• Gunnar Heinsohn und FAGULON

China springt bald höher als alle anderen


Wenn China schon in der Wirtschaftskraft bald alle anderen Länder hinter sich lassen wird, dann besteht im Westen doch immer noch der Glaube, dass sich bei uns doch immer noch das Zentrum der fortgeschrittenen Wissenschaft befände. Man geht davon aus, dass die guten chinesischen Wissenschaftler in den USA und in Europa gelernt haben und nun zu Hause dieses Wissen anwenden, ohne wesentlich Neues zu schaffen. Dazu kommt der ständige Verdacht, dass China in großen Ausmaß geheime Forschungsergebnisse stehlen und dann im eigenen Lande anwenden würde.


Das mag in den vergangenen Jahren zum Teil auch der Fall gewesen sein. Heute sind solche Vorstellungen jedoch eher eine wohlfeile Entschuldigung, um das voraussehbare Zurückbleiben des Westens auf allen Gebieten der Forschung und Hochtechnologie hinter einer Nebelwand von Vorurteilen zu verstecken. Das glaubt zumindest Gunnar Heinsohn in seinem neuesten Buch. Seine Aussagen sind zu gut dokumentiert, um ignoriert zu werden:


Zitat:

"China werde - so glaubt deshalb Alain Bertaud von der New York University - zwischen sich und dem Abendland einen Leistungsabstand legen wie England zum Rest der Welt während der industriellen Revolution des 18. Und frühen 19. Jahrhunderts. Unter den fünfzehn Universitäten mit den meistzitierten Topveröffentlichungen (oberstes Prozent) in Mathematik und Computing finden sich sieben chinesische, sechs amerikanische und zwei aus Singapur. Nummer eins ist Tsinghua (Peking). Den zweiten Platz teilen sich die Stanford-Universität (83 Nobelpreise) und das Charbin Institute of Technology (Provinz Heilongjiang). Erst dann kommt das MIT (Boston; 93 Nobelpreise).


Das bestätigt ein Bonmot des Taiwan-Chinesen Kai-Fu Lee - er investiert in zehn Jungfirmen mit mehr als einer Milliarde Dollar Marktpreis (Unicorns) -, dass es im Rennen um Künstliche Intelligenz keinen dritten Platz geben wird, weil Ostasien und die USA es unter sich ausmachen werden. Das gilt aufgrund der starken Stellung Japans aber noch nicht für die Gegenwart.


Im Juni 2016 stellt China mit dem Sunway Taihu-Light den global schnellsten Super-Computer vor. Er hat mit 93 Petaflops die dreifache Rechengeschwindigkeit des ebenfalls chinesischen TIANHE 2,der allerdings auch noch außerchinesische Komponenten verwendet. Im Juni 2018 holt sich Amerikas IBM mit SUMMIT (200 Petaflops) den Titel zurück und erringt mit SIERRA gleich noch Platz zwei hinzu. China will 2020 mit EXAFLOP (1000 Petaflops) antworten. Zählt man die Gesamtleistung der Supercomputer – nicht ihre Anzahl, bei der Amerika noch vorne liegt – führt die China mit knapp 40 Prozent vor den USA (31 Prozent) und Japan (knapp 8 Prozent). Auch in dieser Sparte gibt es also nur einen weiteren Ostasiaten als Dritten."

Zitat aus: Gunnar Heinsohn, Wettkampf um die Klugen. Kompetenz, Bildung und die Wohlfahrt der Nationen. Orell Füssli Verlag, 2019, Seite 53