• Matthias Weik, Marc Friedrich und FAGULON

Globalisierung: Ein Netzwerk von Abhängigkeiten



Oben auf dem Glasdach, welches durch das Netzwerk der Globalisierung getragen wird, sitzt eine kleine Ente, wie dies auf dem Bild zu sehen ist. Diese Ente symbolisiert uns alle. Sobald einige Verstrebungen dieses fragilen Systems brechen, kann das eine Kettenreaktion auslösen. Das Glasdach, unter dem sich die Weltwirtschaft sicher vor Witterungseinflüssen glaubte, bricht dann zusammen. Mit den Scherben fallen auch wir zu Boden. Im Gegensatz zu dem kleinen Entlein können wir allerdings nicht fliegen! Man kann nur hoffen, dass sich möglichst viele Menschen vorsorglich mit (werthaltigen und inflationsbeständigen) Kissen ausgestattet haben, um ihren Fall möglichst weich werden zu lassen.


Zitat: "Was man gemeinhin »Globalisierung« nennt, bedeutet im Kern eine völlige und weltweite Deregulierung der Märkte. Damit entfällt die wesentliche Grundbedingung aller marktwirtschaftlichen Ordnungspolitik: verlässliche und vor allem allgemein verbindliche gesetzliche, wirtschaftspolitische und monetäre Rahmenbedingungen für alle Teilnehmer am Wettbewerb. Auf der anderen Seite wächst aufgrund der zahllosen - für den Normalbürger oft undurchschaubaren - Abhängigkeiten in der Weltwirtschaft das Risiko unkontrollierbarer Kettenreaktionen immens.


Die »Globalisierung« hat Industrieproduktion und Dienstleistungen rund um den gesamten Erdball in eine riesige Anzahl kleinster Einheiten zerlegt. Jedes Konsumprodukt und jede noch so kleine Komponente eines Produkts wird da hergestellt, wo es am preisgünstigsten ist. Programmierer einer Software arbeiten über die ganze Welt verteilt. Wenn Sie eine Hotline mit Münchner Vorwahl anrufen, dann sitzt der Mensch am anderen Ende der Leitung vermutlich in Dublin oder Bangalore. Und wenn Sie einen Apfel essen, dann kommt er meist nicht aus dem Alten Land oder vom Bodensee, sondern aus Chile, Südafrika oder Neuseeland.


Eine Folge dieser globalen Aufspaltung fast aller Wertschöpfungs- und Konsumketten ist - von ökologischem Raubbau und maßloser Energievergeudung auf den Transportwegen einmal abgesehen - eine immense Ausweitung der Geldflüsse. Endlose Zahlungsketten, kaum noch zählbare Kreditabhängigkeiten, dazu die permanente Notwendigkeit der Risikoabsicherung vermehren schon in der viel beschworenen Realwirtschaft die Menge kursierenden Geldes enorm."

Matthias Weik und Mark Friedrich, Der Crash ist die Lösung. Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten. Eichborn Verlag, 2014, Seite 301