top of page

Search Results

317 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Wer sammelte die Fragmente des Koran?

    Es ist nicht erstaunlich, dass sich die frühen arabischen Herrscher bald darauf besannen, dass sie die Regeln ihrer Macht mit einem heiligen Buch begründen mussten, damit diese gerechtfertigt und auf Dauer etabliert werden konnte. Nicht nur Juden und Christen, sondern viele andere Religionen hatten bereits vor ihnen solche heiligen Bücher. Deshalb war es an der Zeit, die lange vernachlässigten Texte des Koran zu sammeln und zu editieren. Hinzu kamen natürlich auch die früh einsetzenden Rivalitäten und Kriege zwischen Mohammeds Nachfolgern, die bis in die heutige Zeit - u.a. in Form der Spaltung zwischen Sunniten und Shiiten - anhalten. Wer also eine gültige Fassung der Offenbarungen Gottes vorweisen konnte, war eindeutig im Vorteil beim Kampf um die Macht. Zitat Aber noch mehr bedeutete das Arabische für Abd al-Malik. Arabisch war nach seiner frommen Überzeugung die für sein Reich angemessene Sprache, weil es auch die Sprache Gottes war. Mit glänzendem Gold geschriebene Texte schmückten die Wände des Felsendoms und verkündeten die zentralen Lehren der Religion des Amir: das Prophetentum Mohammeds und den Irrwitz der verblendeten Christen, zu glauben, Gott sei als Dreifaltigkeit vorstellbar. Viele Inschriften waren Auszüge der Offenbarungen des Propheten: Wir haben hier die ersten erhaltenen Beispiele für Passagen aus dem Koran. Später galt allgemein, Uthman habe Jahrzehnte zuvor als erster die einzelnen Stücke gesammelt und zusammengesetzt und daraus das erstellt, was künftig eine voll ausgeformte heilige Schrift sein sollte - doch die Versfragmente, die Abd al-Malik am Felsendom anbringen ließ, legen ganz andere Schlüsse nahe, ebenso wie das eklatante Fehlen auch nur einer einzigen Koraninschrift aus den Jahren der Herrschaft seiner Vorgänger und schließlich verstreute Hinweise von Zeitgenossen. Als christliche Gelehrte erstmals Notiz von der Existenz von Texten nahmen, die Mohammed zugeschrieben wurden, sprachen sie nicht von einem in sich geschlossenen Buch, sondern von einem Konglomerat von Fragmenten mit Titeln wie »Die Kuh«, »Die Frau« und »Gottes Kamel-Stute«. Wenn das zutrifft - wer war es dann, der diese diversen Textfragmente aufspürte und zusammensetzte? Zur Zeit der Herrschaft Abd al-Maliks wurde der Koran einer gründlichen, staatlich veranlassten Überarbeitung unterzogen. Dies würde kein späterer muslimischer Gelehrter bestreiten. Als treibende Kraft bei diesem Editionsprozess wirkte, wie in so vielen anderen Bereichen, al-Hajjaj. Die Nachwelt sollte ihn nicht nur als einzigartigen Krieger und gefürchteten Statthalter in Erinnerung behalten, sondern auch als den ersten Lektor des Koran. Einige Überlieferungen schrieben ihm allerdings eine wesentlich erstaunlichere Rolle zu. Als ihm vorgehalten wurde, Gott habe nicht zugelassen, dass Seine Pläne nach dem Tod Mohammeds weiterhin durch die Vermittlung von Menschen verbreitet wurden, soll Al-Hajjaj scharf erwidert haben: »Ich arbeite ausschließlich aufgrund von Inspiration!« Und als treuer Diener, der er schon immer gewesen war, betonte er darüber hinaus, seine eigene Rolle beim Sammeln, Zusammenstellen und Verbreiten der Offenbarungen Mohammeds, so abgesegnet von höchster Stelle sie auch sein mochte, sei völlig unbedeutend im Vergleich mit der Leistung Abd al-Maliks. Al-Hajjaj erklärte rundheraus, sein Herr stehe in den Augen Gottes höher als die Engel und Propheten«. Diese Auffassung war natürlich ganz im Sinne des Gebieters der Gläubigen selbst, der sich ja noch nie als Ausbund von Bescheidenheit hervorgetan hatte. Das Zeitalter der Propheten mochte ja beendet sein, doch das bedeutete nach Meinung Abd al-Maliks nicht, dass Gott nicht weiterhin eines auserwählten Vertreters auf Erden bedurfte. Er setzte Münzen ein, sein Lieblingsmedium, um der Welt zu verkünden, wie genau seine Funktion zu verstehen war: als Khalifat Allah, als »Stellvertreter Gottes. So wie Mohammed erwählt war, Gottes Wort zu offenbaren, so war Abd al-Malik berufen, es zu interpretieren und den Menschen zu verkünden - und wer wollte letztlich entscheiden, wem die schwerer wiegende Verantwortung zugefallen war? Der Titel »Kalif«, der der staunenden Öffentlichkeit erstmals durch Abd al-Maliks staatlich bestellte Münzpräger präsentiert wurde, suggerierte die Herrschaft über Reiche, die im gleichen Maß übernatürlich wie irdisch waren. Zitat aus: Im Schatten des Schwertes. Mohammed und die Entstehung des arabischen Weltreiches. Tom Holland, übersetzt aus dem Englischen von Susanne Held, Klett-Cotta 2012, Seite 393

  • Der heilige Berg der Juden wird islamisches Machtsymbol

    Überall in der menschlichen Geschichte findet man heilige Berge, die entweder als Sitz der Götter verehrt wurden oder zumindest von einem göttlichen Besuch auf Erden Zeugnis ablegten. Genauso ist es auch mit dem Felsen in Jerusalem. Nach der arabischen Eroberung war die Stadt noch ganz von Juden und Christen dominiert. Im Zuge der Etablierung einer islamischen Staatsreligion war es deshalb geboten, dafür ein eindrucksvolles bauliches Symbol zu schaffen. Was lag in dieser Situation also näher, als die jahrhundertelange Verehrung des Felsens in Jerusalem durch die Juden zu nutzen und zu verdrängen? Insofern war die Überbauung dieses Ortes durch den prächtigen Felsendom aus psychologischer und machtpolitischer Sicht eine geniale Entscheidung. Zitat Aus dem zerstreuten Glaubens-Strandgut, das die gewaltige Flutwelle arabischer Eroberungen zurückgelassen hatte, musste etwas Zusammenhängendes und offensichtlich von Gott Beglaubigtes geformt werden: eine Religion, kurz gesagt. Mohammed als deren Gründer zu etablieren war ein Anfang, aber auch nicht mehr als das. Um zu ermessen, was noch zu tun blieb, musste man nur die Stadt besuchen, in der Abd al-Malik wie schon Muawiya vor ihm erstmals als Amir gegrüßt wurde: Jerusalem. Hier, wo so viele Kerzen in den Kirchen brannten, dass nachts die gesamte Stadt und die umgebenden Berge wie ein einziges großes Feuer leuchteten, hatten der Glanz des Christentums und sein ehrwürdiges Alter dieselbe einschüchternde Wirkung wie eh und je. Abd al-Malik hatte, wenn er die Ausmaße der Kuppel der Auferstehungskirche bedachte und ihre ganze Pracht«, durchaus Grund zu der Sorge, »dass die Seelen der Gläubigen betört werden konnten«. Jerusalems zu besitzen war einerseits eine schwere Aufgabe, doch bot es auch Chancen. Noch während Abd al-Malik seine Truppen zum Sieg im Irak führte, wurde auf dem Tempelberg eifrig daran gearbeitet, ihm in Jerusalem einen vergleichbaren Triumph zu bereiten. Die notdürftige Moschee, über die Arculf die Nase gerümpft hatte, wurde abgerissen und nun durch ein prachtvolles Gebäude ersetzt. Um den Felsen herum zog man eine Mauer, um ihn als haram zu kennzeichnen, und in die Mauer wurden Tore gebaut, die sich auf frisch gepflasterte Straßen hinaus öffneten. Am erstaunlichsten und schönsten aber war ein achteckiges Gebäude von solchen Ausmaßen, dass es sogar die Auferstehungskirche in den Schatten stellte. Dass dies eine ganz bewusste Strategie war, hätte kaum deutlicher werden können. Die Abmessungen des neuen Baus waren nicht nur dieselben wie bei der großen Kirche Konstantins - nach der Fertigstellung wurden seine Säulen außerdem noch mit einer riesigen vergoldeten Kuppel überwölbt. Doch was den Christen ihre Arroganz und Überheblichkeit endgültig vergelten sollte, war die präzis gewählte Lage dieses Felsendoms. Innen war als nackter, nicht überbauter Fels die Steinfläche markiert, zu der die römischen Stadtoberen einmal im Jahr die Gruppe wehklagender Juden vorgelassen hatten, damit sie dort ihre Widderhörner blasen konnten. Die Rabbis hatten diesen Punkt mit der Shekhinah identifiziert, dem Einwohnen des Göttlichen auf der Erde; Abd al-Malik und seine Architekten schrieben ihm eine ähnlich große Bedeutung zu. Sie glaubten, am Beginn der Zeit, als das Universum just frisch geschaffen war, habe Gott auf dem Felsen gestanden und sei dann in den Himmel aufgestiegen, wobei er hier einen Abdruck seines Fußes hinterließ. Zitat aus: Im Schatten des Schwertes. Mohammed und die Entstehung des arabischen Weltreiches. Tom Holland, übersetzt aus dem Englischen von Susanne Held, Klett-Cotta 2012, Seite 385

  • Die ersten Machthaber ignorierten Mohammed

    Die Tatsache, dass die frühen arabischen Herrscher Mohammed nirgends erwähnten, ist zunächst erstaunlich. Erklärbar ist es jedoch durch die typische Methode, mit welcher Monarchen in allen Zeiten ihre Herrschaft rechtfertigten: Sie übten ihre Macht in göttlichem Auftrag aus und waren - soweit sie sich nicht selbst als Halbgötter verehren ließen - das Bindeglied zwischen den Menschen und Gott bzw. den Göttern. Das war bei den ägyptischen Pharaonen nicht anders als bei den römischen Kaisern und nahezu allen Herrschern in der menschlichen Geschichte. Sogar die europäischen Monarchen verstanden sich bis in die Neuzeit als "Könige von Gottes Gnaden". Insofern ist es verständlich, dass auch die arabischen Herrscher ihre Macht dadurch begründeten und konsolidierten, dass sie für sich in Anspruch nahmen, im direkten Auftrag Gottes zu handeln. Da brauchte es keinen Bezug mehr auf den ersten Propheten. Man hatte ja selbst einen direkten Draht zu Gott. Das änderte sich erst durch die geschickten Aktionen von Gelehrten, die ein dichtes Regelwerk um den Koran herum errichteten. So konnte Mohammed wieder zur alleinigen Autorität erhoben werden. Das dauerte aber fast 200 Jahre. Zitat Tatsächlich gibt es kaum Hinweise darauf, dass der Prophet für Muawiya überhaupt eine Rolle spielte. In keiner seiner Inschriften, nicht auf seinen Münzen und in keinem aus seiner Regierungszeit erhaltenen Dokument kommt der Name Mohammed auch nur ein einziges Mal vor. Und obwohl später die Zusammenstellung der Offenbarungen des Propheten Uthman zugeschrieben wurde, gibt es keine Koranhandschrift, nicht einmal Fragmente davon, die auf die Zeit Muawiyas datierbar wären. Mit Sicherheit müssen Erinnerungen an die von Mohammed gesprochenen Worte - »von göttlichem Feuer durchglühte Zweige des brennenden Buschs«- von denen bewahrt worden sein, denen es darauf ankam, das Licht der Erinnerung an den Propheten nicht erlöschen zu lassen: von den Muhajirun von Kufa, der Shi'a Alis, den Kharijiten. Doch die Strahlkraft der Flamme ließ deutlich nach. Wie Mani und Mazdak vor ihm war Mohammed ein Prophet, der in der Erinnerung, im länger werdenden Schatten der verstreichenden Jahre, zu verblassen begann. Welchen Wert konnte schließlich das Beispiel von Mohammeds provisorischem Wüstenstaat für den Herrscher über ein Reich haben, das die ganze Welt verschluckt hatte? Nicht der Prophet war für Muawiya der Vermittler zwischen Gott und Mensch, sondern er selbst. »Mögen die Gläubigen von ihm profitieren« – so lautete das Gebet seiner Untergebenen. Auch Christen sowie Juden und Samaritaner und Manichäer: Alle sollten nach Meinung Muawiyas als Gläubige angesehen werden, und alle schlossen sich demzufolge diesem Lobpreis an. Muawiy führte zwar nach wie vor Krieg gegen die Römer, doch seine Untertanen, die nicht mehr von rivalisierenden Truppen in den Staub getreten, nicht mehr durch feindliche Wachttürme voneinander getrennt wurden, kannten letztlich nichts anderes als Frieden. Daher überrascht es wohl auch nicht, dass sie dem Amir seine unbescheidene Behauptung nicht übelnahmen, er sei es, der zwischen der Menschheit und Gott stehe. »In den Jahren seiner Regierung blühte die Gerechtigkeit, und es herrschte Friede in den von ihm beherrschten Gebieten. Allen erlaubte er, so zu leben, wie sie es wollten«. Es hatte ganz den Anschein, als solle so die Zukunft aussehen: ein Weltreich mit vielen Religionen, in denen keine Religion mehr eine Vorrangstellung vor den anderen hatte. Zitat aus: Im Schatten des Schwertes. Mohammed und die Entstehung des arabischen Weltreiches. Tom Holland, übersetzt aus dem Englischen von Susanne Held, Klett-Cotta 2012, Seite 369

  • Die Urfassung des Koran

    Viele Menschen glauben, dass alle heiligen Schriften - egal ob es sich um die Thora, die Bibel oder den Koran handelt - im Ergebnis einer langen Evolution entstanden sind. Dieser Prozess ist auch logisch, wenn man sich die historischen Prozesse vor Augen führt, durch welche diese und andere Religionen zur staatstragenden Kraft und Begründung der Herrschaftsverhältnisse wurden. Natürlich musste man sie maßgeschneidert auf die politischen und sozialen Verhältnisse anpassen. Das geschah in der Regel durch die Vielzahl der Kommentare und Interpretationen durch gelehrte Autoritäten. So hat der Talmud im Laufe der Jahrhunderte einen engen Interpretationsrahmen um die Thora gelegt. Bei der Bibel waren es zunächst die Paulus-Briefe und später dann die Schriften der Kirchenväter und schließlich die päpstlichen Bullen. Im Falle des Koran sind es besonders die Hadithe, also die Überlieferungen von Mohammeds mustergültigen Handlungen und Anweisungen. Inwieweit ist aber der Text des Koran selbst auch ein Produkt einer solchen Evolution? Wäre dies der Fall, dann könnte der Grundpfeiler muslimischen Glaubens zusammenbrechen. Er besteht darin, dass jedes Wort des Koran eine direkte und unverfälschte göttliche Offenbarung ist. Zitat Wie kommt es dann aber, dass in einem Buch, das angeblich zu Lebzeiten Mohammeds an diesem Ort entstand, die Monotheismen des fernen Fruchtbaren Halbmonds eine so prominente Rolle spielen? All das ist sehr geheimnisvoll; und das Geheimnis wird noch unergründlicher angesichts des Umstands, dass nicht nur Mekka in den frühen Jahrzehnten des arabischen Reichs geradezu gespenstisch im Hintergrund blieb. Was für den angeblichen Geburtsort des Propheten gilt, gilt auch für den Koran, die Zusammenstellung seiner Offenbarungen: Er wird in den Texten jener Zeit kein einziges Mal erwähnt. … Noch geheimnisvoller wird die Angelegenheit dadurch, dass es vor dem 9. Jahrhundert keinerlei Kommentare zum Koran gibt und dass auch dann noch unterschiedliche Gemeinschaften von Gläubigen unterschiedliche Versionen des heiligen Texts zugrunde legten. Es kann wohl kaum überraschen, dass so mancher Gelehrte unserer Tage, wenn er mit dem Grundsatz konfrontiert wird, der Koran sei unverändert und makellos aus Mohammeds Zeit auf uns gekommen, nachdenklich zumindest eine Augenbraue hebt. Inwieweit ist eine derartige Skepsis angebracht? Von der Antwort hängt vieles ab. Nichts vermag besser zu illustrieren, wie heikel diese Themen sind, als das Schicksal eines Bestands von Koranhandschriften, die vor rund 40 Jahren in Sana'a gefunden wurden, in der Hauptstadt des ehemaligen jüdischen Königreichs Himyar, heute die Muslimische Republik Jemen. In der Decke der ältesten Moschee der Stadt fanden Handwerker 17 grobe Leinensäcke, in denen sich Handschriften befanden, die nur aufgrund des scharfen Blicks des Chefs der jemenitischen Altertümerverwaltung dem Vergessen entrissen und als Fragmente von sehr wahrscheinlich den ältesten Fassungen des Koran identifiziert wurden. Vier Jahrzehnte nach ihrer Entdeckung umgibt diese kostbaren Handschriften allerdings noch immer ein undurchdringlicher Schleier des Geheimnisses. Lediglich zwei Forscher, beides Deutsche, erhielten die Erlaubnis, sie zu untersuchen. Als einer von ihnen, Gerd-Rüdiger Puin, ein Experte in arabischer Paläographie, öffentlich feststellte, die Fragmente seien ein Beleg dafür, dass auch der Koran ebenso wie die Bibel sich im Lauf der Zeit entwickelt habe und einen regelrechten Text-Cocktail darstelle, schäumten die jemenitischen Machthaber vor Wut. Bis heute sind die Koranfragmente von Sana'a nicht veröffentlicht- und es erhielt auch kein weiterer westlicher Gelehrter die Erlaubnis, sie zu untersuchen. Ihre wahre Bedeutung bleibt also weiterhin im Dunkeln. Aber gewisse Aspekte sind doch klar erkennbar. Puins Forschungen zeigen zwar, dass Wörter, Schreibweisen, ja sogar die Anordnung der Verse im Koran durchaus falsch gelesen oder falsch kopiert werden konnten, dass es sich bei diesen Veränderungen aber immer um unwillkürliche Irrtümer handelte. In keinem der Sana'a-Fragmente gibt es Hinweise auf bewusste Fälschung. Variationen zwischen den Handschriften treten bei einzelnen Wendungen auf, nie jedoch bei ganzen Passagen. Offenbar war der Koran zu keinem Zeitpunkt ein Konglomerat, das sich mit einer Sammlung von Hadithen vergleichen ließe - einem Corpus, das ein Kalif oder Gelehrter ganz nach Lust und Laune erweitern konnte. Zitat aus: Im Schatten des Schwertes. Mohammed und die Entstehung des arabischen Weltreiches. Tom Holland, übersetzt aus dem Englischen von Susanne Held, Klett-Cotta 2012, Seite 310-311

  • Historische Islamforschung: Eine westliche Domäne

    Viele islamische Autoritäten vertreten die Ansicht, es sei nur gläubigen Muslimen erlaubt, Forschungen zur Geschichte des Islam anzustellen. Alle anderen Publikationen würden keinerlei Beachtung verdienen. Damit werden automatisch die Erkenntnisse der historisch-kritischen Islamforschung der westlichen Akademiker ins Abseits gestellt. Das hat auch seinen guten Grund, denn diese sind in vielfacher Hinsicht geeignet, die Grundfesten der islamischen Glaubensgewissheiten zu erschüttern. Also ist es für die Gläubigen am besten, sie zu ignorieren. Das fällt deshalb besonders leicht, weil es bis zum heutigen Tage kaum muslimische Gelehrte gab, die sich auf dieses - mit verstörenden Erkenntnissen verminte - Territorium gewagt haben. Verständlicherweise, wie man an den zahlreichen Todesurteilen wegen Blasphemie erkennen kann, die allein schon wegen der Behauptung vollstreckt wurden, man müsse die Worte des Koran nicht wörtlich, sondern als Gleichnisse auffassen und könne diese deshalb auch zu anderen Zeiten unterschiedlich interpretieren. Zitat 1 Denn wenn das gesamte kolossale Gebäude muslimischer Tradition hinsichtlich seiner Glaubwürdigkeit von den Isnaden abhängt und wenn die Isnaden nicht zuverlässig sind, wie können wir dann überhaupt sicher sein, dass der Koran aus der Zeit Mohammeds stammt? Wie können wir wissen, wer ihn zusammengestellt hat, aus welchen Quellen, mit welchen Motiven? Können wir überhaupt sagen, dass er arabischen Ursprungs ist? Kurz: Wissen wir auch nur das Geringste über die Entstehung des Islam? Auf dem Gebiet der Forschung verhält es sich ähnlich wie in der Natur: Es gibt einen horror vacui. Zahlreiche Wissenschaftler haben in den letzten 40 Jahren auf das unheimliche Schweigen reagiert, das die Ursprünge des Islam zu verbergen scheint: Mehrere Werke haben diese Ursprünge auf verunsichernd radikale Weise umschrieben. So gab es die These, der Koran sei nicht in Arabien, sondern im Irak entstanden; er sei ursprünglich nicht auf Arabisch, sondern auf Syrisch - der damaligen Lingua franca des Vorderen Orients - abgefasst gewesen; oder der Name »Mohammed« sei eigentlich ein Titel gewesen, der sich auf Jesus bezog. … Zitat 2 Das Interesse des Westens am Islam ist zwar in den letzten zehn Jahren in ungeahnte Höhen emporgeschnellt, doch die Krisenstimmung, von der momentan die akademische Beschäftigung mit den Ursprüngen des Islam geprägt ist, wurde kaum wahrgenommen. Einem finsteren Meeresungetüm gleich kommt dieser ganze Komplex kaum einmal an die Oberfläche und zieht es vor, in der Tiefe zu lauern. Und die dem Thema inhärente Komplexität ist dafür durchaus nicht der einzige Grund. So wie Darwin zu seiner Zeit körperliche Beschwerden hatte wegen der Sorge um die Akzeptanz seiner Theorie durch seine Familie und seine Freunde, so empfinden viele heute nicht weniger Nervosität bei dem Gedanken, dass sie bei Menschen Anstoß erregen könnten, deren ganzes Leben sich auf ihrem Glauben gründet. Wenn ein Atheist behauptet, der Koran sei möglicherweise nicht in Arabien entstanden oder er habe sich aus christlichen Hymnen entwickelt, oder er sei ursprünglich auf Syrisch abgefasst gewesen, dann ist das für Muslime nicht weniger schockierend als es die muslimische Leugnung der Gottheit Jesu für Christen immer war. Im Europa des 19. Jahrhunderts waren es desillusionierte Seminaristen und die Söhne protestantischer Pfarrer, die sich als Erste daranmachten, die Ursprünge der Religion ihrer Vorväter dem erbarmungslosen Blick historischer Forschung auszusetzen. Dazu gibt es in der islamischen Welt von heute kein Pendant: Man kann wohl sagen, dass dort kaum die Neigung erkennbar ist, sich ebenfalls auf diesen Weg zu begeben. Kein Ernest Renan hat sich dort zu Wort gemeldet, der die gläubigen Muslime aus ihrer Glaubensgewissheit aufscheucht. Keine desillusionierten Imam-Söhne stellten die Autorschaft des Koran in Frage. Die ganz wenigen Muslime, die in der von den europäischen Gelehrten des 19. Jahrhunderts gewiesenen Richtung forschen wollten, zogen es meistens vor, unter Pseudonym zu schreiben - oder sie mussten mit Konsequenzen rechnen. In der arabischen Welt riskiert man jedenfalls, wenn man die traditionelle Darstellung der Ursprünge des Islam in Frage stellt, Morddrohungen, Verfolgung wegen Abfalls vom Glauben, ja sogar Defenestration. Das hat ebenso zwingend wie bedauerlicherweise zur Folge, dass Zweifel an der traditionellen Darstellung der Ursprünge des Islam nach wie vor das ist, was sie immer war: eine Domäne westlicher Wissenschaftler. Tatsächlich sind einige von diesen Wissenschaftlern ihrerseits Muslime - darunter ein Professor an der Universität Münster; er hat sich als derart waschechter Nachkomme der preußisch-deutschen Gelehrtentradition erwiesen, dass auch er wie einige seiner radikaleren nichtmuslimischen Kollegen behauptet, Mohammed sei lediglich eine Gestalt des Mythos. Zitat aus: Im Schatten des Schwertes. Mohammed und die Entstehung des arabischen Weltreiches. Tom Holland, übersetzt aus dem Englischen von Susanne Held, Klett-Cotta 2012, Seite 54-55

  • Warum blieb der Islam die ersten 200 Jahre unbeachtet?

    Aus heutiger Sicht erscheint der Islam wie ein festgefügtes Gebäude. Er basiert einerseits auf der göttlichen Offenbarung an Mohammed, von der die Muslime glauben, dass sie Wort für Wort den Willen Gottes repräsentiert. Hinzu kommen die Überlieferungen von Aussprüchen, Handlungen und Anweisungen von Mohammed in Form der Hadithe. Damit entsteht natürlich der Eindruck, als wäre dieses Gebäude bereits zu Lebzeiten von Mohammed entstanden und während der nachfolgenden schnellen Eroberung weiter Teile des arabischen und nordafrikanischen Raumes nur verfestigt worden. Wie auch bei der historisch-kritischen Analyse der Bibel fördern die Historiker jedoch Erstaunliches zutage. Vieles davon ist für Gläubige der orthodoxen Richtungen des Christentums unerträglich, weil es ihre Glaubenswahrheiten in den Grundfesten erschüttert. Genauso ergeht es den meisten Muslimen. In beiden Fällen führt das dazu, dass die Erkenntnisse der Historiker von den Gläubigen ignoriert werden (müssen). Zitat 1 Es kann einem schon einen Schock versetzen, wenn man feststellt, dass bis auf eine einzige Ausnahme keine Beschreibung der Schlacht von Badr erhalten ist, die früher als auf das 9. Jahrhundert n. Chr. zu datieren wäre. Nicht einmal das Original von Ibn Ishaqs Mohammed-Biographie ist auf uns gekommen wir kennen nur Überarbeitungen. Das Material, auf das Ibn Ishaq sich mit seinen Nachforschungen stützte, ist längst verschwunden. Hält man den Siegesjubel der arabischen Historiker im 9. Jahrhundert dagegen, ganz zu schweigen von den darauffolgenden Jahrhunderten, dann macht dieses Schweigen einen geradezu ohrenbetäubenden, jedenfalls höchst verwirrenden Eindruck. Man muss sich die Sachlage nur einmal klar vor Augen führen. Innerhalb eines Zeitraums von fast 200 Jahren hatten die Araber, ein Volk, das ja nie vor allem wegen seiner Introvertiertheit bekannt war und, wie uns versichert wird, von einem verzehrenden Bewusstsein religiöser Gewissheit angetrieben war, sich das Ziel gesteckt, die Welt zu erobern - und haben doch in dieser gesamten Zeit nicht eine einzige Aufzeichnung ihrer Siege erstellt: es gibt kein Zeugnis dieser Art, das bis in die Gegenwart erhalten geblieben wäre. Wie ist das möglich, wo doch zur gleichen Zeit selbst an den barbarischsten Rändern der Zivilisation, sogar in Britannien, im Norden Englands Bücher über Geschichte abgefasst, kopiert und mit liebevoller Sorgfalt aufbewahrt wurden? Wenn die wilden Northumbrier in der Lage waren, die Schriften eines Gelehrten wie Beda aufzubewahren, warum haben wir keinerlei muslimische Aufzeichnungen aus der Epoche Mohammeds? Warum gibt es aus den nahezu zwei Jahrhunderten nach seinem Tod keine einzige arabische Darstellung seines Lebens, nichts über die Eroberungen seiner Nachfolger, nichts über die Ausbreitung seiner Religion?..... Zitat 2 Der Aufstieg des Islam gehört zu den bedeutendsten Umwälzungen der Weltgeschichte, das liegt auf der Hand. Umso niederschmetternder ist die Erkenntnis, dass das Einzige, was wir an schriftlichen Zeugnissen aus der Zeit vor 800 n. Chr. besitzen, entweder nur Schnipsel von Schnipseln sind oder das trügerische Flimmern von Luftspiegelungen. Natürlich entsteht ein politisches Imperium nicht lautlos, aber was uns heute an Zeugnissen über die Gründung des Kalifats vorliegt, nicht mehr als Schall und Wahn, es sind Geschichten, die Jahrhunderte später erzählt wurden und, wenn überhaupt, dann nur sehr wenig Aussagekraft besitzen. Die Stimmen der arabischen Krieger, die den alten Imperien Persien und Rom den Garaus machten, die Stimmen ihrer Söhne und Enkel, zu schweigen von denen ihrer Töchter und Enkelinnen – sie alle wurden radikal und für immer zum Schweigen gebracht. Es gibt keine Briefe, keine Reden, keine Tagebücher - falls etwas dergleichen damals überhaupt verlasst wurde die erhalten geblieben wären; keinen Hinweis auf das, was die Menschen, die die Gründung des Kalifats miterlebten, gedacht, gefühlt oder geglaubt haben könnten. Es ist, als hätten wir keinerlei Augenzeugenbericht aus der Zeit der Reformation, der Französischen Revolution oder der beiden Weltkriege. Da kann es nicht erstaunen, wenn ein führender Historiker die Art, wie der Islam sich im 9. und 10. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung schließlich seine eigene Vergangenheit konstruierte und seinem Aufstieg zur Weltmacht die ihm genehme Interpretation gab, mit den Worten beklagte: Es handle sich hier um »den Verlust der ältesten Überlieferungsschichten“, was »einer Katastrophe gleichkommt«. Die Entstehung des Islam fand also ganz und gar nicht im hellen Licht der Geschichte statt; sie war vielmehr, so der Eindruck einer immer größeren Gruppe von Spezialisten, in nahezu undurchdringliches Dunkel gehüllt. Nun darf hier natürlich kein Missverständnis aufkommen: Nur sehr wenige Gelehrte würden so weit gehen zu behaupten, dass der Prophet selbst nie gelebt hat. Einen Mann namens Mohammed gab es im Bewusstsein seiner Beinahe-Zeitgenossen mit Sicherheit. Eine christliche Quelle erwähnt »einen falschen Propheten«, der die Sarazenen bei einer Invasion in Palästina anführte. Der Text stammt von 634 n. Chr., wurde also nur zwei Jahre nach dem allgemein als Todesjahr Mohammeds angenommenen Datum verfasst. Ein weiteres, sechs Jahre später verfasstes Zeugnis erwähnt ihn namentlich. In den dann folgenden Jahrzehnten schrieben mehrere Priester und Mönche von einer rätselhaften Gestalt, die sie teils als »General«, teils als » Lehrer« oder als »König“ der Araber bezeichneten. Diese kryptischen Anspielungen lassen jedoch - abgesehen davon, dass sie alle von Nichtmuslimen stammen - die vollständige Abwesenheit irgendwelcher frühen muslimischen Bezugnahmen auf Mohammed nur umso deutlicher hervortreten. Zitat aus: Im Schatten des Schwertes. Mohammed und die Entstehung des arabischen Weltreiches. Tom Holland, übersetzt aus dem Englischen von Susanne Held, Klett-Cotta 2012, Seite 51-53

  • Anreiz statt Peitsche

    Unwirksame Masken sind Infektionstreiber Wer sich noch an die Achterbahn der Lügen und Illusionen im Zusammenhang mit den Masken erinnert, wird über diese Feststellung nicht verwundert sein. Erst hieß es, Masken wären sinnlos, dann waren Stoffmasken ein wichtiger Schutz, schließlich wurden die OP- und FFP-2 Masken zur Pflicht. Nun ist inzwischen deutlich geworden, dass Masken in der Regel keinen Effekt auf Ausbreitung der Infektionen haben (1,2,3,4,5,6). Das ist auch logisch, denn die Aerosole gehen entweder an den Seiten oder durch den ungeeigneten Filter problemlos hindurch. Die einzigen Masken, die wirklich schützen, sind solche mit positiv geladenen Fasern, die auch bis zu 200mal verwendet werden können (7). Sie binden das negativ geladene Virus durch elektrostatische Kräfte, was dazu führt, dass es zerplatzt und nicht mehr infektiös ist. Wer an einzelnen Studien kritikwürdige Punkte findet und deshalb immer noch am hoffnungsvollen Glauben festhält, man könne durch FFP2-Masken u.ä. die Ansteckung mit SARS-CoV-2 verhindern, kann vielleicht durch die Massenexperimente unter Bedingungen des realen Lebens überzeugt werden: Der Infektionsverlauf in amerikanischen Bundesstaaten mit und ohne Maskenpflicht ist identisch. Auch konnte das Auftauchen einer zweiten Welle in allen Ländern nicht durch Maskenpflicht verhindert werden (8). Warum sind OP und viele FFP-2 Masken aber sogar Infektionstreiber? Das hat ganz praktische Gründe. Man muss in geschlossenen Räumen, aber auch in Bussen und Bahnen viel enger zusammen stehen, um den anderen zu verstehen. Rund 60% der Infizierten haben keine Symptome. Zudem fühlt man sich mit einer Maske sicher. Das führt dazu, dass ein Asymptomatischer seinem Gegenüber beim Sprechen Virus-Aerosole direkt ins Gesicht bläst. Hinzu kommt, dass die Masken bei ständigem Tragen das CO2 aus der Atemluft und Bakterien massiv anreichern. Die Schlussfolgerung: Man sollte auf unwirksame Masken ganz verzichten und in Innenräumen mit hoher Aerosolgefahr ausschließlich die oben erwähnten, wirksamen Masken tragen. Verzicht auf die absurde und wirkungslose Peitsche des Lockdown! Die Lockdown-Maßnahmen erscheinen auf den ersten Blick logisch. Man unterbricht Infektionsketten, indem man die Begegnungen von Menschen mit Infizierten verhindert. Das geht allerdings nur mit extrem strikten Maßnahmen wie in China, aber auch in Neuseeland und anderswo. Die Alternative besteht in lückenloser Nachverfolgung von Infektionsketten, wie in Südkorea u.a. Ländern. Beides ist jedoch in Europa, Nord- und Südamerika, Afrika und weiten Teilen Asiens nicht möglich und wird auch nie möglich sein. Deshalb ist dort Zero-COVID eine nahezu lächerliche Illusion. Das Virus wird uns also noch lange begleiten, so wie die drei anderen SARS-Viren auch. In Deutschland und in vielen anderen Ländern wurden die Lockdown Maßnahmen leider nach dem Motto durchgeführt: „Wir sperren dort zu, wo man sich kaum anstecken kann und ignorieren die wirklichen Quellen der Ausbreitung von Infektionen“. Beispielsweise ist es praktisch unmöglich, sich draußen anzustecken. Die Maskenpflicht bei Demos dient primär dazu, diese zu diskreditieren und zu verbieten. Das erkennt man auch daran, dass die Polizei solche Veranstaltungen bewusst zusammen drängt, um dann wegen des nunmehr geringen Abstandes der Teilnehmer die Auflösung zu verlangen. Genauso ist es nahezu ausgeschlossen, sich in Einzelhandelsgeschäften, Restaurants, Kinos und Theatern anzustecken, wenn die Regeln der Lufthygiene eingehalten werden. Geradezu absurd ist es, eine Ausgangssperre während der Nacht anzuordnen oder Verweilverbote auszusprechen (9,10,11). Warum befiehlt man also diesen Unsinn? Ganz einfach: weil man die wirklichen Infektionsherde nicht beeinflussen kann. Deshalb sagt man sich: „Ehe wir nichts tun, müssen wir halt irgendetwas tun! Außerdem machen es ja alle so“(12). Die Zerstörung der wirtschaftlichen Existenz von Hunderttausenden und die vielen Kollateral-Toten aufgrund verzögerter oder unterlassener Behandlungen geraten in den Hintergrund. Die Bürgermeister und Landräte müssen in den Fahrersitz Es ist erwiesen, dass die Lockdown Strategien in allen Ländern gescheitert sind (13), weil sie an den falschen Stellen ansetzen und oft unterlaufen werden. Umso perverser sind die absurden Strafzahlungen, die in Deutschland bereits bei lächerlichen Verstößen verhängt werden. Weil die wirklichen Infektionsherde nicht beeinflussbar sind (siehe oben), muss man andere Lösungen finden. Strafen müssen durch Anreize und Gängelung muss durch Eigenverantwortung ersetzt werden. Dies kann nur auf lokaler Ebene angewandt und optimiert werden. Hier kennt man sich untereinander und die spezifischen Gegebenheiten der Ortes. Die Landesregierungen und die Bundesregierung müssen bei diesen Erkundungsfahrten zu neuen Möglichkeiten aus dem Fahrersitz geworfen und durch die Bürgermeister und Landräte ersetzt werden. Viele von ihnen sind nicht nur kompetent und mutig, sondern besitzen auch das Vertrauen der Bürger. Das ist entscheidend für die Akzeptanz aller Maßnahmen. Ohne die Mitwirkung des Einzelnen ist alles nichts. Anreize schaffen statt strafen und verbieten: Frisch Getestete treffen nur mit frisch Getesteten zusammen Ein wunderbarer Anreiz besteht darin, dass sich nur Menschen nahekommen, die nicht infektiös sind. Dieses Ziel kann man z.B. durch einen Tagespass auf der Basis von Schnelltests erreichen. Diese können – im Gegensatz zur PCR – nur Menschen mit hoher Viruslast, also potenziell infektiöse Personen erkennen. Das ist gut, weil dadurch die unsinnige Quarantäne wegen längst überstandener Infektionen vermieden wird. Ist das praktisch möglich? Seit kurzem lautet die Antwort: Ja! Es werden gerade rund 10.000 Testzentren für Schnellteste etabliert. Jeder kann sich mit diesen Tests (14) einmal in der Woche kostenlos testen lassen. Hinzu kommen die einfachen Hometests (15) und die Gurgeltests, die in Österreich schon lange angewandt werden. Also ist es einfach möglich, sich 1-2mal pro Woche einen solchen Tagespass zu holen und zum Shoppen, ins Restaurant, ins Kino, ins Theater oder in einen Nachtclub zu gehen. Häufiger machen das ohnehin nur wenige. Aber auch die besten Tests ergeben bei etwa 1 von 100 Menschen ein falsch positives Ergebnis. Das ist nicht weiter schlimm, weil man diese falschen Ergebnisse durch die PCR schnell korrigieren kann. Problematischer ist es, dass rund 5% der Infizierten von solchen Tests nicht erkannt werden. Mit einem Tagespass als negativ Getesteter ist man also nicht ganz so sicher, wie es zu wünschen wäre. Allerdings dürften die falsch negativ Getesteten selten andere anstecken können, weil ihre Viruslast einfach zu gering ist. Auf diese Weise können alle Geschäfte, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Restaurants und Hotels wieder geöffnet werden, wie Pilotversuche in verschiedenen Orten zeigen. Dass diese zusätzlich Hygienemaßnahmen – insbesondere zur Lufthygiene - etablieren, ist selbstverständlich und überwiegend bereits erfolgt. Besser als nichts: Die neuen Tracking-Systeme Im Gegensatz zu modernen Staaten gibt es im digitalen Entwicklungsland Deutschland bei allen wichtigen Systemen noch das Papier-und-Bleistift-Verfahren. Das gilt für die Dokumentation und Meldung von Impfungen genauso wie für die Nachverfolgung von Infektionsketten. Es gibt kein zentrales Impfregister und keine elektronischen Patientenkarten. Der Grund ist eine Kombination von Nachlässigkeit und Datenschutz-Hysterie. Letzteres ist besonders lächerlich, wenn man sich vor Augen führt, wie wir jeden Tag ausgeforscht werden: beim Klicken auf einen Suchbegriff, beim Posten in sozialen Medien, beim Einkaufen mit Karte und Kundenkarte etc. pp. Leider ist die gut gemeinte Corona-Warn-App nur wenig genutzt worden. Nur 11% der Infizierten haben dies ihren Mitmenschen über die App mitgeteilt, so dass nur wenige Infektionsketten verfolgt werden konnten. Auch die Luca-App dürfte wenig zur Verfolgung von Infektionsketten beitragen können. Dazu müssten nicht nur sämtliche Geschäfte, Restaurants, Veranstaltungsorte etc. einbezogen sein. Selbst wenn das der Fall wäre, wie soll man dort herausfinden, dass ein Besucher infektiös war und dann die anderen warnen? Das geht eigentlich nur, wenn es sich um die Angestellten einer Einrichtung handelt. Zitat aus: https://www.fagulon.de/covid-19/anreiz-statt-peitsche/

  • Realismus statt Wunschdenken

    Um den Zweck dieses Textes im Vorfeld der nächsten Lockdown-Maßnahmen und Demonstrationen richtig einzuordnen, sollte Folgendes vorausgeschickt werden: SARS-CoV-2 ist gefährlich. Die allein durch das Virus verursachten Todesfälle (also nicht die „mit“ COVID-19 Verstorbenen) sind allerdings mit der Grippe vergleichbar. Das Virus löst jedoch bei wenigen Menschen auch schreckliche Lungenentzündungen und seltene Reaktionen des Immunsystems aus. Letztere werden als „long COVID-19“ bezeichnet und können Menschen monatelang zu Invaliden machen. Das ist ein großer Unterschied zur Grippe. Aufgrund des „Trainings“ unseres Immunsystems durch die anderen, ständig präsenten SARS-Viren haben 50-60% der Menschen aber schon eine natürliche Immunisierung, weil das Immunsystem auch Teile von SARS-CoV-2 erkennt und bekämpft. Deshalb werden rund 60% der Menschen ohne Symptome infiziert, merken es also gar nicht. Bei den meisten anderen gehen die Symptome bald zurück. Auf diesem Hintergrund sollen nachfolgend die gegenwärtigen und zukünftigen Maßnahmen anhand einer Auswahl der neuesten wissenschaftlichen Literatur analysiert werden. Dabei geht es um Verhältnismäßigkeit und Wirksamkeit der Maßnahmen. Mehr dazu findet sich u.a. hier (1). Herdenimmunität und Impfung schützen leider kaum gegen neue Mutanten Die beiden großen Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Pandemie sind in den letzten Wochen leider zerstört worden: 1. Man hatte gehofft, SARS-CoV-2 würde sich nicht schnell verändern können, weil es eine Fehlerkorrektur bei der Kopie seiner Erbinformation besitzt. Diese Hoffnung ist seit kurzem zerstoben. In verschiedenen Teilen der Welt sind neue Viren aufgetaucht, gegen die auch das Immunsystem nach einer bereits überstandenen Infektion nicht schützt. Das Beispiel der großen Infektionswelle in Manaus, Brasilien ist der eindeutige Beweis dafür (2). Die Herdenimmunität in dieser Region schützte überhaupt nicht gegen die massenweise Infektion durch neue Virus-Varianten. Hier waren rund 70% der Bevölkerung bereits mit der ursprünglichen Variante von SARS-CoV-2 infiziert, also sogar mehr als für eine Herdenimmunität nötig schien (65%). Die neuen Viren sind wohl deshalb infektiöser und oft tödlicher, auch weil größere Virusmengen im Körper gebildet werden (3). Leider reicht bereits der Austausch weniger Aminosäuren in dem Spike-Protein des Virus aus, um der Immunantwort zu entkommen und trotzdem eine feste Bindung an seinen Rezeptor aufrecht zu erhalten (4). 2. Nicht nur in Manaus, sondern auch in verschiedenen Teilen der Welt sind ähnliche Mutationen aufgetreten (4), gegen welche die bisherigen Impfstoffe (besonders der von AstraZeneca) nicht oder nur schlecht schützen (5). Man nennt das eine konvergente – also auf das gleiche Ergebnis zusteuernde – Veränderung des Virus. Das beweist leider, dass es sich bei der brasilianischen Variante nicht um einen seltenen „Unfall“ handelt. Das Beispiel der schnellen Ausbreitung des britischen Virus B 1.1.7 hat bereits gezeigt, dass auch wir der brasilianischen Variante nicht entkommen werden, die noch infektiöser ist. Wir werden also bald verbesserte Impfstoffe einsetzen müssen, wenn man die Massenimpfung überhaupt weiter verfolgen will und die Gefahr der Selektion von „Escape-Mutanten“ (siehe unten) ignoriert. Der Grund für die gegenwärtige Impf-Euphorie ist nachvollziehbar. Beispielsweise gehen in Israel die Infektionszahlen und Todesfälle nach der Massenimpfung dramatisch zurück. Also scheint das Konzept doch großartig zu funktionieren! Leider muss man sagen: Noch funktioniert es. Nach der schnellen Ausbreitung der neuen Varianten kann sich die Situation wieder umkehren. Es dürfte dann eine neue Welle entstehen, die durch die gegenwärtigen Impfstoffe nicht aufgehalten werden kann. Glücklicherweise können alle Impfstoffe relativ leicht nachgerüstet und danach ohne aufwändige Testungen zugelassen werden. Da sich SARS-CoV-2 aber nicht unbegrenzt verändern kann – wie z.B. Grippeviren – werden wir vermutlich nicht jedes Jahr einen neuen Impfstoff brauchen. Allerdings kann es sein, dass der Impfschutz schnell nachlässt, man also auf diesem Grunde jährlich impfen müsste. Die unvermeidliche Züchtung von gefährlichen Mutanten durch Massenimpfung während einer Pandemie Wie bereits in einem dramatischen Aufruf eines Impfstoffexperten und den Bemerkungen einer Beraterin der Bundesregierung ausgedrückt wurde (6, 7), können resistente Virus-Varianten auch durch die Massenimpfung entstehen. Aus diesem Grund ist es Lehrbuch-Wissen, dass man auf dem Höhepunkt einer Pandemie und bei hochansteckenden Viren eigentlich nicht impfen darf. Der Grund ist einfach zu verstehen. Es ist ähnlich wie bei den Antibiotika. Wenn diese nicht lange genug eingenommen werden, überleben Bakterien, die weniger empfindlich auf das Antibiotikum reagieren. Diese breiten sich aus und verbessern ihre Resistenz gegenüber Antibiotika durch neue Mutationen immer weiter. Deshalb haben wir ja so viele multiresistente Bakterien, gegen die kein Antibiotikum mehr wirkt. Zehntausende sterben jedes Jahr daran. In Deutschland wird dies oft verheimlicht. Bei SARS-CoV2 geschieht etwas Ähnliches, da zwei Voraussetzungen erfüllt sind: 1. Die Impfung ist nicht sterilisierend, d.h. sie schützt nicht gegen Neuinfektionen, wohl aber gegen eine schwere Erkrankung. 2. Die Immunreaktion, die durch die Impfung ausgelöst wird, hemmt neue Virus-Varianten oft nur schwach. Dadurch können sich diese weiter vermehren. Das sind dann die sogenannten Escape- (Flucht-) Mutationen. Mit anderen Worten, das Virus kann vor der Immunreaktion fliehen, indem es sich verändert. Die betreffenden Menschen wiegen sich und ihre Umgebung jedoch in Sicherheit: Sie sind ja geimpft und haben keine Symptome! Niemand denkt daran, dass sie für die stille Verbreitung neuer, gefährlicher Virus-Formen sorgen könnten. Auf dem Höhepunkt einer Pandemie gibt nun leider sehr viele Menschen, die infiziert werden können, also auch viele Geimpfte, bei denen sich diese resistenten Viren unbemerkt entwickeln. Damit sind der Verbreitung solcher Flucht-Mutanten Tür und Tor geöffnet. Das ist ganz anders bei Impfungen, die sterilisierend sind, d.h. eine Infektion verhindern. Die Gefahr der Ausbreitung resistenter Mutanten ist auch gering bei Erkrankungen, bei denen nur wenige Menschen angesteckt sind. Hier können sich diese gefährlichen Varianten kaum ausbreiten. Sie verschwinden meistens. Leider sind beide Voraussetzungen bei SARS-CoV-2 nicht erfüllt. Ganz bedrohlich wird das Problem der brasilianischen und südafrikanischen Mutanten dadurch, dass jüngst nachgewiesen wurde, dass sie auch Mäuse stark infizieren können (8). Also können diese Viren von dort wieder auf Menschen zurück übertragen werden! Vielleicht entstehen so weitere, heute noch unbekannte Mutanten. Impfungen bei unerkannten Infektionen induzieren manchmal Todesfälle Es ist ebenfalls Lehrbuch-Wissen, dass man Menschen, die eine akute oder nicht lange zurückliegende Infektion haben, nicht gegen den gleichen Erreger impfen darf. Eigentlich ist das verboten. Der Grund ist einfach: Die Impfung wird zwar in den Muskel gespritzt, aber der Impfstoff breitet sich auch in der Blutbahn aus. Das ist dann so, als würden Milliarden von Viren schlagartig im Körper auftreten. Das Immunsystem von Menschen, die (oft unbemerkt) bereits infiziert waren, erkennt diese fremden Antigene und stürzt sich manchmal mit voller Wucht darauf. Das ist natürlich von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich. Aber bei einigen Personen hat das starke Reaktionen zur Folge, die zum Tod führen können. Die Sterbedaten in Altenheimen sprechen dafür, wenngleich der direkte Zusammenhang mit der Impfung selten nachgewiesen, oft wohl auch vertuscht wird (9). Es geht hier nicht nur um die seltenen Thrombosen. Das ist nur die Spitze des Eisberges. Viele alte Menschen überstehen diese „Schock-Reaktion“ des Immunsystems vermutlich nicht, die bei Jüngeren nur 1-3 Tage Fieber und Schmerzen auslöst. Der große medizinische Kunstfehler besteht also darin, dass man nicht alle Menschen vor der Impfung auf SARS-CoV-2 testet, um solche Komplikationen zu reduzieren. Dazu gehört auch ein Test auf Antikörper gegen das Virus. Menschen mit einer hohen Konzentration von Anti-SARS-CoV-2 Antiköpern haben die Infektion unbemerkt durchgemacht und müssen also nicht geimpft werden! Besonders bei alten Menschen müssen diese beiden Tests zur Pflicht werden, bevor geimpft werden darf. Leider ist das selten der Fall. Ein Häkchen auf einem Fragebogen vor der Impfung ist sinnlos, weil viele Menschen eine Infektion ohne Symptome erleben. Wie sollten sie also auf die Frage nach einer überstandenen SARS-CoV-2 Infektion mit „ja“ antworten können, wo doch im Durchschnitt 60% und selbst in Altenheimen rund 40% der Infizierten keine Symptome haben? Die ignorierten Infektionsherde sind das Hauptproblem bei der Ausbreitung des Virus Aus politischen Gründen werden die wirklichen Infektionsherde mit einen Tabu belegt. Es handelt sich hauptsächlich um die Regionen, wo Menschen in sozialen Brennpunkten eng zusammenleben. Sie sind meistens aufgrund von Bildungsferne, Sprachbarrieren, kulturellen und religiösen Traditionen nicht in der Lage, Ansteckungen zu verhindern. Das ist sogar verständlich. Viele Infizierte haben keine oder schwache Symptome. Die Menge von Viren, die sie jedoch ausscheiden, ist oft höher als bei Menschen mit starken Symptomen. Wer kann Menschen unter beengten Wohnbedingungen also verübeln, dass sie das Problem ignorieren (müssen)? Erst kürzlich sickerte gegenüber der Presse durch, was bisher geheim gehalten wurde: Der ganz überwiegende Teil der Patienten auf den Intensivstationen stammt aus diesen Bereichen der Gesellschaft. Das ist auch in anderen Ländern so. Von dort aus breiten sich die Infektionen vermutlich über Busse, Bahnen und Arbeitsplätze aus. Wer annimmt, dass beim bevorstehenden Ramadan auf die abendlichen Feiern in großem Kreis verzichtet werden wird und Versammlungen in Moscheen ausfallen, der gibt sich einem lächerlichen Wunschdenken hin. Buschkowsky und andere haben aufgrund jahrelanger Erfahrung resigniert festgestellt, dass diese Parallelgesellschaften kaum zu beeinflussen sind und das in ihren Büchern beschrieben. Hier ist zudem eine religiös motivierte Verachtung der „Ungläubigen“ verwurzelt. Das bedeutet auch, dass deren Gesetze und Regeln von den Gläubigen nicht beachtet werden müssen, wenn sie den religiösen Vorschriften und Traditionen entgegenstehen. Natürlich wurde das übliche Diskriminierungs-Geschrei angestimmt, als die o.g. Tatsachen offenbar wurden. Allerdings kann ideologisches Wunschdenken die Realität nicht verändern. Hinzu kommt, dass auch viele Deutsche gar nicht wissen wollen, ob sie infiziert sind, solange sie keine Symptome haben. Besonders in ländlichen Regionen sind viele der ständigen Drohungen und Lockdowns überdrüssig und verhalten sich entsprechend, weshalb auch dort hohe Inzidenzen zu finden sind. Der Grund ist verständlich: Die Folge eines positiven PCR-Tests wäre eine zweiwöchige Quarantäne, selbst wenn man nachweislich schon lange nicht mehr ansteckend ist. Das gleiche droht der Familie und Freunden. Das können oder wollen viele Menschen sich selbst und ihrer Umgebung nicht zumuten. Also schweigen manche sogar bei klaren Symptomen und hoffen, dass alles gut geht – bis es zuweilen zu spät ist. Um dieses „was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ Verhalten einzuschränken, sind die unten beschriebenen Anreize und Möglichkeiten unverzichtbar. Zitat aus: https://www.fagulon.de/covid-19/realismus-statt-wunschdenken/

  • Bleiben die Demos und Neu-Parteien wirkungslos?

    Warum sind die Protestdemonstrationen politisch wirkungslos geblieben? Solange kein wirtschaftlicher Zusammenbruch durch die Kombination des Platzens der internationalen Finanzblasen mit massenweisen Insolvenzen erfolgt, wird sich vermutlich kaum etwas an der Zusammensetzung der Parlamente ändern. Der Grund: rund 40-45 Millionen der ungefähr 60 Millionen Wahlberechtigten verbindet ein zentrales Interesse. Sie wollen ihre Ansprüche und Besitzstände gesichert sehen. Diese Gruppe besteht aus den Rentnern, Transferempfängern, Angestellten und Beamten des Staates und den Beschäftigten der Sozialdienste. Solange also keine Hyperinflation und Massenarbeitslosigkeit ähnliche Verhältnisse entstehen lässt wie zur Weltwirtschaftskrise 1929, sind diese Menschen (verständlicherweise) kaum für eine Umwälzung zu gewinnen. Allerdings: Es gab auch aus scheinbar gesicherten Verhältnissen eine „friedliche Monsterwelle“, die scheinbar felsenfest gegründete Staaten zum Einsturz brachte. Welche Faktoren dabei eine Rolle spielten und wie sie sich wiederholen könnten, ist hier (1) beschrieben. Es haben viele große und friedliche Demonstrationen gegen die z.T. sinnlosen Restriktionen stattgefunden. Einige der Organisatoren haben mit bewundernswerter Energie dafür gearbeitet und ihre berufliche Existenz aufs Spiel gesetzt. Die Regierung war unbeeindruckt und diffamierte die Demonstranten. Geblieben ist jedoch die Erkenntnis des kompletten Desinteresses der Politiker an der Meinung vieler Bürger. Nachwirkend sind sicherlich auch die Erinnerungen an Polizeieinsätze, die trickreich Bürger zusammendrängten, um ihnen dann Verletzungen der (sinnlosen) Abstandregeln vorzuwerfen und die Demonstrationen zu verbieten (2). Besonders schockierend sind die zahlreichen Videobeweise für die Brutalität, mit welcher Polizisten versuchten, die Demonstranten einzuschüchtern, indem sie wahllos friedliche Teilnehmer herausgriffen und fürchterlich quälten. Dabei wurde auch vor Alten und Schwangeren nicht halt gemacht, wie eindeutig bewiesen ist. Es ist ein Wunder, dass dabei niemand (wie z.B. in den USA) zu Tode gekommen ist. Wie viele Videos beweisen, waren die Methoden identisch. Warum die neuen Kleinparteien kaum etwas erreichen dürften Da sich die AfD immer mehr auf interne Auseinandersetzungen fokussiert und trotz einiger kluger Köpfe keine Alternative zur Corona-Politik der Regierung fand, sind viele neue kleine Parteien entstanden, die aus der Protestbewegung erwuchsen. Einige von Ihnen haben sich nach kurzer Zeit mit infantilem Gezänk zerstritten und dann z.T. neu formiert. Oft wird dabei die angebliche „Schwarmintelligenz“ der Basis-Demokratie beschworen und das Prinzip der „Mitmachpartei“ in den Vordergrund gestellt. Allerdings geht es bei komplexen politischen und wirtschaftlichen Problemen nicht darum, eine Lösung zu finden, die möglichst vielen Amateuren gefällt. Wichtig im Interesse des Gemeinwohls ist es vielmehr, die intelligenteste und beste Lösung zu finden. Das ist in solchen Strukturen schwer bis unmöglich. Hier wären ganz andere Formen informierter Demokratie und neue, hochmoderne Regierungsformen nötig (3). Auch die große Mitmachplattform „Hallo Meinung“ hat sich nach diversen Personalwechseln in der Redaktion zu einer täglichen Youtube-Sendung mit Peter Weber entwickelt. Das ist oft nützlich und informativ und findet große Resonanz. Die Meinung der Mitglieder der Bewegung kommt aber nicht mehr zu Wort. Selbst wenn einige dieser Gruppierungen – wie damals die Piratenpartei – in Parlamente kommen sollten, wird das schnell zusammengewürfelte Personal von Politamateuren wohl nicht mehr bewirken können als feurige Reden zu halten, die niemand in der Regierung interessieren. Alle Anträge werden abgelehnt und vergessen. Selbst die große Fraktion der AfD im Bundestag hat in vier Jahren nichts anderes leisten können. Eine neue Kleinpartei hat jedoch einen charismatischen und honorigen Kopf an der Spitze: Jürgen Todenhöfer. Der dynamische und in vielen Kriegsgebieten gereifte Mann könnte durchaus die gleiche Resonanz erhalten, wie der ebenfalls 80jährige Bernie Sanders in den USA. Auch ohne die Millionen großer Spender wäre Sanders vermutlich sogar zweimal Präsidentschaftskandidat der Demokraten geworden, hätte ihn nicht das Partei-Establishment trickreich ausmanövriert. Allerdings ist auch bei Todenhöfer zu erwarten, dass ihn die Medien ignorieren werden. Zudem dürfte in Deutschland die Bereitschaft zu massivem Crowd-Funding wesentlich weniger ausgeprägt sein. Man braucht aber viel Geld, um der wahrscheinlichen Ignoranz durch die Konzern- und Staatsmedien etwas entgegen zu setzen. Zitat aus: https://www.epochtimes.de/meinung/gastkommentar/schlafwandler-folgen-dem-schwarm-auftakt-zu-einer-diktatur-nein-es-ist-viel-simpler-a3462515.html

  • Individualintelligenz statt Schwarmdummheit

    Schwarmdummheit versus Individualintelligenz Das Wort Schwarmintelligenz ist eine sprachliche Fiktion, ein Produkt illusionären Wunschdenkens. Ein einfaches Beispiel aus der experimentellen Psychologie veranschaulicht dies: 200 Menschen wurden gebeten, in einer Turnhalle in lockeren 3er-Reihen im Kreis zu laufen. Plötzlich schwenkten 10-15 Menschen (die vorher informiert wurden) nach der Seite aus und liefen auf einen Ausgang zu. Ohne zu wissen warum und ohne zu fragen, folgen ihnen alle anderen. Aber es braucht solche Experimente eigentlich nicht: Jeden Tag liefert ein Blick in Politik und Gesellschaft zahllose Beispiele für ähnliches Verhalten. Intelligenz ist immer Individualintelligenz, die von ererbter Begabung sowie von Fleiß und Disziplin abhängig ist. Diese Menschen erschaffen die Grundlagen der modernen Gesellschaften. Sie steigen mühsam auf das Dach des Gebäudes des Wissens in ihrem Fachgebiet und schauen von dort in unbekannte Gefilde. Damit ihre Intelligenz für die Gesellschaft von größtem Nutzen sein kann, müssen dort alle theoretisch möglichen Blickrichtungen von konkurrierenden Forschern und Erfindern eingenommen werden. So entstehen unterschiedliche Puzzleteile der Erkenntnis, aus denen sich mit der Zeit automatisch ein Bild der besten Problemlösung zusammensetzt. Nur so kann man die momentane Realität einigermaßen objektiv abbilden. Genau das geschieht aber unter der Regentschaft eines Küchenkabinetts um die Kanzlerin nicht. Man ignoriert sowohl die vielen kompetenten Stimmen, die sich kritisch äußern, als auch die - noch zahlreicheren - die schweigen, aber aufgrund ihres Wissens eigentlich befragt werden müssten. Dieses Beispiel aus der Natur ist keine Metapher: Es ist eine 1:1 Analogie Naturfilmer haben es immer wieder in großartigen Aufnahmen dokumentiert: Ein Sardinenschwarm zieht friedlich durchs Meer und wird plötzlich von Delphinen (Analogie zum Inzidenz- bzw. R-Wert) eingekreist. Sie stoßen dabei Luftblasen aus und erzeugen so den Anschein einer Gefahr, der die Fische zusammentreibt (Analogie zu den Schreckensmeldungen in den Medien und Talkshows). Hektisch schwimmen sie in immer enger werdenden Kreisen (Analogie zur Reaktion der Bundesregierung). Würden sie sich in alle Richtungen zerstreuen, wären sie sicher. Kein Delphin macht sich die Mühe, einem einzelnen Fischlein hinterher zu jagen (Analogie zur schwedischen Corona-Politik). Die kollektive Panik führt dazu, dass sich jeder Fisch an dem anderen orientiert. Immer enger schwimmen sie aneinander gedrängt im Kreis. Was alle tun, kann ja unmöglich falsch sein! (Analogie zu den meisten Regierungen) So wird der dichte Schwarm schließlich an die Oberfläche gedrängt und zur leichten Beute der Delphine und der Kormorane. Von Zehntausenden bleibt meist nur ein Dutzend übrig (Analogie zum wirtschaftlichen Zusammenbruch vieler Betriebe). Zitat aus: https://www.epochtimes.de/meinung/gastkommentar/schlafwandler-folgen-dem-schwarm-auftakt-zu-einer-diktatur-nein-es-ist-viel-simpler-a3462515.html

  • Die regierenden Schlafwandler im Küchenkabinett

    Die Erde ist eine Scheibe, wenn die Kanzlerin es so beschließt und genauso ist es in der Corona-Politik Der außerordentlich mutige, aber dennoch feinsinnig-höfliche ehemalige Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hat nach 30 Jahren loyalen Dienstes im Regierungsapparat in einem Videointerview geschildert, wie eine solche Erkenntnis entsteht. Hier eine Zusammenfassung: Die Kanzlerin ruft einen Minister an und bittet darum, die Erde als Scheibe zu deklarieren. Er ist nach dem Peter-Prinzip ausgewählt worden und entsprechend folgsam. Also holt er seine Untergebenen zusammen und stellt ihnen diese Aufgabe, mit der Bitte, dazu entsprechende wissenschaftliche Gutachten zu besorgen. Gutachter, die sich für höhere Aufgaben empfehlen wollen, sind schnell gefunden. Nach wenigen Wochen ist die Expertise fertig: Die Erde ist tatsächlich eine Scheibe. Die Kanzlerin ist über die Rückmeldung erfreut und der Regierungssprecher präsentiert sie stolz der Presse. Die großen Konzern- und Staatsmedien wissen, was von ihnen erwartet wird und berichten entsprechend. Zweifler werden durch Gruppenzwang oder Rausschmiss diszipliniert. Das Hauptargument der regierenden Schwarmdummheit: „Es machen doch alle so!“ Zusperren und verbieten, wo man sich kaum anstecken kann ist offensichtlicher Blödsinn. Das scheint aber die alleinige Richtschnur der Corona-Politik der Regierung zu sein. Allerdings wird es in vielen europäischen Ländern genauso gemacht. Deutschland ist nicht einmal das extremste Beispiel. Besonders tragisch ist, dass die wirklichen Infektionsquellen entweder unbeachtet bleiben oder nicht verhindert werden können (1). Man kann sich in Einzelhandelsgeschäften, Restaurants, Kinos, Theatern praktisch nicht anstecken, wenn dort die im Sommer etablierten Sicherheitsmaßnahmen genutzt werden. Das ist zweifelsfrei nicht nur durch die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Ausbreitung von Aerosolen (2) bewiesen, sondern auch durch die entsprechende Statistik der RKI (3). Diese bezieht sich allerdings nur auf die 1. Welle, als noch keine effektiven Hygienemaßnahmen angewendet wurden. Selbst unter diesen Bedingungen waren die Ansteckungsraten in den o.g. Bereichen vergleichsweise gering (soweit man dies wirklich genau feststellen kann). Seit Monaten sind die Supermärkte oft überfüllt. Kaum ein Mitarbeiter oder Kunde hat sich jedoch angesteckt. Wieso sollen also die anderen Einzelhandelsgeschäfte gefährlicher sein? Dass nach Einführung umfassender und aufwändiger Hygienemaßnahmen die Ansteckungen in diesen Bereichen fast verschwunden sein dürften, ist nicht nur logisch, sondern lässt sich auch aus dem Verhalten des RKI ableiten. Sie verweigerten nämlich gegenüber den ZDF (z.B. Anfrage der Sendung Hart aber Fair) eine Auskunft darüber. Andere Anfragen blieben ebenfalls unbeantwortet. Im Zusammenhang mit den oben erwähnten Daten kann man also ziemlich sicher davon ausgehen, dass verheimlicht werden soll, dass der größte Teil der Schließungen ohne jede Faktenbasis erfolgte. Ein wichtiges Charakteristikum der Schwarmdummheit der Regierenden ist auch die Haltung, alles seinen gemächlichen Gang laufen zu lassen – so wie es schon immer war: „Is doch nochmal jut jegange!“ Daraus ergibt sich eine lange Liste vermeidbarer Versäumnisse im Vorfeld und der Frühphase der Pandemie für die einige Beispiele hier zu finden sind (4). Zitat aus: https://www.epochtimes.de/meinung/gastkommentar/schlafwandler-folgen-dem-schwarm-auftakt-zu-einer-diktatur-nein-es-ist-viel-simpler-a3462515.html

  • Corona: "Hitliste" der Tragödien und Komödien

    Platz 1 Ist SARS-CoV-2 das Resultat von „gain-of-function“ Experimenten in Wuhan? Die gentechnische Veränderung von Viren ist eine Methode, um ihre Funktionsweise besser zu verstehen. Wenn dies mit sogenannten Pseudoviren gemacht wird, ist ein solches Vorgehen ungefährlich, weil diese Konstrukte nicht infektiös sind. Sie bilden aber nicht alle Eigenschaften eines Virus ab. Deshalb werden gelegentlich auch Experimente mit dem Ziel gemacht, bei infektiösen Viren neue oder veränderte Eigenschaften zu erzeugen (gain-of-function). Seit einigen Jahren ist dies in mehreren Ländern legal, sofern sie die entsprechenden Sicherheitslabors der Kategorien BL-3 oder BL-4 besitzen. China hat schon sehr früh mit solchen Experimenten Aufsehen erregt, weil hier ein nicht von Mensch zu Mensch übertragbares, jedoch tödliches Virus mit einem Virus kombiniert wurde, welches sehr infektiös ist. (1) Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn die vielen Besonderheiten, die SARS-CoV-2 von den anderen Viren dieser Familie unterscheiden, die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern erweckt haben. Dabei häuften sich die Hinweise darauf, dass dieses Virus nicht aus der Natur stammt, d.h. von Fledermäusen über einen Zwischenwirt auf den Menschen übertragen wurde. (2,3) Vielmehr könnte es durchaus sein, dass auch hier „gain-of-function“ Experimente durchgeführt wurden. Das würde z.B. den Einschub einer Target-Sequenz für die Furin-Protease erklären, die das Virus wesentlich infektiöser macht und auch den starken Befall der Schleimhäute im Nasen-Rachenraum erklären würde. Es ist durchaus möglich, dass sich ein Mitarbeiter des virologischen Institutes in Wuhan unwissentlich mit diesem künstlichen Virus infiziert hat und es dann in seiner privaten Umgebung verbreitete. Dass dies von China vehement abgestritten wird und die Untersuchungskommission der WHO natürlich keine neuen Erkenntnisse nach Hause bringen kann, ist eigentlich selbstverständlich. Also wird eine Antwort auf diese Frage vermutlich für immer auf Indizienbeweise angewiesen sein. Diese Beweise wurden kürzlich in einer umfassenden Sammlung der relevanten Literaturstellen u.a. Informationen zusammengetragen und machen die Entstehung von SARS-CoV-2 im virologischen Institut in Wuhan und seine Ausbreitung durch eine versehentlich infizierte - jetzt verschwundene - Mitarbeiterin mehr als wahrscheinlich. (4) Diese Dokumentation zeigt aber auch, welch enormes Potential die u.a. in den USA verbotene gentechnische Veränderung von Viren auf dem Weg zu biologischer Kriegsführung oder Terror-Attacken hat. Zudem wird auch deutlich, warum viele Virologen immer noch den tierischen Ursprung des Virus propagieren. Hier wirkt ein enges Netzwerk von Beziehungen und Eigeninteressen.(4) Platz 2. Die Sekten der @notanisolate-Religion forcieren kriminelle Ignoranz Hier herrscht die KITA-Logik. Beispiele für die Hauptargumente der Gläubigen dieser Sekten sind: „Wenn man ein Virus nicht rein im Reagenzglas vorweisen kann, dann gibt es keines.“ „Wenn die Viren in der Größe variieren, beweist dies, dass man sie mit Zellbestandteilen (z.B. Exosomen) verwechselt.“ „Bevor man nicht mit einem reinen Virus-Isolat viele Menschen vorsätzlich infiziert hat, kann man auch nicht behaupten, dass es die Krankheitsbilder erzeugt, von denen behauptet wird, sie seien durch SARS-CoV-2 verursacht.“ „Da bisher niemand diese beiden Forderungen erfüllt hat - obwohl man mehrere hunderttausend Euro als Preisgeld dafür ausgelobt wurden - ist bewiesen, dass das Virus eine Erfindung ist.“ „Diese Erfindung ist erschaffen worden, damit man die Menschen disziplinieren und im Zuge eines ‚Great Reset‘ die Welt einer globalen Herrschaftselite unterwerfen kann“. (5) Dass es völlig unsinnig ist, ein Virus vollständig zu reinigen, weil man durch die Methoden der Molekularbiologie, Virologie, Zellkultur, Elektronenmikroskopie und Proteinstrukturanalyse jedes kleine Details von Struktur und Funktion erkennen kann, ist den Vertretern dieser KITA-Logik offenbar unbekannt. Dass zudem wichtige Eigenschaften des Virus durch solche Reinigungsversuche z.T. verändert oder sogar zerstört werden, ist ihnen nicht zu vermitteln. Natürlich muss man Fachwissenschaftler sein, um diese Methoden zu verstehen. Jedoch sollte ein kurzer Blick in einige der mehrere tausend wissenschaftlichen Publikationen zu den Eigenschaften von SARS-CoV-2 die Anhänger dieser Glaubensgemeinschaft eigentlich überzeugen. (6,7,8,9,10) Natürlich ist das nicht der Fall. Genauso wie die Anhänger aller Sekten verschließen sie sich fanatisch jeder Tatsache, die ihrem Glauben im Wege steht. Das ist eigentlich auch ganz logisch, denn sie halten sich für die einzigen „Erleuchteten“, die im Besitz der Wahrheit sind, die den anderen blinden Schafen verschlossen bleibt. Nur die Eliten dieser Sekten können angeblich hinter die Kulissen schauen, die böse Mächte vor den Augen der Menschen aufgebaut haben. Alle Argumente und Angriffe bestärken sie in diesem Glauben und schweißen die Gemeinschaft noch stärker zusammen. Gegenargumente werden mit eiferndem Hass beantwortet. Das ist bei allen Sekten so, weil identische psychologische Mechanismen wirken. Dies alles erscheint zwar wie eine Komödie, ist aber in Wahrheit eine kriminelle Tragödie, weil es Menschen verführt, sich Ansteckungsgefahren leichtfertig auszusetzen. Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass die z.T. völlig absurden und/oder unwirksamen Maßnahmen der Regierungen solchem Sektenglauben Argumente liefern. Hinzu kommt natürlich, dass es sich bei Corona-Tests und Impfstoffen um ein Jahrhundertgeschäft handelt, was sich die entsprechenden Firmen auf keinen Fall entgehen lassen wollen. So kommen auch wenig wirksame und auf veralteten Prinzipien basierende Impfstoffe auf den Markt. Auch dies liefert Brennstoff für das Feuer, das in den Herzen dieser Sektenmitglieder brennt. Platz 3 Die Masken-Verweigerer und Freiheitsdemonstranten ignorieren die wirklichen Probleme Es ist aufgrund der großen Bedeutung der Ansteckung durch Virus-Aerosole und wegen der nachgewiesenen (und aufgrund ihrer Eigenschaften auch zu erwartenden) geringen Wirksamkeit verschiedener Maskentypen verständlich, wenn sich viele Menschen gegen die Maskenpflicht auflehnen. (Siehe auch „Hitliste der Irrtümer“). Hinzu kommt, dass mit dem langen Tragen von Masken auch verschiedene Risiken und Probleme verbunden sind (Ansammlung von Keimen in der Maske, erhöhter CO2-Gehalt im Blut mit z.T. schweren physiologischen Konsequenzen, erschwerte Kommunikation etc.). Weiterhin wird das Tragen von Masken oft auch im Freien und an anderen Orten gefordert, wo man sich überhaupt nicht anstecken kann. Natürlich ist das absurd und z.T. ein Trick, um Demonstrationen zu kriminalisieren. Aber warum kann man aber das kurzzeitige Tragen von Masken – z.B. beim Einkaufen oder öffentlichen Nahverkehr – nicht auf sich nehmen, selbst wenn es wenig bringt? Warum besorgt man sich nicht die leichten, aber SARS-CoV-2 vollständig bindenden und zudem noch inaktivierenden Masken, die jetzt erhältlich sind? Sie sind zwar zunächst teuer, können aber bis zu 200mal verwendet und dazwischen gewaschen werden, sind also letztlich viel billiger als FFP2-Masken (siehe Hitliste der Irrtümer). Hier wird oft eine eifrige Protest-Hysterie veranstaltet, die in keinem Verhältnis zum Problem der oft unnötigen Maskenpflicht steht. Wenn Zehntausende auf die Straße gehen, sollten doch die wirklichen Probleme im Vordergrund stehen und nicht der Nebenschauplatz des ungerechtfertigten Vertrauens in die Maskenpflicht! Wo bleiben die Demonstrationen gegen das unsinnige Ruinieren ganzer Wirtschaftszweige (Einzelhandel, Gaststätten, Hotels, Ferieneinrichtungen, Kinos, Theater, freie Künstler etc.)? Es ist inzwischen erwiesen, dass man sich dort kaum anstecken kann (10), besonders wenn die bereits etablierten Hygienekonzepte genutzt werden, die während des unter (11) betrachteten Zeitraums meist noch nicht existierten. Wo bleiben die Demonstrationen für einen effektiven Schutz der Altenheime und Schulen durch ständige – und leicht durchführbare – Test, wie z.B. den Gurgeltest oder einige Schnellteste im Hometest-Format? All das spielt leider keine, oder eine ungeordnete Rolle. Vielleicht treten auch deshalb nur selten bedeutende Persönlichkeiten unter dem bunten Gemisch der eifrigen Aktivisten auf. (12) Der Einsatz mancher Aktivisten und die persönlichen Opfer, die sie auf sich nehmen, sind bemerkenswert. Allerdings genießen sie es auch, plötzlich im Rampenlicht von Youtube zu stehen, während sie vorher niemand kannte. So entwickelt sich eine Eigendynamik des Protests, die auch individuelle, psychologische Gründe hat. Platz 4 Die neuen Kleinparteien der Corona-Opposition zanken ständig untereinander Zunächst sah es nicht nach einem Komödienstadl aus: Durch eifrige Youtuber und deren z.T. fundierte Kritik an der Corona-Politik angestachelt, entwickelte sich eine erste Kleinpartei, die durch ein einfaches Aufnahmeverfahren innerhalb kurzer Zeit tausende „Mitglieder“ gewann. Schon schienen die kleineren unter den alten Parteien hoffnungslos abgehängt. Dann kam Streit und Zank unter den Gründern auf, die sich kaum kannten und deren Ego offenbar nicht kompatibel war. (13,14) Also schnell eine weitere Partei gründen! Auch hier vergingen kaum zwei Wochen und schon wiederholte sich das gleiche Spiel, das sich auch Monate später nicht beruhigt hat. Anschuldigungen, Verdächtigungen, einstweilige Verfügungen und Klagen wurden die Hauptbeschäftigung der Gründer, von denen sich viele auch bald wieder verabschiedeten. (15) Solche Vorgänge sind natürlich lächerlich, aber auch ein wenig traurig, denn berechtigte Kritik hätte durchaus eine neue politische Stimme verdient. Natürlich ist es gut, dass sich das Themengebiet der neuen „Wir-Partei“ inzwischen erweitert hat. (16) Ob es jedoch reicht, damit in die Landtage und in den Bundestag zu kommen? Die inzwischen vergessene Piratenpartei war jedenfalls viel organisierter und sogar kurzzeitig bei Wahlen erfolgreich. Zitat aus: "Hitliste" der Tragödien und Komödien, Marc DeSargeau, https://www.fagulon.de/covid-19/hitliste-der-tragödien-und-komödien/

bottom of page