• Gunnar Heinsohn und FAGULON

Ostasien verweigert die Einwanderung Unqualifizierter


Es ist schon erstaunlich, warum niemand in Deutschland und Europa die Frage stellt, warum eigentlich die reichen Ölstaaten ihre Brüder und Schwestern der muslimischen Umma (Gemeinschaft) nicht zu Hunderttausenden oder Millionen mit offenen Armen aufnehmen, wenn diese aus Kriegsgebieten fliehen. Dies ist nicht nur eine religiöse Pflicht, sondern auch ein Abtragen von Schuld, denn diese Staaten haben ganz wesentlich durch ihr Geld und ihre Stellvertreter-Krieger zu diesen Katastrophen beigetragen. Statt dessen bevorzugt man Einwanderer aus Indien, Pakistan oder Indonesien, die beim Bau oder zu Dienstleistungen gebraucht werden und sich zudem unauffällig verhalten. Die muslimischen Glaubensbrüder aus Afrika, Syrien, dem Irak oder Lybien werden in Missachtung des koranischen Solidaritätsgebotes in die Türkei, nach Jordanien und nach Europa umgelenkt. Auch dort verweigern allerdings bereits viele Länder kategorisch die Aufnahme der kaum integrierbaren Flüchtlinge und Wirtschaftsmigranten.


Wie aber sieht es im bevölkerungsreichsten Land der Welt aus? Würden hier nicht ein paar Millionen Einwanderer kaum unter den rund 1.2 Milliarden Chinesen auffallen? Könnten die alternden Staaten Japan und Südkorea nicht eine Infusion jugendlicher Arbeitskräfte dringend brauchen? Gunnar Heinsohn schreibt dazu:


Zitat:

"Das Land (China) begnügt sich im Jahre 2015 mit insgesamt 583 anerkannten Asyl-bewerbern. Will es sein Leistungsniveau halten, kann es aus den Ländern jenseits Ostasiens ohnehin nur die Besten akzeptieren. Die aber sind generell knapp und bekommen überall rote Teppiche ausgerollt. Selbst der Durchschnitt der klügsten zehn Prozent der Kinder aus Russland, Kanada oder Schweden erreicht bei TIMSS 2015 nicht einmal den Durchschnitt aller Kinder in Singapur, Taiwan oder Japan." Von daher bleibt es schon schwierig, passende Einwanderer überhaupt zu identifizieren. ..


Bisher hat niemand Peking Seoul - von irgendwelchen Vorteilen durch Millionen gering qualifizierter Fremdlinge überzeugen können. Man beobachtet die Resultate solcher Politiken in den oder Tokio und USA oder in Westeuropa und kann in ihnen keinerlei Anzeichen für eine Verbesserung der dortigen Konkurrenzfähigkeit erkennen.


Die roten Teppiche werden allerdings in die Gegenrichtung von Chinesen gerne betreten. Unter den Auswanderungsnationen stehen sie relativ zwar ganz hinten, bei der absoluten Menge jedoch erreichen sie den vierten Platz. Im British Empire sind sie seit mehr als 200 Jahren vertreten und mit ihren Chinatowns Teil seines urbanen Raums. Vor allem Wohl-habende und junge Talente machen sich seit den 1990er Jahren davon."

Zitat aus: Gunnar Heinsohn, Wettkampf um die Klugen. Kompetenz, Bildung und die Wohlfahrt der Nationen. Orell Füssli Verlag, 2019, Seite 73