• Fritz Vahrenholt, Sebastian Lüning und FAGULON

Erhöhtes CO2: Grünere Erde und reichere Ernten


Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass 90% aller Pflanzen bei der Konzentration von Kohlendioxid von 280 ppm aus dem Jahre 1850 unter schrecklicher Mangelernährung litten. Dieser Wert wird aber immer wieder von den Klimaaktivisten als erstrebenswert angeführt. Die C3 Pflanzen (also die Bäume und fast alle landwirtschaftlich genutzten Pflanzen) erreichen die optimale Photosyntheseleistung erst bei rund 800-1000 ppm. Deshalb wird in vielen Gewächshäusern der Gehalt dieses (einzigen) "Nahrungsmittels" der Pflanzen künstlich erhöht. Die C4 Pflanzen, also besonders Gräser, sind das weniger empfindlich. Jeder Teil einer Pflanze, jedes Molekül wird aus CO2 hergestellt. Pflanzen sind nichts anderes als andere Erscheinungsformen dieses Gases, denn mit Hilfe der Energie aus der Photosynthese bastelt sich die pflanzliche Zelle alle Moleküle selber. Die Mineralien aus dem Boden sind nur Hilfsstoffe. Je mehr CO2 die Pflanzen einatmen und verarbeiten können, desto mehr Sauerstoff atmen sie aus. Wie nachfolgend gezeigt wird, ist der Anstieg des "bösen" Gases ein Segen für die Menschheit.


Zitat: „Es gibt kaum eine negative Wirkung auf der Erde, die nicht dem CO2-Molekül zugeschrieben wird. Es ist zu der meistgefürchteten gasförmigen Substanz geworden. Aber es ist der Baustein des Lebens. Für Pflanzen ist CO2 überlebensnotwendig. Unsere Bäume, aber auch Weizen, Roggen, Reis wachsen besser mit steigendem CO2 -Gehalt der Luft. Von der vorindustriellen Zeit bis heute hat sich die Photosyntheseleistung der meisten Pflanzen um 65% gesteigert. Sollten sich die Bemühungen der Staaten, die CO,-Emissionen zu begrenzen und abzusenken, erst gegen Ende des Jahrhunderts realisieren lassen, ist mit einem Anstieg der CO2-Konzentrationen auf 600 ppm zu rechnen. Bei einem solchen Anstieg des CO2 in der Luft von den heutigen 410 ppm auf 600 ppm legen die Pflanzen noch einmal 35% zu.


Satellitenbilder zeigen eindeutig, dass sich etwa auf einem Viertel bis zur Hälfte der bewachsenen Gebiete der Erde die Vergrünung breitgemacht hat. In den letzten beiden Jahrzehnten entstanden im Mittel 310000 km² zusätzliche Blatt- und Nadelfläche, ungefähr die Größe Polens oder Deutschlands – jedes Jahr. Diese zusätzliche Fähigkeit der Pflanzen ist in den Klimamodellen nicht berücksichtigt, im Gegenteil, sie gehen davon aus, dass die Aufnahmefähigkeit der Pflanzen mit steigender Erwärmung zurückgeht. Dieser unberücksichtigte Effekt macht eine bedeutende Größenordnung aus, nämlich etwa 4 Milliarden Tonnen CO, pro Jahr zusätzlich. Das ist die jährliche Emission der Europäischen Union.


Diese Erkenntnisse sind für die Ernährung der Menschheit von größter Bedeutung. Wie der amerikanische CO2 -Experte Craig Idso darlegen konnte, steigt bei einem Anstieg um 300 ppm der Ertrag bei Getreide wie Weizen, Roggen, Hafer und Reis um 43%, bei Früchten und Melonen um 24 %, um 44% für Gemüse, 48% für Wurzeln, 37% für Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen oder Sojabohnen. Rechnet man durchschnittlich mit rund 35% Zuwachs bei Verdoppelung des CO2, so sind wir bis heute in den Genuss einer etwa 15 %igen Ertragssteigerung gekommen. Wer sagt es den Schülerinnen und Schülern von »Fridays for Future«, dass wir ohne den CO2-Anstieg ganz gewiss zu wenig Nahrungsmittel hatten, um die Welt satt zu machen? Allein 15% weniger Reis, Weizen und Soja wären auf Dauer für die Weltbevölkerung nicht erträglich. So erweist sich das so geschmähte „Klimagift“ CO2 als großes Glück, um Hunger in der Welt zu vermeiden.


Aber nicht nur die Quantität der Früchte wächst, sondern auch deren Qualität. Orangen enthalten bei höherer CO2-Konzentration in der Luft höhere Vitamin-C-Gehalte, und Tomaten enthalten mehr Vitamin A. Immerhin um mehr als 50% steigt der Vitamin-C-Gehalt von verschiedenen Gemüsesorten bei Verdoppelung des CO2-Gehalts von 350 auf 700 ppm. Aber auch die Bildung wichtiger gesundheitsfördernder pflanzlicher Stoffe wie Poly-Phenolen, Flavonoiden, Anthocyanen und Antioxidantien nahm schon bei einem Anstieg von 300 auf 450 ppm CO2 um 72% zu, wie man etwa bei Erdbeeren feststellen konnte. Der Anteil gesundheitsfördernder Stoffe bei Gemüse nimmt ebenfalls in beeindruckender Weise zu. Wir sollten alle an diesen Zusammenhang denken, wenn beim nächsten Mal vom Klimakiller oder Klimagift CO2 und dem Wunsch, auf 280 ppm CO2 zurückkehren zu wollen, die Rede ist.“


Zitat aus: Fritz Vahrenholt, Sebastian Lüning, Unerwünschte Wahrheiten, Was Sie über den Klimawandel wissen sollten, Langen Müller Verlag München, 2020, Seite 24-25