• Marc DeSargeau und FAGULON

Wahre Demokratie erfordert kenntnisreiche Wähler



„Alle ärgern sich über die Phrasen der Parteien. Sie sind schwer unterscheidbar und für die tatsächliche politische Arbeit bedeutungslos. Dieser Unmut ist berechtigt, denn nach der Wahl machen die Politmarionetten ohnehin, was die Strippenzieher hinter der Fassade der Demokratie wollen. Kaum jemand traut sich jedoch, über die Qualifikation der Wähler zu reden. Würde durch Politiker oder Journalisten klar ausgesprochen werden, dass der überwiegende Teil der Wähler nicht genug Kenntnisse hat, um eine gut begründete Wahlentscheidung zu treffen, erklänge ein wütendes Protestgeheul aus allen Bereichen der Gesellschaft. Leider ist dies jedoch eine der (vielen) Tatsachen, die durch "politisch korrekte" Illusionen und Lügen versteckt oder übertüncht werden.


Politische Entscheidungen müssen in einem dichten Geflecht aus wirtschaftlichen, finanziellen, juristischen und machtpolitischen Sachzwängen gefällt werden, wie ich bereits in meinem ersten Vortrag des heutigen Tages dargestellt habe. Sie sind so komplex, dass sie kaum ein Parlamentarier auch nur ansatzweise versteht. Gibt es jemand, der es vernünftig fände, dass die Details des Baus einer großen Brücke, eines neuen Flugzeugs oder der Entwicklung eines Medikaments vom Votum aller Bürger bestimmt würde? Es erschiene auch absurd, wenn man der ganzen Bevölkerung die Skizzen dieser Projekte in einer nebulösen - beschönigend allgemeinverständlich genannten - Sprache vorlegte und sie dann über konkrete Alternativen entscheiden ließe. Würde man sich einer Operation unterziehen, deren Ablauf durch eine anonyme Abstimmung aller Nachbarn im Umkreis von 500 Metern um den eigenen Wohnort festgelegt würde? Die Liste solch abwegiger Fragen ließe sich endlos fortsetzen.


Genau diese Absurdität ist aber die Grundlage der "demokratischen" Wahlen in den westlichen Industriestaaten. Wie bereits ausgeführt, handelt es sich in Deutschland und den anderen westlichen "Demokratien" um Fassaden, vor denen Marionetten tanzen. Die repräsentative Demokratie ist eine Farce, weil weder die Wähler noch die Abgeordneten und Minister wirklich wissen, worüber sie eigentlich entscheiden. Die Parlamentarier haben nicht einmal die Freiheit, wenigstens ihrem Gewissen (oder auch Bauchgefühl) zu folgen, sondern unterliegen fast immer dem Fraktionszwang. Sie sind Marionetten in der Hand von Strippenziehern, die sich in den engen Freiräumen bewegen, die Sachzwänge, Gesetze und Verträge übrig lassen.“

Zitat aus: „Gesetze des Tanzes der Marionetten vor der Fassade der Demokratie“ (politische Belletristik in Form einer fiktiven Vortragsreihe mit eingeschobenen, politisch korrekten Vorschlägen zur Gegenpropaganda) von Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2020, Seite 217-218