• Marc Friedrich, Matthias Weik und FAGULON

Die Phasen des Zusammenbruchs



In der Beurteilung den nachfolgend beschriebenen Phasen sind sich so viele Fachleute so einig, dass es schon beängstigend ist. Das war 2007/2008 noch ganz anders, wo es nur wenige einsame Rufer in der Wüste gab, die zudem lange verlacht wurden. Auch die Whistle-Blower aus den großen US-Finanzkonzernen wurden entweder ignoriert oder an den Rand und schließlich aus der Firma gedrängt. Dass vor einer Katastrophe immer noch bis zur letzten Minute offizieller Optimismus verbreitet wird, ist nicht nur der Ahnungslosigkeit der Polit-Marionetten zuzuschreiben. Es ist auch eine Reaktion auf den Herdentrieb der Finanzmärkte: Wenn einer anfängt, davon zu rennen, dann ist es bald die ganze Herde, die folgt, selbst wenn man nicht recht weiß warum eigentlich alle rennen.


Zitat: " Zuerst wird ein deflationärer Schock durch die kommende Rezession ausgelöst, dann werden die Notenbanken weitere Zinssenkungen durchführen und damit ein Bankensterben einläuten. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wird sinken, einhergehend mit einer erlahmenden Kreditvergabe, die den Kollaps der Zombieunternehmen auslöst, die dann die restlichen Banken mit sich ziehen. Laut BIS – Bank für Internationalen Zahlungsausgleich – sind 15 Prozent aller Unternehmen in Europa sogenannte Zombieunternehmen, die nur aufgrund des billigen Geldes noch am Leben sind.


Dann werden die Zentralbanken panisch alle Schleusen öffnen, den Zins weiter ins Minus drücken und ohne Ende Geld drucken, um verzweifelt das ganze System zu retten. Dadurch wird es eine Inflation und Hyperinflation von mindestens 10, 20 Prozent pro Monat (nicht pro Jahr!) geben. Unsere Berechnungen zeigen aber einen täglich höheren Kapitalbedarf, so dass wir auch 30, 40, 50 Prozent Inflation sehen können. Die Tendenz ist steigend, je länger wir an dem kranken System festhalten. Die Kollateralschäden für unseren Wohlstand, unsere Rente und Altersvorsorge nehmen jetzt schon täglich zu.


Als Finale folgt der Neustart in Form einer Währungsreform. Wie Wolfgang Schäuble sagen würde: »Isch over«! Die Verluste werden zwischen 90 und 100 Prozent liegen. Schaut man in die Vergangenheit, erkennt man, dass bei allen großen Wirtschaftskrisen und Staatsbankrotten verbunden mit Währungsschnitten und Währungsreformen die breite Masse der Verlierer war. Zwischen 97 und 99 Prozent der Bevölkerung haben 50 bis 100 Prozent verloren – egal ob in Argentinien 2001, in Russland 1998 oder in Deutschland 1948. Allein eine kleine Elite von Insidern (Politiker, Banker, Könige, Minister, Eingeweihte und so weiter) und Informierten konnten sich schützen."


Friedrich, Marc; Weik, Matthias; Der größte Crash aller Zeiten: Wirtschaft, Politik, Gesellschaft. Wie Sie jetzt noch Ihr Geld schützen können (German Edition) (S.20). Eichborn Verlag 2019. Kindle-Version.