• Marc Friedrich, Matthias Weik und FAGULON

Methoden lückenloser Kontrolle aller Bürger



Die feuchten Träume der Polizei- und Geheimdienstorganisationen der ehemaligen sozialistischen Länder gehen gerade in Erfüllung. Früher brauchte man noch hunderttausende Agenten und inoffizielle Spitzel, um das Volk einigermaßen überwachen zu können. Heute geht das mit wenigen Mausklicks. In den westlichen Ländern sind es die elektronischen Zahlungsmittel, Kundenkarten, Konten in den sozialen Medien und die - durch komplizierte Anmeldetableaus "erzwungene" - Zustimmung zum Verzicht auf alle Rechte aus den Datenschutzgesetzen, welche den gläsernen Menschen erzeugen. Allerdings dürfte dies erst der Anfang sein, wie der Vorreiter auf nahezu allen Gebieten der Technologie schon bewiesen hat.


Bargeld lacht nicht nur, es schützt auch!


Zitat 1: "Es wird mit allerlei Mitteln und Tricks versucht, uns das gesetzliche Zahlungsmittel madig zu machen. Warum? Weil es ausschließlich um Kontrolle, Enteignung und Manipulation geht. Bargeld ist Freiheit. Es ermöglicht uns Anonymität. Es geht keinen etwas an, was wir wann und wo konsumieren. Diese Freiheit gewährt uns ausschließlich Bargeld.


Solange wir Bargeld haben, können wir noch vollkommen legal Geld aus dem Bankenkreislauf herausziehen und uns so vor Enteignung und Kontrolle schützen. Wir können einkaufen, ohne Spuren zu hinterlassen, um nicht als komplett gläserner Kunde von den Konzernen perfekt eingestuft und mit maßgeschneiderter Werbung zum weiteren Konsum verführt zu werden. Auch wenn man jetzt keine peinlichen Produkte wie Pornos oder Zigaretten kauft, möchte man vielleicht trotzdem nicht alles offenbaren.


Bei allen Kundenkarten, ob vom Discounter oder der Tankstelle, geht es nur darum, dass Unternehmen Daten von Ihnen sammeln, um ein möglichst perfektes Bild von Ihnen zu erhalten. Daten sind das neue, digitale Gold, der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Sie sind bares Geld für deren Besitzer. In Zeiten des Turbokapitalismus gibt es nichts zu verschenken. Folglich bekommen Sie auch zumeist nichts Werthaltiges geschenkt oder günstiger von den Anbietern. Die Kundenkarte ist lediglich ein Lockmittel, um sie dazu zu bringen, sie so oft wie möglich einzusetzen, damit die Unternehmen ein genaues Profil von Ihnen erhalten."...


Wie könnte es weitergehen? Die Orwellsche Vision ist bereits Wirklichkeit - in China!


Zitat 2: "Um das riesige Land mit seinen 1,4 Milliarden Menschen unter Kontrolle zu halten, hat die Kommunistische Partei aus dem Land einen ausgeklügelten Überwachungsstaat gemacht. Was der 1984-Autor George Orwell bereits in den 1970er-Jahren vorhersah, ist in China wahr geworden. Die Kommunistische Partei (KP) hat ein Punktesystem eingeführt, dass die Bürger mittels Totalüberwachung zu besseren Menschen erziehen soll, um die Macht der Partei und der Elite zu sichern. Die KP zeigt uns, was in einer digitalisierten Welt alles möglich ist und was Digitalisierung bedeuten kann, wenn sie von den Falschen missbraucht wird. Derzeit baut die chinesische Regierung ein System auf, das das Verhalten seiner Bewohner in allen Lebensbereichen bewertet.


Egal, ob bei Rot über die Ampel gehen, lästern über die Partei in den sozialen Netzwerken, Müll auf die Straße werfen oder Zähneputzen vergessen – das sogenannte »Sozialkreditsystem« soll möglichst alles erfassen: Zahlungsmoral, Strafregister, Einkaufsgewohnheiten, Parteitreue und soziales Verhalten. Die Konsequenzen für Personen mit einer schlechten Bewertung sind vielfältig. Wer sich nicht benimmt, muss mit Einschränkungen rechnen: langsames bis kein Internet, höhere Steuern, die Verweigerung von Lizenzen und Genehmigungen, ein erschwerter Zugang zu sozialen und öffentlichen Dienstleistungen, keine Kredite, Pranger im TV oder Internet, Karrieren bei staatlichen und staatsnahen Organisationen werden verhindert, Reisebeschränkungen, der Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen und so weiter."


Zitat aus: Friedrich, Marc; Weik, Matthias; Der größte Crash aller Zeiten: Wirtschaft, Politik, Gesellschaft. Wie Sie jetzt noch Ihr Geld schützen können (German Edition) (S.88-89 und 240-241). Eichborn Verlag 2019. Kindle-Version.