• Marc DeSargeau und FAGULON

Neo-Stalis kämpfen auch gegen Gedankenverbrecher



"Die gefährlichsten Verbrecher waren im Sozialismus die Gedankenverbrecher, sie musste man unterdrücken, damit sie ihre Gedanken nicht äußern konnten. Genauso sehen es die Neo-Stalis

Solange die Gedankenverbrecher im Sozialismus ihre schädlichen Meinungen hinter der Maske des treuen und gläubigen sozialistischen Staatsbürgers versteckten, ließ man sie in Ruhe. Sobald sie aber andere Menschen mit ihrem gefährlichen Gedankengut durch Gespräche, Reden oder Schriften infizierten, schlug die Staatsmacht zu. Hier konnten die Gummiparagraphen der "staatsfeindlichen Propanda", der "Zersetzungs- und Sabotageversuche im Auftrag westlicher Mächte" u.ä. angewandt werden. Berufsverbote für Schriftsteller, Publizisten und Künstler waren oft die Folge. Manchmal schreckte man auch nicht vor der Verurteilung und Inhaftierung zurück. In Zeiten der physischen Abschottung von westlichen Ländern und ohne Internet war es relativ leicht, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Einigen erlaubte man die Ausreise, wo das Interesse an ihnen bald verloren ging, denn sie waren ja nun nicht mehr ein Stachel im Fleisch der sozialistischen Obrigkeit.


Die Neo-Stalis stehen vor einer größeren Aufgabe, weil es heute sehr viel mehr Kommunikationskanäle gibt und die Zäune zwischen den europäischen Staaten gefallen sind. Deshalb wurden die sozialistischen Gesetze gegen Gedankenverbrecher kopiert und mit anderen Bezeichnungen in geltendes Recht verwandelt. Jetzt heißen abweichende Meinungen Hassrede, Volksverhetzung oder rechtsradikales Gedankengut bzw. Anstiftung zum Terrorismus. Das Netzwerksdurchsetzungsgesetz sieht hohe Strafen für die Internet-Plattformen vor, die den Gedankenverbrechern nicht Einhalt gebieten. So sind jeden Tag tausende Überwachungsagenten mit der Löschung unliebsamer Meinungen beschäftigt. Wie im Sozialismus werden sie durch freiwillige Denunzianten unterstützt, die sich entweder an ihrer destruktiven Macht aufgeilen oder wirklich an die "allein selig machenden" engen Pfade des ideologisch korrekten Denkens und Handelns glauben.


Allerdings wird die Zensur unliebsamer Meinungen dadurch erleichtert, dass es nur wenige große Plattformen gibt, auf denen sich die vielen tausend Blogs, Videokanäle und Podcasts von Andersdenkenden tummeln können. Da nun inzwischen auch die Besitzer dieser Plattformen Denkweisen von Neo-Stalis übernommen haben, ist eine größere Welle von Säuberungen durch das Netz gegangen. Das betrifft viele Plattformen, die von klugen und integren Publizisten betrieben wurden und wo auch nicht eine Spur von Hassrede oder Aufstachelung zu verfassungsfeindlichen Aktivitäten zu finden war. Es reichte, dass sie eine große Resonanz für ihre Ideen fanden, die sich nicht im engen, gerade noch erlaubten Meinungskorridor bewegten. Schon waren sie zu Gedankenverbrechern geworden, denen man das Handwerk legen musste. Viele weichen auf alternative Plattformen aus, solange sie können. Allerdings kann die Macht Neo-Stalis in den großen Konzernen auch diesen bald die Luft abdrehen, wie jüngste Beispiele gezeigt haben.


Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass linksradikale und zur physischen Gewalt gegen Andersdenkende aufrufende Foren, Blogs, Videos und Podcasts nicht oder nur sehr selten gelöscht werden. Genauso ist es mit islamistischen Plattformen, die offen zu Mord und Terrorismus gegen die Ungläubigen aufrufen.


Falls die Löschungen in den sozialen Medien nicht ausreichen, den Gedankenverbrechern das Handwerk zu legen, kommen ähnliche Gummiparagraphen zum Einsatz, wie sie schon in den sozialistischen Ländern verwendet wurden. Nun heißt es nicht "staatsfeindliche Hetze", sondern "Volksverhetzung". Durch diese kleine Formulierungsänderung soll offenbar suggeriert werden, dass es nicht der Staat ist, der alternative Meinungen unterdrückt, sondern dass er nur seiner Schutz- und Fürsorgepflicht für die naiven Bürger nachkommt, die offenbar so leicht zu "verhetzen" sind, dass man sie vor dieser Gefahr schützen muss. Aufgrund dieser amorphen Gesetze kann man nahezu jeden zu Geld- oder Gefängnisstrafen verurteilen, der unliebsame Meinungen öffentlich verbreitet. Zu diesem Tunnelblick der Neo-Stalis in Deutschland passt es, dass man zwar eine Greisin ins Gefängnis steckt, weil sie irre Ansichten über den vermeintlich erfundenen Holocaust verbreitet, aber rund 150.000 Haftbefehle nicht vollstreckt werden und Hundertausende ausreisepflichtiger Scheinasylanten auf Kosten der Steuerzahler unbegrenzt mit Luxusalimentierung versorgt werden."


Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021