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  • Die Zahl der Muslime in der EU bis 2050

    Durch die Kombination von Geburtenreichtum und Einwanderung wird die Zahl der Menschen mit muslimischem Glauben in der EU stark zunehmen, wie Sarrazin in seinem Buch "Feindliche Übernahme" anhand unabhängiger Analysen nachweist. Ob dies jedoch zu einer feindlichen Übernahme europäischer Staaten, einer Islaminierung führt, wie sie z.B. Michel Houllebecq in seinem literarisch wenig überzeugenden Roman "Unterwerfung" geschildert hat, hängt allein von der Integrationsfähigkeit und Integrationswilligkeit dieses Teils der Bevölkerung ab. Wenn man von den bisherigen Erfahrungen ausgeht, ist damit zu rechnen, dass sich die Ghettos in Parallelgesellschaften vergrößern werden. Damit verfestigt sich die religiös motivierte Ablehnung der westlichen Gesellschaft und Lebensweise. Auch hinsichtlich der Bildungswilligkeit der großen Mehrheit dieses Bevölkerungsteils geben die bisherigen Erfahrungen keinen Anlass zu besonderem Optimismus. Das entscheidende Kapital der Industrie- und Informationsgesellschaften besteht aber in der Zahl begabter und hochgebildeter Menschen. Deshalb ist nahezu ausgeschlossen, dass die massive Zunahme der muslimischen Population das bereits gegenüber den asiatischen Staaten bestehende Defizit auf dem Gebiet dieses "Humankapitals" ausgleichen kann. Zitat: "In Frankreich ist den staatlichen Behörden das Sammeln von Daten über die Religionszugehörigkeit weitgehend untersagt bzw. nur unter erschwerten Umständen möglich. In Deutschland ist das Design des Mikrozensus problematisch, sodass die Zahl der Nichtchristen systematisch unterschätzt wird. Die Zahl der Muslime in der Europäischen Union schätzt Pew Research für 2016 auf rund 26 Millionen, das sind 4,9 Prozent der Bevölkerung. 2010 war der Anteil noch 3,8 Prozent. Eine aktuelle Projektion bis zum Jahr 2050 zeigt einen weiteren erheblichen Anstieg. Da die Muslime im Durchschnitt jünger sind und auch mehr Kinder haben, wird ihre Zahl in Europa bis 2050 nach der Schätzung von Pew Research selbst dann auf rund 36 Millionen zunehmen, wenn es ab sofort keine weitere Einwanderung mehr gibt. Bei mittlerer Einwanderung steigt ihre Zahl auf 56 Millionen, bei hoher Einwanderung auf 76 Millionen (vgl. Tabelle 4.4). Im Durchschnitt werden 2050 14 Prozent aller Europäer Muslime sein, in Deutschland wird der Anteil bei knapp 20 Prozent liegen, in Schweden bei 30 Prozent (vgl. Tabelle 4.5). Recht unwahrscheinlich ist das Szenario 1, das für die Zukunft eine weitere Einwanderung von Muslimen ausschließt und zudem die Rückkehr all jener unterstellt, deren Asylantrag abgelehnt wird. Im Szenario 2 gibt es zwar arbeitsmarktbedingte Einwanderung, aber keine weiteren Fluchtbewegungen und ebenfalls die vollständige Rückkehr der Asylsuchenden mit abgelehnten Anträgen. Auch das ist unwahrscheinlich. Die wahrscheinlichste Entwicklung liegt aus gegenwärtiger Sicht irgendwo zwischen Szenario 2 und 3. Knapp die Hälfte des muslimischen Bevölkerungszuwachses in Europa von 6,2 Millionen zwischen 2010 bis 2016 entfiel auf den Geburtenüberschuss der in Europa lebende Muslime, gut die Hälfte entfiel auf Einwanderung. Von den Einwanderern waren rund ein Drittel Flüchtlinge, der Rest reguläre Einwanderer." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 248

  • Wieso verbreitet sich der konservative Islam?

    Auf der ganzen Welt verbreitet sich der konservative Islam. Viele Länder, in denen nach der Unabhängigkeit säkulare - z.T. sogar sozialistisch orientierte - Diktaturen herrschten, schienen auf dem Weg in die westliche Kultur zu sein. Kaum eine Frau trug ein Kopftuch, z.T. war dies sogar verboten. Ein weitgehender Austausch mit dem Westen, ein Zuwachs höherer Bildung und die Industrialisierung dieser Länder schienen auf einem guten Weg. Dann jedoch drehte sich die Entwicklung in vielen Ländern, der konservative Islam wurde immer bedeutsamer und mächtiger. Warum ist dies geschehen? Sarrazin sieht hier primär einen demografischen Grund. Vermutlich ist das aber nur ein Teil einer möglichen Begründung, die sich aus verschiedenen Elementen zusammensetzen dürfte. Ein weiteres Element ist wohl auch die urmenschliche Sehnsucht nach Glaube, Orientierung im Leben, festen Regeln und Werten. Nachdem die sozialistisch-kommunistische Ideologie als Religionsersatz in fast allen Ländern der Welt kollabiert und als Hoffnungsträger ausgefallen ist, suchen Menschen wieder im Islam Halt und Orientierung. Dazu kommt die Desillusionierung mit den korrupten, unfähigen und z.T. sehr brutalen Diktaturen in vielen islamischen Staaten. Was ist also naheliegender, als sich auf die alten Werte des ursprünglichen und "wahren" Islam zu besinnen? Hinzu kommt sicherlich auch die Bequemlichkeit der Männer, die auf diese Weise ihre Dominanz gegenüber den "dienenden" Frauen religiös rechtfertigen und sich möglicher Konkurrenz und Kritik entledigen können. Besonders erschreckend ist in diesem Zusammenhang, in welchem Ausmaß die Rückkehr zum konservativen Islam auch zur Akzeptanz der brutalen Strafen der Scharia in breiten Kreisen der Bevölkerung muslimischer Länder und auch bei Migranten beigetragen hat. Zitat 1: "Ich habe die Vermutung, dass auch die seit Anfang der Siebzigerjahre in den meisten Ländern der islamischen Welt beobachtete Reislamisierung zu einem erheblichen Teil demografische Ursachen hat. 1970 sah man in den Stadtzentren von Kairo, Damaskus oder Istanbul nur wenige Kopftücher. Heute dagegen tragen dort nur wenige Frauen kein Kopftuch. Aus meiner Sicht kann dies so erklärt werden, dass die von der Modernisierung bereits erfassten Teile der Gesellschaft damals bereits die einem hohen Entwicklungsniveau entsprechende niedrige Geburtenrate hatten und deshalb zahlenmäßig stagnierten. Dagegen behielten die von der Modernisierung nicht erfassten Teile der Gesellschaft ihre hohen Geburtenraten bei. So wurden die Träger der Moderne in der islamischen Welt in wenigen Jahrzehnten aus rein demografischen Gründen von einer Minderheit zu einer kleinen Minderheit. So hat sich die Bevölkerung der Türkei von 1970 bis heute mehr als verdoppelt. Die Träger des Kinderreichtums waren aber nicht die säkularen Türken in den westtürkischen Küstenstädten, sondern die konservativen Landbewohner in Anatolien, die in großen Massen in die Städte der Westtürkei zogen und diese in wenigen Jahrzehnten demografisch und religiös quasi »umdrehten«. Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 93 Zitat 2: "Das gilt auch bei der Todesstrafe für Muslime, die vom Glauben abfallen. Diese wünschen 8 Prozent in der Türkei, 41 Prozent im Irak, 88 Prozent in Ägypten, 75 Prozent in Pakistan und 58 Prozent in Malaysia. Ein ähnlicher Prozentsatz fordert die Steinigung von Menschen die Ehebruch begehen. Das meinen 9 Prozent der befragten Türken 80 Prozent der Ägypter, 86 Prozent der Pakistani und 42 Prozent der Indonesier. Dass Verbrechen wie Diebstahl und Raub durch Auspeitschung und Handabschneiden bestraft werden, befürworten 12 Prozent der Türken, 70 Prozent der Ägypter, 85 Prozent der Pakistani und 37 Prozent der Indonesier. In der Summe wird deutlich, dass in praktisch allen islamischen Ländern die weitaus meisten Muslime eine sehr enge und rigide Auslegung der islamischen Religion befürworten. Dabei scheint es sich um eine Massenbewegung von unten zu handeln. Viele Regierende in der islamischen Welt mögen zögern. Es sind offenbar ihre Völker, die einen engen, konservativen, ja über weite Strecken fundamentalistischen Islam wollen. Am stärksten gefeit erscheint dagegen noch die Türkei, 80 Jahre unter der säkularen Gesetzgebung des Kemal Atatürk blieben nicht ohne Folgen. Allerdings ist in der Türkei der Druck von oben durch die Regierung auf eine islamistische Umgestaltung des Landes besonders groß. Vor diesem Hintergrund bleibt der Traum des Mouhanad Khorchide und gleichgesinnter Theologen von einem liberalen, mit der Moderne kompatiblen Islam eine Utopie – weltweit handelt es sich nicht einmal um eine Splitterbewegung. Auch bei den nach Europa eingewanderten Muslimen bleibt der religiöse Fundamentalismus stark und nimmt auch in der zweiten Generation kaum ab: 50 Prozent glauben, dass der Islam zu den Wurzeln zurückkehren muss, 70 Prozent meinen, es gebe nur eine wahre und bindende Interpretation der Religion, 65 Prozent halten religiöse Regeln für wichtiger als weltliche Gesetze und knapp 40 Prozent halten alle drei Meinungen für richtig." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 212

  • Die Wurzeln der Versklavung "Ungläubiger"

    Die Welt hat erschüttert auf die Versklavung von zahllosen jesidischen und christlichen Frauen durch die Terrormiliz IS reagiert. Viele haben hier zum ersten Mal zur Kenntnis genommen, dass die heutigen Islamisten das Einfangen und Ausbeuten von Sklaven für ein gottgegebenes Recht halten, wenn es sich dabei um "Ungläubige" handelt. Wie ist es möglich, dass sich die scheinbar lange zurückliegende Praxis der Sklavenhaltung im fundamentalistischen Islam wieder etabliert? Allerdings ist es auch hier nicht angebracht, sich von der hohen Warte der christlichen Werte darüber zu erregen, denn die brutale Sklavenhaltung durch die christlichen Farmer in den USA und Kolonialherren in anderen Teilen der Welt ist noch nicht lange her. Allerdings hat die islamische Sklavenhaltung eine Tradition von rund 1400 Jahren und hängt eng mit dem religiös begründeten Dschihad zusammen. Zitat: "In der islamischen Welt entstand ein ausgedehntes sklavistisches System, das sich durch anhaltende Importe von Sklaven aus Europa, Zentralasien, Indien und Subsahara-Afrika speiste. Die Sklavenimporte der islamischen Welt übertrafen jene des römischen Reiches bei weitem, was bedeutet, dass die islamische Kultur als sklavenimportierende »Metropole« in der Peripherie die Versklavungsprozesse so anheizte, wie es bis dahin in der Weltgeschichte noch nie geschehen war«.“ Der sogenannte Dschihad vermischte sich untrennbar mit der Jagd nach Sklaven. Die systematische Sklavenjagd durch Raubzüge aus der islamischen Welt begann um 650 und endete erst um 1920 im Wesentlichen durch die Interventionen der Kolonialmächte in Afrika. »Aber in Gebieten, die dem Zugriff der Kolonialmächte entzogen blieben, gedieh der Sklavenhandel in der Illegalität; und die Sklavenrazzien von moslemischen Jägern gingen weiter, bis in die 20er-Jahre des 20. Jhs. Als im 17. Jahrhundert die Einfuhr schwarzer Sklaven in großem Stil nach Amerika begann, konnten sich die europäischen Sklavenhändler dabei weitgehend auf die Infrastruktur der islamischen Sklavenjäger in Afrika stützen. Die Bewegung zur Aufhebung der Sklaverei begann und vollendete sich in den Ländern des Westens und wurde letztlich mit der Gewalt der Kolonialmächte durchgesetzt. Aus den islamischen Ländern gab es dazu nie eine Initiative." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 77

  • Vertuschter Migrationshintergrund von Kriminellen

    Es ist eine der vielen Methoden der passive Lüge, die in "Müllers Manual" beschrieben wird: Man kann durch gezielte Auslassungen und Kategorisierungen Statistiken so verdrehen, dass sie zwar keine falschen Zahlen, aber falsche Aussagen enthalten. Diese Methode wird besonders gründlich bei Statistiken über die Kriminalität von Menschen mit Migrationshintergrund und von Asylbewerbern angewandt. Angesichts der Wahlerfolge der AfD und der Demonstrationen von PEGIDA u.a. Gruppen will man auf alle Fälle verhindern, der "falschen Seite" Argumente zu liefern. So werden verschiedene Methoden angewandt, die wirkliche Situation durch Auslassungen, Verbote und die Änderung der Definition des Begriffs Migrationshintergrund zu verschleiern. Die Presse und politische Parteien nehmen diese manipulierten und geschönten Statistiken gerne zum Anlass, sich über die Sorgen der Bevölkerung zu erheben und realistischere Darstellungen der Wirklichkeit als "rechte Hetze" zu diffamieren. Diese "Bereinigung" des Gesamtbildes beginnt bereits mit der Definition des Begriffs "Migrationshintergrund". Damit wird die tatsächliche Lebenssituation vieler Menschen arabischer oder türkischer Herkunft verschleiert, dann sie leben oft in Ghettos, in denen ihre Sprache, Kultur und Religion so dominant ist, dass es nebensächlich erscheint, dass sie sich in Deutschland befinden. So bleibt ihnen die deutsche Gesellschaft fremd, auch wenn sie bereits in der dritten Generation hier leben. Zitat 1: "Die deutsche Statistik verwendet zur Abbildung der demografischen Auswirkungen dieser Entwicklung den Begriff des Migrationshintergrunds, den das Statistische Bundesamt wie folgt definiert: »Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt.« Nach dieser Legaldefinition wird der Migrationshintergrund bei Personen, die in der dritten oder vierten Generation in Deutschland leben, gar nicht mehr erfasst, wenn z. B. bereits die Großeltern die deutsche Staatsangehörigkeit erwarben. Der tatsächliche Einfluss von Einwanderung auf Zahl und Zusammensetzung der Bevölkerung ist also größer als statistisch erfasst. Diese Diskrepanz nimmt im Zeitlauf zu." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 248 Zitat 2: "Weitgehend wurde es in den vergangenen Jahrzehnten üblich, bei der Berichterstattung über kriminelle Delikte die Herkunft der Täter auszusparen. Diese Tabuisierungstendenz verstärkte sich zunächst mit der Zuwanderungswelle seit Herbst 2015. Die Ereignisse in der Kölner Silvesternacht 2015, die sich an vielen Orten in kleinerem Maßstab wiederholten, wirkten dann wie ein Schock. Sie führten zu erhöhter öffentlicher Aufmerksamkeit für die Kriminalität von Zuwanderern und beeinflussten auch die Informationspolitik der staatlichen Stellen und der Medien. Amtliche statistische Quellen differenzieren bei der Erfassung von Kriminalität zwar nach Alter, Geschlecht und Staatsangehörigkeit, aber nicht nach dem Migrationshintergrund, der ethnischen Herkunft und der Religion. Bei der Fragestellung dieses Buches steht hinsichtlich der Kriminalitätsbelastung der religiöse Hintergrund der Täter bzw. der Tatverdächtigen im Vordergrund, also genau jenes Merkmal, für das es keine amtlichen Statistiken gibt. Es gibt allerdings Indikatoren, die sehr belastbare indirekte Rückschlüsse zulassen: Im Berliner Jugendarrest dürfen nach Aussagen der Justizverwaltung 70 Prozent der Insassen aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen. Dort wurde deshalb der Speiseplan vollständig auf »halal« umgestellt. Kirsten Heisig, Richterin für Jugendstrafsachen in Berlin, arbeitete in ihrem 2010 erschienenen Buch sehr klar heraus, dass die überdurchschnittliche Gewaltkriminalität in bestimmten Berliner Bezirken vornehmlich auf jugendliche Täter mit türkischem und arabischem Migrationshintergrund zurückgeht." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 298 Zitat 3: "In Schweden ist es der Polizei amtlich verboten, Kriminalfälle zu nennen, bei denen Flüchtlinge beteiligt sind. Aber sie hat einen »Code 291« eingeführt, unter dem seit Ende 2015 Berichte über Straftaten gesammelt werden, bei denen die Tatverdächtigen Flüchtlinge sind. Die Presse hat dazu keinen Zugang. Das widerspricht dem in der schwedischen Verfassung sonst sehr hochgehaltenen Öffentlichkeitsprinzip. Dieser kaum verhohlene Rechtsbruch konnte allerdings den Höhenflug der »Schwedendemokraten« nicht stoppen, die in den Umfragen im Sommer 2017 sogar die regierenden Sozialdemokraten überholten." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 312

  • Pragmatische Maßnahmen gegen die Migrantenflut

    Angesichts von Armut, kriegerischen Auseinandersetzungen, Bürgerkriegen, dem Terror islamistischer Milizen und von Dürrekatastrophen in vielen Teilen der Welt ist es mehr als verständlich, wenn sich Hunderttausende oder sogar Millionen aufmachen, um im reichen Westen ein besseres Leben zu finden. Dies gilt besonders dann, wenn einige Staaten, ihnen eine unbegrenzte Luxusalimentierung garantieren. In Deutschland kommt der noch ein weiterer Vorteil hinzu, der sonst nirgendwo auf der Welt gewährt wird: Die abgelehnten Migranten/Asylanten können auf Kosten der Steuerzahler gegen eine Abschiebung klagen und haben zudem ein reiches Repertoire von Methoden den Vollzug einer Abschiebung zu verhindern. Man darf nicht übersehen, dass sich im Zusammenhang mit der illegalen Migration ein riesiges Netzwerk krimineller Schlepperbanden gebildet hat. Sie fordern vergleichsweise riesige Summen, Dafür verschulden sich oft die Familien derjenigen, die sich auf die Reise nach Europa machen. So entsteht ein zusätzlicher Druck, in jedem Fall in das gelobte Deutschland oder Schweden zu gelangen, denn man muss der Familie möglichst bald das geborgte Geld zurückzahlen. All dies ist subjektiv verständlich, fördert aber auch die Macht der - durch westliche Organisationen nicht angreifbaren - Schlepper-Organisationen. Dieser Teufelskreis kann allerdings durchbrochen werden. Andere westliche Staaten haben wirksame und rigide Maßnahmen gefunden, diesem verständlichen Migrationsdruck Einhalt zu gebieten. Am besten mit den europäischen Staaten vergleichbar sind dabei Neuseeland und Australien. Nachdem sie verkündeten, alle illegalen Migranten gewaltsam wieder zurück zu schicken, kamen innerhalb von weniger Wochen keine Boote mehr an. Haben sie die "westlichen" und "christlichen" Werte verraten oder waren sie einfach nur pragmatisch und realistisch? Welche rechtskonformen Möglichkeiten Deutschland hätte, um mit der Migrantenflut umzugehen, beschreibt u.a. Sarrazin in seinem letzten Buch. Zitat 1: "Ansprüche eines nach Deutschland Eingereisten auf Leistungen des deutschen Staates und die Möglichkeit, hinsichtlich des Aufenthaltsstatus vor deutschen Gerichten zu klagen, dürfen erst zu dem Zeitpunkt aufleben, zu dem der Betroffene einen legalen Aufenthaltsstatus erhält. Davor muss er, rechtlich gesehen, als nicht eingereist gelten, er hält sich also quasi in einer virtuellen Transitzone auf. Einen vorläufigen Aufenthaltsstatus erhält er erst dann, wenn eine innerhalb von 30 Tagen vorzunehmende Vorprüfung ergeben hat, dass die Aussichten auf die Gewährung politischen Asyls gemäß Art. 16a GG sehr gut sind. Bis zu einem positiven Ergebnis der Vorprüfung gibt es keinen Anspruch auf Bewegungsfreiheit, und das Ausländerrecht findet keine Anwendung. Auf dieser Grundlage sollte der idealtypische Ablauf wie folgt aussehen: Alle Zuständigkeiten zur Identitätsprüfung, Antragsprüfung und Entscheidung über das Aufenthaltsrecht werden bei einer Stelle konzentriert. Diese Stelle entscheidet grundsätzlich in maximal 30 Tagen. Ein weiterer Rechtsweg über die Verwaltungsgerichtsbarkeit ist ausgeschlossen. Anwälte, die als Rechtsbeistand arbeiten, müssen bei der zentralen Stelle zugelassen sein. Ihre Vergütung erfolgt in Form einer Fallpauschale. Die Kosten werden von der zentralen Stelle übernommen. Bis zur Entscheidung gilt der Antragsteller als nicht eingereist, der Aufenthalt in einer Transitzone ist Pflicht. Durch Verlassen der Transitzone oder illegale Einwanderung wird der Aufenthaltsanspruch verwirkt. Während der Wartephase auf eine Entscheidung in der Transitzone wird der Unterhalt so bemessen und in solch einer Form gewährleistet, dass finanzielle Transfers in die Herkunftsländer ausgeschlossen sind. Außerhalb der Transitzone wird Unterhalt nicht gewährt. Alle illegalen Einwanderer, Flüchtlinge und Asylbewerber werden in einer zentralen Datei erfasst. In dieser Datei werden neben den Angaben zur Person die DNA, die Fingerabdrücke und ein Abbild der Iris gespeichert. Auf diese Datei haben alle Polizei- und Meldebehörden des gesamten Schengen-Raums Zugriff. So können Doppel- und Fehlerfassungen vermieden und Betrugsversuche aufgespürt werden." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 397 Zitat 2: "Insbesondere an der DNA können auch die Herkunftsangaben überprüft werden. Abgelehnte Asylbewerber haben keine legalen Aufenthaltsstatus und deshalb keine Möglichkeit zur Klage vor deutschen Verwaltungsgerichten. Abgelehnte Asylbewerber haben keinen Anspruch auf Sozialleistungen und müssen sich bis zu ihrer Rückführung in dazu vorgesehenen Einrichtungen aufhalten. Alle illegal Eingewanderten sowie alle Flüchtlinge und Asylbewerber, deren Aufenthaltsbegehren abgelehnt wurde, werden unverzüglich und ausnahmslos abgeschoben. Die Abschiebung erfolgt in das Herkunftsland oder in das Land des letzten Aufenthalts vor dem Übertritt in die EU. Soweit Boote mit Flüchtlingen und illegalen Einwanderern auf See aufgebracht bzw. aus Seenot gerettet werden, werden diese nach gegebenenfalls notwendiger medizinischer Versorgung und nach Registrierung in der zentralen Datei unverzüglich wieder an den Ausgangspunkt ihrer Seereise verbracht. Verweigert ein Herkunftsland die Aufnahme, so werden die Betreffenden gleichwohl grundsätzlich dorthin verbracht, notfalls unter militärischem Schutz. Die obigen Vorschläge haben keinen endgültigen Charakter. Sie sind für Modifikationen offen, soweit dabei das zugrunde liegende Prinzip gewahrt oder gestärkt wird: Alle betroffenen Rechtsmaterien (auch die Beachtung von Vorgaben des Völkerrechts) und die auf ihnen gründenden Verfahren müssen ein zentrales Kriterium erfüllen. Sie müssen geeignet sein, unerwünschte unkontrollierte Zuwanderung von außerhalb der Europäischen Union wirksam zu unterbinden. Erst so wird der Weg frei für eine auswählende gezielte Einwanderungspolitik, soweit sie aus wirtschaftlichen oder demografischen Gründen gewünscht wird. Wünschenswert wäre es, die oben beschriebenen Prinzipien und Abläufe auch zu den Eckwerten einer europäischen Politik des wirksamen Grenzschutzes und der Kontrolle von Einwanderung zu machen. Gegenwärtig (Juni 2018) sind dazu auf europäischer Ebene noch keine Umrisse erkennbar." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 398 Zitat 3: "Die klassische Entwicklungshilfe ist weitgehend gescheitert, sie konnte die Probleme nicht lösen. China, Singapur oder Vietnam zeigen, wie es geht, nämlich durch Bildung, Disziplin, Fleiß und eigene Anstrengung. Länder wie Nigeria Syrien oder Afghanistan sollten sich daran ein Beispiel nehmen. Fluchtursachen bekämpfen heißt: die kulturellen Einstellungen in den Krisenländern ändern, Unwissenheit, Korruption und schlechte Regierungspraxis bekämpfen. Dabei kann und muss der Westen helfen. Aber er darf dabei nicht als Vormund auftreten und muss den Stolz der Völker in den Krisenländern respektieren. Der Erfolg ist ungewiss und wird viele Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Bis dahin muss Europa seine Grenzen vor illegaler Einwanderung schützen. Das ist möglich, wie die Beispiele Kanada, Australien, Israel oder auch Großbritannien zeigen. Man muss es nur wollen. Jeder illegale Einwanderer, der über das Mittelmeer oder die Balkanroute zu uns möchte, muss schon vor dem Aufbruch erfahren, dass sein Vorhaben chancenlos ist, weil jedes aufgegriffene Boot sofort wieder an den Ausgangspunkt der Reise gebracht wird. Die Energie der Menschen muss sich auf bessere Verhältnisse in den Heimatländern richten. Das ist die einzige kausale Lösung des Flüchtlingsproblems. Oberst Redda, Offizier der libyschen Küstenwache, sagte im Januar 2018: »Die Europäer haben Grund, Angst zu haben. (...) Wenn das so weitergeht, dann siedelt ganz Afrika über.« Wo aber die Ankunft in Europa nicht möglich ist, wird auch der Aufbruch nicht stattfinden. Das zeigte sich im Sommer 2017 auf dem Mittelmeer zwischen Libyen und Sizilien. Als die Zusammenarbeit der italienischen und libyschen Küstenwache die Flucht über das Mittelmeer weitgehend erschwerte, sank nicht nur die Zahl der Neuankömmlinge auf dieser Route, sondern mehr noch die Zahl der im Mittelmeer Ertrunkenen dramatisch. Ein strikteres Grenzregime bleibt so lang unverzichtbar, bis sich die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in den Herkunftsländern Afrikas und des Nahen und Mittleren Ostens ausreichend verbessert haben. Das wird noch viele Jahrzehnte dauern." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 390

  • Das Überlegenheitsgefühl vieler Muslime

    Mit Ausnahme einiger Formen des buddhistischen Glaubens haben wohl fast alle Religionen einen Alleinvertretungsanspruch. Dieser Fluch des "allein selig machenden Glaubens" hat unendlich viele religiös motivierte (oder religiös verbrämte) Kriege hervorgebracht. Besonders die verschiedenen Richtungen des christlichen Glaubens haben sich untereinander zerfleischt. Zudem haben sie auf der ganzen Welt unter dem Vorwand der Verbreitung der Heilslehre des Erlösers Jesus Christus entsetzliche Völkermorde zu verantworten. Es ist also keinesfalls angebracht, von der hohen Warte der christlichen Werte auf die islamische Welt herabzusehen. Ihr Glaube an die allein selig machende Religion hat bis heute zum gleichen Hass zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen beigetragen wie dies bei den Kämpfen zwischen reformatorischen und katholischen Richtungen des christlichen Glaubens der Fall war. Auch sind die Verfolgungen und Ritualmorde an Ketzern kaum von der Tötung derjenigen zu unterscheiden, die vom islamischen Glauben abgefallen sind oder sich einer Blasphemie schuldig gemacht haben. Der einzige - jedoch sehr wichtige - Unterschied besteht jedoch darin, dass die Kämpfe zwischen den islamischen Sub-Religionen, die terroristischen Anschläge und die islamistischen Diktaturen ein heutiges Phänomen sind. Die gleichen Schrecklichkeiten im Namen des christlichen Gottes liegen schon relativ lange zurück und werden zu leicht vergessen. Zitat 1: "Dem politischen Islam wohnt eine Tendenz zur Radikalisierung inne, die bis zum terroristischen Dschihad gehen kann. Sie speist sich unmittelbar aus den drei zentralen Charakteristika des Islam: · Hochmut gegenüber den Ungläubigen, der Glaube, etwas Besseres zu sein, · Fixierung auf Unterwerfung und Herrschaft sowie · Rückständigkeit und Misserfolg wegen geistiger Arroganz, geringer Wissbegier und geringer Lernbereitschaft. Misserfolge, Niederlagen und niedriges Prestige können in dieser Sicht definitorisch nie an den gläubigen Muslimen liegen, denn sie sind ja von Allah selbst in die Position der natürlichen Überlegenheit eingesetzt. Sie können vielmehr ihren Grund nur in der Bosheit und Niedertracht der Ungläubigen haben, die in der Summe im Dienst des Bösen stehen und sich gegen die Muslime verschworen haben. Deshalb haben die Muslime aufgrund ihrer Religion alles Recht, sich als Opfer und Verfolgte zu fühlen. Zur Überwindung dieser Situation muss man Stärke im Glauben haben, zur traditionellen Praxis des islamischen Glaubens zurückkehren und die Ausübung der Religion von allem Unreinen und ihr Fremden befreien. So erscheint die Rückkehr zu einer fundamentalistischen Interpretation der Religion und einer entsprechenden Lebenspraxis als der einzig mögliche Weg, dem Islam Stärke und den Muslimen die ihnen zukommende Stellung in der Welt zurückzugeben." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 198 Zitat 2: "Sowohl die Geschichte der islamischen Eroberungen als auch die vielgestaltige Gegenwart der islamischen Länder zeigen klar: Unterwerfung ist nicht nur ein zentrales Element der islamischen Religion, sondern auch ein politisches Prinzip der Muslime in allen Ländern, die sich als islamisch verstehen. Nirgendwo gelten Menschen, die nicht muslimischen Glaubens sind, als wirklich gleichberechtigt. Überall werden religiöse Minderheiten benachteiligt, wenn sie nicht ganz unterdrückt werden. Nirgendwo dürfen Andersgläubige für ihren Glauben offen werben. Nirgendwo dürfen Muslime über ihren Glauben frei entscheiden, und der Blasphemievorwurf wird oft benutzt, um das unabhängige Denken und die offene Meinungsäußerung zu unterdrücken. Natürlich gibt es nach wie vor große Differenzierungen zwischen einem moderaten, einem konservativen und einem fundamentalistischen Islam. In der Praxis der islamischen Welt laufen sie aber offenbar weitgehend leer. Zudem sind überall konservative und fundamentalistische Strömungen auf dem Vormarsch. Pressefreiheit und Meinungsfreiheit sind durchweg gefährdete Güter, oder sie existieren gar nicht. Überall in den islamischen Ländern wächst die Bevölkerung deutlich schneller als in vergleichbaren nicht islamischen Ländern, und überall dort, wo sich die Bevölkerung aus unterschiedlichen Gruppen zusammensetzt, wächst die muslimische Bevölkerung am schnellsten." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 126

  • Die bewusst verhinderte Lösung des Palästinenser-Problems

    Wenngleich jüngst viele der arabischen Staaten das Interesse an den Palästinensern verloren haben und mit Israel diplomatische Beziehungen eingehen, ist dieser Konflikt doch seit Jahrzehnten eine Quelle von Kriegen und extremen Spannungen im Nahen Osten. Das Problem wäre jedoch leicht - und zwar innerhalb von wenigen Monaten - aus der Welt zu schaffen gewesen. Gleich nach der Gründung des Staates Israel haben die arabischen Nachbarn das Land angegriffen, das anfänglich kaum Möglichkeiten der Verteidigung besaß. Dennoch siegte Israel - so wie in allen anderen Kriegen, die seine Nachbarn vom Zaun brachen, um das Land endgültig zu vernichten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die meisten Palästinenser, die nach dem ersten Krieg ihr Land verließen, dies freiwillig taten. Nur der kleinere Teil wurde vertrieben. Sie hofften natürlich, in kurzer Zeit als Bürger der Nachbarländer Jordanien, Ägypten u.a. in einer muslimischen Umwelt eine neue Heimat zu finden. Es kam jedoch anders, weil man offenbar die Palästinenser als einen ewigen Stachel im Fleisch von Israel benutzen wollte, wenn es schon nicht möglich war, das Land militärisch zu vernichten und seine Einwohner ins Meer zu treiben, wie dies die muslimische Propaganda immer wieder forderte und z.T. bis heute fordert. Vor kurzem konnte man jeden Freitag Nachrichten über die gewalttätigen Versuche großer Gruppen junger Palästinenser sehen, die versuchten, die Zäune an der israelischen Grenze zu überwinden. Das fand unter dem Motto "the right to return" (das Recht auf Rückkehr) statt. In ausführlichen Video-Interviews bestätigten einige palästinensische Internet-Stars, dass sie diese Kampagne bewusst ausgelöst haben, um die Passivität der jungen Palästinenser zu beenden. Sie konnten es nicht ertragen, dass sich viele von ihnen - soweit sie nicht einer der militanten Organisationen angehörten - mit der Situation abgefunden hatten. So kam es, dass die Enkel und Urenkel derjenigen, die ihre Heimat vor 70 Jahren verlassen hatten oder verlassen mussten, nun die praktisch unmögliche Rückkehr in ein fremdes Land einforderten, wobei viele ihr Leben durch die israelischen Verteidiger verloren. Schließlich versandete die Aktion. Es war jedoch ein weiterer heißer Stachel im Fleisch von Israel, das in vielen Teilen der Welt erneut an den Pranger gestellt werden konnte. Zitat 1: "Eine eigenständige Quelle des Unfriedens war und ist bis heute der Palästina-Konflikt, der mit der jüdischen Einwanderung zur britischen Mandatszeit begann und mit der Gründung des Staates Israel 1948 zu einem Dauerzustand wurde. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang lediglich ein Aspekt. Er zeigt für mich die strukturelle Unfähigkeit der arabischen Welt zu unvermeidlichen Kompromissen und ist ein negativer Indikator für die Entwicklung im gesamten Nahen Osten: 1948/49 waren beim israelischen Unabhängigkeitskrieg einige Hunderttausend Palästinenser aus dem heutigen Staatsgebiet Israels vertrieben worden oder geflohen. Sie wurden in Flüchtlingslagern rund um den neuen Staat Israel angesiedelt. Natürlich hätte die arabische Welt diese eigentlich geringfügige Zahl bei sich aufnehmen und integrieren können, so wie dies mit den Vertriebenen in Deutschland geschah. Das wurde aber von den arabischen Ländern verweigert. In den von der UNO unterstützten Lagern begann vielmehr eine Bevölkerungsexplosion: Allein die arabische Bevölkerung im Gaza-Streifen und im 1967 von Israel besetzten Westjordanland hat sich seit 1950 durch Geburtenreichtum von 400 000 Menschen auf 2,8 Millionen Menschen vermehrt. Ähnlich war das Bevölkerungswachstum unter den palästinensischen Flüchtlingen in Jordanien, in Syrien und im Libanon. Nach 1945 waren aus Ostdeutschland und dem Sudetenland 11 Millionen Deutsche vertrieben worden. Bei einer ähnlichen Demografie und einer ähnlichen Politik würden heute rund 80 Millionen vertretene Deutsche aus grenznahen Lagern in Tschechien und Polen Einlass begehren. Das ihren Vorfahren geschehene Unrecht war vergleichbar." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 103 Zitat 2: "Die Muslime sind stolz auf die Geschichte der islamischen Ausbreitung, als die Araber vor 1400 Jahren in kurzer Zeit große Teile der damals bekannten Welt eroberten und gewaltsam der Herrschaft des Islam unterwarfen. Sie sind stolz darauf, dass die Osmanen in Europa und die Moguln in Indien die Eroberungen fortsetzten und die Herrschaft des Islam an den Golf von Bengalen und bis vor die Tore von Wien brachten. Über das dabei begangene Unrecht, den Raub als solchen, die Morde und Massaker machen sie sich keine Gedanken. Aber sie können mehrheitlich nicht mit der narzisstischen Kränkung umgehen, dass sie im 20. Jahrhundert ein winziges Teilgebiet des vor 1400 Jahren für den Islam eroberten Raumes verloren, als sich jüdische Einwanderer mithilfe der Briten in Palästina festsetzten und dort schließlich einen jüdischen Staat gründeten. Das vollzog sich gewaltsam und war insofern unrecht. Aber am Ursprung jeder Staatengründung in der Welt stand stets das Unrecht in Form der Gewalt eines überlegenen Siegers. Dieses Unrecht hatte zur Folge, dass 700 000 Palästinenser ihre Heimat verloren. Das ist nun 70 Jahre her. Eine pragmatische, solidarische und erwachsene Politik der arabischen Welt hätte bedeutet, dass die arabischen Staaten die damals geringe Zahl der Palästinenser bei sich aufgenommen und integriert und sich mit der Existenz eines jüdischen Staates in Palästina abgefunden hätten. Dann gäbe es heute keinen Palästinakonflikt und keinen ausufernden Antisemitismus in der islamischen Welt. Solch eine Haltung des Erwachsenseins brachten die Araber nicht auf. So entstand die Absurdität, dass sich in den von der UNO verwalteten Flüchtlingslagern der Flüchtlingsstatus über die Generationen vererbt und die Zahl der Flüchtlinge aufgrund des palästinensischen Kinderreichtums von Jahr zu Jahr ins Uferlose steigt. Finanziell kommt dafür die Weltgemeinschaft auf. Die reichen arabischen Ölstaaten leisten keinen Beitrag dazu. Die Millionenzahl der bei ihnen beschäftigten Gastarbeiter zeigt, dass sie ohne Weiteres die Möglichkeit gehabt hätten, allen geflohenen oder vertriebenen Palästinensern und ihren zahlreichen Nachkommen eine berufliche und private Zukunft in einer neuen Heimat anzubieten." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 212

  • Die obsessive Angst vor der Untreue muslimischer Frauen

    Während es in den westlichen Kulturen selbstverständlich und erwünscht ist, dass sich sowohl Frauen als auch Männer vor einer festen Bindung und Gründung einer Familie in unterschiedlichen Beziehungen erproben, ist dies in den zunehmend fundamentalistischen islamischen Ghettos in Europa und vielen islamischen Ländern völlig verpönt. Die Ehre des Mannes liegt hier (auch) zwischen den Beinen seiner Frau. Sie muss unbedingt als Jungfrau in die Ehe gehen und ihrem Mann lebenslang treu bleiben. So wird sie für immer von jedem Vergleich ausgeschlossen und der eigene Mann kann sich als alleiniger und konkurrenzloser Maßstab für alles etablieren. Das macht es für die Männer außerordentlich bequem und scheint ja auch von göttlicher Seite so gewollt, indem Allah den Mann über die Frau gestellt hat. Also ist jeder Widerspruch zwecklos. Wenn zu der Obsession mit der Jungfräulichkeit und Treue der Frau auch noch die Gewissheit kommt, dass ihre Lipido durch eine Genitalverstümmelung reduziert oder eliminiert wurde, umso besser aus Sicht des muslimischen Mannes. Er hat auch deshalb keinen Seitensprung zu befürchten. Zitat 1: "Die nach wie vor sehr starke Verbreitung der weiblichen Beschneidung (rund 90 Prozent in Ägypten, Sudan und Ostafrika) zeigt an einem besonders abstoßenden Detail, wie weit der Weg zur Emanzipation der islamischen Frau noch ist. Aufklärung findet selbst bei den im Westen lebenden muslimischen Frauen oft nicht statt, der Besuch beim Frauenarzt ist vielfach verpönt. Moderne Moralvorstellungen und die Möglichkeit zur sicheren Empfängnisverhütung haben der Sexualität viel von ihrer elementaren Wucht genommen. Historisch gesehen, war es fast immer so, dass das Angebot williger Männer für die jungen und halbwegs attraktiven Frauen reichlich war, während umgekehrt die Männer hart um die attraktivsten Frauen konkurrieren mussten. Die Unterdrückung der Frauen durch die Männer machte hier vieles leichter. Ihre Wahlfreiheit wurde weitgehend durch den Aushandlungsprozess - oft genug gewalttätig – unter den Männern ersetzt. Wo eine Frau aber nicht frei wählen kann, kann man sich ihrer Zuneigung und Treue auch nicht sicher sein. Die Obsession der Männer mit der Treue der Frauen begann also mit ihrer Unterdrückung. Die »Ehre« des muslimischen Mannes liegt zwischen den Beinen der Frau. So kommt die große Zahl von »Ehrenmorden« in der islamischen Welt zustande, oft genug auch dann, wenn sich die Frauen gar nichts zuschulden kommen ließen. »96 Prozent der in Europa begangenen Ehrenmorde gehen auf das Konto von Muslimen.« Das Symbol der Treue und der zuverlässige Beweis des privilegierten sexuellen Besitzes ist die Jungfräulichkeit." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 176 Zitat 2: "Im Straßenbild der einschlägigen migrantischen Viertel Europas illustriert die Dominanz der Kopftücher und langen Gewänder zusammen mit den Kinderzahlen und zahlreichen Kinderwagen symbolisch den Vormarsch des Islam in Europa auf breiter Front. Das scheinen viele muslimische Frauen auch zu genießen. Geringe Bildung, frühe Heirat, größere Kinderzahl, niedrige Erwerbsbeteiligung, fehlende gemischte Gesellschaft außerhalb der Familie, fehlende oder minimale Kontakte mit »Ungläubigen« versetzen die Frauen in der Summe in eine virtuelle Blase, die sie von der Gedankenwelt außerhalb der Familie, der Moschee und den türkischen bzw. arabischen Fernsehprogrammen weitgehend abschirmt. Schon um ihr eigenes Leben zu rechtfertigen, erziehen sie ihre Töchter und Söhne im Sinne der islamischen Kultur. Aus den Letzteren werden dann leicht Machoprinzen, während die Ersteren sich ergeben, sich möglicherweise sogar in subjektiver Freiwilligkeit den Heiratswünschen ihrer Eltern fügen und so den Kreislauf der islamischen Rückständigkeit fortsetzen." Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 174

  • Die Vermummung muslimischer Frauen

    Während in den westlichen Kulturen die ständige erotische Provokation der Männer durch einen maximalen "sex appeal" junger Frauen in den Magazinen und auf Straße allgegenwärtig ist, hat sich bei muslimischen Frauen ein umgekehrter Trend etabliert. Angesichts der immer absurder werdenden Anklagen von Frauen wegen angeblicher sexueller Belästigung durch Männer in Form von Blicken, Sprüchen und Berührungen könnte man die muslimische Vermummung der Frauen eigentlich für eine sinnvolle Methode halten. So wird der ständige (scheinbar so unschuldige) sexuelle Reiz, den Frauen aussenden, vermieden. Man zeigt, dass man sich nur für den eigenen Ehemann entblößt und schließt damit das erotische Interesse anderer Männer, also auch "sexuelle Belästigung" aus. Dass inzwischen der Vorwurf dieser Art von Belästigung ein bequemes und hemmungslos benutztes Instrument ist, mit dem rachsüchtige Frauen die Karriere von Männern einfach durch unbewiesene Anschuldigungen ruinieren können, ist ein wirkliches Problem, über das niemand reden mag. Man muss Frauen einfach immer glauben. Dabei ist egal, ob sich die Erinnerung erst 10-20 Jahre nach dem "traumatischen" Ereignis einstellt. Genauso ist es ein Tabu, von der Absurdität der zwei Wertmaßstäbe zu reden, die in Deutschland nebeneinander existieren. Auf der einen Seite die Reduktion muslimischer Frauen zu isolierten, verhüllten und relativ rechtlosen Müttern. Auf der anderen Seite die hysterische Empfindlichkeit politisch korrekter Moralwächter, wenn irgendwo das sinnlose "-Innen" in eine Berufsbezeichnung nicht eingeführt wird. Zitat: "Im Koran wird ein bestimmtes Bild vom Verhältnis der Geschlechter und der sexuellen Ordnung der Gesellschaft zum Kern der religiösen Botschaft erhoben. Die Unterordnung der Frauen unter die Männer, ihre eheliche sexuelle Treue und ihre Keuschheit außerhalb der Ehe gelten als ewige Gebote Gottes. »Der Maßstab ist Gott, und da Gott allwissend ist, gilt sein Wort für die Ewigkeit.« Das rechtfertigt bei sexuellen Verfehlungen auch drakonische Körperstrafen wie die Steinigung. Die religiöse Überhöhung der Sexualprobleme, die jeden Mann beschäftigen, und ihre Lösung durch Verhaltensvorschriften, die auf Kosten der Frauen gehen, haben etwas Perverses. Diese Perversion zählt zum Kern der koranischen Offenbarung. Aus der Sicht eines aufgeklärten Menschen wirkt das sowohl abstoßend als auch lächerlich. Verschärft wird dies noch durch die historische Entwicklung der Bekleidungsvorschriften für die Frau, die im Koran so gar nicht enthalten sind. Überall in der Welt des Islam, wo sich traditionelle Bekleidungsvorschriften durchgesetzt haben, sind die Frauen wandelnde vermummte Gestalten. Gesteigert wird dies noch durch die Verschleierung des weiblichen Gesichts. Der Kunsthistoriker Hans Belting sagt dazu: »Das Gesicht ist Ausdrucksträger und als solcher auch Zeichenträger der Person in der europäischen Kultur. (..) Seit der Antike gibt es die Metapher vom Auge als Fenster der Seele. (...) Die französischen Kolonialherren haben den Frauen in Algerien den Gesichtsschleier verboten. Das haben aber auch Kemal Atatürk in der Türkei und der Schah von Persien getan, denn sie erachteten den Schleier als Hindernis auf dem Weg in die Moderne. (...) Die Debatte um den Schleier ist aber nicht mehr zu trennen von der Unterdrückung der Frau im islamischen Fundamentalismus.« Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme, Finanzbuch Verlag 2018, Seite 178

  • Wirksames Fordern und Fördern

    Die Erfahrungen, welche Jugendrichterin Kirsten Heisig auf ihren Auslandsreisen gemacht hat, beziehen sich nicht nur auf effektive Methoden zur Prävention bzw. Verfolgung von Straftaten junger Menschen in Migranten-Ghettos. Sie hat auch nachahmenswerte Projekte gefunden, die der (in Deutschland oft hohl klingenden) Devise vom Dualismus von "Fordern und Fördern" wirkliche Substanz geben. Offenbar funktionieren viele davon schon seit Jahren und sollten in Deutschland kopiert werden, ohne von "politisch korrekter" Demagogie überschattet zu werden. Zitat 1: "Wir besuchen eine Grundschule in einem überwiegend von Einwanderern bewohnten Stadtteil. Der Direktor schockt uns zunächst einmal mit dem Eingangsstatement, man befinde sich in einer ,,schwarzen" Schule. Alle 24O Schüler haben einen Migrationshintergrund. Er freut sich darüber und begründet dies einleuchtend: Wird die Bildungsstätte als „schwarz" eingestuft, ist sie gegenüber ,weißen" Schulen personell und materiell besser ausgestattet. Vom Jugendamt aus wurde ein „Elterncoach" bestimmt. Dieser hat bei hartnäckiger Verweigerungshaltung die Befugnis, Auflagen zu erteilen. Eine solche Möglichkeit haben die Jugendämter in Deutschland im Prinzip auch. Nur bleiben sie meist an dem Punkt der Auflagenerteilung stehen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die entsprechenden Falldarstellungen. In den Niederlanden besteht auf der repressiven Ebene noch die zusätzliche Möglichkeit, die Sozialleistungen zu kürzen, wenn die Eltern den Auflagen nicht nachkommen - auch bei uns ein immer wieder diskutierter Vorschlag, der bisher keine Aussicht auf Umsetzung hat. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass hier bereits ein Umdenkprozess im Gange ist." Kirsten Heisig, Das Ende der Geduld, Konsequent gegen jugendliche Straftäter, Verlag Herder, 2010, Seite 173 Zitat 2: "Im Weiteren möchte ich hier noch auf den Bereich der Berufsausbildung in Rotterdam hinweisen. Die Stadt hat kein größeres Problem mit der Arbeitslosigkeit, die hier bei acht Prozent liegt. Dennoch gibt es das Jugendberufshilfezentrum, das jungen Menschen bei der Ausbildungsplatz- und Berufsorientierung behilflich sein soll. Hier werden neben der üblichen Beratung und Vermittlung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen die privaten Unternehmen in die Tätigkeit einbezogen. Es sind direkt in den Räumlichkeiten des Zentrums Plätze eingerichtet, die die Arbeitgeber nutzen können, um persönlich, jederzeit und vor Ort mit den arbeitssuchenden Personen in Kontakt zu treten. In größeren Veranstaltungen, sogenannten ,speed meetings", wandern junge Menschen im Dreiminutentakt von einem Arbeitgebertisch zum nächsten und informieren sich auf diese Weise auf direktem Weg über die freien Stellen. Auch dieser Ansatz hat mich überzeugt: kein Bewerbungsschreiben, keine frustrierende Ablehnung nach langem Hoffen und Bangen; praxisnah, bedürfnisorientiert von beiden Seiten aus, offen und ehrlich. Allerdings erwartet man in Rotterdam auch, dass das Angebot des Jugendberufshilfezentrums in Anspruch genommen wird. Ist dies nicht der Fall, entfällt die Sozialunterstützung. Mir scheint das gesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein innerhalb einer Stadt wie Rotterdam noch ausgeprägter zu sein als in anderen Großstädten." Kirsten Heisig, Das Ende der Geduld, Konsequent gegen jugendliche Straftäter, Verlag Herder, 2010, Seite 174

  • Effektive Prävention von Jugendkriminalität

    In Deutschland, aber auch in Schweden und Frankreich ist es zur Normalität geworden, dass die Ghettos von Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund zunehmend als "no-go-areas" der Polizei und Ordnungsämter angesehen werden müssen. Man traut sich zwar, gegen deutschen Demonstranten mit z.T. arroganter Brutalität vorzugehen. Wenn es sich über um 3-4 arabische oder türkische junge Männer handelt, die man verwarnen oder verhaften will, dann ist schnell der Rückzug angesagt. Der Grund: innerhalb weniger Minuten wird eine Gruppe von 20-30 "Brüdern oder Cousins" der potenziellen Straftäter per Handy zusammengetrommelt. Jetzt muss die Polizei den Rückzug unter dem Gejohle der Menge antreten, wenn sie nicht schnell durch eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei unterstützt wird. In Schweden wurde eine interessante Dokumentation eines TV-Teams gemacht. Sie filmten, wie sich Polizisten ängstlich weigerten, mit ihnen die Straße in Richtung eines Migranten-Ghettos zu überqueren. Als die Crew dann allein ging, wurde sie mit Beschimpfungen und Tritten davon gejagt. Es geht aber auch anders, wie Kirsten Heisig erfahren hat: Zitat 1: "Einige Maßnahmen der Rotterdamer Polizei wären in Deutschland kaum denkbar. So gibt es z. B. das Instrument der präventiven Durchsuchung. Dieses ermöglicht es der Polizei, ereignisunabhängig beliebige Bereiche der Stadt abzusperren und dort jeden Bürger zu durchsuchen. Die Präsenz der Beamten im öffentlichen Straßenraum ist in den Risikobezirken hoch. Auch wenn an jeder zweiten Ecke ein Uniformierter steht, wirkt die Szenerie dennoch kaum bedrohlich. Der Beamte lehnt meist nur locker an seinem Fahrrad. Aber er ist eben da. Immer wieder stößt man in Rotterdam auf praxisorientierte Lösungen. Der Polizeiabschnitt im Stadtteil Slinge fackelt nicht lange, wenn mehrmals mit unsicheren oder nicht zugelassenen Mopeds herumgeknattert wird: Bei der zweiten Ordnungswidrigkeit wird die Kiste eingezogen und verschrottet. Im präventiven Bereich ist man mit dem Projekt „Watch Out" allerdings auch gut aufgestellt. Hier gehen junge Menschen im Alter zwischen 16 und 22 Jahren im Auftrag und unter Anleitung der Polizei Streife. Sie tragen Uniformen, sind aber nicht mit hoheitlichen Befugnissen ausgestattet. Der Aufgabenbereich umfasst reine Beobachtung und Berichterstattung an die Polizei. Die Tätigkeit wird gering entlohnt und als Praktikum für eine Ausbildung im privaten Sicherheitsdienst anerkannt. Der Sinn der Aktion ist nicht, die jungen Leute in einem Wohngebiet gegeneinander auszuspielen, wie ich anfangs misstrauisch mutmaßte, sondern das Verantwortungsgefühl für das eigene Umfeld zu entwickeln und zu stärken. Kirsten Heisig, Das Ende der Geduld, Konsequent gegen jugendliche Straftäter, Verlag Herder, 2010, Seite 172

  • Zusammenführung aller Daten über Kriminelle

    Der Datenschutz ist in Deutschland in vielfacher Hinsicht ein Kriminellenschutz geworden. So können und konnten die Behörden lange überhaupt nicht herausfinden, welche Migranten von einer Stelle zur anderen reisten, um unter anderen Namen immer neue Sozialhilfeleistungen zu kassieren. Ähnlich ist es auch beim Datenaustausch zwischen verschiedenen Sicherheitskräften. Auf diese Weise wird eine effektive Kriminalitätsbekämpfung - insbesondere im Zeitalter des Internets und der Handys - enorm erschwert. Auch die Versuche, die europäischen Datenbanken miteinander zu vernetzen, sind immer wieder durch hinhaltenden Widerstand unmöglich gemacht worden. Das setzt besonders der effektiven Bekämpfung der Clankriminalität und der Verfolgung von islamistischen Terroristen unnötig enge Grenzen. Gleichzeitig wird aber jede Form des Datenschutzes im privaten Bereich aufgehoben, weil die Firmen und Internetplattformen die Gesetze listig in ihr Gegenteil verkehren: Sie fragen höflich nach Zustimmung zur Speicherung und Weitergabe sämtlicher Nutzerinformationen z.B. bei einer Suche im Internet. Dann bieten sie eine lange Liste von Möglichkeiten zur Einschränkung dieser Datennutzung an. Diese ist so lang und kompliziert, dass sich kaum jemand die Mühe macht, endlos viele Häkchen zu setzen bzw. zu eliminieren. Ergo: Man klickt auf "alles akzeptieren", um schnell weitermachen zu können und hat damit einer maximalen Durchleuchtung und dem Gegenteil des Datenschutzes freiwillig die Tür geöffnet. Warum ist also auf diesem Hintergrund der Datenschutz der Kriminellen oder Verdächtigen schutzwürdig? Zitat: "Als konkrete Ausgestaltung der interdisziplinären Zusammenarbeit lernen wir in einem Stadteil die Einrichtung „TIP – Transter Informatie Punt“ kennen. Hier geht es speziell um straffällige Jugendliche. Polizei, Jugendamt, Schule, Gesundheitsbehörde und Arbeitsamt tragen ihre jeweiligen Informationen zusammen. In Besprechungen, aber auch in einer von allen Beteiligten gespeisten Datenbank werden die Tatsachen gebündelt erfasst, aufgrund derer die Behörden bereits mit einer Familie zu tun hatten. Die Datei lässt deshalb ein umfassendes Bild bezüglich der sozialen Verhältnisse zu. Eine vorhandene Kriminalitätsbelastung wird hier erfasst. Man will den Effekt des „Wir kennen euch" im Stadtteil etablieren, wie ein Beamter bei „TIP“ unumwunden zugibt. In Fallrunden werden sodann die konkreten Problemlagen der delinquenten Jugendlichen analysiert: wer wo wohnt und mit wem welche Straftaten begeht, ob eine Bande aktiv ist. Die Anführer von Jugendgruppen, aus denen heraus Straftaten begangen werden, können so rasch identifiziert und isoliert werden. Auch hier reicht der Druck bis hin zum erzwungenen Umzug in einen anderen Bezirk und zum Stadtteilverbot. Verbunden wird all dies mit einer Kette von sozialen Hilfsangeboten." Kirsten Heisig, Das Ende der Geduld, Konsequent gegen jugendliche Straftäter, Verlag Herder, 2010, Seite 171

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