• Gunnar Heinsohn und FAGULON

Luxusalimentierung der Bildungsversager


Die Politik schafft mit enormem finanziellen Aufwand die Möglichkeit, dass fast jeder in Deutschland durch die Mindestsicherung eine Wohnung, Krankenversicherung und die Mittel zum Lebensunterhalt hat. Dies wird gewährt, ganz gleich ob es sich um illegale und ausreisepflichtige Ausländer oder Einwanderer in das Sozialsystem aus den anderen EU-Ländern handelt. Nur eine Gruppe wird hiervon ausgenommen: Die armen deutschen Rentner. Diese Wohltaten sind für die Betroffenen segensreich und es ist verständlich, dass sie dieses wohltuende Umfeld nie mehr verlassen wollen. Dies gilt umso mehr, wenn sie viele Kinder haben und durch das Kindergeld (ohne arbeiten zu müssen) ein Einkommen erzielen, welches oft weit über dem eines deutschen Arbeitnehmers im unteren Einkommenssegment liegt. Bedauerlicherweise werden aber gleichzeitig diejenigen Bereiche vernachlässigt, die für die Zukunft des Landes von entscheidender Bedeutung sind.


Zitat 1: "Die Bundesrepublik versorgt permanent 10 Millionen Menschen in der sogenannten Mindestsicherung (Sozialhilfe), kann 2018 aber 130 000 Ingenieure und Informatiker für das Aufholen des digitalen Rückstands nicht finden. Haben 2017 etwa in Japan oder Südkorea drei Viertel aller Internetanschlüsse die für 5G unverzichtbare Breitband-Glasfaser, so begnügt sich Deutschland zu diesem Zeitpunkt mit zwei Prozent. Doch aus den Profiten und Löhnen der - quer durch alle Branchen - betroffenen, weil von 5G abhängigen Betriebe muss die menschenwürdige Bezahlung der Millionen Bedürftigen finanziert werden.


Die fünfte Generation (5G) für cellular mobile communication wirkt so einschneidend, weil viele Toptechnologien daran hängen. Dazu gehören etwa intelligente Transportwege, das Internet der Dinge oder dreidimensionales Drucken. Alles spricht dafür, dass chinesische Anbieter dafür die weltweite Industrienorm setzen werden. Wer in diesen Branchen dabei sein und auch etwas verkaufen will, muss dieser Norm genügen oder braucht gar nicht erst anzutreten. Es geht hier also nicht um einen bloß zeitlichen Rückstand bei der Installation, sondern um die aus ihm erwachsende Unfähigkeit, in diesen Branchen jemals eine signifikante Rolle spielen zu können."

Zitat aus: Gunnar Heinsohn, Wettkampf um die Klugen. Kompetenz, Bildung und die Wohlfahrt der Nationen. Orell Füssli Verlag, 2019, Seite 127



Zitat 2: "Für einen Hightech-Standort ist das tödlich. Man ähnelt Subsahara-Afrika. Auch dort will gerade von den Besten mehr als die Hälfte auswandern. Sie verstehen am ehesten, dass ihre Länder, selbst wenn sie dort blieben, im globalen Wettkampf niemals eine Chance haben werden. Nicht zuletzt werden aus den Herzländern der Europäischen Union die Unverzichtbaren durch den virulenten Judenhass vor allem muslimischer Zuwanderer vertrieben. Allein 2018 steigen in Frankreich antisemitische Vorfälle um 70 Prozent. In Deutschland wird unter Christen 14, unter Muslimen aber 56 Prozent Antisemitismus gemessen. Anders als die Qualifizierten bleiben die Millionen Zuzügler - einschließlich der Antisemiten Europa treu, weil andere Länder mit Sozialhilfe geizen oder sie erst gar nicht aufnehmen. Paris und Berlin dagegen überweisen passable Beträge nicht nur für die gerade Eintreffenden, sondern auch für ihre alsbald geborenen Kinder. Indirekt wird eben das zum Stimulans für extremistische Gewalt. Denn vorrangig Mädchen werden für Mutterschaft aus Steuermitteln finanziert, während sich ihre – schulisch noch schlechter abschneidenden West-Brüder durch Mehrfachzeugungen keine staatliche Alimentation verdienen können.


Doch auch sie wollen alles und haben viel Zeit zum Nachdenken über die Rache an den »Schuldigen« für ihr Schicksal. Sie stellen das Personal für den einst als unmöglich verlachten »Krieg in unseren Städten«. Und es sind ihre Gewalttaten, die noch schwankenden Alteingesessenen womöglich den letzten Anstoß zur Auswanderung geben. Nicht eine rassistisch-polemisch als »Umvolkung« hingestellte Transformation Deutschlands oder Frankreichs ziehen diese Länder herab, sondern ihre Dequalifizierung. Es ist keineswegs eine »feindliche Übernahme«, die zum Ausscheiden aus der ökonomischen Spitzengruppe führt, sondern die dramatische Absenkung des Kompetenzniveaus.


Selbst eine freundliche Übernahme hat verheerende Auswirkungen, wenn sie durch Schulabbrecher erfolgt. Dagegen wäre selbst eine unerwünschte Übernahme durch Genies eine Gnade für jedes Land. Wie oben erwähnt können Deutsche - gegen die fast zu 100 Prozent von der ostasiatischen Konkurrenz dominierte Branche - keine Batteriefabriken mehr errichten. Das gefährdet die Profitabilität der BMW- und Mercedes-Produktionen für Elektroautos."

Zitat aus: Gunnar Heinsohn, Wettkampf um die Klugen. Kompetenz, Bildung und die Wohlfahrt der Nationen. Orell Füssli Verlag, 2019, Seite 129-130


Zitat 3: "Mittlerweile kommen aus diesem Bevölkerungssegment fast 40 Prozent der Neugeborenen. Nichts spricht mithin für ein Überwinden des Bildungsfiaskos, vielmehr alles für seine Ausweitung. Dazu trägt auch bei, dass Berechnungen zum jährlichen Nettozuwanderungsbedarf - mal 400 000, ein andermal 260 000 - nur auf die Menge fokussieren, aber die benötigte Cognitive Ability niemals quantifizieren. Diese Vernachlässigung des Wichtigsten jeder Einwanderungspolitik hat Angela Merkel zwar nicht verstanden und obendrein massiv fortgeführt, aber keineswegs in Gang gesetzt. Als erstes Land der Geschichte ohne effektive Alternativen den gleichzeitigen Ausstieg aus den Nuklearmeilern (ab 2011) und den Kohlekraftwerken (ab 2019) durchzudrücken, ist in der Tat ihr und einem gehorsamen Parlament anzulasten. Selbst das Wall Street Journal mit seiner langen Tradition deutschlandbewundernder Berichterstattung bezeichnet dieses Vorgehen als »dümmste Energie-Politik der Welt«."

Zitat aus: Gunnar Heinsohn, Wettkampf um die Klugen. Kompetenz, Bildung und die Wohlfahrt der Nationen. Orell Füssli Verlag, 2019, Seite 113