• Fritz Vahrenholt, Sebastian Lüning und FAGULON

Die eiserne Mutti befiehlt und die Welt ignoriert es lachend


Die sonst so links-opportunistische und um die Umwelt besorgte New York Times hat es vor einiger Zeit auf den Punkt gebracht, indem sie die deutsche Energiepolitik von Mutti Merkel als "die dümmste der Welt" bezeichnete. Alle kenntnisreichen Fachleute sind fassungslos, wie man auf die Idee kommen kann, einem der führenden Industrieländer rund 80% seiner Energiequellen zu nehmen, ohne einen ausreichenden und kostengünstigen Ersatz zu haben. Wenn die üblicherweise schweigende und im Strom der Ereignisse treibende Mutti einmal einen eigenen Gedanken hatte, setzte sie ihn mit überfallartiger Geschwindigkeit durch. Leider haben sich die einzigen eigenen Projekte ihrer 16jährigen Amtszeit (Euro-Rettung, Energiewende und Flüchtlingsaufnahme) als schwere und langfristig wirkende Fehler erwiesen. Während die Welt Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke in Massen baut, sollen sie in Deutschland abgeschafft werden. Bald werden wir viel Strom aus diesen Quellen von unseren Nachbarn importieren müssen. Hoffentlich kann dieser Unsinn noch von einer späteren Regierung korrigiert werden.


Zitat: „Wenn die Klimareaktion auf das CO2 , bei einer Klimasensitivität TCR von 1,3 °C liegt, haben wir bis 2100 Zeit, um das vorindustrielle Emissionsniveau zu erreichen. Dabei ist es unerheblich, ob Deutschland und Europa 2050 oder 2100 auf netto null kommen. Entscheidend ist: Was macht die Welt, und vor allem, was macht China? Zu glauben, dass China, wie in Paris versprochen, bis 2030 die CO2-Emissionen von 9,8 Milliarden Tonnen auf 14 Milliarden Tonnen ansteigen lassen wird, um diese hernach in 20 Jahren auf null zu senken, wäre schon arg naiv. Chinas Regierung selbst rechnet für 2040 mit den gleichen Emissionen wie heute, was schon eine gewaltige Anstrengung voraussetzt.


Der Weltklimarat oder „Fridays for Future“ sind der KP von China so ziemlich egal. Für die Chinesen ist gut, was China nützt, darüber sollten wir uns keine Illusionen machen. Wie China mit internationalen Abkommen umspringt, zeigte erst kürzlich der Bruch des Montreal-Abkommens. Das Abkommen, das für China 2002 in Kraft getreten ist, verbietet die Produktion und das Inverkehrbringen von ozonschichtschädigenden FCKWs. Seit 2013 stoßen chinesische Fabriken wieder jährlich mehr als 7000 Tonnen der verbotenen Gase aus. Reaktionen der Weltgemeinschaft: null.


1600 Kohlekraftwerke werden zurzeit weltweit in 62 Ländern gebaut, die meisten übrigens durch chinesische Firmen und mithilfe chinesischer Kredite. Konkret heißt das, gemäß der South China Morning Post: 15300 MW zusätzlicher Kohlestrom für Pakistan, 16 000 MW für Bangladesch, selbst Myanmar will mit zusätzlichen 5100 MW seine Wirtschaft anheizen. Insgesamt wird die Kohlekraftwerkskapazität weltweit nicht reduziert, sondern um 43 % erweitert. Das ist keine theoretische Modellrechnung, sondern Realität. Und in Deutschland setzt die Bundesregierung unter Kanzlerin Merkel die Stillegung aller Kohlekraftwerke bis 2038 durch."


Zitat aus: Fritz Vahrenholt, Sebastian Lüning, Unerwünschte Wahrheiten, Was Sie über den Klimawandel wissen sollten, Langen Müller Verlag München, 2020, Seite 346