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- Die Qualen vor Wahlen (9): Propaganda und Gegenreaktionen schaukeln sich auf
Der Hintergrund dieses Textes: Es handelt sich um gekürzte Zitate aus dem Buch „Die Religion der Überkompensationen“ von Marc DeSargeau, erschienen im August 2021 im FAGULON-Verlag. Das ist kein Sachbuch, sondern eine literarische „Faction“, also eine Verbindung von Realitätsbeschreibung und literarischer Erfindung. Zur Anregung der eigenen Meinungsbildung werden die Ansichten der zwei Protagonisten des Buches gegenübergestellt. Der fiktive Bundesfinanzminister Prof. Dr. Jan Mayerhof war charismatischer Hoffnungsträger, der erst zwei Jahre vor seinem mysteriösen Tod von der Weltbank in die deutsche Politik wechselte. Kurz zuvor hielt er die hier zitierten Geheimreden. Um der Diskussion der im Internet verbreiteten Transkripte dieser Reden etwas entgegen zu setzen, wurde der fiktive „Spin Doctor“ Lothar Müller beauftragt, die jeweils passende, politisch korrekte Gegenpropaganda zu entwerfen. Beide Texte werden hier gegenübergestellt, so dass man sich leicht entscheiden kann, welcher Meinung man sich anschließen möchte. Ausschnitt aus einer Rede des fiktiven Finanzministers Prof. Mayerhof: Der Einsatz von passiven Lügen zur Befestigung von Wunschdenken und Wahrnehmungsfiltern Die aktive Lüge hat noch nicht ganz ausgedient und sie folgt in der Politik immer noch dem − schon von Goebbels erkannten − Prinzip, dass man die Lüge nur extrem groß machen muss, damit die Menschen wenigstens einen Teil davon für wahr halten, weil sie sich einfach nicht vorstellen können, dass eine so riesige Behauptung gänzlich frei erfunden sein könnte. In diese Kategorie fallen heute Slogans wie: "Zerbricht der Euro, zerbricht auch Europa!" oder "Energiewende ohne Atomkraft" und auch "Wir schaffen das!" Allerdings sind die aktiven Lügen seltener geworden und entstehen eher aus tollpatschiger Inkompetenz als aus böser Absicht. Den Begriff der "passiven Lüge" möchte ich im Folgenden benutzen, um damit das Spektrum derjenigen Methoden zu benennen, die zur selektiven Abbildung oder Verfälschung der Realität verwendet werden, ohne dass sich der Lügner persönlich angreifbar macht. Es ist die tägliche Routine von Politikern und Journalisten. Man lügt nämlich nicht selbst, sondern schafft Bedingungen, unter denen sich die Lüge im Kopf des Hörers oder Lesers wie von selbst entfaltet. In Bezug auf dieses (natürlich erwünschte) Ergebnis ist der Lügner also passiv. Er beherrscht lediglich die Techniken der passiven Lüge. Wenn sein Publikum daraus ein "falsches" Abbild der Wirklichkeit konstruiert, kann man das dem passiven Lügner doch keinesfalls vorwerfen! Oder doch? Zudem wirken die passiven Lügen sehr stark unterbewusst und rufen so Gefühle hervor, die den Sachverhalt − in der vom passiven Lügner beabsichtigten Weise − einfärben. Ich nenne als Beispiel nur einige Methoden der passiven Lügen, die inzwischen zum Standardrepertoire des politischen Kampfes und medialer Verunglimpfung von Menschen geworden sind, die den „politisch korrekten“ Glaubenssätzen nicht folgen wollen. So kann man z.B. einen verbalen Rahmen um Menschen oder Konzepte legen, die nun "rechtspopulistisch" erscheinen, nur weil pragmatische Alternativvorschläge machen. Dieser Rahmen kann dann schrittweise verschoben werden, so dass schließlich die Nazikeule oder die Rassistenkeule mit heiliger Empörung geschwungen wird. Beliebt ist auch die Verwendung von verkürzten Zitaten oder das Ignorieren des Kontextes eines Gedankens. Durch deren isolierte Betrachtung wird bei Lesern oder Zuhörern der glaubwürdige Eindruck erweckt, diese Fragmente würden tatsächlich das Denken und Handeln der angegriffenen Person oder Organisation widerspiegeln. Nun sind der diffamierenden und empörten Propaganda Tür und Tor geöffnet. Das Totschweigen von alternativen Konzepten ist auch in die Kategorie der passiven Lüge einzuordnen. Wer nicht (mehr) in den Medien auftaucht, kann ja wohl nichts Wichtiges zu sagen haben. Wenn dies nicht funktioniert, sind Leaks aus "gutinformierten Kreisen" eine oft genutzte Möglichkeit, missliebige Menschen oder Organisationen zu diffamieren. So werden (angebliche) Insiderinformationen verbreitet, welche die investigativen Journalisten ja lediglich im Rahmen ihrer "professionellen Neutralität" und aufgrund der garantierten Pressefreiheit verbreiten. Ob diese Leaks anonymer Quellen von den Journalisten erfunden oder verdreht wurden, kann keiner feststellen, weil sich die empörten Schreiberlinge bei Nachfragen ja auf den Informantenschutz berufen können. Ebenso wenig ist überprüfbar, ob die "Quellen" − wenn sie denn wirklich existieren − nicht vielleicht Lügen oder Fragmente der Wahrheit verbreitet haben. Empfehlungen zur Gegenpropaganda, verfasst vom fiktiven „Spin Doctor“ Lothar Müller: Leider hat JM hier einige − längst nicht alle − Methoden kurz aufgelistet, die ich in meiner vertraulichen Methodensammlung "Bewährte Methoden zur Bereinigung der Realitätswahrnehmung der Bevölkerung. Der Schein bestimmt das Sein" beschrieben habe. Man könnte fast meinen, er habe diese Texte gelesen. Da ich sie seit einiger Zeit ausgewählten Klienten, die ich als Berater betreue, zur Verfügung stelle, wäre es durchaus möglich, dass jemand aus diesem Kreis den Text − in Verletzung umfassender Geheimhaltungsvereinbarungen − weitergegeben hat. Allerdings ist die Bezeichnung dieser Methoden als "passive Lügen" zwar drastisch, aber zutreffend. Ich bevorzuge die im Titel des Buches enthaltene Formulierung "Bereinigung der Realitätswahrnehmung". Entscheidend ist jedoch, sich daran zu erinnern, dass der gute Zweck (fast) alle Mittel heiligt. Ausgesprochen katastrophal ist es jedoch, wenn sich viele preisgekrönte und politisch linientreue Reportagen in wesentlichen Details als Fälschungen erweisen. Derartige Vorkommnisse können nur selten entdeckt werden, weil es hierzu der Informationen von „Whistle-Blowern“ aus dem Inneren der Redaktionen bedarf. Dennoch geschieht dies gelegentlich. Die nun offensichtliche Schlussfolgerung bleibt im Kopf der meisten Menschen jahrelang haften: Vermutlich sind auch viele andere politisch korrekte Sensationsgeschichten in wesentlichen Teilen erfunden. Dies bedeutet, dass zu den passiven Lügen auch die aktiven Lügen in den Medien hinzukommen. Deren Anwendung beschreibe in diesem Buch unter der Überschrift „Lügenartistik“. Allerdings geht durch solche Entdeckungen und den darauf folgenden Generalverdacht gegen alle linientreuen Journalisten das wichtigste Attribut der passiven und aktiven Lügen verloren: die mehr oder weniger große Glaubwürdigkeit. Deshalb gilt vor allem: Sie dürfen nicht enttarnt werden! Ist dies jedoch erfolgt, braucht sich keiner mehr über die Rufe „Lügenpresse“ zu wundern, die Medienvertretern auf vielen Demonstrationen entgegenschallen. Lügen sind nicht deshalb gut, weil sie für einen guten Zweck verbreitet werden, sondern wenn sie gut gemacht sind und verheimlicht werden können! Auch für aktive und passive Lügen gilt: Gut gemeint ist das Gegenteil von gut! Angesichts des immer größer werdenden Einflusses von unabhängigen Internetseiten und Internet-TV-Sendungen ist es jedoch zusätzlich wichtig, die Methoden der Zensur und Repression unerwünschter Meinungen wesentlich zu intensivieren. Dies kann nur durch eine massive Aufstockung des entsprechenden Personals und durch die Erzeugung einer Kultur der Angst in den sozialen Medien erfolgen. Letzteres ist durch eine Methode zu erreichen, die in allen sozialistischen Ländern über Jahrzehnte gut funktioniert hat: Bestrafe einen und erziehe Hunderte, oft sogar Tausende. Wenn die meisten Menschen – angesichts der Nachrichten über die Kontensperrungen oder juristische Verfolgungen unliebsamer Meinungsführer – anfangen, sich selbst zu zensieren (die berühmte Schere im Kopf), dann ist ein wichtiges Ziel erreicht. Eine besonders wirksame Methode der Einschüchterung von missliebigen politischen Aktivisten ist die Durchführung von legalen Raubüberfällen, die mit dem harmloseren Begriff „Hausdurchsuchung“ umschrieben werden. Die damit einhergehende Demütigung und der langdauernde Verlust aller Dokumente, Computer, Datenbanken etc. senden in der Regel Schockwellen durch die entsprechenden Gruppen. Wenn man die Bearbeitungszeit künstlich ausdehnt, kann diese Beschlagnahme leicht viele Monate dauern. Mitstreiter und Anhänger werden vorsichtiger und leiser. Sie wissen: aufgrund von Gummiparagraphen könnte der Vorwurf der Volksverhetzung und/oder der Verfassungsfeindlichkeit auch vielen von ihnen gemacht werden. Solche Gummiparagraphen gab es auch in den sozialistischen Ländern. Sie haben sich glänzend bewährt und hatten nur geringfügig andere Namen, wie z.B. staatsfeindliche Propaganda, Herabwürdigung der Partei- und Staatsführung, Unterstützung des Klassenfeindes etc. Ausschnitt aus einer Rede des fiktiven Finanzministers Prof. Mayerhof: Propaganda erzeugt Gegenreaktionen Auf den ersten Blick erscheint es so, als lenkten oder stabilisierten die "Meinungsmacher" die Richtung des Denkens und Handelns von Millionen, denn ihre Hervorbringungen werden täglich millionenfach auf Papier, in den Talkshows und im Internet verbreitet. Allerdings ist das nicht wirklich der Fall. Es gibt nämlich neben der formal-juristischen Meinungsfreiheit noch zwei weitere, praktisch wesentlich bedeutsamere Arten von angeblicher "Meinungsfreiheit": Einerseits handelt es sich um die sozialpsychologisch eingeschränkte Meinungsfreiheit im Rahmen des professionellen, kulturellen oder religiösen Rollenspiels. In diesem Zusammenhang ist die "politische Korrektheit" noch relativ harmlos! Wer in einem muslimischen Ghetto in Deutschland versucht, im Rahmen seiner juristisch garantierten Meinungsfreiheit seine Ablehnung des fundamentalistischen Islam, der Verschleierung und Rechtlosigkeit von kinderreichen Importbräuten und des Sozialparasitismus krimineller Jugendbanden frei zu äußern, wird diesen Unterschied schnell erkennen. Andererseits entwickelt sich im Laufe der Zeit bei vielen Menschen hinter der politisch korrekten Maske, die sie in ihrem beruflichen und teilweise auch im privaten Umfeld tragen, ein zweites Gesicht: Privat oder anonym artikulieren sie ihre wahre Meinung. Während die meisten Menschen öffentlich mit dem "politisch korrekten" Schwarm zu schwimmen scheinen, haben sie sich heimlich bereits einem ganz anderen angeschlossen, genau wie dies auch Sozialismus der Fall war. So schließt man sich scheinbar willig der medialen Hetze gegen Personen und Bücher an, die wichtige Probleme thematisieren, welche mit den offiziellen verbreiteten Glaubenssätzen nicht in Übereinstimmung zu bringen sind. Gleiches gilt für Verteufelung von Seiteneinsteigern, die mit einer neuen Partei eine Plattform für die Diskussion alternativer Strategien geschaffen haben. Hinter den Masken haben sich aber längst zweite Gesichter entwickelt: So kaufen Millionen die z. T. recht sperrigen Bücher der Verdammten oder lesen täglich Blogs und Internetzeitungen, die alternative Ansichten verbreiten. Es sind ebenfalls Millionen, die bereits nach kurzer Zeit die neue und noch relativ unbekannte Partei bei verschiedenen Wahlen in die Parlamente brachten. Aufgrund des scheinbar riesengroßen Schwarms der Masken, glaubten die meisten Menschen, sie wären mit ihrer wahren Meinung in der Minderheit und täten gut daran, sich hinter der Maske zu verstecken. Plötzlich stellen sie fest, dass sie Mitglieder eines riesengroßen Schwarms von Menschen sind, die sich ebenfalls hinter einer Maske versteckten. Man kann immer wieder in der menschlichen Geschichte beobachten, wie sich zwei Prozesse aneinander aufschaukeln: Je aggressiver, belehrender und unsinniger die offizielle Propaganda wird, desto stärker wird die verborgene, private Meinung. Wegen der zunehmenden Aversion gegen den Druck der offiziellen Meinung und aufgrund mangelnder Informationen stellt sie oft ganz einfach das Gegenteil dar. Extremfälle des scheinbar plötzlichen Umschwungs der Massenmeinung waren beim Zusammenbruch der sozialistischen Staaten zu bestaunen. Als die Menschen nahezu gleichzeitig ihre Masken abnahmen, erkannten nicht nur sie selbst, sondern auch die Machthaber, wie zahlreich und mächtig sie waren. Die scheinbar auf Fels gebauten Staaten fielen wie Kartenhäuser in sich zusammen. Der eben noch bei fast allen Bürgern vermutete "feste Klassenstandpunkt" war nicht nur plötzlich entschwunden. Nein, man hatte es schlagartig mit einem Volk zu tun, welches fest von den Segnungen des Kapitalismus überzeugt war und schnellstmöglich an dessen Fleischtöpfe strebte, was sich natürlich bald in herbe Enttäuschung wandelte. Wenngleich dieser Vergleich nur in einigen Aspekten treffend ist, lässt sich doch noch ein weiteres Phänomen daran illustrieren: Der "Schwarm der zweiten Gesichter" ist keinesfalls intelligenter als der Schwarm der Masken. Ohnehin hat ein Schwarm keine Intelligenz: Er ist ein Schwarm und funktioniert nach eigenen Mechanismen. Bemerkenswert ist jedoch die Hilflosigkeit des Schwarms der zweiten Gesichter, sobald die Masken gefallen sind und die "Unterdrücker" davon gejagt wurden. Während man als Maskenträger genau wusste, was in jeder Situation zu sagen oder zu tun war, sind nur wenige Menschen darauf vorbereitet, ohne Maske klaren Handlungsprogrammen zu folgen. Sie irren zeitweise orientierungslos durch die neue Freiheit. Der Schwarm zerstreut sich schließlich. Die eifrigsten Maskenträger sind verständlicherweise die Politiker auf Bundes-, Landes- oder Kommunalebene. Sie schwimmen mit dem Schwarm ihrer Partei. Wer nicht mitmacht und den Schwarm verlässt, wird häufig aus seinen Ämtern oder von seinem Parlamentssitz entfernt. Dies gilt natürlich nicht für die wenigen mutigen Abgeordneten mit einem Direktmandat, die lediglich als nörgelnde Clowns gemobbt werden. Sie sind nicht von einem Listenplatz ihrer Partei abhängig und somit viel weniger erpressbar. Um also die eigene Karriere nicht zu gefährden, bleibt den übrigen Parlamentariern nur die Möglichkeit, sich in ihren öffentlichen Äußerungen den Mantel der "politisch korrekten" passiven Lüge umzuhängen. Privat und nach einigen Gläsern Wein kommt dann − ganz genau wie in den früheren Ostblockstaaten − die wirkliche Meinung hervor. Bei diesen "Volksvertretern" ist allerdings nicht zu erwarten, dass sie ihre Maske fallen lassen, wenn nicht vorher das gesamte System zusammengebrochen ist. Unter vier Augen reden auch einige Journalisten sehr offen über ihre wahre Meinung. Ihre veröffentlichten Kommentare sind jedoch ganz "linientreu". Empfehlungen zur Gegenpropaganda, verfasst vom fiktiven „Spin Doctor“ Lothar Müller: Tatsächlich entwickelt sich tatsächlich hinter der Maske politischer Korrektheit eine verborgene Wut und Gegenmeinung. Diese wird nicht nur dadurch verstärkt, dass sich viele Menschen durch die veröffentlichte Meinung und die Äußerungen vieler Politiker verhöhnt fühlen. Sie empfinden auch zunehmend Scham über die eigene Angst, ihre wahren Meinungen im Kreise der Kollegen und Freunde zu äußern. Angesichts der Erfahrungen der sozialistischen Länder bleibt keine andere Möglichkeit, als den Zwang zu politisch korrekten Äußerungen mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten, weil sonst schnell ein Dammbruch erfolgen kann. Wie sich in diversen osteuropäischen Ländern, in Österreich, aber auch in Frankreich und anderen westlichen Ländern gezeigt hat, braucht es hierfür keine Revolutionen. Dies kann auch über Wahlen erfolgen, weil rechtsgerichtete und traditionsverwurzelte Parteien dort bereits sehr stark und gut organisiert sind und oft auch parlamentarische Mehrheiten erringen können. Es besteht also keine andere Möglichkeit, als in den Medien die politisch korrekten Aussagen und Kommentare weiter unter dem Deckmantel der scheinbaren Vielfalt von Meinungen durchzusetzen. Mit den Methoden, die „Müller Manual“ beschrieben sind, dürfte dies problemlos möglich sein, insbesondere, da sich die Besitzverhältnisse der großen privaten und staatlichen Medienoligopole kaum ändern dürften. Allerdings wäre es sicher hilfreich, wenn es gelänge, einige der penetrantesten Journalisten von allzu eifernden Kommentaren und Attacken abzuhalten. Derartiges befeuert nur die Aversion hinter den politisch korrekten Masken. Zitat aus: Die Religion der Überkompensationen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Die Qualen vor Wahlen (8): Das ängstliche Rudel passiver Lügner
Der Hintergrund dieses Textes: Es handelt sich um gekürzte Zitate aus dem Buch „Die Religion der Überkompensationen“ von Marc DeSargeau, erschienen im August 2021 im FAGULON-Verlag. Das ist kein Sachbuch, sondern eine literarische „Faction“, also eine Verbindung von Realitätsbeschreibung und literarischer Erfindung. Zur Anregung der eigenen Meinungsbildung werden die Ansichten der zwei Protagonisten des Buches gegenübergestellt. Der fiktive Bundesfinanzminister Prof. Dr. Jan Mayerhof war charismatischer Hoffnungsträger, der erst zwei Jahre vor seinem mysteriösen Tod von der Weltbank in die deutsche Politik wechselte. Kurz zuvor hielt er die hier zitierten Geheimreden. Um der Diskussion der im Internet verbreiteten Transkripte dieser Reden etwas entgegen zu setzen, wurde der fiktive „Spin Doctor“ Lothar Müller beauftragt, die jeweils passende, politisch korrekte Gegenpropaganda zu entwerfen. Beide Texte werden hier gegenübergestellt, so dass man sich leicht entscheiden kann, welcher Meinung man sich anschließen möchte. Ausschnitt aus einer Rede des fiktiven Finanzministers Prof. Mayerhof: Die „politisch korrekte“ Selbstzensur als Folge von Existenzangst und gefiltertem Halbwissen vieler Journalisten Nachdem heute Vormittag meine Darstellung von Beispielen der Religion der Überkompensationen (RELOCOMP) in ihren Diskussionsbeiträgen durch viele weitere Beispiele gefährlicher und fanatischer Wahrnehmungsverzerrungen der politischen und wirtschaftlichen Realität angereichert wurde, möchte ich in meinem Nachmittagsvortrag auf einige der psychologischen Mechanismen eingehen, welche in Politik und Medien zu dieser Entwicklung geführt haben. Ich verwende nachfolgend oft den neuen Begriff APALI (Anxious Pack of Passive Liars, d.h. ängstliches Rudel passiver Lügner), der mir sehr treffend erscheint. Das ängstliche Rudel passiver Lügner ist nicht nur bei "politisch korrekten" Journalisten anzutreffen. Genau die gleichen psychologischen Mechanismen der Kombination von Angst und Schwarmverhalten finden sich auch in der Politik, Religion, Kultur, beim Marketing und in der Finanzwirtschaft. Die stets ähnliche Methodik passiver Lügen, die APALI-Medien oder -Politiker anwenden, möchte ich folgendermaßen beschreiben: Ein komplexes Gefüge von Sachverhalten und Prozessen wird in einem ersten Schritt so vereinfacht, dass nur noch wenige Strukturen übrigbleiben, also die erste Stufe einer passiven Lüge bereits erreicht ist. Dann erfolgt meistens eine Rahmenverschiebung, in welcher dieser bearbeite Realitätsausschnitt in den gewünschten Zusammenhang gerückt und mit einer künstlichen Beleuchtung eingefärbt wird. Jetzt kommen die bei jedem Menschen vorhandenen individuellen Wahrnehmungsfilter zum Einsatz. Das so entstehende unscharfe Bild wird dann automatisch durch die Assoziationen und Erinnerungen ergänzt, die wir alle ständig unterbewusst hinzufügen. Der passive Lügner hat also nicht bewusst eine falsche Information verbreitet. Er muss sich den Vorwurf einer Lüge nicht gefallen lassen. Vielmehr hat Methoden verwendet, welche die Lügen im Kopf der anderen entstehen lassen. Auf der Grundlage dieser Methode können Berichte oder politischen Reden veröffentlicht werden, die als Kopiervorlage für unzählige Abschreiber dienen. Durch die massenweise Wiederholung der gleichen Aussagen durch das journalistische und/oder politische Rudel wird nun eine Welle der "veröffentlichten" Meinung aufgeschaukelt, die schließlich den Eindruck erzeugt, alle Menschen seien mehr oder weniger der gleichen Ansicht. So wird die Illusion der "öffentlichen Meinung" erzeugt. Ließe man die Bevölkerung aufgrund der durch APALIs vereinfachten und zurechtgebogenen Berichterstattung über den Bau von Brücken, Raketen oder die beste Therapie gefährlicher Krankheiten entscheiden, erschiene dies jedem ganz offensichtlich absurd, sogar kriminell. Die Lebenslüge von Journalisten und Politikern besteht darin, dass sie vorgeben, dass man sehr komplizierte Netzwerke aus Zusammenhängen in der Politik und Wirtschaft kurz und einfach darstellen kann. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Je kürzer und einfacher die Berichterstattung, desto falscher und gefährlicher wird sie. Nicht in der "Kürze liegt die Würze", sondern in der Kürze liegt die würzige passive Lüge. Die Standardfrage von Chefredakteuren und Parteipropagandisten "Versteht das auch die Kittelschürze?" ist ein krimineller Missbrauch ihres Einflusses auf die Bevölkerung. Sie reflektiert allerdings auch die Erkenntnis, dass man es mit 20 Millionen Rentnern und rund 7 Millionen funktionalen Analphabeten in der deutschen Bevölkerung zu tun hat. Allerdings spricht daraus auch die Bequemlichkeit. Man kann auf diese Weise die Vervielfältigung des eigenen gefilterten Halbwissens mit dem Motiv einer besseren Verständlichkeit rechtfertigen. Die Realitäten des Journalistenlebens werden sorgfältig gegenüber Außenstehenden verborgen, weil sie peinlich und demütigend sind. Sie stehen in eklatantem Gegensatz zu der Rolle als Besserwisser, Kritiker, Ankläger und Richter, in welche sich die meisten Journalisten gedrängt sehen (wollen). Einerseits bestehen viele Redaktionen aufgrund des Sparzwanges zu einem erklecklichen Teil aus Praktikanten, Volontären und freien Mitarbeitern. Besonders die beiden erstgenannten arbeiten für einen Hungerlohn und werden oft schon nach einer Woche so eingesetzt, als wären sie erfahrende Redakteure. Dies gilt besonders bei den privaten Sendern und Printmedien. Also bleibt ihnen nichts anderes übrig, als unter hohem Zeitdruck irgendetwas zu produzieren, was in der Regel nur eines bedeuten kann: Man muss von anderen abschreiben. Sie leben in ständiger Sorge um ihre Zukunft und ihr finanzielles Auskommen und können sich naturgemäß nicht einmal ein wenig Halbwissen anlesen. Für richtige Recherchen bleibt keine Zeit. Unwissenheit oder gefiltertes Halbwissen werden so zum Ausgangsmaterial ihrer Berichterstattung oder Kommentierung. Was liegt in einer solchen Situation näher, als die „politisch korrekten“ Standpunkte der angeblichen Edelfedern großer Medien zu übernehmen? Hierfür wird gelegentlich der Begriff "Rudeljournalismus" verwendet. Richtiger müsste es jedoch heißen: die journalistischen APALIs. Ängstlichere Stimmen sprechen von einer "abnehmenden Vielfalt in der Medienberichterstattung", meinen jedoch genau das Gleiche. Die festen Jobs werden immer rarer und unsicherer. Immer weniger Journalisten trauen sich deshalb, die "politisch korrekten" Pfade zu verlassen, auf denen ihre Kollegen dahintrotten. Durch das hunderttausendfach oder millionenfach rezipierte Schreiben oder Reden eines einzelnen Publizisten wird leider der Eindruck erzeugt, es handele sich um die Meinung vieler, d. h. die "öffentliche" Meinung, während es sich in Wahrheit meist nur um die veröffentlichte Meinung eines einzelnen Menschen mit ungenauer Sachkenntnis handelt. Um diese Tatsache zu beschönigen und den Eindruck zu erwecken, als sei jeder Artikel das Ergebnis einer riesigen kollektiven Anstrengung von Dutzenden kompetenter Journalisten, schreibt man sehr oft "... die XYZ-Zeitung schrieb dazu jüngst ...". In Wirklichkeit kann man meist froh sein, wenn der Artikel noch mal schnell von irgendjemand in der Redaktion gegengelesen wurde. Angesichts der hohen Zahl alberner Tippfehler und fehlender Zeilen in den Artikeln aller Edelzeitungen ist auch diese Hoffnung wohl übertrieben. Vielfältig und äußerst effektiv sind die Mechanismen zur Bestechung oder Erpressung von Journalisten, um sie zur Berichterstattung im gewünschten Sinne zu bringen, d.h. die APALIs zusammenzuhalten. So kann man Journalisten leicht Zugang zu den Regierenden gewähren oder sie davon ausschließen. Die opportunen APALIs erhalten ihre Interviews, für die anderen hat der Minister oder Parteifunktionär leider keine Zeit, weil er/sie so viele andere wichtige Termine wahrnehmen muss. Genauso funktioniert der Zugang zu oder der Ausschluss von Hintergrundinformationen, die später mit der Einleitung "aus gut informierten Kreisen verlautet..." publiziert werden, ohne dass die Namen der Quellen genannt werden dürfen. Schließlich gibt es noch eine Reihe exklusiver Zirkel und Clubs, in welche die willfährigen Journalisten eingelassen werden und sich im Kreise großer Namen wichtig fühlen dürfen. Für die anderen gilt dies nicht. Ich habe mich in den vorangehenden Bemerkungen auf einige Aspekte des Verhaltens von Journalisten konzentriert. In unserem Kreis ist es sicherlich fast überflüssig, die anderen Gründe näher zu betrachten, welche aus der offiziell propagierten Pressefreiheit eine institutionalisierte Farce machen. Dazu gehört die Monopolisierung der Medien, die sowohl in Deutschland als auch in den USA nur wenigen großen Konzernen gehören. Eine Vielfalt wird dadurch vorgetäuscht, dass die Zeitungen, Verlage, Radio- und TV-Stationen ihre alten Namen behalten, nachdem Großkonzerne sie kauften. Zusätzlich wird das Mantra von der Unabhängigkeit der Redaktionen verbissen abgespult. Empfehlungen zur Gegenpropaganda, verfasst vom fiktiven „Spin Doctor“ Lothar Müller: Es kommt nicht darauf an, wieviel Wahres und Bedenkenswertes sich vielleicht in den vorstehenden Bemerkungen von Mayerhof finden lässt. Es muss ausschließlich darum gehen, zu verhindern, dass das Ideal der freien Meinungsäußerung und der journalistischen Unabhängigkeit in den Dreck gezogen wird, denn diese Wunschvorstellung wird als eine der tragenden Säulen der freiheitlichen Demokratie westlicher Industrienationen angesehen. Deshalb ist es wichtig, keinesfalls auf die Einzelheiten seiner Analyse einzugehen, sondern stattdessen mit der schon lange bewährten Begriffskeule "Journalistenschelte" zu operieren. Damit wird die Grundlage für den Einsatz von Methoden der Rahmung und Beleuchtung geschaffen. So kann man beispielsweise einen anfänglichen Betrachtungsrahmen erschaffen, der davon ausgeht, dass Mayerhofs Verachtung der Journalisten eigentlich ein Ausdruck von Angst vor investigativem Journalismus ist. Heute wissen wir ja, dass er außerordentlich viel zu verbergen hatte. Deshalb kann man anschließend die Methode der sukzessiven Rahmenverschiebung anwenden, an deren Ende bei jedem Leser oder Zuschauer der Eindruck entsteht, dass Mayerhof einen Staatsstreich vorbereitete. Dies hätten vermutlich nur investigative Journalisten aufdecken und über die Massenmedien verbreiten können. Daher sein Hass auf sie. Als Beispiel für derartige Erfolge könnte die Aufdeckung von Briefkastenfirmen in Steueroasen durch Journalisten-Netzwerke dienen. Die Geheimveranstaltungen, auf denen er die Vorträge hielt, die jetzt als Transkript vorliegen, waren ja eindeutig als Vorbereitung zur Schaffung einer neuen Organisation von Eliten konzipiert. Sie sollten in der Bundesrepublik unter einen Kanzler Mayerhof die Macht übernehmen und dann die parlamentarische Demokratie in ihrer heutigen Form abschaffen und durch ein neues System ersetzen. Mit dieser Argumentationslinie müsste es recht einfach sein, eine Methode zur Steuerung des Schwarmverhaltens der Medien anzuwenden, indem man einigen der Edelfedern nahelegt, zu behaupten, dass sie in der Tat schon ganz nahe an der Aufdeckung der geheimen Zusammenkünfte waren, auf denen Mayerhof seine Vorträge hielt. Eine sensationelle Serie von Artikeln sei bereits in Vorbereitung gewesen, aber wegen des mysteriösen Todes von Mayerhof gestoppt worden. Man habe wegen des hohen Gutes der journalistischen Sorgfaltspflicht bei der unparteiischen und wahrheitsgetreuen Berichterstattung jedoch noch mit 4-6 Wochen weiterer Recherchen gerechnet und deshalb vorher nichts publiziert. Ich möchte im Zusammenhang mit den Einschätzungen von Mayerhof jedoch auch an meinen Appell an Journalisten erinnern, den Eindruck arroganter Erzieher zu vermeiden. Ein wesentlicher Teil des verbreiteten Misstrauens gegenüber den Medien resultiert daraus, dass sich viele Journalisten gegenüber ihren Gesprächspartnern und Zuschauern bzw. Lesern wie KITA-Erzieher aufführen und auch untereinander oft mit so widerlich öliger Arroganz streiten, dass einem übel werden kann. Die beste Propaganda kann dadurch entwertet werden, dass ihre Verbreitung durch Personen erfolgt, deren Erscheinungsbild und Auftreten auf die meisten Menschen unsympathisch oder sogar abstoßend wirkt. Ausschnitt aus einer Rede des fiktiven Finanzministers Prof. Mayerhof: Warum bewerten Journalisten und Politik-"Wissenschaftler" ständig und mit großem Eifer die diffusen Sprechblasen der Politiker? Die Erklärung, warum sich "Wissenschaftler" und Journalisten in stundenlangen Interviews oder Talkshows so eifrig mit den holprigen Sprechblasen oder Referententexten von Politikern auseinandersetzen, ist ganz einfach: Es sichert ihre Anstellung, ihr Einkommen und ihre Position innerhalb einer Seilschaft. Zudem genießen sie die Scheinwerfer der TV-Stationen, die ihre „tiefschürfenden Einsichten“ zum Leuchten bringen sollen. Hier hat sich eine Art von Symbiose entwickelt: Die Politiker-Marionetten liefern mit ihren Exkrementen die Nahrung für die APALIs der Journalisten und Politik-"Wissenschaftler". (Wer ist wohl auf die Idee gekommen, deren Klatschgeschichten und wilde Spekulationen für Wissenschaft zu halten?) Was wirklich wichtig ist, geschieht in der Regel hinter den Kulissen der Regierung und des Parlamentes. Für all diese wichtigtuerischen Analysten gilt jedoch eine ungeschriebene Regel: Man muss jedes Thema mit möglichst viel heißer Luft aufblasen, um einen Ballon zu erzeugen, der einen selbst wichtig erscheinen lässt. Übrigens ist das bei den meisten Literaturkritikern, Kunstkritikern und -händlern, Soziologen und Volkswirtschaftlern nicht viel anders. Eigentlich wäre es sinnvoll, viele dieser „Palaver-Wissenschaften“ aus den Universitäten auszugliedern und in verkleinertem Umfang den Journalistenschulen anzuschließen. Schließlich handelt es sich ja nicht um exakte Wissenschaft, sondern eigentlich um eine Art von Vermutungs- und Behauptungskunst. Genau das ist ja auch der Kern des heutigen Journalismus. Empfehlungen zur Gegenpropaganda, verfasst vom fiktiven „Spin Doctor“ Lothar Müller: Es ist angesichts zukünftiger Gefährdungen der gegenwärtig noch stabilen und prosperierenden Wohlstandsgesellschaft nötig, die bereits etablierten, politisch korrekten Wahrnehmungsfilter in der veröffentlichten Meinung zu unterstützen und auszubauen. Die kommenden Gefahren liegen z.B. in einer katastrophalen Weltwirtschaftskrise aufgrund platzender Finanzblasen. Zudem sind bürgerkriegsähnliche Kämpfe mit Banden perspektivloser und ungebildeter junger Männer aus den Ghettos arabischer und afrikanischer Migranten zu befürchten. In den USA und anderen Ländern ist diese Ghetto-Kriminalität schon Realität. Es reicht ein Zündfunke und schon überflutet ein randalierender Mob ganze Stadtteile. Eine weitere Gefahr liegt darin, dass immer mehr Menschen das Gefühl haben, dass es sich bei der repräsentativen Demokratie und einen "Tanz von Marionetten vor der Fassade der Demokratie" handelt. Diese Formulierung hat Mayerhof gelegentlich benutzt. Statt "Das Sein bestimmt des Bewusstsein" muss das Credo der Medien also lauten: "Das Bewusstsein bestimmt das Sein". Genauso war es auch in den sozialistischen Staaten. Weil das gewünschte Bewusstsein aber durch Methoden der Bereinigung der Realitätswahrnehmung der Bevölkerung erschaffen werden muss, lautet die korrekte Formulierung natürlich "Der Schein bestimmt das Sein". Deshalb habe ich diesen Satz auch als Untertitel meiner Methodensammlung gewählt. Es ist also Aufgabe der Journalisten und ihrer Stichwortgeber aus der Politikwissenschaft, der Soziologie und aus ähnlichen Fächern, diesen Schein durch die Art ihrer Kommentierung von Äußerungen von Politikern aufrecht zu erhalten. Dabei ist völlig egal, wie nebulös und inhaltsleer diese sein mögen. Die Regierenden dürfen keinesfalls als Marionetten erscheinen. Sie und die Spitzen ihrer Parteien müssen also als die Entscheider dargestellt werden, die sorgfältig mit der ihnen vom Wähler verliehenen Macht umgehen. Es handelt sich bei der Deutung von Politikeraussagen um eine symbiotische Kooperation von Journalisten und Gesellschaftswissenschaftlern: Die veröffentliche Meinung wird durch die wissenschaftliche Analyse verifiziert. So werden aus bloßen Meinungen von Journalisten bewiesene Tatsachen. Andererseits genießen natürlich die Professoren der oben genannten Fächer die Bedeutung, die sie durch Fernsehauftritte und Zeitungsinterviews erhalten. Es ist fast überflüssig zu erwähnen, dass Vertreter abweichender Meinungen in der Regel nicht eingeladen werden. Gelegentlich ist dies jedoch nützlich, um in einer größeren Runde einen Gegner zu haben, den man lächerlich machen und dessen Argumente man entkräften kann. Zudem wird dadurch der Eindruck erweckt, als würden die Medien ein breites Meinungsspektrum zulassen. Diese Behauptung sollte auch immer wieder durch Beweise untermauert werden, indem man auf die „Überdruckventile“ in Form alternativer Meinungen verweist, die zwar subtil marginalisiert werden sollten, jedoch nicht verboten sind. Zudem ist es wichtig, sich ständig über die Unterdrückung und Inhaftierung von Journalisten in anderen Ländern aufzuregen und Solidarität mit ihnen einzufordern. So entsteht ein gutes Kontrastprogramm zum Recht auf freie Meinungsäußerung in Deutschland und zur verfassungsrechtlich garantierten Unabhängigkeit des Journalismus. Dass die Abweichler in Deutschland zwar nicht physisch interniert werden, sondern nur ihre Anstellung verlieren, darf dabei natürlich nicht erwähnt werden. Zitat aus: Die Religion der Überkompensationen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Die Qualen vor Wahlen (7): Passive Lügen zur Erzeugung des erwünschten Denkens und Fühlens
Der Hintergrund dieses Textes: Es handelt sich um gekürzte Zitate aus dem Buch „Die Kunst der passive Lüge“ von Marc DeSargeau, erschienen im August 2021 im FAGULON-Verlag. Das ist kein Sachbuch, sondern eine literarische „Faction“. Dieser „Ratgeber“ ist eine Verbindung von ironischer Realitätsbeschreibung und literarischer Erfindung. Was sind passive Lügen? Sie sind viel gefährlicher als die echten Lügen: Sie verwenden nämlich Ausschnitte der Wahrheit und verarbeiten sie in einer Weise, die beim Empfänger solcher „Informationen“ ein Bild entstehen lassen, welches mit der Realität nicht viel zu tun hat. Mit solchen Methoden wird auch die Diskreditierung von abweichenden Meinungen sowie von missliebigen Personen und Medien vorgenommen. Dabei lautet das Motto: „Schublade auf – Brandmahl auf die Stirn – Schublade zu!“ Eine Übersicht über 69 Methoden passiver Lügen ist auf www.passive-luege.com zu finden. Passive Lügen bei der Heiligung des infantilen Denkens und seiner Gallionsfiguren Versteht das auch die Kittelschürze? (Journalistensprech) Die Vereinfachung komplexer Sachverhalte durch die Methode der Verengung des Betrachtungsrahmens ist eine Standardmethode der Konzern- und Staatsmedien. Das ist einerseits dem internen Druck nach ideologisch korrekter Berichterstattung geschuldet. Andererseits geht es darum, die Auflage und die Anzahl von Klicks in den Internetmedien zu erhöhen. Dafür müssen aber die Botschaften einfach und möglichst bedrohlich oder sensationell sein. Seit einiger Zeit hat sich eine neue Form von Autorität etabliert, die das genaue Gegenteil der Autorität darstellt, die man durch rationale, faktenbasierte Argumentation erwerben kann. Es ist die Autorität der jugendlichen Reinheit, welche die Wahrheit erfühlt und so aus dem Dickicht unverständlicher Zusammenhänge befreit. Dies ist eine Sonderform der PaLü-Methode A-1, die sich nicht nur durch die Verengung des Betrachtungsrahmens, sondern auch durch die Heiligung des Botschafters auszeichnet. Dadurch wird die Botschaft selbst geheiligt und somit nahezu unangreifbar. Sie können deshalb Ihren jugendlichen Botschaftern auch erlauben, die versammelten Führer von Wirtschaft und Politik vor laufenden Kameras anzuplärren. Niemand wird den Mut haben, sich gegen solche Beleidigungen und absurde Vereinfachungen zur Wehr zu setzen. Alle sitzen mit gesenkten Köpfen und hoffen höflich, es möge bald vorüber sein. Was aber ist die Reaktion der Fernsehzuschauer? Sie interpretieren dieses Verhalten als Eingeständnis von Schuld. Offenbar hat die plärrende Göre einen wunden Punkt getroffen und Recht gehabt. Sonst würde ihr ja jemand widersprechen! Für diese Rolle eignet sich natürlich besonders ein Kind mit Asperger-Syndrom, weil diese psychische Störung immer mit einem Tunnelblick verbunden ist. Aber Schönheit und ein gewisser Sex-Appeal sind auch wirksame „Argumente“, wie sich an anderen Protagonisten zeigt. Wenn Sie also ein bestimmtes politisches oder wirtschaftliches Projekt unterstützen wollen, können Sie ganz leicht auf langatmige und schwer verständliche Expertenmeinungen verzichten. Es ist viel wirksamer, emotional aufwühlende Auftritte von Protagonisten kindlicher Naivität zu unterstützen. Dies geht ganz einfach: Die entsprechenden Industrien, Parteien oder Sponsoren senden Geld an scheinbar neutrale Stiftungen. Diese finanzieren ihrerseits die Auftritte der Protagonisten, deren Umfeld und die Reaktionen einiger Medien darauf. So bleiben die wirklichen Interessen hinter diesen Auftritten und die Fernsteuerung der jugendlichen Sprechpuppen verborgen. Wie groß die emotionale Wirkung der erfühlten Wahrheiten durch Kinder und Jugendliche ist, können Sie ganz leicht erkennen, wenn Sie sich die Geschichte der Visionen und Marienerscheinungen bei jungen Mädchen ansehen, die im Laufe der Geschichte schon oft große Massenbewegungen ausgelöst haben. Passive Lügen bei der Heiligung der Gesinnungsethik und abstrakter Grundwerte Realismus ist Macht, doch Idealismus will mächtiger sein Das Grundprinzip der Gesinnungsethik besteht darin, dass man sich in seinen Handlungen und Urteilen von ideologischen oder religiösen Grundsätzen leiten lässt. Es geht also darum, das eigene Handeln so zu gestalten, dass diese Regeln soweit wie irgend möglich beachtet werden. Ganz besonders deutlich wurde dies in den sozialistischen Ländern, deren Führer und Propagandisten im Laufe der Zeit kaum noch einen Blick für die wirtschaftlichen und politischen Realitäten hatten. Ähnlich operieren die Herrscher der Länder, in denen der wieder erwachte konservative Islam die Gesinnung diktiert. Allerdings gewinnt die Gesinnungsethik auch in vielen westlichen Industrieländern an Bedeutung. Deren Prinzipien entstammen dem Wunschdenken und Wahrnehmungsfilter linker Intellektueller und Aktivisten. Sie dominieren die Medien und auch einen Teil der Universitäten. Themen wie der Genderismus, der Kampf gegen rassistische Diskriminierung und gegen „Rechts“ sowie gegen Klimaschädlinge bestimmen deren Agenda. Sie wird als „politisch/ideologisch korrekt“ angesehen und mit dem Heiligenschein unfehlbarer Wahrheiten geschmückt. Gleiches gilt auch für Begriffe wie Freiheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität etc., obwohl niemand genau definieren kann, was darunter zu verstehen ist. Das präzise Hinterfragen, was damit in einer konkreten Situation in einem bestimmten Land wohl gemeint sei, wird ebenfalls durch die Heiligung dieser Begriffe unterbunden. Menschen, die nicht der „ideologisch korrekten“ Gesinnungsethik folgen wollen und deren geheiligte Unveränderlichkeit in Frage stellen, werden schnell diskriminiert und aus vielen Gemeinschaften ausgestoßen. Also schweigt man lieber, so wie es im Sozialismus auch Brauch war. Im Gegensatz dazu steht die Verantwortungsethik. Sie orientiert sich an einem vorurteilsfreien Blick auf die Realität. Ihre Richtschnur ist es, unter den gegebenen Umständen die bestmögliche Lösung eines Problems zu finden. Da bei jeder Entscheidung eine Vielzahl von positiven und negativen Konsequenzen gegeneinander abgewogen werden müssen, kann es dabei keine einfachen richtigen oder falschen Entscheidungen geben. Was zählt, ist dass positive Wirkungen für eine möglichst große Zahl von Menschen erreicht werden und die negativen Nebenwirkungen klein bleiben. Wenn Sie also bestimmte politische Ziele erreichen wollen, ist es oft nötig, sich der Denkweise und der Sprachregelung „ideologisch korrekter“ Gesinnungsethik zu bedienen. Sie werden z.B. in muslimischen Ghettos mit Ihren Projekten wenig Erfolg haben, wenn Sie sich gleichzeitig (auf der Grundlage von Verantwortungsethik) gegen die archaischen Rollenbilder von Mann und Frau und andere Regeln dieser Parallelgesellschaften wenden. Genauso ist es im Rahmen des linken gesinnungsethischen Korsetts, welches die großen Medien und weite Teile der Politik einschnürt. Falls Sie also aus verantwortungsethischer Sicht etwas durchsetzen oder anregen wollen, dann bleibt nichts weiter übrig, als „mit den gesinnungsethischen Wölfen zu heulen“. Verpacken Sie also Ihre Argumente in eine ideologisch korrekte Sprache und bewegen Sie sich mit Ihren Argumenten immer im Wahrnehmungs- und Interpretationsfilter der linken Gesinnungsethiker. So haben es auch viele Manager, Publizisten und Schriftsteller im Sozialismus gehalten. Sie konnten auf diese Weise überleben und sogar einiges durchsetzen. Im schiitischen Islam gibt es hierfür sogar eine Bezeichnung: Taqiyya. Es bedeutet Vorsicht und bezeichnet die Erlaubnis, bei Gefahren und zur Durchsetzung gottgefälliger Ziele seinen wahren Glauben zu verheimlichen. Genauso müssen Sie es heute in einem streng gläubigen Umfeld linker Gesinnungsethiker auch machen, wenn Sie etwas bewirken oder unnötigen Schwierigkeiten aus dem Weg gehen wollen. Passive Lügen mit Hilfe von Bildern Ein Bild lügt besser als tausend Worte „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!“ Das haben wir alle schon sehr oft gehört. Allerdings trifft dies bei weitem nicht immer zu. Sehr oft gilt auch dieser Satz: „Ein Bild lügt besser als tausend Worte!“ Wenn Sie also eine Botschaft mit Hilfe einer passiven Lüge an den Mann bringen wollen, sind Bilder wunderbar geeignet. Wie immer bei der Anwendung von PaLü machen Sie sich keiner Lüge schuldig, wenn Sie Bilder einer realen Situation verwenden, die jedoch nur einen geschickt ausgewählten Ausschnitt derselben zeigen. Auf diese Weise kann man im Kopf des Betrachters genau das Gegenteil dessen auslösen, was er denken oder empfinden würde, hätte er Zugang zu anderen Bilder der gleichen Situation. Sehr verbreitet ist diese Technik z.B. bei Fotos von Personen, deren Meinungen man verunglimpften will. Sie brauchen dafür überhaupt keine Fotografen zu engagieren. Es reicht, aus einer kurzen öffentlichen Videosequenz ein Standbild herauszuschneiden, welches diese Person mit einem verzerrten Gesicht, tiefen Falten oder schiefem Blick zeigt. Beim Sprechen – besonders wenn jemand erregt ist – geht ein Gestus schnell in einen anderen über. Man muss lediglich Standbilder dieser Zwischenphasen suchen. Anstelle des Bildes von einem klugen und besonnenen Mann entsteht so ein Foto eines fast irre aussehenden Typs. Aus einer attraktiven Frau um die 40 kann man mit dieser Technik – besonders leicht in hartem Licht - ganz schnell eine faltige, geifernde Oma machen. Wenn Sie die Aufnahme von möglichst vielen Flüchtlingen aus Afrika oder anderen Regionen unterstützen wollen, sind Bilder-PaLü ebenfalls ideal. Bilder von Familien mit kleinen Kindern, die durchnässt aus Schlauchbooten ans Ufer steigen, vermitteln einen ganz anderen Eindruck als es die Bilder der gesamten Gruppe tun würden. Hier hat man es in der Regel fast nur mit jungen Männern zu tun. Ganz einfach können Sie diesen Effekt auch mit Bildern von einer Seerettung erreichen. Man zeigt einsam auf dem Meer treibende, hoffnungslos überladene Schlauchboote. So ein Bild ist ein moralischer Befehl zur Rettung der todgeweihten Schiffbrüchigen. Sie müssen aber natürlich in der Bildunterschrift verschweigen, dass die Aufnahmen relativ nahe an der Küste gemacht wurden. Sie dürfen auch nicht erwähnen, dass diese Menschen von Schlepperbanden gegen hohes Entgelt bewusst ohne Wasser und Treibstoff aufs Meer geschickt wurden. Von der vorherigen Anforderung des „Shuttle-Service“ der Rettungsschiffe darf selbstverständlich auch nicht die Rede sein. Passive Lügen zur Heiligung des Schweigens über Unerwünschtes Der gute Zweck heiligt das Schweigen Die wichtigste Funktion des Wahrnehmungsfilters von vielen Menschen besteht darin, unerwünschte Tatsachen aus dem komplexen Bild der Realität heraus zu sieben. Die Dinge, die nicht durch diesen Filter passen, werden als Abfall verworfen. Man hat sie zwar zur Kenntnis genommen, schweigt aber darüber. Dies gilt nicht nur für Individuen, die vermeiden wollen, dass ihre politische oder religiöse Gesinnung durch unpassende Aspekte der Wirklichkeit „verunreinigt“ wird. Es ist auch ein Grundprinzip der Berichterstattung der großen Medien und des Agierens von Politikern. Ein objektiver Beobachter würde dieses Verhalten als sinnlos oder sogar gefährlich bezeichnen. Dies gilt z.B. wenn man das Schweigen über die Folgen der illegalen Einwanderung, der archaischen Parallelgesellschaften in muslimischen Ghettos, des fundamentalistischen Islam und Terrors, der unwirksamen Lockdown-Verordnungen zur Verhütung von SARS-CoV-2 Infektionen u. ä. betrachtet. Um dieser Kritik wirksam entgegen zu treten, sollten Sie die Methode der Heiligung anwenden. Diese quasi-religiöse Rechtfertigung des Schweigens ist einfach zu begründen: Man schweigt für einen guten Zweck. Der gute Zweck, der das Schweigen sakrosankt macht, kann z.B. darin bestehen, die bereits bestehenden Ressentiments gegen illegale Einwanderer - und insbesondere Muslime – nicht noch weiter aufzuschaukeln. Deshalb wird z.B. die Kriminalität aus dieser Gruppe so weit als möglich verheimlicht. Gleiches gilt für die Tatsache, dass sich die meisten Corona-Infektionsherde in den entsprechenden Ghettos befinden. Aus den gleichen Gründen müssen die wissenschaftlichen Nachweise der Unwirksamkeit der strengen Lockdown-Maßnahmen bezüglich der SARS-CoV-2 Infektionen mit dem Mantel des geheiligten Schweigens bedeckt werden. Sonst würden die Demonstrationen dagegen irgendwann nicht mehr kontrollierbar sein. Es könnte sogar eine Revolution gegen die Regierung und die sie tragenden Parteien drohen. Diese Heiligung des Schweigens sollten Sie zur Richtschnur Ihres Handelns machen. Man kann sich dabei sowohl auf den guten Zweck zurückziehen als auch darauf hinweisen, dass doch „alle“ diese Methode verwenden, um ihre guten Absichten durchzusetzen. Was immer Sie also etwas erreichen wollen, filtern Sie alle unpassenden Elemente der Realität heraus und werfen Sie diese in den Müll, indem Sie konsequent dazu schweigen. Sie müssen den Anschein erwecken, als gäbe es diese nicht. Wenn Sie sich jedoch auf eine Diskussion über die verschwiegenen Fakten einlassen, begehen Sie schon den ersten fatalen Fehler: Sie erkennen an, dass Sie diese kennen! Dann gibt es kein Halten mehr, weil Sie sich nun endlosen Diskussionen über die Vertuschung dieser Fakten und die möglichen Motive dafür aussetzen. Das kann nur schief gehen! Zitat aus: Die Kunst der passiven Lüge, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Die Qualen vor Wahlen (6): Strippen ziehende Obermarionetten und Drehtürkarrieren
Der Hintergrund dieses Textes: Es handelt sich um gekürzte Zitate aus dem Buch „Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen“ von Marc DeSargeau, erschienen im August 2021 im FAGULON-Verlag. Das ist kein Sachbuch, sondern eine literarische „Faction“, also eine Verbindung von Realitätsbeschreibung und literarischer Erfindung. Zur Anregung der eigenen Meinungsbildung werden die Ansichten der zwei Protagonisten des Buches gegenübergestellt. Der fiktive Bundesfinanzminister Prof. Dr. Jan Mayerhof war charismatischer Hoffnungsträger, der erst zwei Jahre vor seinem mysteriösen Tod von der Weltbank in die deutsche Politik wechselte. Kurz zuvor hielt er die hier zitierten Geheimreden. Um der Diskussion der im Internet verbreiteten Transkripte dieser Reden etwas entgegen zu setzen, wurde der fiktive „Spin Doctor“ Lothar Müller beauftragt, die jeweils passende, politisch korrekte Gegenpropaganda zu entwerfen. Beide Texte werden hier gegenübergestellt, so dass man sich leicht entscheiden kann, welcher Meinung man sich anschließen möchte. Ausschnitt aus einer Rede des fiktiven Finanzministers Prof. Mayerhof: Strippen ziehende Obermarionetten Eine weitere – allerdings sehr kleine Gruppe – von Strippenziehern befindet sich auch unter den Parlamentariern. Es sind die Ober-Marionetten, die selbst an vielen Strippen hängen, von denen sie die meisten entweder nicht kennen oder nicht verstehen. Der absurde Fraktionszwang und das Hinterzimmer-Gekungel zur Auswahl der Kandidaten für die aussichtsreichen Listenplätze bei der nächsten Wahl sind die entscheidenden Machtinstrumente der Ober-Marionetten. Es sind erstaunlich wenige Personen. Einige der Spitzen der Fraktionen und die Küchenkabinette bestimmter Minister beziehungsweise der Regierungschefin gehören dazu. Jeder Parlamentarier, der – sollte er ausnahmsweise mal eine eigene Meinung und eine gewisse Kenntnis der Gesetzesmaterie erworben haben – sich eine abweichende Ansicht, ja selbst nur eine öffentliche Hinterfragung der "politisch korrekten" Sprachregelung erlaubt, wird nicht nur mithilfe des Fraktionszwanges bei fast allen Abstimmungen seines verfassungsrechtlich garantierten Rechtes beraubt, das darin besteht, nur seinem Gewissen verantwortlich zu sein. Allein dieser Verfassungsbruch ist ein Skandal. Als wäre dies jedoch noch nicht genug der demütigenden Gängelung, gibt es noch ein effektives Mittel gegen Unbotmäßigkeit: Der Aufmüpfige erfährt andeutungsweise hinter den Kulissen, dass es bei der nächsten Wahl wohl kaum zu einem aussichtsreichen Listenplatz reichen wird, wenn sich das Verhalten des werten Genossen oder Parteifreundes nicht ratzfatz ändert. Innerhalb von Sekunden macht sich nach einem solchen Gespräch das gepeinigte Gewissen davon und nimmt die kritische Meinung des betroffenen Parlamentariers gleich mit. Die Angst vor dem Verlust von Status und Salär eines Abgeordneten haben beide zum Schweigen gebracht. Nun flüchten sie schamvoll ins Nichts. Das Methodenarsenal der Ober-Marionetten ist aber noch reichhaltiger: Man legt fest, wer im Plenum redet und sich so profilieren darf. Man bestimmt, wer wohin reisen kann, in welchen Ausschüssen der Abgeordnete sitzt und wie sein Büro und die Mitarbeiter beschaffen sind. All dies sind subtile, aber hocheffektive Methoden, mit denen man Parlamentarier zum abnickenden Stimmvieh unverstandener Gesetze degradiert. Das deutsche Parlament ist in weiten Teilen die Persiflage einer repräsentativen Demokratie.Das ist alles nicht besonders schlimm, wenn die Dinge ihren geregelten Gang gehen, Wirtschaft und Finanzen halbwegs in Ordnung sind. Wenn allerdings das Schiff auf eine riesige Klippe zusteuert, dann werden sich diese Mechanismen als fatal erweisen. Man wird es erst bemerken, wenn es längst zu spät ist! Große, reich begrünte Bäume fallen plötzlich und unerwartet im Sturm, wenn sie innen hohl und morsch sind. Ein paar standhafte Abweichler, die bravourös ein Direktmandat erworben haben, sind Ausnahmen, welche die Regel bestätigen. Nach allem, was man nach dem Zerfall der Macht der "Partei der Arbeiterklasse" im früheren Ostblock hören kann, war das Verfahren bei der innerparteilichen oder parlamentarischen "Demokratie" dort sehr ähnlich. Allerdings saßen in den allmächtigen Politbüros alte Profis, die auf ihrem Spezialgebiet oft jahrzehntelange Erfahrungen hatten. Wenn also ein kleines, naturgemäß inkompetentes Küchenkabinett eine Entscheidung getroffen hat, dann können diese Ober-Marionetten, die an den Fäden der Bänker-Spekulanten tanzen, ganz einfach erreichen, dass das Fußvolk der parlamentarischen Marionetten innerhalb von wenigen Tagen zwei- bis dreistellige Milliardenkredite und Bürgschaften auf Kosten aller Bürger abnickt. Beispielsweise waren an der Bankenrettung 2008 nicht mehr als 10 Personen auf Regierungsebene involviert. Sie alle waren ahnungslose und nach eigenem Bekunden hoffnungslos überforderte Laien. Wenn sich dann ein Parlamentspräsident über die Geschwindigkeit des Verfahrens oder die Auslassung der Show eines handhebenden Marionetten-Balletts beschwert, kann dies bei Insidern nur ein mitleidiges Hohnlachen hervorrufen. Alles was seine Beschwerden bei späteren Gelegenheiten erreichten war, dass das "Primat des Parlamentes" gewahrt wurde, indem jeder Abgeordnete einen Tag vor einer Abstimmung über weitere Milliarden ein Konvolut von mehreren hundert Seiten erhielt, welches er selbst dann nicht hätte durchlesen können, wenn er in der Lage gewesen wäre, auch nur ein wenig davon zu verstehen. Ein rechtschaffener, aber lächerlich naiver Mann, dieser Parlamentspräsident. Er war nicht einmal Mitglied im Club der Ober-Marionetten. Der Mann konnte vernünftig reden, hatte aber rein gar nichts zu bestimmen. Empfehlungen zur Gegenpropaganda, verfasst vom fiktiven „Spin Doctor“ Lothar Müller: Man sollte aus naheliegenden Gründen die Inhalte dieses Abschnittes der Rede von JM komplett ignorieren. Stattdessen muss man versuchen, die Diskussion komplett zu drehen. Das heißt, man schneidet ein Zitat aus seinem Zusammenhang heraus und präsentiert es mit einer neuen inhaltlichen Rahmung. Ich empfehle deshalb das Zitat "Nach allem, was man nach dem Zerfall der Macht der 'Partei der Arbeiterklasse' im früheren Ostblock hören kann, war das Verfahren bei der innerparteilichen oder parlamentarischen 'Demokratie' dort sehr ähnlich." als Dreh- und Angelpunkt zu verwenden. Damit kann in der Öffentlichkeit in überzeugender Weise der Eindruck erweckt werden, dass JM die demokratische Grundordnung der Bundesrepublik mit der SED-Diktatur gleichsetzte. Die entsprechende Empörung von Journalisten und Politikern sollte dann in Richtung der Frage kanalisiert werden, wie es überhaupt möglich sein konnte, dass ein Mann mit dieser Sicht auf unser Gemeinwesen auf den wichtigsten Ministerposten gelangen konnte. Schließlich muss der Eindruck entstehen, dass sein unrühmlicher Tod eher eine Befreiung als ein Verlust für die Gesellschaft ist. Ausschnitt aus einer Rede des fiktiven Finanzministers Prof. Mayerhof: Die Folgen des Ämterkarussells und der Drehtürkarrieren Das nach jeder Kabinettsumbildung übliche Ämterkarussell leistet einen wichtigen Beitrag dazu, auch die erfahrenen Politiker immer wieder in die Rolle von Amateuren zu versetzen: Sie müssten eigentlich nach dem Vorbild der beliebten Kinderspielzeuge "Transformer" werden. Wer eben noch Wirtschaftsminister war, wird jetzt Verteidigungsminister, wer sich gerade als Kanzleramtsminister eingearbeitet hatte, ist plötzlich Gesundheitsminister. Der Innenminister wird zum Agrarminister und die Arbeitsministerin soll die Verteidigungsstrategie des Landes entwerfen und umsetzen. So sind die Politiker gezwungen, im doppelten Sinne als Marionetten zu agieren, die vor der Fassade der Demokratie tanzen. Sie sind bereits relativ machtlos, weil durch Gesetze, Verträge und den Haushaltsplan fast alles bereits festgelegt ist. Der Gestaltungsspielraum ist dementsprechend klein. Aufgrund ihrer mangelnden Fachkenntnis sind sie in diesem dürftigen Handlungsraum hilflos den Ministerialen ausgeliefert, die seit Jahren oder Jahrzehnten auf ihren Beamtensesseln sitzen und deshalb enge Netzwerke untereinander pflegen. Sie hängen aber oft – meist ohne es zu wissen oder wissen zu wollen – an den Strippen der Finanzwirtschaft und Großindustrien. Zunehmend wird auch in Deutschland eine weitere Steuerungsmethode von Politikern akzeptabel: die Drehtür-Karriere. Politiker verabschieden sich plötzlich aus ihren Ämtern, weil sie angeblich ausgelaugt sind und sich mehr der Familie widmen wollen. Kurz danach tauchen sie in hochdotierten Positionen in den Industrien auf, für welche sie zuvor als Minister oder Staatssekretäre zuständig waren. Ein Schelm, wer behauptet, dass der Eintritt in die Drehtür erst Wochen nach dem Ausscheiden des amtsmüden Politikers besprochen worden wäre! Die Drehtür ist eine Form der Bestechung und Schaffung von Netzwerken, die gegenwärtig alle Bereiche der internationalen Finanzwirtschaft und Großindustrie sowie die wichtigen Regulierungs- und Kontrollbehörden (insbesondere in den USA) durchdrungen hat. Zwangsläufig handelt es sich beim Agieren in solchen Netzwerken nicht nur um Gefälligkeiten. Wenn allein die mächtigste Firma unter den großen Finanzspekulanten weltweit nahezu alle wichtigen Chefsessel der relevanten Ministerien, Aufsichtsbehörden und internationalen Organisationen mit ehemaligen Mitarbeitern besetzt hat, wird wohl kaum jemand annehmen wollen, dass es sich hierbei um Zufälligkeiten handelt. Natürlich fühlt man sich weiterhin als Mitglied des Klubs der „Shaker und Maker" und wird auch so behandelt. Es bedarf also nur sehr dezenter Hinweise, damit die Entscheidungen der "Aufsichtsbehörden" im erwünschten Sinne ausfallen. Sollten die offensichtlichen Interessenkonflikte gelegentlich den einen oder anderen der "Ehemaligen" zu einer missliebigen Entscheidung verführen, gibt es sicherlich auch noch andere Mittel, ihn wieder auf den rechten Pfad zurückzuführen: Nahezu jeder dürfte aufgrund seiner bisherigen Tätigkeit und mithilfe eines Geheimdossiers, welches die wichtigen Leute im Tresor haben, erpressbar sein. Diese Methode ist sehr wirksam, was sich auch daran zeigt, dass sie selten eingesetzt werden muss. Ein FBI-Chef hat sich auf diese Weise jahrzehntelang an der Macht gehalten. Empfehlungen zur Gegenpropaganda, verfasst vom fiktiven „Spin Doctor“ Lothar Müller: Zunächst muss in der Auseinandersetzung mit diesen Thesen behauptet werden, dass Mayerhof selbst ein Beispiel für eine Drehtürkarriere gewesen sei. Er war zunächst Professor in Harvard und Yale, ist dann in führender Position in der Weltbank gelandet und schließlich deutscher Finanzminister geworden. Also muss man die Frage stellen, wann er zum Beispiel als Minister nicht primär die deutschen Interessen, sondern die seiner Seilschaft in der Weltbank vertreten hat. Zudem ist es jedoch wichtig, ununterbrochen die offizielle politische Sprachregelung zu wiederholen, dass durch den Wechsel von ehemaligen Managern großer Finanzkonzerne in die Ministerien oder Zentralbanken gerade jene Insiderkenntnisse nutzbar gemacht werden können, die normalen Politikern fehlen. Nur so könne man den Tricks der internationalen Finanzpokerspieler auf die Schliche kommen und ihre Macht eingrenzen. Zur Begründung der Ministerrotationen eignet sich die Behauptung, dass dadurch ein frischer Blick auf alte Probleme ermöglicht wird, also der Betriebsblindheit von Langzeitministern vorgebeugt wird. Hierzu darf man aber keinesfalls die oberen Ränge der Ministerialen befragen. Wenn von diesen Leuten die Frage „Ist der Termin wichtig?“ verneint wird, kommt die Antwort der unteren Chargen „OK, dann können wir den Minister hinschicken.“ Diese Praxis und die lückenlose Steuerung der Minister durch Terminhetze, fertige Redemanuskripte und Sprechzettel müssen ebenfalls unerwähnt bleiben. Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Die Qualen vor Wahlen (5): Sa(a)lamander-Karrieren und die Zuchtwahl der Unterdurchschnittlichkeit
Der Hintergrund dieses Textes: Es handelt sich um gekürzte Zitate aus dem Buch „Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen“ von Marc DeSargeau, erschienen im August 2021 im FAGULON-Verlag. Das ist kein Sachbuch, sondern eine literarische „Faction“, also eine Verbindung von Realitätsbeschreibung und literarischer Erfindung. Zur Anregung der eigenen Meinungsbildung werden die Ansichten der zwei Protagonisten des Buches gegenübergestellt. Der fiktive Bundesfinanzminister Prof. Dr. Jan Mayerhof war charismatischer Hoffnungsträger, der erst zwei Jahre vor seinem mysteriösen Tod von der Weltbank in die deutsche Politik wechselte. Kurz zuvor hielt er die hier zitierten Geheimreden. Um der Diskussion der im Internet verbreiteten Transkripte dieser Reden etwas entgegen zu setzen, wurde der fiktive „Spin Doctor“ Lothar Müller beauftragt, die jeweils passende, politisch korrekte Gegenpropaganda zu entwerfen. Beide Texte werden hier gegenübergestellt, so dass man sich leicht entscheiden kann, welcher Meinung man sich anschließen möchte. Ausschnitt aus einer Rede des fiktiven Finanzministers Prof. Mayerhof: „Sa(a)lamander“-Karrieren sind die Regel Die Frage, die ich Ihnen jetzt stelle, hört sich provokant an. Sie ist aber angesichts der heute Vormittag in meinem Vortrag dargestellten Sachverhalte eigentlich ganz logisch. Wenn ohnehin keine nennenswerte Handlungsfreiheit für die Durchsetzung politischer Gestaltungsideen besteht, weil die Sachzwänge und die Strippenzieher hinter den Kulissen die Wirkungsmöglichkeiten von Exekutive und Legislative massiv einschränken, ist dann vielleicht der Tanz der Marionetten vor der Fassade einer angeblich repräsentativen, parlamentarischen Demokratie die ehrlichste Lösung? Meine Antwort ist ein herzhaftes: "Ja!! − was denn sonst??" Sollten Sie anderer Meinung sein, hören Sie mir einfach noch eine Weile zu. Vielleicht kann ich Sie überzeugen, die Dinge mit meinen Augen zu sehen. Die meisten Parlamentarier haben eine typische Politikerkarriere hinter sich, die den Kontakt mit der Lebenswirklichkeit weitgehend ausschließt und die tanzenden Polit-Marionetten wirtschaftlich und geistig völlig abhängig vom Verbleiben in diesem Milieu macht. Man sollte diese Laufbahn von Bundestagsabgeordneten und Ministern als "Sa(a)lamander"-Karrieren bezeichnen. Hier wird das Reptil bewusst mit einem doppelten Ageschrieben, weil das Habitat des "Sa(a)lamanders" der Saal ist. Offenbar handelt es sich um ein wechselwarmes Reptil, welches nicht nur stets die Temperatur seiner Umgebung annimmt, sondern oft auch in der Lage ist, die Farbe seiner Haut nach Belieben zu ändern. Die Karriere des "Sa(a)lamanders" beginnt natürlich im Kreißsaal. Dann wechselt diese Spezies schon während der mehr oder weniger erfolgreichen gymnasialen Schulbildung in den Saal der örtlichen Vereinskneipe, wo – im Kreise von anderen hoffnungsvollen Jungpolitikern – ihre Ochsentour durch die Hierarchie beginnt. Vorher müssen jedoch noch diverse Hörsäle durchsessen werden, wobei man in der Regel der Juristerei oder den "Palaverwissenschaften" (Politologie, Soziologie, Kulturwissenschaft etc.) zuneigt. Hat sich der "Saalamander" dann nach vielem Hinterzimmer-Gekungel schließlich mithilfe einer Seilschaft – die gelegentlich eine spätere "Entlohnung" fordert – einen guten Listenplatz ermauschelt, steht dem Einzug in den ersten Plenarsaal nichts mehr im Wege. Oft muss man sich jedoch leider in der Rangordnung der Plenarsäle nach oben hangeln. Im schlimmsten Falle vergehen Jahrzehnte, bis es einer von der Stadtverordnetenversammlung über den Landtag bis in den Bundestag geschafft hat. Wie motiviert ist ein solcher "Sa(a)lamander", durch unbotmäßiges Verhalten – d. h. eine gelegentlich abweichende Meinung – den Unmut der Obermarionetten zu provozieren und vielleicht sogar einen der wirklichen Strippenzieher bei seinem "segensreichen Wirken" zu stören? Solche Leute machen den größten Teil der Abgeordneten des Bundestages aus. Sie haben nie einen anderen Beruf als den der Politmarionette kennengelernt. Sie kennen das wirkliche Leben und die drei Felsen, welche das Gebäude der Gesellschaft tragen, bestenfalls aus dem Fernsehen und der Zeitung. Aufgrund ihrer angepassten Durchschnittlichkeit haben sie sich im Bierdunst von Hinterzimmern für einen Listenplatz qualifiziert. Jeder der bereits etablierten Marionetten braucht Mitglieder in seiner Seilschaft. Sie müssen jedoch zwei Voraussetzungen mitbringen: Loyalität gegenüber dem Leittier ist die erste Pflicht. Zudem sollten sie diesem erkennbar unterlegen sein, weil so vermieden wird, dass sie heimlich an dessen Stuhlbeinen herumsägen. So wird über mehrere "Generationen" von Parlamentariern mit der Automatik der Darwinschen Zuchtwahl die Qualität der Abgeordneten immer schlechter, bis sie im Vergleich zum Rest der Gesellschaft sowohl intellektuell als auch charakterlich als unterdurchschnittlich zu bezeichnen ist. Das kommt den Strippenziehern aus der Finanzwirtschaft und in den Weltkonzernen natürlich außerordentlich gelegen: Je durchschnittlicher und hilfloser die Politiker sind, desto besser kann man sie beeinflussen. Ich habe viele private und vertrauliche Gespräche mit den Kapitänen der großen internationalen Konzerne geführt. Wenngleich sie sich oft mit beißendem Spott, oft sogar mit offener Verachtung, über das politische Personal in Europa und den USA äußern, sind sie zugleich hochzufrieden mit diesen Leuten. Warum? Ganz einfach: sie sind so leicht zu steuern und zu betrügen! Ein besonderer Glücksfall ist unter diesem Gesichtspunkt eine Regierungschefin, die nicht nur wenig vom globalen Wirtschafts- und Finanzsystem versteht. Sie hat zudem auch kein politisches Ziel, keine Vision und keine Strategie, die über das "auf Sicht fahren" und „mit dem Strom schwimmen“ hinausginge. Ihre stammelnden Allgemeinplätze sind zwar für Deutschland peinlich, für die Strippenzieher aber der reinste Engelsgesang. Genau so wünscht man sich eine Marionette: Sie taumelt im Wind, wenn mal ein paar Strippen locker gelassen werden und erkennt dadurch ihre Hilflosigkeit umso deutlicher. Zudem muss sie zwangsläufig in ihrer Umgebung Leute aufsteigen lassen, die noch viel durchschnittlicher und ahnungsloser sind als sie selber. Sonst wäre ihre Position schnell gefährdet. Wer die Dame besonders leicht manipulieren will, sagt öffentlich, sie sei raffiniert und durchsetzungsstark. Dann ist sie demjenigen gegenüber, der ihre wunde Seele balsamiert hat, besonders zutraulich und arglos. Empfehlungen zur Gegenpropaganda, verfasst vom fiktiven „Spin Doctor“ Lothar Müller: Es ist aus offensichtlichen Gründen vom Versuch einer Widerlegung dieser Einschätzungen abzuraten. Stattdessen sollte der Spieß umgedreht werden: Es müssen unter früheren Mitarbeitern oder Kollegen von Mayerhof Menschen gefunden werden, die möglichst prägnante Geschichten über die Nutzung von Seilschaften durch Mayerhof bei seiner Karriere in US-Universitäten und bei der Weltbank erzählen können. Notfalls kann man auch Leaks anonymer Quellen verwenden, deren Wahrheitsgehalt ohnehin nicht geprüft werden kann. Es muss in jedem Fall der Eindruck entstehen, das JM ebenfalls eine "Sa(a)lamander-Karriere" gemacht hat, nur eben auf einem anderen Gebiet. Zudem muss man empörte Stellungnahmen von Abgeordneten einholen, die feststellen, dass JM wie ein Blinder von der Farbe redete, weil er selbst ja nie in ein Parlament gewählt wurde und auch keiner Partei angehörte. Auf diesem Hintergrund sollte man diejenigen Tugenden herausstellen, die man nur während der sogenannten „Ochsentour“ auf dem Weg ins Parlament lernen kann und die für eine funktionierende Demokratie enorm wichtig sind. Dazu gehören Kompromissfähigkeit, Kollektivgeist, innerparteiliche Solidarität, uneigennütziges Agieren als Parteisoldat, Loyalität zu den Führungspersönlichkeiten, Zurückhaltung der eigenen Meinung im Interesse übergeordneter Ziele von Partei und Regierung, Vermeidung der Irritation der Öffentlichkeit durch Benennung von Alternativen etc. pp. Allerdings muss man hier aufpassen, dass niemand auf die Ähnlichkeiten dieser Prinzipien mit denen hinweist, die auch in den Parlamenten oder Parteigremien der DDR und anderer sozialistischer Länder selbstverständlich waren. Sollte dies doch der Fall sein, ist es essentiell, immer wieder auf die grundsätzlichen Unterschiede zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung in der Bundesrepublik hinzuweisen, die keinerlei Ähnlichkeiten mit sozialistischen Diktaturen hat. Insofern kann man den Zynismus von Mayerhof, mit dem er die „Sa(a)lamander-Karrieren“ beschreibt, als Arroganz eines ahnungslosen Einzelgängers durch Verengung des Betrachtungsrahmens darstellen. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, nach politischen Entscheidungen von JM zu suchen, bei denen er das Parlament umgangen, vielleicht sogar hintergangen hat. So könnte man beweisen, dass er nicht nur die anderen Politiker verachtet hat, sondern auch das parlamentarische System als solches. Damit würden seine Kommentare von der Ebene einer subjektiven Einschätzung auf die viel gefährlichere einer Untergrabung der repräsentativen Demokratie gehoben. Auf diesem Hintergrund verblasst dann seine Kritik an den Politikern. Ausschnitt aus einer Rede des fiktiven Finanzministers Prof. Mayerhof: Polit-Marionetten haben weder Zeit noch Gelegenheit zu lernen Nun werden sich einige von Ihnen vermutlich im Stillen fragen, ob bei dieser Behauptung nicht vielleicht zynische Nichtachtung im Spiel ist. Politiker machen doch auch Erfahrungen. Scheinbar lernen sie jeden Tag. Sie jetten durch die Welt, treffen einflussreiche Leute und könnten so innerhalb kurzer Zeit ihren Horizont erweitern und bereichern. So müssten sie schließlich jedem anderen überlegen sein, der diese Möglichkeiten nicht hat. Klingt eigentlich plausibel, aber genau das Gegenteil ist richtig. Ein führender Politiker lernt nichts, rein gar nichts und selbst wenn Jahre vergehen: Sein Wissen nimmt eher ab als zu! Warum ist das so? Das kann nur jemand wie ich nachvollziehen, der selbst lange genug in der Position eines führenden Politikers eingenommen hat, auf diesen Posten allerdings erst spät und auf dem Umweg über die Wissenschaft und das wirkliche Leben gekommen ist. Wenn man mehr als zwanzig Jahre auf den verschiedenen Stufen akademischer Forschung in den weltweit besten Institutionen und im kollegialen Umfeld der klügsten Köpfe auf dem Gebiet der Volkswirtschaft und internationalen Politik zugebracht hat, lässt einen die extrem unproduktive, lern- und kommunikationsfeindliche Tätigkeit eines Spitzenpolitikers erschaudern. Warum kann ein Spitzenpolitiker aber nichts lernen, warum kann er keine wirklich relevanten Erfahrungen machen? Weil er den ganzen Tag in Konferenzen, Tagungen und Sitzungen verbringt und diesen Veranstaltungen durch seine physische Präsenz Bedeutung verleihen muss. Dabei hört er eine endlose Zahl von substanzlos repräsentativen Reden, erträgt gnadenlose Wiederholungen und liest seinerseits Texte vor, die von Referenten formuliert wurden. Ist ein solches Manuskript nicht zur Hand, kommen halt wieder die üblichen Sprechblasen und nichtssagenden Versatzstücke zur Anwendung, die in hunderten Reden hemmungslos wiederholt werden. Die Gründe hierfür müssen nicht genauer ausgeführt werden. Wenn man nun noch die Zeit berücksichtigt, die für sinnlose Reisen zu den zahllosen Gipfeltreffen und bilateralen Meetings verbraucht werden, dann kommen tatsächlich jeden Tag 12-14 Stunden "Arbeit" zusammen, obwohl es sich eigentlich nur um das disziplinierte Wärmen von Stühlen und die Aufrechterhaltung von einigermaßen seriösen Gesichtszügen handelt. Wie simpel muss ein Mensch gestrickt sein, der dies über längere Zeit aushält? Warum müssen immer die Minister oder Regierungschefs am Verhandlungstisch sitzen, obwohl die meisten von ihnen doch über keinerlei Fähigkeiten bei der strategischen Planung und taktischen Durchführung von Verhandlungen verfügen und meistens auf beiden Augen der Verhandlungspsychologie blind sind? Empfehlungen zur Gegenpropaganda, verfasst vom fiktiven „Spin Doctor“ Lothar Müller: Zunächst muss im Sinne von MM G-1 eine Argumentationslinie aufgebaut werden, welche die Notwendigkeit von allgemeingültigen und somit unangreifbaren Formulierungen in politischen Reden nachweist. Dann sollte der Fleiß der Abgeordneten und Minister mit ihren 14-16 Stunden-Arbeitstagen mit Beispielen für die Faulheit von Mayerhof kontrastiert werden. Durch Leaks ehemaliger Mitarbeiter ist sicherlich sein Terminkalender der letzten 1-2 Jahre einfach zu beschaffen. Angeblich hat er viel Zeit mit Lesen, Recherchieren und dem Verfassen bzw. Evaluieren von Budgets, Gesetzesentwürfen u. ä. verbracht. Es sollte sich also leicht nachweisen lassen, dass er sehr viel weniger offizielle Termine wahrgenommen hat als seine Ministerkollegen. Durch anonyme Insider-Statements kann man dann den Eindruck verfestigen, dass die anderen Aktivitäten nur vorgeschobene Begründungen waren, um möglichst viel freie Zeit mit seiner jungen Freundin verbringen zu können. Wie bekannt, propagiert diese Kunststudentin die These vom Mord an JM, der nur schlecht als Selbstmord getarnt wurde. Um die offizielle Version dieses Vorfalls zu stärken, muss das Verhältnis der beiden in negativem Licht dargestellt werden. Dazu gehört auch, im Internet die Behauptung zu lancieren, dass eine erotische Suchtbeziehung mit dieser Dame der Grund dafür war, warum Mayerhof bei so vielen offiziellen Terminen fehlte. Wie durch viele Beispiele hinreichend belegt ist, sind Anschuldigungen sexueller Belästigung oder perverser sexueller Praktiken eine der effektivsten Killermethoden. Zwar ist Mayerhof schon tot, aber man muss auch seine aggressive Freundin möglichst bald kaltstellen. Dazu ist es anzuraten, alle Indizien aus dem Freundes- und Bekanntenkreis der Dame zu sammeln, die sich für ihre Charakterisierung als klammernde Nymphomanin eignen, die Mayerhof in eine Abhängigkeit gebracht hat, der er kaum noch entfliehen konnte. So könnte man leicht erklären, warum er sich bei so vielen Veranstaltungen vertreten ließ. Es lag wohl nicht daran, dass sie für unproduktiv und langweilig hielt – er hatte „Besseres“ zu tun. Auch so können seine arroganten Bemerkungen über die Politiker, die angeblich nichts lernen und nur in Meetings rumsitzen, entkräftet werden. Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Die Qualen vor Wahlen (4): Schublade auf – Brandmahl auf die Stirn – Schublade zu!
Der Hintergrund dieses Textes: Es handelt sich um gekürzte Zitate aus dem Buch „Die Kunst der passive Lüge“ von Marc DeSargeau, erschienen im August 2021 im FAGULON-Verlag. Das ist kein Sachbuch, sondern eine literarische „Faction“. Dieser „Ratgeber“ ist eine Verbindung von ironischer Realitätsbeschreibung und literarischer Erfindung. Was sind passive Lügen? Sie sind viel gefährlicher als die echten Lügen: Sie verwenden nämlich Ausschnitte der Wahrheit und verarbeiten sie in einer Weise, die beim Empfänger solcher „Informationen“ ein Bild entstehen lassen, welches mit der Realität nicht viel zu tun hat. Mit solchen Methoden wird auch die Diskreditierung von abweichenden Meinungen sowie von missliebigen Personen und Medien vorgenommen. Dabei lautet das Motto: „Schublade auf – Brandmahl auf die Stirn – Schublade zu!“ Eine Übersicht über 69 Methoden passiver Lügen ist auf www.passive-luege.com zu finden. Tabuisierung von Gedanken Denkfreiheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr Wenn Sie politische Aktionen oder gesellschaftliche Bewegungen hemmen oder unterstützen wollen, dann eignen sich besonders die Methoden der Rahmung. Sie bieten hierzu vielfältige Möglichkeiten, die genau auf die konkrete Situation angepasst und optimiert werden können. Allerdings handelt es sich hier schon um Vorgänge, bei denen die dahinter stehenden Gedanken oder Empfindungen bereits in konkretes Handeln umgesetzt wurden. Besonders, wenn man bestimmte Aktivitäten hemmen will, ist es oft schon zu spät: Viele Menschen haben sich organisiert, ihre eigene Filterblase aufgebaut, Energie und Herzblut in die Sache investiert und eine gewisse Solidarität untereinander entwickelt. Oft entsteht sogar eine Art Bunkermentalität. Es ist deshalb wichtig, die Gedanken und Konzepte, die das Fundament unerwünschter Aktivitäten darstellen, zu tabuisieren. Sie sind also gut beraten, mit Hilfe von Journalisten und Internetplattformen in der veröffentlichten Meinung ein Klima zu erzeugen, in dem all jene, die unerwünschte Gedanken zum Ausdruck bringen, so stark und persönlich angegriffen werden, dass sie sich wie Aussätzige fühlen müssen. Dazu müssen Sie nur eine passive Lüge aus den Methodenpakten A bis D auswählen. Das funktioniert eigentlich immer. Selbst wenn diese Personen auch nach Löschung ihrer Kanäle in sozialen Medien oder durch die Ablehnung ihrer Artikel in den konventionellen Medien nicht ganz zum Schweigen zu bringen sind, ist doch die Signalwirkung auf andere der eigentliche Zweck solcher Aktionen. Viele Menschen werden beobachten, wie ein Abweichler behandelt wird und verstehen die Botschaft: Diese Gedanken sind tabu. Wer sie äußert, muss mit den gleichen Attacken rechnen. Freunde und Kollegen distanzieren sich – auch als Selbstschutz. Die berufliche Existenz kann zerstört werden. Also werden die meisten Beobachter sich langsam an das Tabu, welches solche Gedanken umrankt, gewöhnen und schweigen. Als Beispiele können unerwünschte Meinungen zur Flüchtlingspolitik oder zum Einfluss des Menschen auf das Klima dienen. Gleiches gilt natürlich auch, wenn es darum geht, Meinungen zu unterdrücken, die sich gegen eine erwünschte politische oder gesellschaftliche Entwicklung richten. Es muss z.B. zu einem Tabu werden, Kritik an der gendergerechten Sprache in den Medien, in Stellungsausschreibungen und offiziellen Dokumenten zu üben. Besonders die Methoden der Rahmung eignen sich, um dies zu erreichen. Gleiches gilt natürlich auch für Kritik an der Berichterstattung über Lesben, Schwule, Transen etc. oder der #meetoo- und Black-Lives-Matter- Bewegung. Wenn die Äußerung solcher Gedanken mit der ständigen Angst vor öffentlichen Angriffen verbunden wird, entsteht mit der Zeit ein Tabu, welches von dem meisten Menschen schon bald als selbstverständlich, weil „politisch korrekt“ akzeptiert wird. Man darf den Faktor der allmählichen Gewöhnung nicht unterschätzen! Die Erfahrung hat gezeigt: Eine Tabuisierung, die anfänglich noch auf wütenden Widerstand stößt, wird im Laufe der Zeit Teil der Normalität. Tabuisierung von Worten und Redewendungen Gutsprech für alle, sonst gibt’s Krawalle! Gedanken drücken sich in Worten aus und verdichten sich symbolhaft in Begriffen. Es ist deshalb nötig, auch bestimmte Begriffe mit einem Tabu zu umranken. Allein deren Verwendung entlarvt dann denjenigen, der sie benutzt, bereits als jemand, der Meinungen vertritt, die möglichst unterdrückt werden sollten. Als aktuelle Beispiele kann man hier einige Begriffe anführen, die Sie mit einem rassistischen oder rechtsextremen Gedankengut verbinden können, um sie dadurch zu einem Tabu zu machen. Dazu gehören natürlich besonders die bereits länger tabuisierten Worte „Neger“, Zigeuner oder „völkisch“. Aber auch Rasse und Nationalstolz lassen sich leicht umdeuten. Inzwischen hat sich die Tabuisierung sogar auf die Entfernung von Namen von Speisen, Backwaren, Straßen und Faschingsverkleidungen ausgedehnt. Sogar einige Märchenbücher und Zeichentrickfilme werden in diesem Sinne bereinigt. Aus dem gleichen Grund sollen wir Jahresendfiguren aus Schokolade essen und uns auf Jahresendfeiern oder Jahresend-Märkten betrinken. Wir können aber davon ausgehen, dass sich der anfängliche Widerstand legen wird und diese Tabus bald Teil der Normalität sein dürften. Allerdings lassen sich die tabuisierten Begriffe mit Hilfe von passiven Lügen auch wunderbar nutzen. Sie fragen sich wie? Ganz einfach: Wenn Sie z.B. von einem politischen oder persönlichen Feind behaupten, er habe das sogenannte „N-Wort“, also Nigger benutzt, können Sie in den USA seine berufliche Existenz vernichten. Kürzlich reichte sogar die Erinnerung eines Studenten an einen Abenteuer-Urlaub mit einem langjährigen Redakteur der New York Times in Südamerika. Dort soll er vor zwei Jahren das N-Wort in scherzhafter Unterhaltung benutzt haben. Nun ist er fristlos entlassen worden. Eine Schulleiterin postete auf Twitter „all lives matter“ statt des ideologisch geforderten Slogans „black lives matter“. Am nächsten Tag war sie arbeitslos. Genauso können Sie es in Deutschland auch machen. Es reicht also, wenn Sie jemand unterstellen, er habe irgendwann „muslimische (oder afrikanische) Scheinflüchtlinge“ gesagt und schon ist er in einem ideologisch korrekten Umfeld rettungslos verloren. Die Beweislage interessiert nicht mehr. Aber auch Redewendungen müssen oft tabuisiert werden. Am besten gelingt dies, indem sie automatisch mit einer rechtsextremen Gesinnung verbunden werden, selbst wenn man sie nicht in diesem Sinne gebraucht. Das ist notwendig, weil bestimmte Redewendungen eine Art von Fluchtkorridor eröffnen, durch den sich Menschen einer Debatte über ideologisch korrektes Handeln entziehen können. Als Beispiele können Formulierungen wie: „Ich habe ja generell nichts gegen Ausländer“ oder „Das wird man wohl noch sagen dürfen“ dienen. Wenn man solche Floskeln als Indiz für Fremdenfeindlichkeit und rechtsextreme Gesinnung tabuisiert, dann ist dieser Fluchtweg versperrt. Sie haben damit nicht gelogen, sondern können sich mit einer einfachen passiven Lüge schützen. Sie behaupten einfach, lediglich die wahre Meinung als Licht zu bringen, die sich hinter dem sachlich unanfechtbaren Satz verbirgt. Natürlich wird sich der so Angegriffene wütend verteidigen. Das erzeugt jedoch bei den meisten Menschen nur den Eindruck, dass er etwas verbergen möchte. Er bestätigt also scheinbar Ihre Unterstellung. In der gleichen Weise können Sie die Verwendung des Wortes „normal“ mit Hilfe einer passiven Lüge zu einer Waffe umschmieden, die sich gegen jeden richtet, der dieses Wort in bestimmten Zusammenhängen verwendet. Wenn er z.B. sich für die Wiederherstellung „normaler Verhältnisse“ in einer Stadt oder dem ganzen Land ausgesprochen hat, dann bietet es sich an, die dahinter stehende Gesinnung zu entlarven. Sie können leicht argumentieren, dass „normal“ in dem Sinne gebraucht wurde, dass die alten Verhältnisse wieder hergestellt werden sollten. Es reicht zu behaupten, hinter dem Wort „normal“ würde sich eine ganz andere Bedeutung verbergen, nämlich die Dominanz der alten weißen Männer und damit die Fortsetzung der Ausgrenzung und Unterdrückung von Minderheiten (Migranten, LGBT, andere Ethnien, andere Kulturen etc.). Die Forderung nach „Normalität“ in der Sprache ist oft gegen die Verwendung der gendergerechten Formulierungen gerichtet. Man will nicht immer Arbeiter*Innen etc. sagen oder Schüler und Schülerinnen. Praktisch alle Menschen verbinden mit der traditionellen Zuweisung virtueller Geschlechter (Bürgermeister, Polizist etc.) keine Beschränkung auf das männliche Geschlecht. Sie wollen deshalb auch nicht auf holprige Formulierungen wie das Partizip 1 (z.B. Lernende) oder das Partizip 2 (z.B. Geflüchtete) ausweichen müssen. Sie können deshalb leicht mit Hilfe der Methode der Tabuisierung der alten Worte der „Beweis“ erbringen, dass es sich bei denjenigen, die diese verwenden, um rechtslastige Ewiggestrige handelt. Je mehr sich der Beschuldigte dagegen wehrt, desto weiter wird er sich in den Fallstricken der Argumentation verfangen, wenn Sie diese nur geschickt genug auslegen. Natürlich muss man sich bei der Tabuisierung von Worten auch der Häme derjenigen stellen, die zu den alten Gewohnheiten zurückkehren wollen. Zum Beispiel wird der Ersatz der Begriffe „Nutte“ oder „Prostituierte“ durch „Sexarbeiter*Innen“ natürlich verspottet. So entsteht dann die Forderung, den letztgenannten Begriff durch den Terminus „Vaginalfachverkäuferin“ oder „Analfachverkäufer“ zu ersetzen. Sie müssen auch damit rechnen, dass der ideologisch korrekte Begriff „emanzipierte Singlefrau“ durch die ironisierende Formulierung „Alleinlebende mit Frustrationshintergrund“ ersetzt wird. In solchen Fällen sollten Sie nicht reagieren. Totschweigen ist eine sehr effektive Strategie! Tabuisierung von Personen Wer sich mit Kassandra ins Bett legt, sollte sich über Mundgeruch am Morgen nicht wundern Wie bereits in Elementen der Methodenpakete A und B beschrieben wurde, können Sie jeden beliebigen Menschen in der Wahrnehmung von anderen zu einem Rassisten, Rechtsextremen oder sogar Neo-Nazi machen. Wenn dies lange genug von verschiedenen Seiten in der Öffentlichkeit getan wird, setzt das Phänomen der Entstehung von „Wahrheit“ durch die Wiederholung ein. Solche Personen sind dann meist dauerhaft „eingefärbt“, so dass jede ihrer Handlungen oder Äußerungen durch die Brille der Vorurteile betrachtet wird, die diese Farbe mit sich bringt. In den meisten Fällen ist dies heutzutage die Farbe braun, weil sich der ideologisch korrekte Wahrnehmungsfilter bei Linksextremen sehr eingetrübt hat. Das Resultat einer solchen Einfärbung ist die Tabuisierung dieser Personen. Wer sie zu Diskussionen einlädt oder ihre Werke und Äußerungen objektiv und neutral diskutiert, ist schnell mit dem Makel der Kontaktschuld behaftet. Diese böse Farbe der tabuisierten Personen hat gewissermaßen durch die Nähe zu ihnen abgefärbt. Es ist ungefähr so, als hätte man sich auf eine frisch gestrichene Bank gesetzt. Das Tabu hat also die gleichen Folgen, die in archaischen Gesellschaften üblich waren. Wenn man vermutete, jemand wäre von bösen Geistern besessen, war der Umgang mit dieser Person tabuisiert. Die bösen Geister könnten ja auf einen selbst überspringen. In der Sprache der modernen Propaganda-Strategen heißt dieses Verfahren auch „flash over“. Genauso ist es heute, wenn man z.B. die „Infektion“ mit rechtem Gedankengut durch eine tabuisierte Person vermeiden will. Also werden diese Menschen aus vielen Bereichen der Gesellschaft ausgeschlossen. Sie verlieren ihre Jobs und Parteimitgliedschaften, Freunde und Bekannte distanzieren sich – sogar in der eigenen Familie gehen einige auf Abstand. In den Medien werden sie oft totgeschwiegen, wenn sie als Hassobjekt ausgedient haben. Es bleibt also nur die Hinwendung zu Kreisen mit ähnlichen Auffassungen. Genau das können Sie aber als einen weiteren Beweis für die Richtigkeit der Tabuisierung nutzen, wenn Sie z.B. immer wieder solche Formulierungen verwenden: „xyz verkehrt ausschließlich in rechten Kreisen“. Zitat aus: Die Kunst der passiven Lüge, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Die Qualen vor Wahlen (3): Passive Lügen bei Wahlkampfreden und Talkshows
Der Hintergrund dieses Textes: Es handelt sich um gekürzte Zitate aus dem Buch „Die Kunst der passive Lüge“ von Marc DeSargeau, erschienen im August 2021 im FAGULON-Verlag. Das ist kein Sachbuch, sondern eine literarische „Faction“. Dieser „Ratgeber“ ist eine Verbindung von ironischer Realitätsbeschreibung und literarischer Erfindung. Was sind passive Lügen? Sie sind viel gefährlicher als die echten Lügen: Sie verwenden nämlich Ausschnitte der Wahrheit und verarbeiten sie in einer Weise, die beim Empfänger solcher „Informationen“ ein Bild entstehen lassen, welches mit der Realität nicht viel zu tun hat. Mit solchen Methoden wird auch die Diskreditierung von abweichenden Meinungen sowie von missliebigen Personen und Medien vorgenommen. Dabei lautet das Motto: „Schublade auf – Brandmahl auf die Stirn – Schublade zu!“ Eine Übersicht über 69 Methoden passiver Lügen ist auf www.passive-luege.com zu finden. Passive Lügen müssen der Hauptbestandteil von Reden im Parlament und bei Wahlkämpfen sein Wie man sich bettet, so lügt man Aufgrund des meist verwendeten Fraktionszwanges bei Abstimmungen in deutschen Parlamenten und angesichts der Vielzahl wirksamer "Folterwerkzeuge", die für die Disziplinierung eventuell abtrünniger Abgeordneter zur Verfügung stehen, kann von einer freien Gewissensentscheidung bei Abgeordneten schon lange keine Rede mehr sein. Insofern können Parlamentsreden (die meist vor leeren Rängen stattfinden), keine Präsentationen alternativer Konzepte sein, welche das Ziel haben, andere Abgeordnete von den eigenen Argumenten zu überzeugen. Dementsprechend müssen die Reden der Vertreter der Regierungsfraktionen die bereits lange vor einer Abstimmung getroffenen Entscheidungen loben. Dabei ist es wichtig, sich als Bannerträger des Guten und Notwendigen zu positionieren. Dafür eignet sich die ständige Wiederholung der "westlichen Werte", welche den eigenen Entscheidungen zugrunde liegen und die durch das neue Gesetzesvorhaben erneut gestärkt werden. Es muss also immer die Rede sein von Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit, sozialem Ausgleich, dem Miteinander, der Chancengleichheit, der Integration und den wirtschaftlichen Erfolgen (die allerdings meist nicht der Regierung zu verdanken sind). Diese und ähnliche Werte sind sakrosankt, weil keiner genau weiß (und wissen will), was sie in der Anwendung auf eine konkrete Situation bedeuten sollen. Deshalb ist es unmöglich, ihnen direkt zu widersprechen. Sie werden also bei der Analyse fast aller Redner im Parlament zu dem Schluss kommen, dass viele der in diesem Buch beschriebenen PaLü-Methoden regelmäßig zur Anwendung kommen. Aus den beschriebenen Gründen kann das auch nicht anders sein. Aus parteipolitischer Sicht könnte man sogar formulieren: Es darf auch nicht anders sein! Für Wahlkampfreden gelten ähnliche Regeln, allerdings ist hier zu beachten, dass kaum ein Bürger die Wahlprogramme der Parteien gelesen hat und zudem aus Erfahrung weiß, dass wichtige Teile davon ohnehin nach der Wahl entweder vergessen oder in ihr Gegenteil verkehrt werden. Man erwartet also nichts anderes als ein Potpourri passiver Lügen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie bei solchen Gelegenheiten ständig wiederholen, dass nur mit der eigenen Partei die sakrosankten Werte (siehe oben) erhalten und ausgebaut werden können. Sollte jemand fragen, wie denn das konkret geschehen soll, ist es leicht, ihn ins Leere laufen zu lassen: Sie verweisen einfach auf die Details des 150seitigen Parteiprogramms. Für dessen Erläuterung reicht die Zeit natürlich nicht. Das wird jeder verstehen! Empörung als Ausdrucksform einer passiven Lüge Wer sich opportun empört, der hat Recht und wird gehört! Das scheint das Motto der politischen oder moralischen Empörung über vermeintliche oder wirkliche Missstände zu sein. Seit Kindertagen ist uns ein unterbewusster Reflex antrainiert worden: Wenn sich Eltern oder Lehrer empören, fallen sie durch die Wut aus ihrer üblichen Rolle. Es muss also etwas Außergewöhnliches vorgefallen sein. In der Regel war man als Kind der Auslöser, und zwar durch irgendeine Missetat. Die meisten Menschen fühlen sich deshalb – nahezu instinktiv - immer schuldig, wenn sie der Empörung eines anderen ausgesetzt sind. Wenn Sie also gehört werden und sich über andere erheben wollen, ist die Empörung eine der wirksamsten Methoden. Jedoch ist Vorsicht geboten! Die Menschen haben in der Regel ein ziemlich feines Gespür für die Unterscheidung zwischen gespielter und echter Empörung. Besonders viele peinliche Momente gespielter Empörung kann man bei spontanen Zwischenrufen im Parlament beobachten. Für die Zuhörer – die meist gar nicht verstehen können, was gesagt wird – entsteht der Eindruck von Leuten, die einen Redner randalierend stören, indem sie mit Kochlöffeln auf Töpfe einschlagen. Der Redner wird zum Opfer und zieht so die Sympathie der Zuhörer auf sich. Besonders bei Berufspolitikern ist die gespielte Empörung die Regel. Sie sind jedoch meistens schlechte Schauspieler. Auf Wahlkampfveranstaltungen wird dies besonders deutlich. Es reicht nicht, laut zu schreien, um Erregung und Engagement vorzutäuschen. Üblicherweise richtet sich die gespielte Empörung auf die angeblich verwerflichen Maßnahmen und Konzepte des politischen Gegners, um sich selbst dann als die erlösende Alternative zu präsentieren. Wenn Sie eine solche Rede halten wollen, lassen Sie die Empörung unbedingt langsam ausklingen! Hören Sie auf, zu schreien und zu klagen! Leiten Sie über zu einer stillen und nachdenklichen Präsentation Ihrer eigenen Person und politischen Position. Meistens wird jedoch der Fehler gemacht, diese mit genau der gleichen Lautstärke und dem gleichen Gestus des engagierten Gebrülls zu präsentieren. Das ist aber ein großer Fehler, denn jetzt entlarven Sie sich selbst! Viele Zuhörer haben oft schon nach den ersten Worten einer empörten Rede den Eindruck, dass sich hier nur ein schlechter Schauspieler aufregt, der das Standardprogramm einer eingeübten Wahlkampfrede abspult, die er schon dutzende Male gehalten hat. Man ist dem Redner gegenüber also reserviert. Wenn Sie nun Ihre eigene Position im gleichen Gestus herausbrüllen, der die gespielte Empörung auszeichnete, dann können Sie ziemlich sicher sein, dass bei den meisten Zuhörern nicht Anteilnahme, sondern Fremdschämen ausgelöst wird. Statt das Auditorium zu gewinnen, haben Sie es abgestoßen. Wenn Sie jedoch nach der Empörung über die Fehler und „Verbrechen“ des politischen Gegners Ihre Alternativvorschläge in einem ruhigen und nachdenklichen Ton vorbringen, entsteht ein sehr wirksamer Kontrast. Je leiser Sie sprechen, desto aufmerksamer werden die Zuhörer das Gesagte verfolgen. Das ist übrigens auch eine psychologische Taktik bei erfahrenen Verhandlungsführern. Wenn Sie in diesem Stil auch noch Mitgefühl für die Alltagsprobleme Ihrer Zuhörer zum Ausdruck bringen (oder vortäuschen), dann werden Sie nicht nur rational, sondern auch emotional überzeugen. Seit kurzem gibt es einen neuen Weg, Empörung auszudrücken, den Sie unbedingt nutzen sollten: Man instrumentalisiert Kinder oder Jugendliche. Wenn Sie deren Demonstrationszüge von geschickten Organisatoren auf die Straße schieben und finanzieren lassen, wird sich niemand trauen, den erregten Kindern in ihrem gerechten Zorn auf die verantwortungslosen Erwachsenen zu widersprechen. Schließlich sind die schon alle tot, wenn die heutigen Kinder die Missetaten der Alten ausbaden müssen. Wenn Sie die Protagonisten auch an Talkshows und an Podien internationaler Konferenzen ausleihen, ist die Wirkung noch überzeugender und viel mehr ans Herz gehend als gebrüllte Slogans oder Plakate auf der Straße. Als Themen derartiger Aktionen eignen sich der Klimawandel, die Schulbildung, der Weltfrieden oder die Armut in den Entwicklungsländern. Passive Lügen und Empörung über die angebliche Verletzung von Grundwerten „Können Sie mir dazu einen Empörungs-O-Ton geben?“ (Journalistensprech) Diese Empörung kommt meistens von den WUVU-Parteien und -Organisationen (WUVU steht für Wunschdenken, Visionen und Utopien), die man fälschlicherweise immer noch mit den alten und inhaltsleeren Begriffen wie links und grün bezeichnet. Wissen Sie, was das Beste an den fünf geheiligten Grundwerten westlicher Gesellschaften – Freiheit, soziale Gerechtigkeit, Gleichheit, Demokratie und Humanismus – ist? Es ist die Tatsache, dass jeder glaubt, zu wissen, was damit gemeint ist. Deshalb macht sich niemand die Mühe, genau zu hinterfragen, was diese sakrosankten Begriffe denn in einem bestimmten Land und einer konkreten Situation bedeuten. Nur hier können sie aber ihre Wirkung entfalten. Als abstrakte Prinzipien sind sie nicht zu gebrauchen. Bei genauerer Betrachtung werden Sie feststellen, dass Inhalt und Bedeutung dieser Grundwerte durch die Kraft des Faktischen ganz verschiedene Formen annehmen können. In verschiedenen Staaten, zu unterschiedlichen Zeiten, bei verschiedenen Religionen, in unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten haben sie stark abweichende Bedeutungen. Es gibt also in Wirklichkeit keine klar definierten Grundwerte, die überall als Richtschnur des Handelns gelten. Genau diese Illusion wird aber immer wieder propagiert. Aus dem oben Gesagten ergeben sich wunderbare Möglichkeiten der Empörung, gegen die es keine Verteidigung gibt. Wenn Sie also Ihrem Gegner in öffentlichen Reden oder Diskussionen vorwerfen, die o.g. Grundwerte in Frage zu stellen oder auszuhöhlen, dann kann er sich nicht wirklich dagegen wehren, weil diese Grundwerte ja nicht genau definiert sind. Deshalb ist es in Diskussionen besonders wichtig, jede konkrete Aussage zur Art und Weise zu vermeiden, in welcher Ihr Gegner angeblich die heiligen Grundwerte angreifen oder zerstören will. Dann könnte sich nämlich sogar herausstellen, dass dessen politische Konzepte einige konkrete Formen von Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie verbessern könnten. Damit würde sich Ihre Attacke schnell in Luft auflösen, was es zu vermeiden gilt. Es muss also bei der moralisierenden Empörung über die Verletzung oder Nichtachtung der Grundwerte bleiben. Besonders beliebt sind solche Anwürfe natürlich gegenüber allen Personen, die sich von dem ideologisch korrekten Meinungskorridor entfernen und/oder die Handlungen der Regierung kritisieren. Um diese Empörung wirksam werden zu lassen, wird vorausgesetzt, dass die Regierung, die großen Parteien oder Medienkonzerne die Gralshüter dieser Grundwerte sind. Alle Kritik an ihnen muss also automatisch zu einer Verletzung derselben führen. So können Sie aus sachlichen Kritikern konkreter Zustände in der Gesellschaft oder von Aktionen der Regierung ganz einfach „Feinde der freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ machen. Die Hausdurchsuchung durch den Verfassungsschutz ist dann schon nicht mehr fern. Die einfachste und prägnanteste Form der Empörung lässt sich in einem Wort zusammenfassen, dass Sie als Zwischenruf jedem entgegenschleudern können, der eine Meinung vertritt, die Ihnen nicht gefällt: „Spalter!!!“ Dieser Vorwurf geht natürlich von der Illusion aus, die Gesellschaft sei nicht bereits tief gespalten – in arm und reich, in linke bzw. grüne Aktivisten und rechte Politiker oder in Deutsche und Einwanderer, die in isolierten Parallelwelten leben, sowie in Gegner und Befürworter der Corona-Politik. Sie können also mit einem solchen empörten Aufschrei die Illusion einer Gesellschaft propagieren, die solidarisch und gemeinschaftlich alle Probleme angeht. Das ist dann der Hintergrund auf dem der Spalter als Anstifter einer Hetze diffamiert werden kann, die eine vorher nicht existierende Spaltung hervorruft. Zitat aus: Die Kunst der passiven Lüge, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Die Qualen vor Wahlen (2): Wer Wahlprogrammen glaubt, wartet auch auf den Weihnachtsmann
Der Hintergrund dieses Textes: Es handelt sich um gekürzte Zitate aus dem Buch „Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen“ von Marc DeSargeau, erschienen im August 2021 im FAGULON-Verlag. Das ist kein Sachbuch, sondern eine literarische „Faction“, also eine Verbindung von Realitätsbeschreibung und literarischer Erfindung. Zur Anregung der eigenen Meinungsbildung werden die Ansichten der zwei Protagonisten des Buches gegenübergestellt. Der fiktive Bundesfinanzminister Prof. Dr. Jan Mayerhof war charismatischer Hoffnungsträger, der erst zwei Jahre vor seinem mysteriösen Tod von der Weltbank in die deutsche Politik wechselte. Kurz zuvor hielt er die hier zitierten Geheimreden. Um der Diskussion der im Internet verbreiteten Transkripte dieser Reden etwas entgegen zu setzen, wurde der fiktive „Spin Doctor“ Lothar Müller beauftragt, die jeweils passende, politisch korrekte Gegenpropaganda zu entwerfen. Beide Texte werden hier gegenübergestellt, so dass man sich leicht entscheiden kann, welcher Meinung man sich anschließen möchte. Ausschnitt aus einer Rede des fiktiven Finanzministers Prof. Mayerhof: Ist es völlig gleichgültig, welche der etablierten Parteien man wählt? Aus dem eben Gesagten und meinem Vortrag am heutigen Vormittag gehen die Gründe eindeutig hervor: Die wirtschaftlichen, finanziellen und machtpolitischen Sachzwänge und der Dschungel der Gesetze, Regularien und Verträge schränken die politische Handlungsfreiheit auf kosmetische Aktionen oder ferngesteuerte Maßnahmen zur Katastrophenbewältigung ein. Dort, wo sich dennoch die Gelegenheit für neue Gesetze ergibt, werden diese oft von den Vertretern der Interessengruppen geschrieben und von den Strippenziehern mithilfe ihrer Instrumente – den Marionetten im Parlament – in geltendes Recht verwandelt. Hinzu kommt, dass sich alle etablierten Parteien in ihren Programmen weitgehend ähneln, denn sie alle meinen, sich in der angeblichen Mitte der Gesellschaft Konkurrenz machen zu müssen. Selbst wenn ihre Programme unterscheidbar wären, ist dies ohne Belang für eine Wahlentscheidung. Bislang hat noch jede Partei sowohl ihre hehren Prinzipien als auch viele der konkreten Wahlversprechen ihres Programmes angesichts der – leider, leider – ebenso unerbittlichen wie unvorhersehbaren Sachzwänge vergessen. Oft wurde sogar das Gegenteil des vorher Versprochenen innerhalb von wenigen Wochen durchgesetzt. Ein schönes Beispiel ist die Entscheidung zur drastischen Anhebung der Mehrwertsteuer um 3% im Rahmen von Koalitionsverhandlungen. Einer der Koalitionspartner hatte sich jedoch im Wahlkampf definitiv gegen jede Erhöhung dieser Steuer ausgesprochen und deshalb Wählerstimmen einsammeln können. Solchen Entscheidungen wird dann unverfroren das Etikett "alternativlos" aufgeklebt und die Sache ist erledigt. Natürlich ist es auch ein beliebtes Spiel, dem widerborstigen Koalitionspartner die Schuld am Bruch der eigenen Wahlversprechen in die Schuhe zu schieben. Sollte nicht allen bewusst sein, dass die folgenreichste Verletzung von internationalen Verträgen, Wahl- und Parteiprogrammen erst vor kurzem stattgefunden hat, nämlich die faktische Vergemeinschaftung der Schulden aller EU-Staaten? Wer jetzt noch ein Parteiprogramm oder eine Wahlbroschüre liest, muss ein Idiot sein! Empfehlungen zur Gegenpropaganda, verfasst vom fiktiven „Spin Doctor“ Lothar Müller: Der alte marxistisch-leninistische Slogan „Das Sein bestimmte das Bewusstsein“ ist gefährlich, weil er wahr ist. In der heutigen Situation muss er jedoch umgedreht werden. Wir müssen das Bewusstsein der Menschen so beeinflussen, dass es ihr Sein bestimmt (oder zu bestimmen scheint). Deshalb muss diesem Urteil über die Parteien vehement widersprochen werden. Dazu reicht jedoch die Wiederholung altbekannter Standardformulierungen nicht aus. Aussagen wie "Parteien sind die Keimzelle der demokratischen Willensbildung", "Parteien und ihre Funktionäre sind die unersetzliche Substanz der repräsentativen Demokratie, auf der alle westlichen Staaten aufgebaut sind" etc. sind zwar nützlich, aber zu phrasenhaft. Da Mayerhof in keiner Partei war, muss sich die Strategie der Neutralisation seiner Einschätzungen zunächst auf die Behauptung konzentrieren, dass ihm jede Erfahrung mit der Arbeit der Parteibasis und innerhalb von Parteigremien fehlt, er sich also über Dinge arrogant äußert, die er nicht aus eigener Anschauung kennt. Ergänzend empfehle ich, alle Mitgliedschaften von JM in den letzten 20 Jahren aufzuspüren und hinsichtlich ihrer propagandistischen Verwertbarkeit zu durchforsten. Dies könnten geheime Clubs oder Logen sein, in denen sich einflussreiche Persönlichkeiten zusammenfinden, die bei ihren Diskussion das Licht der Öffentlichkeit scheuen (Beispiele: Freimaurer, Bilderberger, Davos-Zirkel etc.) Andererseits muss man auch nach Jugendsünden suchen. Dies können Mitgliedschaften in Studentenverbindungen oder Aktivistengruppen sein, deren rechts- oder linkspopulistische Ausrichtungen ein schlechtes Licht auf JM werfen würden. Zur Charakterisierung von derartigen Organisationen kann man bedenkenlos auch Zitate von Führungsmitgliedern verwenden, die aus einer Zeit stammen, als JM schon lange nicht mehr Mitglied war oder die sogar Jahrzehnte alt sind. Man suggeriert damit nur, dass solche Aussagen den Geist dieser Organisationen reflektieren. Diese Form der „ideologischen Sippenhaft“ ist recht wirkungsvoll, um Menschen in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Der hierfür gelegentlich gebrauchte Begriff „Kontaktschuld“ trifft den Nagel auf den Kopf. Vielleicht finden sich sogar ehemalige Kommilitonen oder Mitglieder der erwähnten Logen oder Clubs, die aufgrund von Neid oder persönlichen Animositäten bereit sind, über Mayerhofs frühere Aktivitäten in "Geheimparteien" zu berichten. Ziel solcher Interviews muss es sein, den Eindruck zu erwecken, dass JM nicht politischen Verbänden als solchen kritisch gegenüberstand, sondern nur dann, wenn diese auch transparent arbeiten müssen. Vielleicht lässt sich hier auch ein wenig schmutzige Wäsche aus der Vergangenheit ausgraben. So etwas lässt sich bei vielen Gelegenheiten verwenden! Ausschnitt aus einer Rede des fiktiven Finanzministers Prof. Mayerhof: Die Kategorien „links“, „rechts“ und „grün“ sind unbrauchbar geworden. Sie müssen durch WUVU und REAP ersetzt werden. Wir haben uns schon lange an die schwammigen Begriffe "links", „grün“ und "rechts" sowie all ihre Kombinationen und Modifikationen gewöhnt. Sie werden ständig zur Charakterisierung von politischen Programmen, Reden oder Handlungen verwendet, obwohl es keine klare Definition dafür gibt. Jeder hat sich im Laufe seines Lebens mehr oder weniger unterbewusst seine eigene zusammengebastelt. Diese Begriffe werden deshalb entweder als Nebelkerzen zur Vertuschung oder als verbale Farbbeutel zur Diffamierung verwendet. Sie werden mir zustimmen, dass es sowohl witzig als auch entlarvend ist, dass die Sitzordnung im französischen Parlament zur Zeit der Revolution nach mehr als 200 Jahren immer noch zur Charakterisierung des politischen Programms von Parteien verwendet wird. Schwammige Begriffe ermöglichen jedoch diffuses Denken und sind deshalb geeignete Gefäße für politische Propaganda. Deshalb werden sie immer noch mit ungebrochenem Eifer verwendet und mit vielen bunten Attributen ausgeschmückt. So sind die einen "links von der Mitte", die anderen "rechtaußen" oder "rechtsextrem", "linksradikal", "linksliberal", "rechts von der Mitte" und so weiter und so fort. Jeder behauptet zu wissen, was das bedeutet, doch keiner will oder kann es genau definieren. Dies ist auch logisch, denn die scheinbaren Unterschiede in den politischen Programmen der Parteien werden durch die geringen Freiräume des politischen Handelns praktisch vollständig eliminiert. Die engen Rahmen der Gesetze, Verträge und des Budgets sowie die Kompromisse innerhalb einer Koalition sind einige der Gründe, warum kaum etwas von den Wahlprogrammen der Parteien übrig bleiben kann. Mein Vorschlag für eine neue Bezeichnung von politischen Richtungen wird Sie vielleicht amüsieren. Ich bin sicher, dass er aus den eben genannten Gründen auch keine Chance auf sofortige Akzeptanz hat. Mittelfristig gibt es hierfür jedoch keine Alternative. Dennoch werfe ich die neuen Begriffe hier kurz in die Runde. Es gibt eigentlich nur zwei Grundrichtungen der Politik. Die erste nenne ich WUVU. Das ist eine – nicht unabsichtlich an Wodoo erinnernde – Abkürzung für "Wunschdenken, Visionen und Utopien". Die Alternative hierzu heißt REAP. Dieses Kürzel steht für "Realitätsnaher Pragmatismus". WUVU basiert im Wesentlichen auf einer Gesinnungsethik, also einer Art Glaubensethik. Sie ähnelt in vielfacher Hinsicht der Ethik von Religionen, da sie immer schärfer zwischen den angeblich richtigen und falschen Meinungen unterscheidet, die Menschen also in „Rechtgläubige“ und „Falschgläubige“ einteilt. REAP fußt hingegen auf einer ethischen Grundlage, die ich als "humanistische Systemethik" bezeichne und später diskutieren werde. Eine vereinfachte Sichtweise wird unter dem Begriff „Verantwortungsethik“ zusammengefasst. Bei letzterer geht es primär um die Verantwortung von staatlichen Funktionsträgern, die besten Lösungsmöglichkeiten für Probleme zu finden, ohne ihr Gesichtsfeld von ideologischen Scheuklappen einschränken zu lassen. Natürlich gibt es noch eine weitere Form von „Ethik“: Das ist die „Interessenethik“, welche oft die alleinige Richtschnur des Handelns von Managern großer Konzerne ist. Man könnte diese auch die „Ethik des Maximalprofits“ nennen. Empfehlungen zur Gegenpropaganda, verfasst vom fiktiven „Spin Doctor“ Lothar Müller: Man kann natürlich die berechtigte Hoffnung haben, dass sich diese neuen Begriffe nicht durchsetzen werden, weil Mayerhof nicht mehr am Leben ist. Seine ehemaligen Unterstützer werden vermutlich andere Sorgen haben, als sich für deren Propagierung einzusetzen. Dennoch können die Begriffe WUVU und REAP sehr gut zur Entlarvung des Denkens dieses Mannes verwendet werden. Durch die Methode der schrittweisen Verschiebung des Betrachtungsrahmens kann man sehr überzeugend die folgende Behauptung konstruieren: WUVU ist ein offenkundiger Ausdruck der Verachtung für alle, die sich für mehr Gerechtigkeit, die Abwendung der Klimakatastrophe, die Rettung und Integration von Flüchtlingen usw. – also kurz gesagt für eine bessere Welt – einsetzen. Indem dieses Kürzel bewusst an Vodoo, also an ominöse Zaubereien von Schamanen einiger Kulturen erinnert, wird damit das Wirken der linken und grünen Parteien und Organisationen als nutzloses Gesundbeten diffamiert. In diese Richtung müssen also alle Berichterstattungen über diesen neuen Begriff gelenkt werden. Die Reaktion in den Medien muss von Empörung über die Ignoranz und Diffamierung wichtiger Grundwerte eines großen Teiles der Gesellschaft durchdrungen sein. Auch REAP bietet wunderbare Angriffspunkte, den wahren Charakter von Mayerhof zu entlarven. Dabei ist es wichtig, keinesfalls auf die detaillierten Beschreibungen der drastischen Veränderungen von Gesellschaft und Regierung einzugehen, die Mayerhof beabsichtigte, um seiner „humanistischen Systemethik“ Geltung zu verschaffen. Deshalb muss die Methode der Verengung des Betrachtungsrahmen angewandt werden: Man sollte sich darauf fokussieren, dass der „realitätsnahe Pragmatismus“ nichts weiter ist, als die herzlose Fokussierung eines kalten rationalen Technokraten auf Steigerung der Effizienz der Verwaltung und die Vergrößerung der Profite der Wirtschaft. Seine akademische Karriere in den USA erlaubt es zudem, ihn als einen theoretischen Wissenschaftler zu charakterisieren, der keinen Bezug zum Leben der Menschen in Deutschland hat und sich dafür auch nie interessiert hat. Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Die Qualen vor Wahlen (1): Grinsebacken und angebliche Lichtgestalten
Der Hintergrund dieses Textes: Es handelt sich um gekürzte Zitate aus dem Buch „Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen“ von Marc DeSargeau, erschienen im August 2021 im FAGULON-Verlag. Das ist kein Sachbuch, sondern eine literarische „Faction“, also eine Verbindung von Realitätsbeschreibung und literarischer Erfindung. Zur Anregung der eigenen Meinungsbildung werden die Ansichten der zwei Protagonisten des Buches gegenübergestellt. Der fiktive Bundesfinanzminister Prof. Dr. Jan Mayerhof war charismatischer Hoffnungsträger, der erst zwei Jahre vor seinem mysteriösen Tod von der Weltbank in die deutsche Politik wechselte. Kurz zuvor hielt er die hier zitierten Geheimreden. Um der Diskussion der im Internet verbreiteten Transkripte dieser Reden etwas entgegen zu setzen, wurde der fiktive „Spin Doctor“ Lothar Müller beauftragt, die jeweils passende, politisch korrekte Gegenpropaganda zu entwerfen. Beide Texte werden hier gegenübergestellt, so dass man sich leicht entscheiden kann, welcher Meinung man sich anschließen möchte. Ausschnitt aus einer Rede des fiktiven Finanzministers Prof. Mayerhof: Geistige und physische Umweltverschmutzung durch Wahlplakate Kommt es auf die Person des Abgeordneten an? Leider ist es auch völlig gleichgültig, welche Personen man wählt. Fast alle Parlamentarier sind als Folge einer Zuchtwahl von Unterdurchschnittlichkeit in ihre Position gekommen. Wenn man sich das ölig-ausdruckslose Grinsen der Kandidaten auf ihren Wahlplakaten anschaut, verwundert es schon, warum sie nicht allesamt ihre Fotografen auf horrenden Schadenersatz verklagen: So blöd, verlegen und krampfig kann doch keiner von ihnen wirklich aussehen! Hier muss der Fotograf im Auftrag einer konkurrierenden Partei ein besonders gemein entstellendes Foto gemacht haben!! Also: klagen, klagen und nochmals klagen! Ein öffentlicher Aufschrei muss zudem durch das Land schallen: Nieder mit den perfiden Methoden der Konkurrenz in der Politik! Stoppt die Beschädigung des Ansehens der Parlamentarier durch deren Porträtierung als eine Ansammlung öliger Fieslinge! Schließlich muss auch die Verschandelung der Laternen und Straßenbäume abgestraft werden. Unentrinnbar grinst jedem Bürger über einen Zeitraum von nahezu zwei Monaten eine Ansammlung dieser Marionettenfratzen ins Gesicht. Egal wohin man sich wendet, man wird scheinbar immer vom gleichen Typus angegrinst. Nur die Namen ändern sich von Plakat zu Plakat. Als wären die Fotos nicht schon genug Grund, Klage gegen die hochbezahlten Werbeagenturen zu führen, welche die Plakataktionen durchführen –die Slogans bringen das Fass nun wirklich zum Überlaufen. Ihre knackig-kurze Dummheit und die Dreistigkeit, mit der die Verachtung der Wähler dadurch zum Ausdruck gebracht wird, muss bestraft werden! Denn bei all diesen Parolen wird man oft an einen Satz erinnert, den Zweitklässler gerne auf Bänke und Wände kritzeln: "Wer das liest, ist doof!" Wenn die Parteien diesen Unfug nicht stoppen, dann muss es einen Aktionstag der Bürger geben, an dem innerhalb von 24 Stunden alle Wahlplakate in allen Städten und Gemeinden zerstört oder unleserlich gemacht werden! Nur so kann diesem kostspieligen Irrsinn auch für die Zukunft Einhalt geboten werden. Empfehlungen zur Gegenpropaganda, verfasst vom fiktiven „Spin Doctor“ Lothar Müller: Allen Insidern ist klar, dass vieles von dem zutrifft, was Mayerhof hier sagte. Deshalb empfehle ich seit einiger Zeit – allerdings ohne großen Erfolg – die Methoden zur Analyse und Nutzung von Resonanzfrequenzen. Vereinfacht gesagt geht es darum, gruppenspezifische Wahlwerbung zu machen, die sich nur auf die Themen konzentriert, welche die jeweilige Gruppe bewegt und die von Personen vorgetragen wird, die den Prototypen aus dieser Gruppe ähneln, also bei ihnen positive Resonanz erzeugen. Da sich die Wahlwerbung der Parteien aber seit vielen Jahrzehnten auf die beschriebenen Verfahren eingespielt hat, muss man sie wohl oder übel verteidigen. Hierzu empfehle ich die Blockade oder Marginalisierung der Wahrnehmung unerwünschter Fakten und Vorgänge. Kritik an den offensichtlich lächerlichen Formen der Parteienwerbung muss also in den Leitmedien unterbleiben und in den sozialen Medien weitgehend unterdrückt werden. Die Begründung dafür ist ein einfach: Man behauptet, es handele sich bei den Kritikern um Feinde der Demokratie. Solchen Anti-Demokraten darf man keine Plattform zu Verbreitung ihrer kruden Thesen überlassen. Man kann im Sinne von auch noch ein paar Begriffskeulen einsetzen. Besonders beliebt ist gegenwärtig das Wort „schwurbeln“, welches inzwischen ständig eingesetzt wird, wenn Menschen eine Meinung, die ihnen nicht gefällt, herabwürdigen wollen. In diesem Zusammenhang empfehle ich also dazu aufzurufen, dass „alle aufrechten Menschen Haltung zeigen und sich gegen verfassungs- und demokratiefeindliches Geschwurbel verbünden müssen.“ Ausschnitt aus einer Rede des fiktiven Finanzministers Prof. Mayerhof: Die Sehnsucht nach schönen und kraftvollen Lichtgestalten in der Politik Angesichts der jahrzehntelangen Selektion von unterdurchschnittlichen Persönlichkeiten durch das Hinterzimmer-Gekungel der Parteihierarchen sind die Polit-Marionetten, die sich als Tänzer vor der Fassade der Demokratie bewegen, natürlich nicht sehr eindrucksvolle Gestalten. Sie erscheinen besonders jämmerlich im Vergleich mit den Archetypen von Schönheit und Jugend, die ihre retuschierten Gesichter auf den Titelseiten der zahllosen Illustrierten und Programmzeitschriften feilbieten: Schauspieler, Models, Promi-Darsteller, Prinzen und (angeheiratete) Aschenputtel-Prinzessinnen. Dadurch staut sich eine unbewusste Sehnsucht bei vielen Bürgern auf: Es mögen doch endlich einmal männliche und weibliche Politiker die politische Bühne betreten, die dem archetypischen Sehnsuchtsmuster entsprechen, welches durch die bunten Blätter und TV-Sendungen in die Köpfe von Millionen Bürgern eingebrannt worden ist. Warum kann Deutschland denn nicht wenigstens mit einem schönen Prinzenpaar aufwarten, wo doch so viele unserer Nachbarn damit angeben dürfen? Wenn dann plötzlich Politiker auftauchen, die schön, jung, erfolgreich und dynamisch sind und vielleicht sogar mit einer gewissen Chuzpe Gordische Knoten durchhauen, an deren Entwirrung andere seit Jahren herumnesteln, dann fliegen ihnen alle Herzen zu. Verständlicherweise! Haben sie auch noch eine Familie, die genauso aussieht wie die der prinzlichen Paare in Europa; sind sie dazu noch reich und adelig – ja dann kann es kein Halten geben: Die Erlöser aus der grauen Langeweile der öligen Marionetten-Gesichter sind auf die Erde herabgestiegen. Die Bewunderten können schließlich sagen und tun, was sie wollen: Es wird immer irgendwie richtig sein. Stellt sich durch einen dummen Zufall jedoch plötzlich heraus, dass die Substanz hinter der Fassade fehlt, schlägt die Bewunderung bei vielen Menschen in Verachtung und Hass um. Die eben noch gelobten "wissenschaftlichen" Leistungen erwiesen sich als gekaufte Promotionen, bei denen die Ghostwriter vergessen haben, die Plagiate zu kaschieren. Einige der schnellen und forschen Entscheidungen erschienen bald als amateurhafte Schnellschüsse, die keinen Gordischen Knoten zerschlagen haben, sondern nur wertvolles Tafelgeschirr. Dieser plötzliche Umschlag von Jubel in Verachtung erwächst nicht nur aus der üblichen Freude der Medien und des Publikums, einen eben noch bewunderten Prominenten wieder nach unten in den Schmutz zu ziehen. Die Sinuskurven von "Hosianna-" und "Kreuziget ihn"-Rufen haben ihre Ursache sowohl in der kommerziellen Ausnutzung vermeintlicher Enthüllungen als auch in dem unterdrückten Neid der "Normalos" auf die Hochgejubelten. Im Falle der durch plagiierte Promotionen oder ungeschickte Immobilienfinanzierung gestürzten Hoffnungsträger kommen die enttäuschten Erwartungen vieler Menschen hinzu. Sie hatten sich so innig gewünscht, die graue Unterdurchschnittlichkeit der Polit-Marionetten durch zwei oder drei gutaussehende Prinzenpaare überstrahlt zu sehen, die zudem auch noch über Wasser gehen können, wenn sie es wirklich wollen. Viele haben darauf Jahrzehnte gewartet. Kann man es ihnen übel nehmen, wenn sie sich nun betrogen fühlen? Empfehlungen zur Gegenpropaganda, verfasst vom fiktiven „Spin Doctor“ Lothar Müller: In der öffentlichen Meinung war Mayerhof aufgrund seines blendenden Aussehens, seiner Manieren, seiner Intelligenz und Wirkung auf Frauen natürlich genau so eine Lichtgestalt, wie er sie als Sehnsuchtsmuster vieler Menschen in diesem Teil seiner Rede beschrieb. Immerhin hätten ihn fast 90% der Wähler bei einer Direktwahl zum Kanzler erkoren. Darin waren sich alle Demoskopen einig! Wenn die befürchtete Publikation der Transkripte aller seiner Geheimreden im Internet und in einigen Medien erfolgt, dann ist es zur politischen Schadensbegrenzung unvermeidlich, auch hier den Abschwung der von ihm erwähnten Sinuskurve zu inszenieren. Mit anderen Worten, die Öffentlichkeit muss dazu gebracht werden, nach den gegenwärtigen "Hosianna-Rufen" möglichst bald zu enttäuschtem "kreuziget ihn!" umzuschwenken. Weil Derartiges den Medien immer die Steigerung von Quoten und Auflagen sichert, ist es nicht nötig, ihre Kooperation durch die bekannten Methoden zu erwirken. Vielmehr werden sie von alleine versuchen, die Geschichte so lange wie möglich am Kochen zu halten, also einen „Dauerbrenner“ daraus zu machen. Um einen solchen Meinungsumschwung zu erzeugen, eignen sich die "Killermethoden", die ich in „Müllers Manual“ beschrieben habe, ganz vorzüglich. Im Falle von JM lassen sich sicher (notfalls gegen Bezahlung wie in den USA) einige Frauen finden, die sich über sexuelle Belästigung oder sexuelle Erpressung durch Mayerhof beklagen. Besonders leicht fündig wird man in der Regel durch die systematische Suche unter ehemaligen Mitarbeiterinnen, die aus seinem Umkreis mehr oder weniger freiwillig ausscheiden mussten und nun eine Gelegenheit suchen, posthum Rache zu nehmen und sich zugleich einen kurzen Moment im Rampenlicht an ihrer Opferrolle zu laben. Zudem ist es sinnvoll, alle privaten finanziellen Transaktionen von JM zu durchleuchten. Dies gilt insbesondere für Vortragshonorare, die er vor oder während seiner Zeit als Finanzminister erhalten hat. Sollte sich herausstellen, dass diese erheblich sind, wäre einerseits zu untersuchen, ob er sie richtig versteuert hat. Andererseits könnte man solche Zahlungen aber auch leicht als verkappte Bestechung durch die Firmen oder Organisationen darstellen, welche diese Honorare bereitgestellt haben. Dann sollte man weiter forschen, ob er direkt oder indirekt etwas getan hat, was als Gegenleistung interpretiert werden könnte. Die Suche nach Indizien für die beiden oben erwähnten Vergehen sollte sich möglichst lange ausdehnen, wie ich in der Darstellung von Methoden zur Beschmutzung von Gegnern durch blickdichte Wände aus schwarzem Rauch begründet habe. Selbst wenn man auch nach Monaten nichts Substanzielles findet – was unwahrscheinlich ist, wenn man nur richtig sucht – dann bleibt trotzdem immer noch der Rauch des Verdachts am Himmel. Das reicht oft schon. Allerdings kann man seine Erfolgsrate beim Auffinden schmutziger Wäsche aus der Vergangenheit dramatisch steigern, wenn man die Methode des „Flipping“ einsetzt, die in den USA immer öfter und zuweilen gnadenlos verwendet wird. Dabei durchleuchtet man ehemalige Mitarbeiter, Freunde und sogar Familienmitglieder penibel, um Anhaltspunkte für eine strafrechtliche Verfolgung zu finden. Wer wäre da selbst ganz sicher, dass bei ihm nie eine ungesetzliche Handlung aufgedeckt werden kann? Ist die Anklage fertig, kann sich das bedauernswerte Zielobjekt entscheiden, ob er/sie umkippt (flipping) und Informationen preisgibt (bzw. erfindet), die demjenigen schaden können, der das eigentliche Target der ganzen Aktion ist. Im Gegenzug wird dann Strafmilderung gewährt. Diese Methode hat in den USA schon überraschend oft die gewünschten Ergebnisse hervorgebracht. Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Falsche Maßnahmen, Verschwörungstheorien und Demos
Die neue Novellierung des Infektionsschutzgesetzes nimmt den Bürgern jeden Rechtsweg, dagegen vorzugehen. Das ist eine dramatische Beschneidung der Bürgerrechte in der Art eines Ermächtigungsgesetzes. Warum ist das so? Weil man nur gegen staatliche Maßnahmen, Verordnungen u.ä. vor den Gerichten klagen kann, nicht aber gegen Bundesgesetze (1). Jetzt bleibt nur noch der Weg vor das Verfassungsgericht. Das ist langsam, zurückhaltend und nach politischem Proporz besetzt. Im Gegensatz zu Taiwan, Vietnam, Neuseeland, Australien und anderen Ländern hat Deutschland (wieder einmal) die Entwicklung verschlafen und erst dann lächerlich veraltete Maßnahmen eingeleitet, als es schon lange zu spät war (2). Das ist nicht mehr zu korrigieren. Wir werden also mit dem Virus leben müssen. 1. Die Zahl der Neuinfektionen und der Inzidenzen ist systematisch falsch. Erstens deshalb, weil es sich um PCR-Tests handelt, die häufig nur eine abklingende SARS-CoV-2 Infektion nachweisen. Diese Personen sind aber in der Regel nicht mehr ansteckend. Es handelt sich deshalb bei den täglich ermittelten Zahlen nicht um „Neuinfektionen“ im Sinne frisch infizierter, hochansteckender Menschen. Vielmehr sind es die „neu entdeckten“ Menschen mit einem positiven PCR-Testergebnis. Der Grund liegt darin, dass mit der PCR nur dann eine Virusmenge nachgewiesen werden kann, die ausreicht, andere zu infizieren (rund 100.000 Viren pro ml), wenn zwischen 25 und 28 Zyklen verwendet werden (3,4). Eine hohe Zahl von Zyklen (35-40) weist hingegen auch Genfragmente nach, die als Reste abgeklungener Infektionen noch im Körper herumschwirren, weshalb solche Menschen aber nicht in Quarantäne müssten. Deshalb sind Bestätigungstests mit geänderten Parametern und eine klinische Evaluierung der positiv getesteten Menschen so wichtig. Zweitens ist der Inzidenzwert, also der Bezug der innerhalb von sieben Tagen positiv getesteten Personen auf 100.000 Einwohner, nicht geeignet (5). Warum? Ganz einfach: Man kann die Zahl der positiven Testergebnisse nur auf die Menge der durchgeführten Tests beziehen, nicht aber auf einen abstrakten Wert von 100.000 Einwohnern. Ein Beispiel: Man testet an sieben aufeinanderfolgenden Tagen 100.000 Personen und findet 400 Menschen, bei denen sich SARS-CoV-2 Genfragmente nachweisen lassen, d.h. also auch Menschen, von denen viele längst nicht mehr infektiös sind, weil die Infektion schon abgeklungen ist. Bei 400.000 Einwohnern der Region ergibt sich daraus eine Inzidenz von 100 pro 100.000 Einwohner. Testet man allerdings in der gleichen Population nur 10.000 Personen und findet 40 Positive, liegt der Inzidenzwert bei 10, da man ja fälschlicherweise das Ergebnis nicht auf die Anzahl der tatsächlich Getesteten bezieht. Man kann also ganz einfach dem Knüppel der '"Notbremse" entkommen, indem man weniger testet! 2. Die Sterberaten von Menschen an Corona sind systematisch falsch, weil bei vielen Menschen erst im Krankenhaus ein positiver PCR-Test als Teil der Routinediagnostik auffällt, obwohl die Einweisung und ggf. die Intensivtherapie aufgrund einer anderen Erkrankung erfolgte. Im Jahr 2020 hatten immerhin mehr als 36.000 Patienten in der Intensivtherapie eine solche „Corona“-Nebendiagnose. Dennoch wurden sie alle als Corona-Patienten angesehen und auch dann als Corona-Tote gezählt, wenn sie an ihrer eigentlichen Erkrankung verstarben (6,7). Es gibt nicht einmal einen separaten Code im Kodierhandbuch der Diagnosen, der die Unterscheidung eines Todesfalles mit Corona oder durch Corona ermöglichen würde. Berücksichtigt man die ursächlich an COVID-19 Verstorbenen und bezieht diese auf die Gesamtzahl der Infizierten, gleicht sie derjenigen von Grippe, wenngleich es deutliche regionale Unterschiede gibt (8). Es gibt zudem in den meisten Regionen keine Übersterblichkeit im Vergleich zu den Vorjahren. Diese Tatsache darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch die schweren Verläufe und durch long-COVID eine völlig andere Situation entstanden ist als bei der Grippe. Genau dies macht die enorme Gefährlichkeit von SARS-CoV-2 aus. 3. Viele Menschen versterben wegen und nicht trotz der invasiven Beatmung. Der Grund: durch den hohen Druck der Beatmung werden die entzündeten Lungenbläschen weiter gereizt, was zu einer Verschlimmerung des Zustandes führt (9). Angereicherter Sauerstoff in der Atemluft wäre nach Meinung der meisten Lungenärzte oftmals viel besser. Die Intensivmediziner sind da anderer Meinung. Hinzu kommt ein anderer Aspekt: Man kann die künstliche Beatmung mit bis zu 20.000 Euro pro Tag gegenüber den Kassen abrechnen. Zusätzlich zum Abbau von tausenden Betten in der Intensivtherapie in den letzten drei Jahren haben viele Krankenhäuser entdeckt, dass die weitere Reduktion dieser Kapazitäten ihnen seit Dezember 2020 zusätzliches Geld vom Gesundheitsministerium bringt. Der Grund liegt in einer Änderung des Krankenhaus-Finanzierungs-Gesetzes. Darin wird Krankenhäusern eine Zusatzzahlung pro Patient zugestanden, wenn die Auslastung ihrer Intensivstationen oberhalb von 75% liegt. Also haben viele Krankenhäuser einfach ihre Kapazität noch weiter reduziert. So konnten sie ganz einfach diese Schwelle überspringen und Zusatzzahlungen einfordern (10). Angesichts dieser Tatsachen erscheint die ständige mediale Panikmache bezüglich der Überschreitung der Kapazitätsgrenzen der Intensivtherapie in einem anderen Licht. 4. Die Durchschnitts-Inzidenz ist als Messwert für Maßnahmen sinnlos. Einerseits aus den unter 1. genannten Gründen. Selbst wenn man die wirklich ansteckenden Menschen mit den o.g. Methoden identifizieren würde, ist es z.B. absurd, hunderttausende nicht infizierte Menschen einer Stadt einzusperren und sie ihrer Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten zu berauben, weil irgendwo in der Region in zwei oder drei Hotspots (z.B. in einer Großfamilie oder einer Firma) eine Infektion von 120 Personen innerhalb von sieben Tagen zu verzeichnen war. Bei hunderttausend Einwohnern wäre dies eine Notbremsen-Inzidenz. Warum müssen 99.880 gesunde Menschen dafür bestraft werden, dass sich einige in wenigen Hotspots infiziert haben? Sollte man nicht lieber diese Infektionsherde identifizieren und isolieren? Wie unter 1. dargestellt, dürften zudem viele dieser 120 "Gefährder" überhaupt nicht mehr ansteckend sein. Es gilt also in einem zweiten Testverfahren diese zu identifizieren nur sie in Quarantäne zu schicken. 5. FFP-2 und chirurgische Masken sind gegenüber Aerosolen meist nahezu wirkungslos und oft sogar Infektionstreiber. Literaturstellen, die dies belegen, sind hier zu finden (11). In gefährdeten Innenräumen müssten Masken mit kationischen Fasern verwendet werden, die nahezu alle Viren absorbieren und gleichzeitig abtöten (11). 6. Lockdown-Maßnahmen haben sich als unwirksam erwiesen und sind in weiten Teilen schlicht absurd (11). Scheinbare Erfolge in einigen Regionen sind das Ergebnis des natürlichen Verlaufs der Infektionsrate aus anderen Gründen, wie durch das massive Ansteigen der Infektionsraten nach Einführung von Maskenpflicht und Lockdown-Maßnahmen in vielen Ländern eindeutig bewiesen ist. Natürlich ist die Verringerung von Kontakten wichtig. Viel wichtiger ist jedoch der Vermeidung der Bildung von SARS-CoV-2 Aerosolen in geschlossenen Räumen. Ausgangssperren, Verweilverbote im Freien und Verbote von Demonstrationen sind ebenfalls sinnlos, weil sich im Freien niemals diejenigen Konzentrationen von Virus-Aeorosolen ansammeln können, die in Innenräumen für eine Infektion sorgen (11). Anschaulich bewiesen wird die Nutzlosigkeit von Lockdown und Maskenpflicht durch den Vergleich der Infektionskurven von Nord- und Süd-Dakota. In dem einen der beiden angrenzenden und sehr ähnlichen Staaten bestanden diese Maßnahmen, im anderen nicht. Der Verlauf der Infektion ist sowohl hinsichtlich der Zahl der Infizierten als auch des zeitlichen Verlaufs absolut identisch (12). An Absurdität kaum zu übertreffen sind die nächtlichen Ausgangssperren, die sogar so weit gehen, dass man (nach dem Gesetzestext) mit einem Auto oder einem Zug in dieser Zeit eine Lockdown-Region nicht mehr durchqueren darf. Wie soll man sich auf der Autobahn in seinem Auto anstecken, weil in der Gegend, die man gerade durchfährt, etwas mehr als 100 SARS-CoV-2 positive Menschen in den letzten sieben Tagen identifiziert wurden? Die handwerklichen und inhaltlichen Fehler der Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes sind so groß, dass man den Text eigentlich für eine Satire halten müsste. 7. Absurde Verschwörungstheorien Leider hat sich eine kleine Gruppe von sehr lauten Aktivisten etabliert, die in den sozialen Medien eine große Gefolgschaft haben und genau die gleiche Nachricht verbreiten, die schon bei AIDS hunderttausende Opfer gekostet hat. Sie lautet: es gibt das Virus überhaupt nicht (z.B. 13). Zum Beweis wird angeführt, ein Virusnachweis könne nur dann erfolgen, wenn ein reines Isolat im Reagenzglas präsentiert würde. Sogar ein Preisgeld von 1 Million Euro wurde dafür ausgelobt! Aus der Sicht der Fachwissenschaft ist das Virologie auf KITA-Niveau, weil jeder Spezialist weiß, mit welchen Methoden man Viren zweifelsfrei nachweisen und charakterisieren kann. Die wissenschaftliche Literatur enthält hunderte von detaillierten Publikationen, die dies beschreiben. Selbst wenn man SARS-CoV-2 bis zur vollständigen Reinheit anreichern wollte, wäre das ein sinnloses Unterfangen, weil durch diese Prozesse die Viren so weit geschädigt werden, dass man damit nichts mehr anfangen kann. Allerdings sind die Aussagen dieser KITA-Virologen wirklich gefährlich. Wie damals bei AIDS verführt die Mär von der Erfindung des Virus zu Sorglosigkeit, die Ansteckungen zur Folge haben kann. Eine weitere, weit verbreitete Verschwörungstheorie besteht in der Behauptung, es handele sich um eine „Plandemie“, also ein geplantes Projekt, mit dem die „Neo-Stalis“ (14) einen Umbau der Welt (The Great Reset) durchsetzen wollen. Viel wahrscheinlicher ist, dass es sich bei den Reaktionen der meisten Regierungen auf die Pandemie um etwas anderes handelt: Sie folgen wie Schlafwandler dem Schwarm der anderen (15). Das Argument: „Die anderen machen es doch auch, also kann es ja nicht falsch sein!“ scheint das Handeln zu bestimmen. Allerdings entsteht quasi automatisch durch die Lockdown-Maßnahmen, Impf-Kampagnen und die Vergemeinschaftung der Schulden in der EU (Corona-Bonds und –Hilfen) eine dramatische Verschiebung der wirtschaftlichen und finanziellen Strukturen. Großkonzerne werden reicher und mächtiger, viele Kleinunternehmer und Mittelständler werden ruiniert und die wirtschaftlich starken EU-Länder müssen die kaum beeinflussbaren Aktionen der ärmeren Länder bezahlen. Es häufen sich leider die Hinweise, dass SARS-CoV-2 im Rahmen von Experimenten zur Veränderung der Eigenschaften des Virus entstanden ist (16, 17). Tatsächlich könnte es aus dem virologischen Institut in Wuhan durch die unbemerkte Infektion einer namentlich bekannten Mitarbeiterin entsprungen sein. Verdächtig ist auch, dass auch nach Ausbruch der Infektionen rund 600 Flüge aus Wuhan in die Welt erlaubt wurden, von denen viele nach Kalifornien gingen, wo auch der erste Ausbruch in den USA stattfand. Die vorsichtigen Feststellungen der (von China maßgeblich beeinflussten) WHO deuten zwar auf einen tierischen Ursprung des Virus hin, sind aber keinesfalls beweiskräftig. Das dramatische Wachstum der chinesischen Wirtschaft bei unvermindertem Anwachsen der Epidemie in vielen anderen Teilen der Welt beweist, dass China durchaus einen objektiven Vorteil aus der Situation zieht. Als Beweis für eine Absicht reicht das jedoch nicht aus. 8. Protestdemonstrationen und Polizeiaktionen So sehr es berechtigt ist, gegen viele der sinnlosen Maßnahmen zu protestieren, so wenig wird dies in den Reden auf den Demonstrationen von Querdenkern und anderen Gruppen widergespiegelt. Meist wird mit sehr vereinfachten Argumenten und z.T. mit hysterischen Übertreibungen gegen die Einschränkung von Freiheitsrechten gewettert. Es ist schade, dass hier nur selten kompetente Personen zu Wort kommen. Besonders deshalb, weil sich auf den Demonstrationen immer ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung zusammenfindet. Sie hätten Redner verdient, die Wichtiges zu sagen haben. Die Behauptung, dass es sich bei den Teilnehmern um Spinner, Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker („Covidioten“) handelt, hat keinen Bezug zur Realität, wie man auf zahllosen Videos sehen kann. Die meisten Teilnehmer wollen einfach nur auf die Sinnlosigkeit vieler Maßnahmen und das hilflose Taumeln der Politiker sowie deren Versäumnisse und Fehlentscheidungen aufmerksam machen. Angesichts der geringen Gefahr einer Ansteckung bei Demonstrationen im Freien sind die Aktionen der Polizei oft absurd. Häufig werden die Demonstranten durch Straßensperren zusammengedrängt. Danach können die Einsatzleiter (erfreut?) feststellen, dass die Mindestabstände nicht eingehalten werden und man deshalb (leider) die Demonstration auflösen müsse. Dies erfolgt dann oft durch absurde „Folter-Shows“, wie in zahllosen Videos bewiesen wird, die sich hunderttausendfach im Netz verbreitet haben. Dabei greifen Polizisten einzelne Demonstranten (auch Alte, Frauen, sogar Schwangere und Behinderte) aus der Menge heraus und stürzen sich auf sie, statt die widerstandslosen Menschen einfach zur Feststellung der Personalien abzuführen. Vielfach wird ihnen dabei das Knie auf den Nacken gedrückt – genauso, wie das bei George Floyd geschehen ist. Vielleicht ist man sogar daran interessiert, dass solche Szenen mit vor Schmerz schreienden Menschen, die um Hilfe rufen, im Netz verbreitet werden. Hinzu kommt zuweilen der Einsatz von Knüppeln und Pfefferspray. All dies soll wohl abschreckend wirken. Glücklicherweise weigern sich die Polizei-Einsatzleiter einiger Städte, derart unverhältnismäßige Maßnahmen zu befehlen. Hoffentlich werden sie nicht selbst bald Opfer von Strafaktionen, wie jüngst ein Weimarer Richter, der wissenschaftliche Gutachten gegen den Maskenzwang akzeptierte und in seinem Urteil umsetzte. Zitat aus: https://www.epochtimes.de/meinung/gastkommentar/falsche-massnahmen-verschwoerungstheorien-und-demos-a3504813.html
- Praktikable Alternativen zum "Ermächtigungsgesetz"
1. Die Verantwortlichen auf allen Ebenen brauchen Zahlen, welche die Wirklichkeit abbilden, statt sie zu dramatisieren. Hierzu müssen die in den Punkten 1. – 5. Dieses Textes (1) dargestellten Maßnahmen umgesetzt werden. Nur so können Daten erfasst werden, die die Wirklichkeit abbilden, statt unberechtigte Panik zu erzeugen. 2. Weg vom Tabu und vom ängstlichen Schweigen! Die Angst vor dem Beifall von der „falschen“ Seite verhindert die Identifikation vieler Hotspots. Man fürchtet einen Aufschrei von Wutbürgern und Politikern aus (angeblich) rechten Ecken, der so lauten könnte: „Das ganze Land wird eingesperrt und Hundertausende werden ruiniert, nur weil sich Migranten und Menschen in Parallelgesellschaften nicht an die Regeln halten können oder wollen!!“ Die monatelangen PEGIDA-Demonstrationen sind noch in guter Erinnerung. Es geht also die Angst um, dass sich auch die Querdenker-Demos solche Slogans auf die Fahnen schreiben würden. Das rechtfertigt jedoch nicht, die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen. Weil der allergrößte Teil der Menschen, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert haben, keine oder nur sehr milder Symptome hat (2,3), entsteht eine Situation, in welcher sie unwissentlich viele andere anstecken können. Dies gilt besonders in beengten Wohnverhältnissen, bei bildungsfernen Bevölkerungsschichten und bei Menschen mit ausländischen Wurzeln, deren Kultur und Religion ständige Zusammenkünfte in großen Gruppen unverzichtbar erscheinen lassen. Zudem können diese Menschen sich in der Regel nicht ins sichere Homeoffice zurückziehen. Hohe Fallzahlen sind tatsächlich in ethnisch relativ homogenen Wohngebieten von Menschen mit Migrationshintergrund und von Migranten aus Armuts- und Krisenregionen anzutreffen. Von dort kommen auch die allermeisten COVID-19 Fälle und Intensivpatienten (4). Das Tabu um diese Tatsache muss endlich gebrochen werden. Wie sogar der sonst oft „politisch korrekte“ Lanz in Schweden vor Ort feststellte, sind die dortigen großen Ausbrüche in Altenheimen ganz wesentlich durch die Pflegekräfte verursacht worden, die aus Wohngebieten stammen, in denen fast nur Migranten leben. Sie haben sich dort angesteckt und trugen das Virus zu den Alten. In Deutschland dürfte dies vielfach genauso geschehen sein (5), obwohl belastbare Untersuchungen hierzu geflissentlich unterblieben sind. Aufgrund der geringen Zahl von Erkrankungen von Kindern hat man lange die Illusion verbreitet, dass sie sich nicht anstecken könnten und das Virus auch nicht weitergeben würden. Es war also ein Tabu, systematisch Kinder in KITAs und Schulen zu testen. Man hätte innerhalb von Tagen herausfinden können, dass die Mär von der Corona-freien Schule falsch war. Dieses Narrativ wurde jedoch gebraucht, um die Schulen offen halten zu können. Jeder weiß doch aus eigener Erfahrung, wie schnell sich Kinder mit Atemwegserkrankungen – also auch den anderen Corona-Viren anstecken! Man hätte also nicht einmal testen müssen, um darauf zu kommen, dass dies natürlich auch für SARS-CoV-2 der Fall ist. Weiterhin gibt es Betriebe und Schulen, die sich als Hotspots erwiesen haben (z.B. Tönnies). Problematisch sind auch überbelegte Heime für Wanderarbeiter u.ä. Niemand hat sich erstaunlicherweise bisher um Maßnahmen gekümmert, Virus-Aerosole in überfüllten Bussen, Straßenbahnen und Fahrstühlen zu vermeiden. Möglich wäre dies - neben der Pflicht zum Tragen der wirklich schützenden Masken mit kationischen Fasern (z.B. 6) - auch durch eine Begrenzung der Zahl der Passagiere, starke Durchlüftung und Sprechverbot. 3. Massenweise Selbsttests in kurzen Abständen sind ein wichtiges Instrument, um die unwissentliche Weitergabe der Infektion zu verringern. Anfangs dachte man, ansteckend wären nur solche Menschen, die erkennbar krank sind. Leider hat sich herausgestellt, dass sich die Virusmenge bei symptomlos Infizierten nicht von derjenigen unterscheidet, die bei Menschen auftritt, die Krankheitsymptome aufweisen (2,3). Zum Teil haben scheinbar gesunde Menschen sogar eine Viruslast, die extrem hoch ist (2). Sie sind die klassischen Superspreader. Inzwischen weisen viele Hometests einigermaßen zuverlässig akute SARS-CoV-2 Infektionen mit hoher Virusmenge nach. Allerdings darf man nicht übersehen, dass alle rund 230 Schnelltests nur eine einfache Registrierung besitzen, die auf Herstellerangaben basiert. Belastbare Prüfungen dieser Angaben fanden nicht statt. Das Ergebnis: Es gibt deutliche Qualitätsunterschiede. Es wäre an der Zeit, vergleichende Sensitivitäts- und Spezifitätsteste von Amts wegen durch das PEI vorzunehmen und nur diejenigen Tests zum Verkauf zuzulassen, die eine hohe Spezifität und Sensitivität aufweisen. Allerdings können die Hometests und Schnelltests eine gerade beginnende Infektion noch nicht anzeigen. Deshalb ist eine Wiederholung im Abstand von 2-3 Tagen nötig. Die ständigen Tests in kurzen Abständen in Firmen, Behörden, Geschäften und Schulen sind deshalb von zentraler Bedeutung, um die unwissentliche Weitergabe der Infektion zu stoppen. Dadurch werden auch viele Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung überflüssig. Kostenlose oder billige Tests und eine kleine Mühe ermöglichen eine große Befreiung. Schnelltests haben glücklicherweise nicht die extreme Empfindlichkeit der PCR, welche auch noch Spuren längst überstandener Infektionen anzeigt und deshalb Menschen manchmal unnötig in Quarantäne bringt. Die Hometest-Versionen sind leicht und ohne unangenehme "Tiefenbohrungen" in der Nase durchführbar. Wenn ein Selbsttest also positiv ist, hat diese Person in der Regel so viel Virus im Nasen-Rachenraum, dass andere angesteckt werden können. Natürlich sollte das Resultat noch durch PCR und eine ärztliche Untersuchung bestätigt werden, um falsch positive Ergebnisse auszuschließen und damit ggf. eine Therapie eingeleitet werden kann. Nur so kann eine Quarantäne wirklich gerechtfertigt werden. 4. Übertragung aller Verantwortlichkeiten von Bund und Ländern auf die regionalen Fachleute und Entscheidungsträger. Nur die Bürgermeister, Landräte, Gesundheits- und Sozialämter sowie Schulverwaltungen haben die nötigen Kenntnis der Besonderheiten ihrer Region und das Vertrauen vieler Menschen die dort leben. Sie können deshalb mit viel höherer Wahrscheinlichkeit Ausbreitungsquellen von Infektionen lokalisieren und isolieren. Dazu müssen die in (1) erwähnten Daten und Methoden herangezogen werden. Die bisherigen Verfahren sind hierfür wenig geeignet. Diese Personen sind auch diejenigen, die mit intelligenten und auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnittenen Lösungen das öffentliche und geschäftliche Leben reaktivieren können, ohne ihre Mitbürger zu gefährden. Aus diesem Grund ist es so absurd, dass mit der neuen Gesetzgebung z.B. das großartige und erfolgreiche Tübinger Modell und viele andere lokale Maßnahmepakete zerstört werden. Man darf nie alle Eier in einen Korb legen – besonders dann nicht, wenn dieser an einem sehr dünnen Faden hängt. Leider ist das bei den bundeseinheitlichen Maßnahmen der Fall, weil in vielen Ländern nachgewiesen wurde, dass Lockdown, Ausgangssperren und Maskenpflicht praktisch keinen Effekt auf die Ausbreitung der Infektion haben (7, 8, 9). Gegenteilige Behauptungen ignorieren meist die natürlichen Zyklen auf- und abschwellender Infektionsraten. Es ist also zu erwarten, dass der erhoffte deutliche Effekt des neuen Gesetzes nicht eintritt und man gleichzeitig die vielen sinnvollen Alternativen zerstört hat. Insofern wirkt das neue Gesetz der trotzigen und beratungsresistenten Matrone im Kanzleramt wie ein Elefant im Porzellanladen. Dadurch wird diesen Ansätzen – wie in Tübingen – auch die Möglichkeit genommen, einen wissenschaftlich fundierten Nachweis ihrer Effektivität zu führen. Die begleitenden Studien von Universitäten sind wertlos geworden, weil sie nicht zu Ende geführt werden können. So können die Befürworter der neuen Gesetzgebung leicht behaupten, es wäre ja schon absehbar gewesen, dass diese Ansätze nichts gebracht hätten. Natürlich lässt sich das massenweise Testen (mit guten und validierten Schnelltests) in Tübingen nicht auf Großstädte und andere Regionen übertragen. Bezüglich der unter Punkt 2. genannten Problemregionen ginge das aber durchaus und zwar dann, wenn man statt der Peitsche der Strafen und Restriktionen den Anreiz von Vorteilen und Möglichkeiten schafft, so wie in Tübingen. Diese bestehen z.B. in Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, aber auch in der Aufhebung von Restriktionen bei Familientreffen oder religiösen Zusammenkünften. 5. Eingrenzung der Ausbreitung der Infektion in den Hotspots. Zu der unter 4. beschriebenen exklusiven Verantwortlichkeit der lokalen Sachkenner muss es auch gehören, die Impfprioritäten eigenständig festzulegen. Praktisch bedeutet dies, allen Menschen in Hotspots ein Impfangebot zu machen, völlig unabhängig von anderen Kriterien. Dieser Personenkreis muss zudem mit wirklich schützenden Masken, also solchen mit kationischen Fasern, ausgestattet werden. Nur diese Masken binden das Virus nahezu vollständig aus dem Aerosol und inaktivieren es danach zu 100% (6). Sie sind teurer, können aber bis zu 200mal verwendet werden, so dass ihr Einsatz sogar noch wesentlich billiger ist als derjenige der gegenüber Aerosolen nahezu wirkungslosen FFP-2 Masken, die der Gesundheitsminister für 4 Milliarden eingekauft hat und die eigentlich nach 1-2 Stunden Tragezeit immer wieder durch neue ersetzt werden müssten. Warum sollte der Bund nicht eine vergleichsweise lächerliche Summe von 20-30 Millionen Euro ausgeben, um alle Menschen in Problembezirken kostenlos mit den einzig wirksamen Masken zu versorgen? Auch hier kann der Anreiz zu deren Nutzung darin bestehen, dass alle Einkäufe und der Zutritt zu Verkehrsmitteln nur noch mit diesen Masken erlaubt werden. Zusätzlich muss – besonders in Wohngebieten von Migranten und bildungsfernen Bevölkerungsschichten – eine intensive persönliche Aufklärung durch Mitarbeiter der Gesundheits- und Sozialverwaltungen ggf. unter Einbeziehung von Ärzten und Schwestern angeboten werden. Um die Ausbreitungsherde könnte in bestimmten Fällen eine regionale Quarantäne gelegt werden. Mit anderen Worten, Menschen aus diesem Wohngebiet dürfen für einen Zeitraum von 2-3 Wochen dieses Areal nur mit einem negativen Corona-Antigentest oder nach erfolgter Impfung verlassen. Für alle anderen Menschen der entsprechenden Stadt oder des Landkreises werden dann keine wesentlichen Einschränkungen mehr benötigt. 6. Öffnung aller Orte, an denen man sich (fast) nicht anstecken kann. Das bedeutet, Öffnung aller Kinos, Theater, Museen, Geschäfte und Restaurants, die entweder durch einen schnellen Luftaustausch die Bildung von infektiösen Aerosolen ausschließen oder durch eine begrenzte Zahl von Besuchern/Kunden den gleichen Effekt erreichen. Inzwischen ist zudem nachgewiesen, dass in diesen Bereich bereits ohne solche Maßnahmen im Frühjahr 2020 nur selten Ansteckungen beobachtet wurden (10). In geschlossenen Räumen ohne Luftaustausch können sich Aerosole über Stunden halten, auch wenn ein infektiöser Mensch diesen schon lange verlassen hat. Mindestabstände sind hier also sinnlos. Insofern dürfte die Öffnung von Nachtclubs und engen Bars problematisch werden. Es müssen alle Beschränkungen für den Aufenthalt im Freien aufgehoben werden. Im Gegenteil, die Menschen müssen ermutigt werden, sich so lange und so viel wie möglich im Freien aufzuhalten. Hier können sich niemals hohe Aerosol-Konzentrationen anreichern. Verweilverbote sind geradezu lächerlich. Ebenso müssen sämtliche Auflagen bei Demonstrationen – insbesondere Mindestabstand und Maskenpflicht – aufgehoben werden, weil hier eine Ansteckung so gut wie ausgeschlossen ist, solange nicht ein frisch Infizierter andere laut anschreit oder abküsst. Das kommt aber kaum vor, wie die Videos der Demonstrationen beweisen. Eine solche Art der Ansteckung ist zudem bei einer Positivrate von 1:1000 extrem unwahrscheinlich. Dass nächtliche Ausgangssperren nicht nur nachweislich unwirksam, sondern angesichts der gut dokumentierten Tatsachen zur Ausbreitung von Infektionen geradezu absurd sind, ist aufgrund der praktischen Erfahrungen offenkundig (7). 7. Statt bequemer Schnelligkeit: Vermeidung von vielen Nebenwirkungen der Impfungen. Sie sind gegenwärtig 25mal bzw. 40mal häufiger sind als bei Grippe-Impfungen (11, 12). Das ist alarmierend und basiert vermutlich u.a. auf einem medizinischen Kunstfehler, der im Interesse einer schnellen und kostengünstigen Durchimpfung gemacht wird. Er besteht darin, dass man aus Unkenntnis in eine bereits bestehende Immunreaktion „hineinimpft“ und das Immunsystem dadurch zu überschießenden Reaktionen anregt. Diese Gefahr kann einerseits durch die Testung aller Impfwilligen vor der Impfung verhindert werden. Dabei muss festgestellt werden, ob eine vorangegangene (unentdeckte) SARS-CoV-2 Infektion vorliegt. Hierzu ist es nötig, parallel eine PCR und einen Antikörpertest durchzuführen. So kann vermieden werden, dass das – durch eine Vorinfektion bereits sensibilisierte - Immunsystem nach einer Impfung extrem stark reagiert. Dies macht jüngere Menschen vielleicht einige Tage arbeitsunfähig. Bei älteren, multimorbiden Personen kann diese Reaktion aber auch zum Tode führen. Die vielen Todesfälle nach Impfungen in Altenheimen beweisen es (5). Bei Impfungen mit einem Adenovirus-Vektor muss man zusätzlich auf anti-Adenovirus-Antikörper testen. Der Grund: viele Menschen haben sich mit ähnlichen Adenoviren schon einmal infiziert. Das Immunsystem kennt sie also und reagiert entsprechend stark. Menschen, die viele Antikörper gegen das zur Impfung verwendete Adenovirus haben, müssten deshalb mit einem RNS-Impfstoff immunisiert werden. Aus dem gleichen Grund darf man die zweite Impfung eigentlich auch nicht mit dem gleichen Adenovirus-Vektor (wie bei AstraZeneca) durchführen. Bei Sputnik V wird das berücksichtigt. Nur so kann eine überschießende Reaktion des bereits sensibilisierten Immunsystems ausgeschlossen werden. Es gibt aber auch Nebenwirkungen, die durch o.g. Maßnahmen nicht verhindert werden können und die bei Impfungen mit den RNS- oder DNS-Genfähren generell nicht zu vermeiden sind. Sie verbleiben nicht nur im Muskel, sondern verteilen sich über die Blutgefäße auch im Körper. Weil daraufhin viele Zellen die Gen-Fähre aufnehmen und danach das Spike-Protein des Virus an der Oberfläche tragen, werden sie von den sogenannten zytotoxischen T-Zellen attackiert. Diese sind oft schon vor der Impfung vorhanden und ruhen meist in den Lymphknoten. Wie kommt das? Wir sind fast alle schon gegen SARS-CoV-2 "geimpft". Das liegt daran, dass unser Immunsystem die anderen Corona-Viren schon lange kennt, die ganz ähnlich aussehen. So entsteht die sogenannte Kreuzreaktivität der Erkennungsregionen der T-Gedächtniszellen mit SARS-CoV-2. Deshalb gibt es auch so wenig Menschen, die Symptome oder schwere Erkrankungen entwickeln. Diese Gedächtniszellen "erwachen" nun und erkennen das Spikeprotein auf der Oberfläche der Zellen, denen der Bauplan hierfür durch die Gen-Fähre des Impfstoffs verabreicht wurde. Die zytotoxischen T-Zellen schneiden dann kleine Löcher in die Membran, was die Zellen zu Platzen bringt. Das kann in vielen Organen geschehen und vielfältige Nebenwirkungen auslösen. Wenn dies mit Zellen der Gefäßwände geschieht, entstehen Verletzungen, die Blutgerinnsel auslösen können. Thrombosen entstehen dadurch, dass sich größere Klümpchen ablösen und schließlich Gefäße verstopften. Zudem gibt es neue Daten, die zeigen, dass Zellen, welche das Spike-Protein produzieren, sehr effektiv mit Zellen verschmelzen können, die den passfähigen Rezeptor (ACE-2) tragen (13). So bilden sich Riesenzellen, die bald platzen und ebenfalls für Nebenwirkungen verantwortlich sein können. Aufgrund eines aktuellen "Rote Hand" Briefes von AstraZeneca kommt noch ein weiteres Risiko hinzu (14). Offenbar wurden bei allen Geimpften mit Thrombosen auch Autoantikörper gegen den Plättchenfaktor 4 (PF4) gefunden. Damit einher geht der Abfall der Zahl der Blutplättchen, weil sie verklumpen und Thrombosen auslösen. Da es sich hier um eine Autoimmunreaktion handelt, kann sich auch bei anfänglich milden Reaktionen das Problem im Laufe der Zeit verschlimmern, wenn die Bildung dieser Antikörper - z.B. durch die Infektion mit ähnlichen SARS-Viren - stimuliert wird. Man müsste also eigentlich alle Menschen vor der AstraZeneca-Impfung auch auf eine bereits existierende Immunreaktion gegen PF4 testen, um diese Gefahr auszuschließen. Weitere Erläuterungen dazu sind hier zu finden (15). 8. Übergang zu Impfungen mit gentechnisch hergestellten, reinen Antigenen und sukzessives Auslaufen der Impfungen mit Gen-Transportern. Entgegen der ursprünglichen Annahme hat sich inzwischen herausgestellt, dass es nicht nötig ist, den komplizierten Weg einer Impfung über Gentransporter zu gehen. Einerseits, weil sie weder Neuinfektionen verhindern, noch sehr lange wirken. Es ist allerdings schon ein großer Erfolg, dass schwere Erkrankungen vermieden werden können. Das reine, gentechnisch hergestellte Spike-Protein von SARS-CoV-2 reicht nach intelligenter „Verpackung“ bereits aus, um eine starke Immunreaktion hervorzurufen. Das haben zahlreiche Publikationen, aber auch weit fortgeschrittene klinische Studien bewiesen (16). Zudem lassen sich die wichtigen Teile solcher Proteine billig herstellen und schnell mit den Mutanten versehen, die in den neuen SARS-CoV-2 Varianten auftreten und die gegenwärtig verwendeten Impfstoffe teilweise wirkungslos machen (17). Ein weiterer Vorteil liegt in der Tatsache begründet, dass solche Proteine gefriergetrocknet und ohne Kühlung an jeden Ort der Welt transportiert werden können (18). Fazit: Es gibt viele wissenschaftlich begründete und rationale Möglichkeiten der realistischen Analyse der Situation und der Einführung wirksamer Maßnahmen. Ein Ermächtigungsgesetz zur Etablierung weit reichender Vollmachten für die Einführung sinnloser und z.T. schädlicher Maßnahmen ist deshalb zu verurteilen. Die Argumentation der Schlafwandler in Politik und Medien bezieht sich (unausgesprochen) auf ein einziges Kriterium. Das lautet: „…aber es machen doch alle so!!“ (16). Zitat aus: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/praktikable-alternativen-zum-ermaechtigungsgesetz-und-zur-minderung-von-impf-nebenwirkungen-a3504854.html
- Der einzige Weg zu einer Reform des Islam
Die ersten beiden Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg haben in vielen muslimischen Ländern große Umwälzungen hervorgebracht. Oft haben Diktatoren die Macht übernommen, deren Regime weltlich und von sozialistischen Ideen inspiriert war. Dementsprechend wurde der konservative Islam in den Hintergrund gedrängt, was von vielen Menschen - insbesondere Frauen - als Befreiung empfunden wurde. Kaum jemand hatte erwartet, dass sich dieser Trend wieder umkehren ließe, d.h. dass die alten archaischen Traditionen des Islam zu einer alles andere überdeckenden Macht aufsteigen könnten. Das ist jedoch in fast allen islamischen Ländern geschehen. Damit sind aber auch die Probleme zurückgekehrt, die schon seit Jahrhunderten die Entwicklung in Richtung einer modernen Gesellschaft behindern und zur Bildung abgeschotteter Parallelgesellschaften in den westlichen Industrieländern geführt haben. Die Hoffnungen auf einen Siegeszug des moderaten, aufgeklärten und modernen Islam haben sich zerschlagen. Zitat Die Krankheit des Propheten beginnt bei seinem persönlichen Leiden, aber sie wird genährt von einem Gottesbild, das weder Verhandlung noch Eigenverantwortung kennt. Ein Gott, der die Menschen fernsteuert und alles für sie durch Gebote und Verbote regelt. Er überwacht die Menschen und bestraft sie für jeden Fehltritt, ja sogar für die »falschen« Gedanken, und er darf nicht in Frage gestellt werden. Er entscheidet alles und lenkt alles. Allah macht die Geschichte, nicht die Menschen und ihr Tun. Hier liegt der Kern des Problems - und ein Hinweis auf seine Lösung. Das, woran die islamische Welt krankt, kann nur geheilt werden, wenn Muslime sich von den multiplen Krankheiten des Propheten lösen: Fatalismus, Zwangsstörung, Selbstüberschätzung, Paranoia, Kritikunfähigkeit sowie die Neigung zum Beleidigtsein. Auch das verzerrte Bild Gottes, das Vorbild für Despoten geworden ist, muss in Frage gestellt werden. Eine Reform, die es nicht wagt, das Trio von Mohamed, Allah und dem Koran zu relativieren, ist keine Reform, sondern ein Selbstbetrug. Fundamentalismus und Intoleranz sind nicht eine Folge der Fehlinterpretation der Texte, sondern eine Folge ihrer Überhöhung. Die Reform des Denkens beginnt, wenn Muslime es wagen, Mohamed aus dem Käfig der Unantastbarkeit zu entlassen und ihn Mensch werden zu lassen - Mensch, der er ja immer war. Erst dann können sie selbst aus seinem/ihrem Gefängnis ausbrechen und Teil der Gegenwart werden, die nicht von Gott, sondern von den Menschen bestimmt wird! Zitat aus: Mohamed, Ein Abrechnung, Hamed Abdel-Samad, Droemer-Verlag 2015, Seite 220-221











