• Marc DeSargeau und FAGULON

Wie sichert man wahrhaftige Medienberichte?


"Neben das Kriterium der Pressewahrheit muss auch die Herstellung wirklicher Meinungsvielfalt gestellt werden. Hier handelt es sich darum, Sachverhalte und Prozesse grundsätzlich von verschiedenen Seiten und in anderen Farben zu beleuchten, bzw. in andere Rahmen und Zusammenhänge zu stellen. Dies ist das Standardverfahren der Naturwissenschaften. Nur durch die freie Konkurrenz von Experimenten und Theorien können neue Entdeckungen und Erfindungen entstehen. So wetteifern Naturwissenschaftler und Ingenieure weltweit täglich um die besten Schritte auf dem Weg zu neuen Erkenntnissen oder Erfindungen. Ihre Resultate werden von mehreren anonymen Gutachtern genau analysiert und kritisiert, bevor sie zur Publikation in einem der wichtigen wissenschaftlichen Journale angenommen werden können.


Genauso muss auch bei der Berichterstattung über politische und wirtschaftliche Themen in den Medien verfahren werden. Wenn man die heutige scheinbare Pressefreiheit der APALIs (Anxious Pack of Passive Liars) an diesen selbstverständlichen Standards misst, kann man nur mit traurigem Lachen reagieren. Wer dies als eine "Zensur" der Medien diffamiert, hat vermutlich keine Ahnung von dem jahrzehntelang bewährten Verfahren der anonymen und kompetenten Begutachtung wissenschaftlicher Publikationen und Projektanträge für Forschungsmittel.


Es handelt sich nicht um Zensur, sondern um die beste bekannte Möglichkeit der objektiven Beurteilung möglicher Fehler und fehlender Elemente einer Beweiskette. Natürlich wird dies bei Medienbeiträgen nicht Wochen dauern, wie dies in der Wissenschaft unumgänglich ist. Vielmehr kann ein solcher Prozess innerhalb von 1-2 Stunden via E-Mail und Telefon abgeschlossen werden, wenn jeweils eine Gruppe kenntnisreicher und unparteiischer Fachleute diesen Gutachterdienst parallel, anonym und unabhängig voneinander versieht. Das kostet Geld, ist aber unverzichtbar."


Zitat aus: „Gesetze der Symbiose von Wunschdenken, Wahrnehmungsfilter und Selbstzensur“ (politische Belletristik in Form einer fiktiven Vortragsreihe mit eingeschobenen, politisch korrekten Vorschlägen zur Gegenpropaganda) von Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2020, Seite 279-280