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  • Politik in den USA: Schonungslose Grabenkämpfe

    „Ich muss abschließend noch einige Bemerkungen zu Wahlkämpfen und Politikern in den USA machen, die zeigen sollen, wie glücklich wir uns in der Harmlosigkeit unserer Marionetten-Demokratie fühlen können und sollten. Diese Betrachtung soll einiges von dem eben Gesagten dahingehend relativieren, dass wir bei allem Zynismus über die dargestellten Verhältnisse in Deutschland nicht vergessen sollten, wie niedlich viele der Demokratie-Probleme sind, über die wir uns - mit einigem Recht - aufregen. … Die zwei Parteien im amerikanischen Kongress bekämpfen und blockieren sich seit endlosen Zeiten erbittert, obwohl sie weder als richtige Parteien im westeuropäischen Sinne organisiert sind, noch sich in ihren Grundüberzeugungen unterscheiden. Sie haben das gleiche US-amerikanische Sendungsbewusstsein, welches "Gottes eigenes Land" berechtigt, über die Welt zu herrschen, weil nur von hier das Gute, Gerechte und Wahre entspringen kann. Sie sind gleichermaßen an eine oft naiv erscheinende christliche Religiosität gebunden, wie sie die übergroße Mehrheit der Amerikaner in zahllosen Varianten praktiziert. Wie bei allen Kämpfen zwischen religiösen Sekten mit ähnlichen Glaubensinhalten sind auch hier die Auseinandersetzungen besonders fanatisch und emotional, um die (scheinbaren) Unterschiede herauszustreichen. Dieser sinnlose und blockierende Kampf sollte uns an die ruhige Schönheit großer Koalitionen oder satter Mehrheiten in unserem Land erinnern. … Das Konzept von Sieg und Niederlage, welches auch die Justiz in den USA unheilvoll bestimmt, gilt auch in der Politik. So wie ein Staatsanwalt dort nicht der Wahrheitsfindung dienen muss, sondern den Angeklagten mit einer möglichst hohen Strafe belegen will, um "Sieger" im Kampf mit den Verteidigern und dem Richter zu sein, ist es auch bei den Politikern. Es geht nicht primär um die beste Lösung im Sinne der Menschen und des Landes, sondern darum, sich durch Siege bei seinen Kollegen, seinen Lobbyisten und in seinem Wahlkreis hervorzutun. … Auf diesem Hintergrund erscheint es nicht mehr so verwunderlich, dass die Kriminalisierung und persönliche Diffamierung der politischen Gegner mit melodramatischer Hysterie im Laufe der Zeit zur normalen Methode politischer Auseinandersetzungen, besonders aber in Zeiten von Wahlkämpfen geworden ist. Rassismus, Bestechlichkeit, Lügen, Erpressungen, sexuelle Übergriffe, Geheimabsprachen mit Feinden des Landes, Spionage, geistige und körperliche Krankheiten, Populismus, Frauenfeindlichkeit, Kriegstreiberei usw. sind nur einige der Vorwürfe, welche sich die Kandidaten oder Politiker der gegnerischen Parteien praktisch täglich um die Ohren hauen.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021

  • Strippen ziehende Obermarionetten

    „Eine weitere - allerdings sehr kleine Gruppe - von Strippenziehern befindet sich auch unter den Parlamentariern. Es sind die Obermarionetten, die selbst an vielen Strippen hängen, von denen sie die meisten entweder nicht kennen oder verstehen. Der absurde Fraktionszwang und das Hinterzimmer-Gekungel zur Auswahl der Kandidaten für die aussichtsreichen Listenplätze bei der nächsten Wahl sind die entscheidenden Machtinstrumente der Obermarionetten. Es sind erstaunlich wenige Personen. Einige der Spitzen der Fraktionen und die Küchenkabinette bestimmter Minister beziehungsweise der Regierungschefin gehören dazu. Jeder Parlamentarier, der - sollte er ausnahmsweise mal eine eigene Meinung und eine gewisse Kenntnis der Gesetzesmaterie erworben haben - sich eine abweichende Ansicht, ja selbst nur eine öffentliche Hinterfragung der "politisch korrekten" Sprachregelung erlaubt, wird nicht nur mithilfe des Fraktionszwanges bei fast allen Abstimmungen seines verfassungsrechtlich garantierten Rechtes beraubt, das darin besteht, nur seinem Gewissen verantwortlich zu sein. Allein dieser Verfassungsbruch ist ein Skandal. Als wäre dies jedoch noch nicht genug der demütigenden Gängelung, gibt es noch ein effektives Mittel gegen Unbotmäßigkeit: Der Aufmüpfige erfährt andeutungsweise hinter den Kulissen, dass es bei der nächsten Wahl wohl kaum zu einem aussichtsreichen Listenplatz reichen wird, wenn sich das Verhalten des werten Genossen oder Parteifreundes nicht ratzfatz ändert. Innerhalb von Sekunden macht sich nach einem solchen Gespräch das gepeinigte Gewissen davon und nimmt die kritische Meinung des betroffenen Parlamentariers gleich mit. Die Angst vor dem Verlust von Status und Salär eines Abgeordneten haben beide zum Schweigen gebracht. Nun flüchten sie schamvoll ins Nichts. Das Methodenarsenal der Obermarionetten ist aber noch reichhaltiger: Man legt fest, wer im Plenum redet und sich so profilieren darf. Man bestimmt, wer wohin reisen kann, in welchen Ausschüssen der Abgeordnete sitzt und wie sein Büro und die Mitarbeiter beschaffen sind. All dies sind subtile, aber hocheffektive Methoden, mit denen man Parlamentarier zum abnickenden Stimmvieh unverstandener Gesetze degradiert. Das deutsche Parlament ist in weiten Teilen die Persiflage einer repräsentativen Demokratie. Das ist alles nicht besonders schlimm, wenn die Dinge ihren geregelten Gang gehen, Wirtschaft und Finanzen halbwegs in Ordnung sind. Wenn allerdings das Schiff auf eine riesige Klippe zusteuert, dann werden sich diese Mechanismen als fatal erweisen. Man wird es erst bemerken, wenn es längst zu spät ist! Große, reich begrünte Bäume fallen plötzlich und unerwartet im Sturm, wenn sie innen hohl und morsch sind.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021

  • Drehtürkarrieren sind Interessenkonflikte

    „Zunehmend wird auch in Deutschland eine weitere Steuerungsmethode von Politikern akzeptabel: die Drehtür-Karriere. Politiker verabschieden sich plötzlich aus ihren Ämtern, weil sie angeblich ausgelaugt sind und sich mehr der Familie widmen wollen. Kurz danach tauchen sie in hochdotierten Positionen in den Industrien auf, für welche sie zuvor als Minister oder Staatssekretäre zuständig waren. Ein Schelm, wer behauptet, dass der Eintritt in die Drehtür erst Wochen nach dem Ausscheiden des amtsmüden Politikers besprochen worden wäre! Die Drehtür ist eine Form der Bestechung und Schaffung von Netzwerken, die gegenwärtig alle Bereiche der internationalen Finanzwirtschaft und Großindustrie sowie die wichtigen Regulierungs- und Kontrollbehörden (insbesondere in den USA) durchdrungen hat. Zwangsläufig handelt es sich beim Agieren in solchen Netzwerken nicht nur um Gefälligkeiten. Wenn allein die mächtigste Firma unter den großen Finanzspekulanten weltweit nahezu alle wichtigen Chefsessel der relevanten Ministerien, Aufsichtsbehörden und internationalen Organisationen mit ehemaligen Mitarbeitern besetzt hat, wird wohl kaum jemand annehmen wollen, dass es sich hierbei um Zufälligkeiten handelt. Natürlich fühlt man sich weiterhin als Mitglied des "Clubs der Shaker und Maker" und wird auch so behandelt. Es bedarf also nur sehr dezenter Hinweise, damit die Entscheidungen der "Aufsichtsbehörden" im erwünschten Sinne ausfallen. Sollten die offensichtlichen Interessenkonflikte gelegentlich den einen oder anderen der "Ehemaligen" zu einer missliebigen Entscheidung verführen, gibt es sicherlich auch noch andere Mittel, ihn wieder auf den rechten Pfad zurückzuführen: Nahezu jeder dürfte aufgrund seiner bisherigen Tätigkeit und mithilfe eines Geheimdossiers, welches die wichtigen Leute im Tresor haben, erpressbar sein. Diese Methode ist sehr wirksam, was sich auch daran zeigt, dass sie selten eingesetzt werden muss. Ein FBI-Chef hat sich auf diese Weise jahrzehntelang an der Macht gehalten.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021

  • Spitzenpolitiker: Das könnte jeder sofort!

    „Wäre es möglich, dass fast jeder Mensch, der zufällig auf der Straße angesprochen wird, einen Job als Marionetten-Politiker bekleiden könnte, ohne dass wir einen Unterschied zur bisherigen Situation merken würden? Ja sicher! Die Ministerialen schreiben doch ohnehin die Sprechzettel, Reden und Artikel; sie reichen die unterschriftsreifen Briefe und andere Texte ins Vorzimmer. Sie sind eng verbandelt mit den Strippenziehern und ihren Seilschaften. Alles bliebe genauso wie es bereits ist. Ein oft zitierter "Zukunftsforscher", der sich der literarischen Fiktion als Verpackung für seine Prognose bediente, hat treffend formuliert: "Es spielt keine Rolle, ob der große Bruder tot ist!" Die sozialistischen Staaten haben es mit ihrer Gerontokratie bewiesen: Egal wie alt, krank und/oder dement die Leute an der Spitze sind, der Laden läuft - im Rahmen der Möglichkeiten des Systems - wie geschmiert. Wenn dies schon für ein System gilt, in dem die starken kreativen und sich selbst regulierenden Mechanismen der "kompetitiven Intelligenz" der Realwirtschaft und der international vernetzten wissenschaftlichen und technologischen Forschung kaum wirken konnten und wo deshalb jeder auf eine Anweisung von oben warten musste, dann ist dies für die modernen Industriegesellschaften umso mehr gültig. Es spielt keine Rolle, wer Kanzler oder Minister ist. Es ist gleichgültig, ob diese Personen krank oder unfähig sind, solange gelegentlich ein Bild von ihnen in den Medien auftaucht. Alles andere wird auch ohne sie geregelt. Also: Spitzenpolitiker kann fast jeder!! Diese Aussage ist unter anderen nach der Wiedervereinigung durch umfangreiche Erfahrungen mit den DDR-Politamateuren bestätigt worden. Zufälle und die Suche nach unbelasteten und wenig störenden Personen haben sie in die erste Reihe der Politik in den neuen Bundesländern und auf einige Ministersessel im Bund gespült. Keiner von ihnen hatte Vorerfahrungen in der Politik oder Spuren der essentiellen Kenntnisse des Rechts- und Wirtschaftssystems der Bundesrepublik. Sie hatten zuvor als Arzt, Chemiker, Physiker, Musiker, Ingenieur und oft als Pfarrer gewirkt und waren plötzlich die Chefs von Landesregierungen oder Minister. Alle zeichneten sich durch eine geduldige Hilflosigkeit aus, wie dies auch nicht anders sein kann, wenn in atemberaubender Geschwindigkeit das vertraute System zusammenbricht und durch die Strukturen, Gesetze und Verordnungen der Bundesrepublik - nach den bewährten Verfahren einer Sieger- oder Kolonialmacht - ersetzt wird. Natürlich haben dann die "Vollzugsbeamten der Kolonialherren" alle Zügel in der Hand. Alle Schaltstellen in den Ministerien und anderen Organisationen wurden zwangsläufig mit entbehrlichen Westlern besetzt, weil nur sie die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten besaßen. Also hielten diese Personen in der zweiten und dritten Reihe reale Macht in der Hand, während die hilflosen Marionetten an der Spitze den ehemaligen DDR-Bürgern den falschen Eindruck vermitteln mussten, deren Interessen würden durch Politiker aus ihrer Mitte vertreten. Dass kuriose Zufälle zwei dieser Politiker-Darsteller in die höchsten Ämter der Bundesrepublik gespült haben, ist eine Ironie der Geschichte.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021

  • Es kommt nicht auf die Personen an

    „Leider ist es auch völlig gleichgültig, welche Personen man wählt. Fast alle Parlamentarier sind als Folge einer Zuchtwahl von Unterdurchschnittlichkeit in ihre Position gekommen, wie ich vorhin bereits erwähnte. Ein paar eloquente Paradiesvögel - sei es der kleine schlau brillierende Glatzkopf aus der linken Ecke, sei es der bullige Dicke aus dem rechten Winkel oder der weißhaarige ehemalige Anwalt linker Terroristen - sie alle spielen eher die Rolle von Alibi-Figuren, als dass sie wirklichen Einfluss hätten. Wenn man sich das ölig-ausdruckslose Grinsen der Kandidaten auf ihren Wahlplakaten anschaut, verwundert es schon, warum sie nicht allesamt ihre Fotografen auf horrenden Schadenersatz verklagen: So blöd, verlegen und krampfig kann doch keiner von ihnen wirklich aussehen! Hier muss der Fotograf im Auftrag einer konkurrierenden Partei ein besonders gemein entstellendes Foto gemacht haben!! Also: klagen, klagen und nochmals klagen! Ein öffentlicher Aufschrei muss zudem durch das Land schallen: Nieder mit den perfiden Methoden der Konkurrenz in der Politik! Stoppt die Beschädigung des Ansehens der Parlamentarier durch deren Porträtierung als eine Ansammlung öliger Fieslinge! Schließlich muss auch die Verschandelung der Laternen und Straßenbäume abgestraft werden. Unentrinnbar grinst jedem Bürger über einen Zeitraum von nahezu zwei Monaten eine Ansammlung dieser Marionettenfratzen ins Gesicht. Egal wohin man sich wendet, man wird scheinbar immer vom gleichen Typus angegrinst. Nur die Namen ändern sich von Plakat zu Plakat. Als wären die Fotos nicht schon genug Grund, Klage gegen die hochbezahlten Werbeagenturen zu führen, welche die Plakataktionen durchführen - die Slogans bringen das Fass nun wirklich zum Überlaufen. Ihre knackig-kurze Dummheit und die Dreistigkeit, mit der die Verachtung der Wähler dadurch zum Ausdruck gebracht wird, muss bestraft werden! Denn bei all diesen Parolen wird man oft an einen Satz erinnert, den Zweitklässler gerne auf Bänke und Wände kritzeln: "Wer das liest, ist doof!" Wenn die Parteien diesen Unfug nicht stoppen, dann muss es einen Aktionstag der Bürger geben, an dem innerhalb von 24 Stunden alle Wahlplakate in allen Städten und Gemeinden zerstört oder unleserlich gemacht werden! Nur so kann diesem kostspieligen Irrsinn auch für die Zukunft Einhalt geboten werden.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021

  • Es ist gleichgültig, welche Partei man wählt

    „Die wirtschaftlichen, finanziellen und machtpolitischen Sachzwänge und der Dschungel der Gesetze, Regularien und Verträge schränken die politische Handlungsfreiheit auf kosmetische Aktionen oder ferngesteuerte Maßnahmen zur Katastrophenbewältigung ein. Dort, wo sich dennoch die Gelegenheit für neue Gesetze ergibt, werden diese oft von den Vertretern der Interessengruppen geschrieben und von den Strippenziehern mithilfe ihrer Instrumente - den Marionetten im Parlament - in geltendes Recht verwandelt. Hinzu kommt, dass sich alle etablierten Parteien in ihren Programmen weitgehend ähneln, denn sie alle meinen, sich in der angeblichen Mitte der Gesellschaft Konkurrenz machen zu müssen. Selbst wenn ihre Programme unterscheidbar wären, ist dies ohne Belang für eine Wahlentscheidung. Bislang hat noch jede Partei sowohl ihre hehren Prinzipien als auch viele der konkreten Wahlversprechen ihres Programmes angesichts der - leider, leider - ebenso unerbittlichen wie unvorhersehbaren Sachzwänge vergessen. Oft wurde sogar das Gegenteil des vorher Versprochenen innerhalb von wenigen Wochen durchgesetzt. Solchen Entscheidungen wird dann unverfroren das Etikett "alternativlos" aufgeklebt und die Sache ist erledigt. Natürlich ist es auch ein beliebtes Spiel, dem widerborstigen Koalitionspartner die Schuld am Bruch der eigenen Wahlversprechen in die Schuhe zu schieben. Sollte nicht allen bewusst sein, dass die folgenreichste Verletzung von internationalen Verträgen, Wahl- und Parteiprogrammen erst vor kurzem stattgefunden hat, nämlich die faktische Vergemeinschaftung der Schulden aller EU-Staaten? Wer jetzt noch ein Parteiprogramm oder eine Wahlbroschüre liest, muss ein Idiot sein!“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021

  • Abstimmung im EU-Parlament: Eine Parodie

    „Haben Sie einmal erlebt, wie im EU-Parlament debattiert und abgestimmt wird? Wenn man es nicht selbst gesehen hat, wird man es für eine böswillige Karikatur halten. Die Stellungsnahmen der Fraktionsvorsitzenden dürfen 3-5 Minuten dauern, der normale Abgeordnete hat nur noch eine Minute Redezeit, bis ihm das Mikrofon abgestellt wird. Da wird sicher Tiefschürfendes komprimiert vorgebracht und mit wachem Interesse von den Kollegen konsumiert! Vielleicht nicht immer - denn außer den nächsten Rednern ist ja niemand da. Allerdings setzt das Abstimmungsverfahren noch einen drauf. 250 Abstimmungen in eineinhalb Stunden sind keine Ausnahme. Wie kann das gehen? Ganz einfach: Die Leithammel der Fraktionen geben Handzeichen, mit denen Zustimmung, Ablehnung oder Enthaltung gegenüber der Herde signalisiert werden. Im Zeitalter der Elektronik entscheidet natürlich nur in Ausnahmefällen die elektronische Abstimmungsanlage. Viel einfacher lässt sich das Ergebnis ja durch den optischen Eindruck des Präsidiums manipulieren. Also wird davon reichlich Gebrauch gemacht. Zum überflüssigen Rotieren zwischen zwei Parlamentssitzen kommen noch die rund 13.000 Beschäftigten in EU-Institutionen in Luxemburg, welches sich natürlich an diesen dritten EU-Standort klammert. Es wird keinen wundern, dass man für die mittleren und höheren Chargen der EU-Mitarbeiter natürlich nur die Besten gebrauchen kann. Wie erreicht man das? Ganz einfach, rund 4.000 von ihnen erhalten mehr Geld als die deutsche Regierungschefin. Man hat einfach den alten Slogan der Geschäftsleute „Was nichts kostet, ist auch nichts wert!“ umgedreht. Daraus ergibt sich logisch die Schlussfolgerung „Was viel kostet, ist viel wert!“.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021

  • Folgenlose Schaukämpfe

    „Fast immer befetzen sich Politiker mit schweren, oft grundsätzlichen und beleidigenden Vorwürfen, solange die Kameras auf sie gerichtet sind. Wird durch diese "Auseinandersetzungen" nicht sinnfällig demonstriert, dass meine Ausführungen fälschlicherweise nur die negativen Seiten unseres Demokratiebetriebes beschreiben? Die Demokratie lebt doch, wenn jeder Redner seinem Vorgänger attestiert, ein Versager und Nichtskönner zu sein, der mit seiner Politik das Land in den Ruin steuern wird! Ist es nicht eine Form engagierter Suche nach der besten Problemlösung, wenn sich die Politiker in den Talkshows lautstark unterbrechen, kaum dass ihr Gegner einen halben Satz gesprochen hat? Prallen hier nicht unterschiedliche Analysen, Bewertungen und Politikentwürfe aufeinander, die dem Wähler die nächste Wahl erleichtern werden? Vermitteln diese Veranstaltungen nicht auch einen Eindruck von dem schweren und mit Herzblut geführten Ringen, welchem sich die Politiker jeden Tag aussetzen, wenn sie versuchen, die Gefahren abzuwenden, die dem Gemeinwesen drohen? Angesichts der oben diskutierten Tatsachen muss man leider feststellen, dass es sich um Schaukämpfe handelt. Wer nicht wirklich etwas zu entscheiden hat, muss wenigstens den Anschein von Engagement und Mut erwecken. Dabei wird selbstverständlich erwartet, dass die Redner aus den Lagern der Regierung und der Opposition kein gutes Haar an den Vorhaben und den Methoden der anderen Seite lassen. Allerdings sind die Vorwürfe und Behauptungen meist so platt, ist die Aufregung so krampfhaft gespielt, dass auch den Zuschauern mit geringem politischem Interesse die Scheinheiligkeit dieser Kämpfe nicht entgehen dürfte. Im Gegensatz zum US-amerikanischen System gibt es in Deutschland bei den meisten Abstimmungen den Fraktionszwang - einer Art Gewohnheitsrecht, welches eigentlich verfassungswidrig ist. So kann man meistens davon ausgehen, dass eine Regierung mit stabiler Parlamentsmehrheit alles durchsetzen kann. Die Opposition bekommt deshalb so gut wie nie die Gelegenheit, die von ihr vehement vorgetragenen Gegenvorschläge einem Machbarkeitstest zu unterziehen. Man muss also keine Kompromisse eingehen und kann sich deshalb umso heftiger streiten - es geht ja um nichts!“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021

  • Der Unsinn der Gipfeldiplomatie

    „Erfunden wurde die Gipfeldiplomatie durch die Eitelkeit von zwei Freunden, die sich in ihrer Rolle als deutscher bzw. französischer Regierungschef zu klein fühlten. Sie wollten gerne als "World Leader" wahrgenommen werden. Die Zeit der bipolaren Welt im Spannungsfeld zwischen Moskau und Washington sollte ein Ende nehmen. Sicherlich war dies zu jener Zeit keine schlechte Idee, auch weil die persönlichen Beziehungen der beiden vieles hinter den Kulissen bewegen konnten und der "Gipfel" nur zur offiziellen Absegnung des bereits Beschlossenen gebraucht wurde. Im Laufe der Zeit ist jedoch daraus eine Inflation der Gipfel entstanden, die von der irrigen Vorstellung ausgeht, dass nur die Staatschefs oder die verantwortlichen Minister in direkten Gesprächen irgendetwas Wichtiges regeln könnten. Es gibt die G-8 und die G-20 Gipfel, die Europa-Gipfel, die Klima-Gipfel, die Euro-Gipfel, die Finanzkrisen-Gipfel, die Terrorismus-Gipfel, die bilateralen Gipfel und zahllose andere Gipfel auf der Ebene der Minister. Viele Regierungschefs und Minister reisen ununterbrochen zu Gipfeln und haben zu Hause kaum Zeit zu lesen, zu verstehen und ihren eigentlichen Aufgaben nachzukommen. Trotzdem kann sich keiner der Teilnehmer dem ständigen Anhören und bzw. Ablesen vorbereiteter Reden entziehen, weil ihr Fernbleiben von den anderen Polit-Größen als unverzeihliche Nichtachtung, ja sogar als Demütigung ausgelegt werden würde. Zudem muss die Reaktion der Medien auf das Schwänzen solcher Veranstaltungen in Betracht gezogen werden. Was sind die Resultate der meisten Gipfel: Man vertagt sich bei wichtigen Fragen und lässt die unteren Chargen nächtelang an Abschlusserklärungen feilen, deren nichtssagende Allgemeinplätze bereits nach einem Tag vergessen sind. Selbst wenn die Gipfelteilnehmer in der Lage wären, kenntnisreich und kreativ um die besten Lösungen drängender Probleme zu streiten - die Zeit dazu fehlt fast immer. Wenn man sich z.B. die Tagesordnungen der G8- oder G20-Gipfel ansieht, kann man nur in Gelächter ausbrechen. Zwischen verschiedenen aufwändigen Unterhaltungsprogrammen werden die Sitzungen eingeschoben, in denen für wichtige und komplexe Themen bestenfalls 30-45 Minuten bleiben. Wenn man nun noch die Zeit abzieht, welche die Teilnehmer zum Verlesen vorbereiteter Erklärungen brauchen, bleibt eigentlich nichts mehr übrig. Gelegentlich nutzen Regierungschefs oder Minister die Gelegenheit, sich aus der offiziellen Runde zu verabschieden, um sich in vertraulichen Gesprächen näher kennenzulernen und vielleicht sogar ein drängendes Problem auf den Weg einer Lösung zu bringen.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021

  • Politiker lernen wenig

    „Nun werden naive Gemüter sicherlich fragen, ob bei dieser Behauptung nicht vielleicht zynische Nichtachtung im Spiel ist. Politiker machen doch auch Erfahrungen. Scheinbar lernen sie jeden Tag. Sie jetten durch die Welt, treffen einflussreiche Leute und könnten so innerhalb kurzer Zeit ihren Horizont erweitern und bereichern. So müssten sie schließlich jedem anderen überlegen sein, der diese Möglichkeiten nicht hat. Klingt eigentlich plausibel, aber genau das Gegenteil ist richtig. Ein führender Politiker lernt nichts, rein gar nichts und selbst wenn Jahre vergehen: Sein Wissen nimmt eher ab als zu! … Warum kann ein Spitzenpolitiker aber nichts lernen, warum kann er keine wirklich relevanten Erfahrungen machen? Weil er den ganzen Tag in Konferenzen, Tagungen und Sitzungen verbringt und diesen Veranstaltungen durch seine physische Präsenz Bedeutung verleihen muss. Dabei hört er eine endlose Zahl von substanzlos repräsentativen Reden, erträgt gnadenlose Wiederholungen und liest seinerseits Texte vor, die von Referenten formuliert wurden. Ist ein solches Manuskript nicht zur Hand, kommen halt wieder die üblichen Sprechblasen und nichtssagenden Versatzstücke zur Anwendung, die in hunderten Reden hemmungslos wiederholt werden. Die Gründe hierfür müssen nicht genauer ausgeführt werden. Wenn man nun noch die Zeit berücksichtigt, die für sinnlose Reisen zu den zahllosen Gipfeltreffen und bilateralen Meetings verbraucht werden, dann kommen tatsächlich jeden Tag 12-14 Stunden "Arbeit" zusammen, obwohl es sich eigentlich nur um das disziplinierte Wärmen von Stühlen und die Aufrechterhaltung von einigermaßen seriösen Gesichtszügen handelt.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021

  • "Saalamander"-Karrieren

    „Die meisten Parlamentarier haben eine typische Politikerkarriere hinter sich, die den Kontakt mit der Lebenswirklichkeit weitgehend ausschließt und die politisch tanzenden Marionetten wirtschaftlich und geistig völlig abhängig vom Verbleiben in diesem Milieu macht. Man sollte diese Laufbahn von Bundestagsabgeordneten und Ministern als "Saalamander"-Karrieren bezeichnen. Hier wird das Reptil bewusst mit einem doppelten A geschrieben, weil das Habitat des "Saalamanders" der Saal ist. Offenbar handelt es sich um ein wechselwarmes Reptil, welches nicht nur stets die Temperatur seiner Umgebung annimmt, sondern oft auch in der Lage ist, die Farbe seiner Haut nach Belieben zu ändern. Die Karriere des "Saalamanders" beginnt natürlich im Kreißsaal. Dann wechselt diese Spezies schon während der mehr oder weniger erfolgreichen gymnasialen Schulbildung in den Saal der örtlichen Vereinskneipe, wo - im Kreise von anderen hoffnungsvollen Jungpolitikern - ihre Ochsentour durch die Hierarchie beginnt. Vorher müssen jedoch noch diverse Hörsäle durchsessen werden, wobei man in der Regel der Juristerei oder den "Palaverwissenschaften" zuneigt. Hat sich der "Saalamander" dann nach vielem Hinterzimmer-Gekungel schließlich mithilfe einer Seilschaft - die gelegentlich eine spätere "Entlohnung" fordert - einen guten Listenplatz ermauschelt, steht dem Einzug in den ersten Plenarsaal nichts mehr im Wege. Oft muss man sich jedoch leider in der Rangordnung der Plenarsäle nach oben hangeln. Im schlimmsten Falle vergehen Jahrzehnte, bis es einer von der Stadtverordnetenversammlung über den Landtag bis in den Bundestag geschafft hat. Wie motiviert ist ein solcher "Saalamander", durch unbotmäßiges Verhalten - d. h. eine gelegentlich abweichende Meinung - den Unmut der Obermarionetten zu provozieren und vielleicht sogar einen der wirklichen Strippenzieher bei seinem "segensreichen Wirken" zu stören? Solche Leute machen den größten Teil der Abgeordneten des Bundestages aus. Sie haben nie einen anderen Beruf als den der Politmarionette kennengelernt. Sie kennen das wirkliche Leben und die drei Felsen, welche das Gebäude der Gesellschaft tragen, bestenfalls aus dem Fernsehen und der Zeitung. Aufgrund ihrer angepassten Durchschnittlichkeit haben sie sich im Bierdunst von Hinterzimmern für einen Listenplatz qualifiziert. Jeder der bereits etablierten Marionetten braucht Mitglieder in seiner Seilschaft. Sie müssen jedoch zwei Voraussetzungen mitbringen: Loyalität gegenüber dem Leittier ist die erste Pflicht. Zudem sollten sie diesem erkennbar unterlegen sein, weil so vermieden wird, dass sie heimlich an dessen Stuhlbeinen herumsägen. So wird über mehrere "Generationen" von Parlamentariern mit der Automatik der Darwinschen Zuchtwahl die Qualität der Abgeordneten immer schlechter, bis sie im Vergleich zum Rest der Gesellschaft sowohl intellektuell als auch charakterlich mehrheitlich als unterdurchschnittlich zu bezeichnen ist.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021

  • Reaktion auf Machtlosigkeit: Marionettentänze

    „Wenn ohnehin keine nennenswerte Handlungsfreiheit für die Durchsetzung politischer Gestaltungsideen besteht, weil die heute Vormittag diskutierten Sachzwänge gemeinsam mit den Strippenziehern hinter den Kulissen die substantiellen Wirkungsmöglichkeiten von Exekutive und Legislative massiv einschränken, ist dann vielleicht der Tanz der Marionetten auf der Fassade einer angeblich repräsentativen, parlamentarischen Demokratie die ehrlichste Lösung? Die Antwort ist ein herzhaftes: "Ja!! - was denn sonst??" Zudem darf man nicht vergessen, dass die "kompetitive Intelligenz" der Realwirtschaft (im Unterschied zur verantwortungslosen Intelligenz der Zocker in den internationalen Finanz-Kasinos) glücklicherweise und zu Recht einen maßgeblichen Einfluss auf die Politik hat. Die Abgeordneten und die Minister sollen diejenigen, die an den Felsen der Realwirtschaft arbeiten, möglichst unterstützen und nicht behindern - denn auf diesem Fundament ruht die Gesellschaft. Ebenso wenig wollen die Strippenzieher gestört werden, welche die meist unsichtbaren Fäden in der Hand halten, mit denen der Tanz der Marionetten auf der Fassade der Demokratie gesteuert wird. Vom Staats- und vom Regierungschef werden mit Recht häufige und besonders ausdruckslose Tänze erwartet. Beide führen dies fast täglich in Reden, Pressekonferenzen und Interviews mit bewundernswerter Beharrlichkeit vor. Sie kennen das Gebäude der Gesellschaft und die Felsen auf denen es ruht, nur vom Hörensagen, haben es nie betreten, sondern nur gelegentlich ein Blick darauf geworfen. Die Matrone hatte zunächst nur den Fernseher, der es ihr ermöglichte, über die Mauer zu schauen. Natürlich war ihr Bild zusätzlich verzerrt durch den Wahrnehmungsfilter, der infolge einer politik- und wirtschaftsfremden Ausbildung und Berufspraxis entsteht. Später war man dann allerdings "näher" dran: Man sah durch die Vorhänge von Amtsstuben und von den Podien großer Säle herab auf das wirkliche Leben.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021

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