktion vor den Stufen des Reichstages zeigt und diese mit der Querdenker-Demo in Verbindung bringt, entsteht eine sehr effektive visuelle Lüge. Man kann es keinem Zuschauer im Fernsehen und keinem Zeitungsleser übelnehmen, dass er nach diesen „Beweisen“ für den rechtsextremen Sumpf, der sich auf der Wiese der Querdenker ausbreitet, nur Abscheu empfindet. Die passiven Lügen sind stets die wirkungsvollsten."


Zitat aus: Die Kunst der passiven Lüge, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021