• Thilo Sarrazin und FAGULON

Die Vermummung muslimischer Frauen


Während in den westlichen Kulturen die ständige erotische Provokation der Männer durch einen maximalen "sex appeal" junger Frauen in den Magazinen und auf Straße allgegenwärtig ist, hat sich bei muslimischen Frauen ein umgekehrter Trend etabliert. Angesichts der immer absurder werdenden Anklagen von Frauen wegen angeblicher sexueller Belästigung durch Männer in Form von Blicken, Sprüchen und Berührungen könnte man die muslimische Vermummung der Frauen eigentlich für eine sinnvolle Methode halten. So wird der ständige (scheinbar so unschuldige) sexuelle Reiz, den Frauen aussenden, vermieden. Man zeigt, dass man sich nur für den eigenen Ehemann entblößt und schließt damit das erotische Interesse anderer Männer, also auch "sexuelle Belästigung" aus.


Dass inzwischen der Vorwurf dieser Art von Belästigung ein bequemes und hemmungslos benutztes Instrument ist, mit dem rachsüchtige Frauen die Karriere von Männern einfach durch unbewiesene Anschuldigungen ruinieren können, ist ein wirkliches Problem, über das niemand reden mag. Man muss Frauen einfach immer glauben. Dabei ist egal, ob sich die Erinnerung erst 10-20 Jahre nach dem "traumatischen" Ereignis einstellt.


Genauso ist es ein Tabu, von der Absurdität der zwei Wertmaßstäbe zu reden, die in Deutschland nebeneinander existieren. Auf der einen Seite die Reduktion muslimischer Frauen zu isolierten, verhüllten und relativ rechtlosen Müttern. Auf der anderen Seite die hysterische Empfindlichkeit politisch korrekter Moralwächter, wenn irgendwo das sinnlose "-Innen" in eine Berufsbezeichnung nicht eingeführt wird.


Zitat: "Im Koran wird ein bestimmtes Bild vom Verhältnis der Geschlechter und der sexuellen Ordnung der Gesellschaft zum Kern der religiösen Botschaft erhoben. Die Unterordnung der Frauen unter die Männer, ihre eheliche sexuelle Treue und ihre Keuschheit außerhalb der Ehe gelten als ewige Gebote Gottes. »Der Maßstab ist Gott, und da Gott allwissend ist, gilt sein Wort für die Ewigkeit.« Das rechtfertigt bei sexuellen Verfehlungen auch drakonische Körperstrafen wie die Steinigung. Die religiöse Überhöhung der Sexualprobleme, die jeden Mann beschäftigen, und ihre Lösung durch Verhaltensvorschriften, die auf Kosten der Frauen gehen, haben etwas Perverses. Diese Perversion zählt zum Kern der koranischen Offenbarung. Aus der Sicht eines aufgeklärten Menschen wirkt das sowohl abstoßend als auch lächerlich. Verschärft wird dies noch durch die historische Entwicklung der Bekleidungsvorschriften für die Frau, die im Koran so gar nicht enthalten sind.


Überall in der Welt des Islam, wo sich traditionelle Bekleidungsvorschriften durchgesetzt haben, sind die Frauen wandelnde vermummte Gestalten. Gesteigert wird dies noch durch die Verschleierung des weiblichen Gesichts. Der Kunsthistoriker Hans Belting sagt dazu: »Das Gesicht ist Ausdrucksträger und als solcher auch Zeichenträger der Person in der europäischen Kultur. (..) Seit der Antike gibt es die Metapher vom Auge als Fenster der Seele. (...) Die französischen Kolonialherren haben den Frauen in Algerien den Gesichtsschleier verboten. Das haben aber auch Kemal Atatürk in der Türkei und der Schah von Persien getan, denn sie erachteten den Schleier als Hindernis auf dem Weg in die Moderne. (...) Die Debatte um den Schleier ist aber nicht mehr zu trennen von der Unterdrückung der Frau im islamischen Fundamentalismus.«

Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 178