• Fritz Vahrenholt, Sebastian Lüning und FAGULON

Klimaforscher als neue "Weltveränderer"


Wenn sogar ein ferngesteuertes Kind mit einem - beim Asperger-Syndrom typisch egozentrischen - Tunnelblick das Führungspersonal der Welt auf verschiedenen Konferenzen mit ihren Vorwürfen anplärren darf, dann ist es doch eigentlich mehr als verständlich, wenn sich führende Klimaforscher auch als "Weltveränderer" sehen wollen. Angesichts der Folgsamkeit, mit welcher Politik und Medien in vielen Ländern auf ihre alarmistischen Warnungen reagieren, ist dies durchaus verständlich. Dass bei den Medien das simple schwarz-weiß Denken und die Lust an Katastrophen zur Steigerung der Auflagen, Klickzahlen oder Zuschauer dominiert, ist ihnen entweder nicht bewusst oder egal. Ebenso hat die Politik und die Wirtschaft nicht primär die "Rettung der Welt" zum Ziel, sondern sieht die großen ökonomischen Möglichkeiten, die sich durch neue Produkte und Absatzmärkte ergeben, wenn sie den Empfehlungen der Klimaforscher folgen. Auch das wird vermutlich ausgeblendet. So entsteht die Illusion des guten Retters, der die Welt aufrütteln muss. Angesichts der Komplexität des Problems der langfristigen Klimavorhersagen und aufgrund des (notwendigerweise) engen Tunnelblicks von Fachwissenschaftlern ist dieser Schuh wohl einige Nummern zu groß.


Zitat: „Hans von Storch, einer der Kritiker dieser Entwicklung, nennt das »“post-normale Wissenschaft“: „Tatsächlich üben manche Klimawissenschaftler Macht aus jenseits jeder demokratischen Kontrolle, ohne dafür haften zu müssen.“ Er kritisiert, dass Wissenschaftler eine „politische Agenda haben“. „Scientists for Future“ ist der beste Beleg für diese Entwicklung. Die politische Einflussnahme steht im Vordergrund, nicht die wissenschaftliche Erkenntnis. Und die Politik kann sich der Verlockung nicht entziehen, besonders diejenigen zu unterstützen, die ihrem politischen Kalkül am besten entsprechen. Staatliche Aufgabe wäre es, gerade diejenigen zu stärken und ihnen eine Plattform anzubieten, die abweichende Erkenntnisse zusammentragen.…


Wenn es nach Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung geht, müssten die meisten Forscher irgendwann zu „Alarmisten“ werden. Denn nur durch eine »Große Transformation« könne die moderne Industriegesellschaft abgelöst werden. Diese Nachhaltigkeitsrevolution stehe jetzt an nach der neolithischen Revolution und der industriellen Revolution.


Oliver Geden, Klimaberater der Bundesregierung, beurteilt das so: Der Geltungsanspruch der Klimawissenschaftler sei in der Tat einzigartig. Die Globale Transformation „war das erste Werk, das nach dem Ende des Kommunismus die ganze Welt nach einem Plan umstrukturieren wollte. Auf eine solche Idee kommen heute nur noch Klimaforscher.“ Man könnte es einfach auch Ökodiktatur nennen, die sich Schellnhuber wünscht.


In etwa so, wie sich Christiana Figueres das vorstellt, bis 2016 Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention UNFCCC, die die jährlichen UN-Klimakonferenzen veranstaltet. Sie erklärte, dass das Ziel der UNFCCC nicht die Rettung vor der ökologischen Katastrophe sei, sondern die Zerstörung des Kapitalismus.“


Zitat aus: Fritz Vahrenholt, Sebastian Lüning, Unerwünschte Wahrheiten, Was Sie über den Klimawandel wissen sollten, Langen Müller Verlag München, 2020, Seite 275