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- Fassadendemokratie mit Marionetten
Zitat 1: „Wie sie vermutlich alle wissen, aber nicht wagen auszusprechen, ist die repräsentative parlamentarische Demokratie in Deutschland und in fast allen europäischen Ländern ein Tanz von Marionetten vor der Fassade eines riesigen Gebäudes. Jede Dummheit, Fehlentscheidung oder aussitzende Passivität ist in einer Fassadendemokratie fast folgenlos möglich, und zwar solange das Land reich und stabil ist, die Bürger wohlhabend sind und sich sicher fühlen. Unter diesen Umständen könnten auch dressierte Affen regieren! Allerdings zeigt die Vergangenheit, dass ein äußerlich reich begrünter Baum innerlich hohl und morsch sein kann. Dann bricht er manchmal schlagartig und für die Öffentlichkeit unerwartet zusammen. Die Finanzkrise 1929 hat dies ebenso gezeigt, wie die Krise 2008, die uns näher an einen Zusammenbruch der Weltwirtschaft gebracht hat, als die meisten ahnen. Aber auch der Zusammenbruch der DDR und des sozialistischen Staatensystems und die verbrannten Bäume, die nach dem "arabischen Frühling" übrig geblieben sind, zeigen dies neben vielen anderen Beispielen, die ihnen wohl bekannt sind. Die Warnungen der Wenigen, die aufgrund ihrer tieferen Einsichten und ihres Mutes auf den bevorstehenden Eintritt solcher Katastrophen frühzeitig hingewiesen haben, wurden stets ignoriert oder sogar verlacht. Fast alle Bürger und Politiker bewegen sich innerhalb eines engen Radius individuellen Komforts des Denkens, den sie auf keinen Fall verlassen wollen.“ Zitat 2: „Ich möchte mit Blick auf unser Land und viele der EU-Staaten an das in meinem Vortrag heute Vormittag verwendete Bild erinnern: Es ruht auf drei Felsen und ist durch ein großes Netz von Verstrebungen und Balken festgefügt. Nicht Krisen, sondern nur Katastrophen können das Ganze oder Teile davon zum Einsturz bringen, so dass Neues gebaut werden kann. Kaum sichtbare Strippen reichen ins Innere dieses monumentalen Bauwerks und verlieren sich in dessen Tiefen. Eigentlich sollte die Stimme des Volkes (Vox populi) durch die von ihnen gewählten Abgeordneten sprechen. Die Wirklichkeit sieht jedoch wesentlich anders aus, was ich durch die Umformung des ursprünglichen Begriffes zu "Voxe Popse" ausdrücken möchte. Dieser Begriff symbolisiert eine zweifache Verzerrung des demokratischen Ideals: Der allergrößte Teil des Volkes ist nicht in der Lage, sich zu den komplizierten Problemen von Gesellschaft und Wirtschaft eine kompetente Meinung zu bilden und die Politiker haben lächerlich geringe Entscheidungsspielräume. Sie sind zu Tänzern vor der Fassade der Demokratie geworden; das Volk gibt das Theaterpublikum. Gespielt wird jeden Tag das gleiche Stück: Voxe Popse. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, solange der außen grünende und innen ausgehöhlte morsche Baumriese der Gesellschaft nicht durch den Sturm einer Katastrophe umgeblasen wird. Dann greifen jedoch die Mechanismen, mit denen die Wirtschaft - und manchmal auch die Wissenschaftler - im Inneren die Strippen ziehen, nicht mehr.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Formen des Zusammenbruchs von Staaten
„Ich unterscheide drei Grundformen des Zusammenbruchs von Staaten. Die erste ist der Kollaps eines Kartenhauses, welches durch den Eispanzer der Angst zusammengehalten wurde. Oft schmilzt das Eis langsam, sodass der Zusammenbruch überraschend kommt. Hat das Eis seine Stabilität verloren, fallen die ersten Karten. Diese Bewegung bringt dann schnell das ganze Gebäude zum Einsturz. Der Rest des Eises schmilzt und das entstehende Wasser verläuft im Sande: Niemand will mehr Teil des Systems gewesen sein, alle waren Opfer. Die institutionalisierte kollektive Verantwortungslosigkeit war bequem in die starre Herrschaftspyramide der Partei oder des Klerus eingebettet. Der Einzelne kann sich in seinem Handeln von jeder Schuld und Verantwortung befreien, weil er ja dem unerbittlichen Druck "von oben" und den Geboten der Ideologie oder Religion folgte. So ist es beim Zusammenbruch der sozialistischen Staaten, aber auch der faschistischen Systeme und anderer Diktaturen gewesen. Die zweite Form des Suizids von Staaten ist der Bürgerkrieg. Dabei hat diese Selbstzerstörungskraft ihre Wurzeln meistens in ethnischen und/oder religiösen Konflikten. Bürgerkriege sind aber oft auch Stellvertreterkriege, in denen die Konfliktparteien von konkurrierenden Großmächten unterstützt werden, um den eigenen wirtschaftlichen und politischen Einfluss in einer Region zu wahren oder auszubauen. Die Milizen ähneln oft Heuschreckenschwärmen, die durch ehemals reiche Landschaften ziehen und eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Die Soldaten der Bürgerkriegsmilizen kämpfen und sterben meist nicht für "eine gerechte Sache", sondern innerhalb des tödlichen Zwanges der Hierarchie ihrer Kampfeinheit. Sie kämpfen aber auch aufgrund des erhebenden Gefühls, endlich aus der demütigenden Überflüssigkeit ihrer Existenz befreit zu sein. Die dritte Form des Suizids von Staaten lässt sich ebenfalls mit einem Bild beschreiben: Ein alter, großer und üppig begrünter Baum wird plötzlich von einem Sturm umgeweht. Nun stellen die Betrachter erstaunt fest, dass er in seinem Inneren hohl und morsch war. Nur die äußeren Schichten versorgten die Äste und Blätter noch mit Wasser. Sie konnten dem Baum jedoch nicht mehr die Stabilität verleihen, die sein Überleben in Stürmen gesichert hätte. Dieser Kollaps befällt scheinbar stabile und prosperierende Gesellschaften, insbesondere als Folge von Wirtschaftskrisen (wie der von 1929) oder von Kriegen (wie z. B. im und nach dem 1. Weltkrieg). In der gegenwärtigen Situation ist der plötzliche Selbstmord vieler westlicher Industriegesellschaften nach dem dritten Mechanismus wahrscheinlich.Als Folge einer nicht mehr kontrollierbaren Schuldenspirale und einer ebenfalls jeder wirksamen Einflussnahme entzogenen und von der Realwirtschaft völlig abgekoppelten Finanzwirtschaft ist der scheinbar große und kraftstrotzende Baum innen hohl und morsch geworden. Es braucht nur einen moderaten Sturm - z. B. als Folge des Zusammenbruchs von Kredit- oder Spekulationsblasen - um ihn umzublasen“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Ahnungslosigkeit der Marionetten in der Finanzkrise
Zitat 1: „Eines der vielen Beispiele für die Methoden der wirklichen Strippenzieher lieferte die Sitzung, welche einige der "mutigen" Bundestagsabgeordneten vor der Abstimmung zum ersten "Rettungspaket" für Griechenland erzwungen hatten. Angereist waren der damalige Chef des Internationalen Währungsfonds - ein älterer Herr, der seinen nicht mehr ganz taufrischen Schwanz nachweislich in jede weibliche Öffnung steckte, die nicht rechtzeitig vor ihm flüchten konnte - und der Chef der Europäischen Zentralbank, die angeblich nur der Geldwertstabilität verpflichtet ist. Auf die naheliegende Frage, ob nicht vielleicht auch die Finanzinstitute, die mit griechischen Anleihen riesige Gewinne eingefahren haben, an der Rettungsaktion beteiligt werden sollten, antworteten die Herren entsetzt, dass dies sicherlich eine internationale Börsenkrise auslösen würde. Übrigens hat doch die Börse in Tokio gestern schon erste Schwächen gezeigt! Was wird erst morgen los sein, wenn ihr den Banken ans Leder wollt? Tja, was sollten die armen Abgeordneten bei so viel unparteiischer Fachkompetenz und Sorge der Spezialisten noch sagen? Sie schwiegen und stimmten zu. Das Unwort des Jahrzehnts sollte eigentlich "Maßnahmen zur Beruhigung der Märkte" sein!“ Zitat 2: „In welchem Ausmaß die "Volksvertreter" hilf- und ahnungslos agieren, wurde in einer TV-Umfrage vor der angeblich wichtigsten Abstimmung des Bundestages in der gesamten Legislaturperiode deutlich: 211 Milliarden sollte Deutschland für einen Euro-Rettungsfonds beisteuern. Nur einer von zehn vor der Kamera befragten Abgeordneten war in der Lage, annähernd die richtige Summe zu nennen. Die meisten lagen 1-2 Größenordnungen darunter, obwohl die Zahl seit Wochen in allen Medien hundertfach genannt worden war. Wer bisher noch nicht in Hohnlachen über die Politikermarionetten ausgebrochen war, sollte es spätestens in diesem Moment getan haben.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Was treibt Finanzjongleure wirklich an?
„Neoliberale Wirtschaftstheorien und die darauf basierende massive Lockerung der Regulierung und Kontrolle haben eine entfesselte und entwurzelte Finanzwirtschaft ermöglicht. Aufgrund der hohen Gehälter und Boni der Spekulanten, die auf diesem Gebiet arbeiten, gilt es als ausgemacht, dass ungehemmte Geldgier der entscheidende Antrieb des Handelns dieser Leute ist. Das ist ein simples Vorurteil, welches die wichtigsten, recht unspektakulären Motive und psychologischen Mechanismen verschleiert. In Wahrheit werden die Spieler in den Kasinos der internationalen Finanzmärkte nicht primär von Geld- oder Machtgier, sondern vom Zusammenwirken dreier Mechanismen der institutionalisierten kollektiven Verantwortungslosigkeit beherrscht. Erstens handelt es sich um die operativen und psychologischen Regeln innerhalb der institutionellen Hierarchie einer Bank oder eines Investmentfonds. Dabei ist das Individuum einem dreifachen Druck ausgesetzt: Der Gruppenzwang und die Konkurrenz im Milieu der Gleichgestellten wirkt mit dem Erwartungsdruck der Vorgesetzten und der Ungeduld der Untergebenen zusammen. Die Letzteren warten nur auf einen Fehler oder unterdurchschnittliche Profite, um am Stuhl desjenigen zu sägen, der ihnen jetzt noch übergeordnet ist und das Ansehen, die Macht und das Einkommen besitzt, welches sie selber gerne hätten. Zweitens sind sie alle dem unerbittlichen Sog der Unmengen billigen Geldes unterworfen, welches jeden Tag um die Welt gejagt wird und einer Art von Schwerkraft folgt. Es lässt sich mit Wasser vergleichen, dessen Flussrichtung durch die Gravitationskraft bestimmt wird, wobei schon kleinste Höhenunterschiede ausreichen, um seinen Lauf umzulenken. Wenn man die Schwerkraft durch die Anziehungskraft der besten Rendite ersetzt, kann man den schnell wechselnden Fluss des Geldes durch die verschiedenen Kanäle des Finanzmarktes gut verdeutlichen. Dieser Kraft müssen alle hierherjagen, welche in den Finanzhauptstädten der Welt täglich Hunderte Milliarden Dollar oder Euro per Knopfdruck auf die Reise schicken. Allerdings ist schwer auszumachen, wo die Schwerkraft der Rendite gerade ihre größte Anziehung ausübt. Also kommt der Psychologie des Schwarmverhaltens eine riesige Bedeutung zu: Wo alle hinlaufen und investieren, muss ja wohl etwas zu holen sein. Wo alle ihr Geld abziehen, droht offenbar Gefahr. Wie bei Schwärmen von Fischen und Vögeln, hat sich auch bei psychologischen Experimenten zum menschlichen Schwarmverhalten gezeigt, dass ein Schwarm seine Richtung ändert, wenn er einem starken Anführer folgt oder wenn 6-8 der unmittelbaren Nachbarn eines Individuums bzw. rund 10% des Schwarmes plötzlich einen anderen Weg einschlagen. Drittens befinden sich die Spieler in den Kasinos des Finanzmarktes in erbitterter sportlicher Konkurrenz mit anderen Spielergruppen. Der Kampf zwischen Rudeln junger Spekulanten aus den verschiedenen Firmen ist durchaus dem von Hochleistungssportlern im Fußball zu vergleichen. Sie spielen nicht primär wegen ihres guten Gehaltes und der Siegprämien. Ihnen geht es darum, in der Hierarchie der verschiedenen Meisterschaftstabellen möglichst weit oben zu landen, vielleicht sogar irgendeinen Pokal in den Händen zu halten. In der nächsten Saison geht das gleiche Spiel wieder von vorne los. Einige Spieler, Trainer und Fans verhalten sich so, als ginge es beim Auf- oder Abstieg ihres Vereins um das Überleben der menschlichen Zivilisation. Muss der sportliche Ehrgeiz von Börsenspekulanten nicht noch viel größer und brutaler sein? Hier geht es zwar auch um Tabellenplätze, die sich im Börsenkurs, den Quartalsgewinnen und den Boni ausdrücken. Allerdings haben diese Spiele auch massive Auswirkungen auf die Realwirtschaft und das Leben von Millionen, vielleicht sogar Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt. Die jungen Männer, welche in der jüngsten Vergangenheit jeweils Milliarden innerhalb weniger Tage verspielten und ihre Banken in den Ruin trieben, befanden sich am unteren Ende der institutionellen Hierarchie. Ihre Gehälter und Boni waren vergleichsweise klein. Sie konnten auch beim Erfolg ihrer waghalsigen Spekulationen wenig zusätzliches Geld für sich selbst erwarten. Nach ihrer Verhaftung zeigte sich in den Vernehmungen überraschend klar: Ihr Antrieb war der kompetitive Ehrgeiz, es den anderen "jungen Hunden" der Konkurrenz und in der eigenen Firma einmal zu zeigen. Es war das gleiche Motiv wie bei einem extrem ehrgeizigen Sportler, der nicht nur eifrig trainiert, sondern auch noch geschickt verschiedene Dopingmethoden verwendet, um seine Konkurrenten innerhalb und außerhalb der eigenen Mannschaft zu übertreffen. Insofern unterschieden sich die jungen Spekulanten in ihrem Motiven auch nicht von denen der Vorstände von Banken, die ihre Institutionen in den Ruin spekulierten und sich vom Staat retten lassen mussten: Im Schutze der institutionalisierten kollektiven Verantwortungslosigkeit will man besser und schneller spielen als die anderen.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Machtlos gegen Finanzjongleure
„Früher galt es als Scherz, wenn auf die Frage: "Wie wird Politik gemacht?" die Antwort gegeben wurde: "Genauso, wie sich das Klein-Fritzchen vorstellt!". Heute ist diese Antwort überholt. Sie muss nun lauten: "Genauso, wie es sich Klein-Fritzchen selbst in seinem simpelsten Kinderphantasien nicht vorstellen würde!" Die eben noch so selbstsicheren Bankenbosse kamen von einem Tag zum anderen angesaust und erklärten der Regierungschefin hinter verschlossenen Türen - mit gleicher Verve, mit der sie vor Wochen noch die Stabilität ihrer Institute gelobt hatten - dass sie innerhalb einer Woche pleite sein werden, wenn der Staat nicht mit zweistelligen Milliardensummen als Garantie oder Einlage einspringt. Andernfalls würden natürlich das gesamte Bankensystem und damit auch ein Teil der Wirtschaft kollabieren. Der Schneeballeffekt eben - sie wissen schon ... Natürlich wissen alle, dass die gute Matrone schon lange im Treibsand strampelt und wie ihr Küchenkabinett nichts von den Pokerspielen der öligen Gesichter versteht. Allerdings ahnt die Regierungschefin nicht, dass die arroganten Bänker auch nur hohle Gefäße sind, die selbst kaum verstehen, was da eigentlich mit ihren Pokerspielen schief gelaufen ist. Wie viele von ihnen fast täglich erleben, haben diese Leute jedoch gelernt, die schillernd-seriöse Schale des Business-Chamäleons überzuziehen und beeindrucken damit nicht nur so schlichte Gemüter wie die der Matrone. Nachdem der Staat eine Bande von Glücksspielern - natürlich organisiert in Form einer scheinbar seriösen Bank - in einer Nacht- und Nebelaktion mit Steuergeldern gerettet hatte, vergingen nur wenige Monate, bis deren Vorstand feststellte, dass der Buchhaltung ein "kleiner" Fehler unterlaufen war: Man hatte 50 Milliarden Euro versehentlich als Schulden und nicht als Guthaben verbucht. Da der Staat für die Verbindlichkeiten der Bank bürgte, reduzierten sich seine nominellen Schulden über Nacht um die gleiche Summe. Statt die Banker mit all ihren Helfern sofort in Untersuchungshaft zu nehmen und wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr dort bis zum Abschluss eines Prozesses in einigen Jahren gefangen zu halten, zeigten sich die Politiker und Staatsanwälte verständnisvoll. Die Nadelstreifen-Nieten kamen nur für einen Nachmittag nach Berlin, sagten "Sorry" und verschwanden hoch erhobenen Hauptes wieder in ihren Limousinen und Flugzeugen.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Im Schlamm veralteter Gesetze und Vorschriften
„Ein Befreiungsschlag wäre die Einführung einer Mindesthaltbarkeitsdauer bei vielen Gesetzen sowie die regelmäßige "Entsorgung" veralteter Regularien Das naheliegende Verfahren, viele Gesetze und Verordnungen mit einer automatischen Mindesthaltbarkeitsdauer zu versehen, d. h. ihre Geltung automatisch nach einer Zeit von 5-10 Jahren auslaufen zu lassen, ist bisher nur einmal wirklich konsequent verfolgt worden, und zwar im US-Bundesstaat Massachusetts. Vor vielen Jahren hat der Gouverneur zusammen mit seinem Wirtschaftsminister in einem zweijährigen Marathonverfahren alle Gesetze und Verordnungen auf den Prüfstand stellen lassen und festgestellt, dass ein Großteil von ihnen entweder überflüssig oder veraltet war. Die einen wurden also gestrichen, die anderen modernisiert. Gleichzeitig hat er den neuen Gesetzen eine "Haltbarkeitsdauer" verpasst. War diese abgelaufen, galten die Gesetze nicht mehr. So mussten sich also die Ministerien und das Parlament bei den wirklich sinnvollen Gesetzen automatisch um eine Verlängerung und/oder Aktualisierung bemühen. Zum Schluss dieser Aktion gab es nur noch 20 % der Regularien, die zuvor bestanden hatten. Ansiedlungen neuer Firmen mussten in einer Frist von wenigen Wochen endgültig genehmigt werden. Um dies zu ermöglichen, nahm eine eigens dafür geschaffene Regierungsbehörde den Unternehmern die Einholung aller Genehmigungen ab. Die Investoren leisteten nur die Zuarbeit. Wurde eine Entscheidung nicht innerhalb der vorgegebenen Frist getroffen, galt die behördliche Zustimmung automatisch als erteilt und konnte später nicht mehr revidiert werden. Die Wirtschaft dieses Staates, der sonst nur für seine Universitäten bekannt war, nahm innerhalb weniger Jahre einen rapiden Aufschwung. Auf diese Ideen sind die Politmarionetten in Deutschland oder der EU noch nicht gekommen. Der Fokus liegt auf neuen Gesetzen, Verordnungen und Verboten. Das Aufheben unsinniger oder veralteter Gesetze erscheint eine unattraktive Beschäftigung zu sein. Anders sah es allerdings aus, als es sich um die verhängnisvolle Deregulierung der Finanzmärkte handelte. Hier haben sich viele Regierungen vor Jahren von den großen international agierenden Finanzjongleuren aufs Glatteis führen lassen. Ja, das Ausmisten von Gesetzen und Verordnungen, welche Teile der Gesellschaft und Realwirtschaft unnötig behindern, ist mühselig und verlangt eine koordinierte Kraftanstrengung aller Ministerien und nachgeordneten Einrichtungen. Es wird tausende Beamte für Jahre in Atem halten, aber es kann Millionen Bürgern und vielen Unternehmern nützen. Es ist möglich, den Dschungel von morschen und vertrockneten Lianen zu befreien, das Leben angenehmer zu machen und die Wirtschaft zu fördern.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Der Dschungel der Gesetze und Verträge
Zitat 1: „Wie wir alle jeden Tag erleben und erleiden, ist in den letzten Jahrzehnten das Netz von Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien und Verträgen so dicht geworden, dass man bei jedem Schritt in seinen Maschen hängen bleibt. Dieses schwer durchdringbare Geflecht von Lianen hat seine Quelle nicht nur in der Gesetzgebung des Bundes, sondern wuchert fröhlich auch aus den zahllosen Amtsstuben der EU-Beamten, von denen rund 4400 (!!!) deutlich höher bezahlt werden als die deutsche Regierungschefin. Was tun diese Leute für solch ein horrendes Salär? Sie produzieren ein strangulierendes Netz von Verordnungen für die Landwirtschaft, die Industrie und viele andere Bereiche. Hinzu kommen die Gesetze und Verordnungen auf der Ebene der Länder und Kommunen. Natürlich dürfen die vielen internationalen Verträge nicht vergessen werden, durch die das Handeln des Staates vorherbestimmt ist. Unter diesen Bedingungen ist es unausweichlich, dass bei jedem Projekt endlose Genehmigungsverfahren, Gutachten und Nachplanungen erforderlich werden. Dazu kommen jahrelange Prozesse durch - zuweilen aberwitzige - Rechtsstreitigkeiten, die alle Betroffenen leicht anzetteln können, die sich irgendeinen Vorteil davon versprechen. Es gibt für alles und jedes ein Gesetz oder eine Verordnung, auf die man sich berufen kann. Es kommt allein darauf an, welche Konfliktpartei sich fester oder geschickter an die jeweiligen Lianen im Dschungel der Gesetze und Vorschriften klammert.“ Zitat 2: „Zu den aberwitzigen Verzögerungen großer Bauprojekte in Deutschland kommt noch eine - zunächst unbegreifliche - Kostensteigerung um den Faktor 2-5 als Regelfall hinzu. Wie ist das möglich? Wieder sind es die Regularien. Sie schreiben eine europaweite Ausschreibung von Aufträgen und die Auswahl des billigsten Anbieters vor. Es handelt sich ja schließlich um Steuergelder. Da muss man doch sparsam sein. Jeder weiß jedoch bereits in der Planungsphase, dass viele der ausgewählten Unternehmen weder fachlich noch finanziell in der Lage sein werden, den jeweiligen Teilauftrag zu den angebotenen Kosten auszuführen. Also werden während der Bauarbeiten unzählige "unerwartete" Schwierigkeiten auftauchen, die den Zeitaufwand und die Kosten in die Höhe treiben. All dies muss analysiert und zwangsläufig genehmigt werden, sonst stände ja der gesamte Bau still. Dann gehen einige der Firmen natürlich Pleite, andere produzieren Murks. Nun müssen andere das Projekt übernehmen, oftmals bereits fertiggestellte Teilbereiche wieder einreißen und von vorne anfangen. So geht ein Jahr nach dem anderen ins Land und es werden Hunderte Millionen in den Sand gesetzt. Ist das Projekt dann doch endlich fertig, kann sich kaum einer erinnern, wann und warum es eigentlich angefangen wurde. Wie hinderlich dieser Wust von Gesetzen und Verordnungen inzwischen geworden ist, erschließt sich durch den Vergleich mit anderen Ländern in erschreckender Weise. Sinnfällige Beispiele hierfür lassen sich in Bauprojekten finden. So wurden in China z. B. in den letzten Jahren rund 20 riesige und architektonisch außerordentlich originelle Opernhäuser gebaut, die auch als Veranstaltungs- und Kongresszentren genutzt werden. Es reichte eine Planungszeit von zweieinhalb Jahren: Nach weiteren 2-3 Jahren waren die Bauwerke termingerecht und innerhalb des Kostenrahmens fertiggestellt. All diese atemberaubend schönen "funktionalen Gebäudeskulpturen" wurden von europäischen Architekten in Kooperation mit einheimischen und ausländischen Firmen ausgeführt. Genau so lief es bei der Errichtung von völlig neuen Wohnstädten für hunderttausende Menschen. In Europa wäre kein einziges dieser Vorhaben möglich, wie sich am Beispiel der Elbphilharmonie, der Staatsoper Berlin, des Pergamon-Museums u.ä. Bauprojekten zeigen lässt. Will man einen großen Flughafen schnell und effektiv bauen, dann geht man am besten in die arabischen Öl-Scheichtümer oder nach China. Diejenigen Firmen, die bei dem relativ kleinen Kastenbau des neuen Berliner Flughafens kläglich scheiterten, machten Deutschland auch vor aller Welt lächerlich, weil sie ihre Projekte in anderen Ländern problemlos auf die Beine stellten.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Rettung von Banken, nicht von Staaten
Zitat 1: „Es ist ein streng gehütetes Geheimnis, dass Hunderte von Milliarden, die angeblich den notleidenden Euro-Staaten zufließen, innerhalb von Stunden wieder von deren Konten verschwinden. Sie werden zum großen Teil dazu verwendet, die großen deutschen und internationalen Gläubigerbanken und Finanzspekulanten auszuzahlen, welche den Finanzinstituten und Regierungen in den hochverschuldeten Ländern mit genau diesem Kalkül ihr - aus dem Nichts erschaffenes - Geld geborgt haben. Da sich die Staaten jedoch auch für ihre Banken verbürgen mussten, sind aus den meisten Schulden Staatsschulden geworden. Den Bürgern dieser Länder nützen die Rettungspakete also kaum etwas. Vielmehr würgen solche Sparzwänge die wirtschaftliche Erholung ab. Eine Abwärtsspirale nimmt ihren Lauf." Zitat 2: „Durch die scheibchenweise Aufstockung der eigentlich verbotenen Transferzahlungen der hochverschuldeten, jedoch angeblich reichen Euro-Staaten an die hoffnungslos verschuldeten - angeblich armen - Länder ist eine Situation entstanden, die zwangsläufig auf einen Kollaps zusteuert. Sie kann nur durch eine massive Inflation und Währungsabwertung in den Letzteren behoben werden. Dazu ist der Austritt der wirtschaftlich starken und weniger verschuldeten Länder aus dem Euro unter Schaffung einer neuen harten Währung erforderlich. Alternativ könnten die hochverschuldeten Staaten ihre alte Währung wieder als Zahlungsmittel einführen und abwerten, parallel jedoch auch den Euro für bestimmte Finanztransaktionen behalten. Dass zwei Währungen ganz gut nebeneinander funktionieren können, haben bereits viele Staaten vorgemacht. Eine Währung kann durch eine gut geplante und zügig ausgeführte Aktion problemlos in zwei Zahlungsmittel geteilt werden. Tschechien und der Slowakei ist dies im Zuge der Trennung der beiden Staaten vorbildlich gelungen. Je schneller die Trennung eines harten Euro von den neuen Währungen der EU-Krisenstaaten erfolgt, desto geringer werden die Belastungen für die folgenden Generationen sein, desto wahrscheinlicher wird die Abwendung einer wirtschaftlichen Katastrophe. Hilflos versinkt unsere Matrone weiter im Treibsand und mit ihr die Gefolgschaft, die sich in ihrer Ahnungslosigkeit an dem lächerlichen Slogan festhält, dass die Zusammenarbeit in der EU durch das Scheitern eines einheitlichen Euro kollabieren würde. Genau das Gegenteil ist richtig, wie unter anderem der Austritt Großbritanniens aus der EU demonstriert. Die meisten von ihnen sind davon genauso überzeugt, wie ich selbst. Wir können es jedoch nicht aussprechen, solange wir noch unsere Positionen innehaben. Nur einige mutige Akademiker und ehemalige Funktionsträger genießen und nutzen die Freiheit rationaler und vorurteilsloser Dispute. Wie wir immer wieder erlebt haben, reichen die offiziellen Reaktionen von Verachtung über Verhöhnung bis zum Totschweigen. Fast jede politische Forderung ist gleichzeitig eine finanzielle. Wo kein finanzieller Spielraum existiert, fehlt auch der politische. So ist der Freiraum der Politik, irgendetwas zu gestalten, auf die Umschichtung von Geldern und gelegentliche Streichungen in den wenigen Bereichen beschränkt, in denen dies überhaupt noch möglich ist, ohne gesetzlich oder vertraglich garantierte Ansprüche zu verletzen. Man kann folglich ein wenig bei der Subventionierung der Kultur sparen und versuchen, ein paar Abgaben und Steuern zu erhöhen. Etwas überspitzt würde ich sagen: Die einzige wirkliche Freiheit haben Politiker bei den Beschlüssen zur Erhöhung ihrer Bezüge.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Fast alle Gelder sind verplant
„Die finanziellen Sachzwänge des Staates sind rigide: 95-98 % aller Ausgaben des Bundes, der Länder und Kommunen sind fixiert. Dazu gehören gesetzlich festgelegte Ansprüche - besonders bei den Sozialleistungen, welche fast die Hälfte des Bundeshaushaltes ausmachen. Hinzu kommen die Zins- und Tilgungslasten, welche durch die Staatsverschuldung entstehen und den drittgrößten Posten im Bundeshaushalt ausmachen. Die Schuldenbremse soll diese Spirale aufhalten. Wird sie es auch wirklich können, wenn der Euro endgültig zusammenbricht und/oder das weiter ungehemmt pokerspielende Finanzkapital wieder einmal jedwede Übersicht über seine Karten verliert? Selbst wenn dies so wäre, hätte die Schuldenbremse eine weitere Einschränkung des politischen Handlungsspielraums zur Folge. An allen Bemühungen, die Schuldenspirale in wirtschaftlich prosperierenden Staaten zu bremsen, hat die Finanzwirtschaft verständlicherweise kein Interesse. Es gibt keinen einfacheren und sicheren Weg, nahezu mühelos Milliarden zu verdienen, als wenn Staaten immer neue Kredite aufnehmen. Ist so ein Vertrag - der in der Regel riesige Summen umfasst - nach dem Modell seiner Vorgänger abgeschlossen, dann rollt der Rubel für die Investmentfonds und Banken: Für viele Jahre ist ein stetiger Strom von Zinszahlungen und Tilgungen gesichert. Selbst bei instabilen Staaten kann man durch riesige Zinssätze oder durch die Garantie starker Länder - z. B. unter dem falschen Etikett der Euro-Rettung - noch sichere und hochprofitable Geschäfte machen. Da fallen gelegentliche Schuldenschnitte nicht ins Gewicht, insbesondere dann nicht, wenn man sich gegen Kreditausfälle rückversichert hat. Dass es sich bei dem Geld, welches die Großbanken an Staaten und ihre Kunden verleihen um Chiralgeld handelt, ist ihnen bekannt. Die Bevölkerung hat jedoch in der Regel keine Ahnung, dass es sich hierbei um völlig ungedeckte Zahlungsmittel handelt, die aus dem Nichts erschaffen werden und dann wie wirkliches, durch Werte abgedecktes Geld verliehen werden. Die Golddeckung des US-Dollars ist schon seit den 70iger Jahren aufgehoben. Auch in Europa ist sie verschwunden. Die Goldreserven der Staaten liegen als ein angebliches Ruhekissen herum, können aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein, wenn das Finanzsystem zusammenbricht. Es reicht, wenn Geschäftsbanken bei den Zentralbanken 1-2% der Summe hinterlegen, um sich dort die riesigen Summen des neugeschaffenen "Geldes" zu borgen, die sie dann verleihen und dabei streng auf Rückzahlung und die Bedienung der Zinsen achten.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- "Deep State" Netzwerke
Zitat 1: „So entsteht ein Teil der Strukturen innerhalb der Ministerien, Behörden und auch der Geheimdienste, die man in den USA als "Deep State" bezeichnet. Wenn solche Organisationen lange ungestört arbeiten können, wachsen sie automatisch wie ein Kristall. Dieses Phänomen ist bereits in einem der Parkinson‘schen Gesetze beschrieben worden. Besonders schnell erfolgt dieses Wachstum in den Behörden der EU. Dieses Wachstum hat automatisch die Ausbildung von Netzwerken und Abhängigkeitsstrukturen zur Folge, die von der politischen Führung kaum zu durchdringen oder zu beeinflussen sind. Selbst eine periodische Versetzung von Beamten kann dieses Phänomen nicht verhindern. Die Unkündbarkeit und automatische Beförderung - ein völlig überholtes Prinzip des Umgangs mit Staatsbediensteten aus der Kaiserzeit - befördert diesen Prozess noch, weil die Beamten dadurch praktisch unangreifbar sind. Viele andere Länder haben sich schon längst von diesem Anachronismus verabschiedet oder ihn gar nicht erst eingeführt. Die Netzwerke persönlicher Abhängigkeiten entstehen u.a. durch die Tatsache, dass Mitglieder eines Netzwerkes Stufen einer Karriereleiter erschaffen oder zerstören können, ohne dabei die komplizierten Regularien in erkennbarer Weise zu verletzen. Hinzu kommt die wechselseitige Erpressbarkeit durch das fast automatische Anhäufen von Informationen, welche im Laufe der Zeit über das Handeln von anderen offenbar werden. Schließlich bilden sich nach Jahren enger Zusammenarbeit persönliche Freundschaften und Loyalitätsverhältnisse heraus. Hinzu kommen gemeinsame politische Überzeugungen der Mitglieder solch unsichtbarer Netze. Wenn sich diese in deutlichem Gegensatz zur Regierungspolitik befinden, dann sehen es einige dieser Staatsdiener als moralische Pflicht an, dem Staat dadurch zu dienen, dass sie die "richtigen" Maßnahmen durchsetzen und die "falschen" sabotieren.“ Zitat 2: „Sie finden natürlich viele Wege, wie sie diejenigen Projekte, die sie für sinnlos halten - oder die ihr Netzwerk verhindern will - durch hinhaltenden Widerstand und unendliche prozedurale Hürden ins Leere laufen lassen können. So werden Projekte von einem Referat zum nächsten und von einer Behörde zur anderen geschoben, um deren Stellungsnahmen und vielleicht auch noch externe Gutachten einzuholen. Auf diese Weise können viele Monate und oft sogar Jahre vergehen. Dann ist vielleicht schon eine andere Regierung oder ein anderer Minister an der „Macht“. In den USA nennt man das „Slow Rolling“. Für jede dieser Verzögerungsaktionen werden scheinbar unangreifbare Begründungen gefunden. Leicht macht sich ein Minister angreifbar, wenn er auf Beschleunigung drängt und dadurch (angeblich) Gesetze, Richtlinien und Vorschriften verletzt.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- Marionettentänze vor dem Kollaps
Zitat 1: „Wie sie vermutlich alle wissen, aber nicht wagen auszusprechen, ist die repräsentative parlamentarische Demokratie in Deutschland und in fast allen europäischen Ländern ein Tanz von Marionetten vor der Fassade eines riesigen Gebäudes. Jede Dummheit, Fehlentscheidung oder aussitzende Passivität ist in einer Fassadendemokratie fast folgenlos möglich, und zwar solange das Land reich und stabil ist, die Bürger wohlhabend sind und sich sicher fühlen. Unter diesen Umständen könnten auch dressierte Affen regieren! Allerdings zeigt die Vergangenheit, dass ein äußerlich reich begrünter Baum innerlich hohl und morsch sein kann. Dann bricht er manchmal schlagartig und für die Öffentlichkeit unerwartet zusammen. Die Finanzkrise 1929 hat dies ebenso gezeigt, wie die Krise 2008, die uns näher an einen Zusammenbruch der Weltwirtschaft gebracht hat, als die meisten ahnen. Aber auch der Zusammenbruch der DDR und des sozialistischen Staatensystems und die verbrannten Bäume, die aus dem "arabischen Frühling" erwachsen sind, zeigen dies neben vielen anderen Beispielen, die ihnen wohl bekannt sind. Die Warnungen der Wenigen, die aufgrund ihrer tieferen Einsichten und ihres Mutes auf den bevorstehenden Eintritt solcher Katastrophen frühzeitig hingewiesen haben, wurden stets ignoriert oder sogar verlacht. Fast alle Bürger und Politiker bewegen sich innerhalb eines engen Radius individuellen Komforts des Denkens, den sie auf keinen Fall verlassen wollen. Zitat 2: „Ich möchte für unser Land und viele der EU-Staaten ein Bild verwenden: Es ruht auf drei Felsen und ist durch ein großes Netz von Verstrebungen und Balken festgefügt. Nicht Krisen, sondern nur Katastrophen können das Ganze oder Teile davon zum Einsturz bringen, so dass Neues gebaut werden kann. Kaum sichtbare Strippen reichen ins Innere dieses monumentalen Bauwerks und verlieren sich in dessen Tiefen. Eigentlich sollte die Stimme des Volkes (Vox Populi) durch die von ihnen gewählten Abgeordneten sprechen. Die Wirklichkeit sieht jedoch wesentlich anders aus, was ich durch die Umformung des ursprünglichen Begriffes zu "Voxe Popse" ausdrücken möchte. Dieser Begriff symbolisiert eine zweifache Verzerrung des demokratischen Ideals: Der allergrößte Teil des Volkes ist nicht in der Lage, sich zu den komplizierten Problemen von Gesellschaft und Wirtschaft eine kompetente Meinung zu bilden und die Politiker haben lächerlich geringe Entscheidungsspielräume. Sie sind zu Tänzern vor der Fassade der Demokratie geworden; das Volk gibt das Theaterpublikum. Gespielt wird jeden Tag das gleiche Stück: Voxe Popse. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, solange der außen grünende und innen ausgehöhlte morsche Baumriese der Gesellschaft nicht durch den Sturm einer Katastrophe umgeblasen wird. Dann greifen jedoch die Mechanismen, mit denen die Wirtschaft - und manchmal auch die Wissenschaftler - im Inneren die Strippen ziehen, nicht mehr.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021
- WUVU und REAP statt "links" und "rechts"
„Wie sie wissen, basieren die ständigen Lobpreisungen der "Werte der westlichen Demokratie" auf einer Reihe von Illusionen und Lügen. So wird zum Beispiel behauptet, die politische Willensbildung erfolge innerhalb der Parteien, die deshalb auch ihre fähigsten Mitglieder als Kandidaten für die Parlamente vorschlagen. Einmal gewählt sollen die Abgeordneten angeblich nur ihrem Gewissen verantwortlich sein, wenn sie über Gesetzesvorschläge abstimmen. Zudem wird die größte aller Illusionen ständig propagiert, nämlich die Ansicht, dass es große Spielräume und Möglichkeiten für politische Entscheidungen gäbe. Das Gebäude des Staates ist jedoch im Wesentlichen auf drei Felsen erbaut, die ihm seine Standfestigkeit verleihen. Es besteht aus einer Unzahl von Stützpfeilern und Verstrebungen, die für innere Stabilität sorgen. Obwohl wir uns schon lange an die schwammigen Begriffe "links" und "rechts" und all ihre Kombinationen und Modifikationen gewöhnt haben, werden sie mir zustimmen, dass es sowohl witzig als auch entlarvend ist, dass immer noch die Sitzordnung im Parlament zur Charakterisierung des politischen Programms von Parteien verwendet wird. Schwammige Begriffe ermöglichen jedoch schwammiges Denken und sind deshalb geeignete Gefäße für politische Propaganda. Deshalb werden sie immer noch mit ungebrochenem Eifer verwendet und mit vielen bunten Attributen ausgeschmückt. So sind die einen "links von der Mitte", die anderen "rechtaußen" oder "rechtsextrem", "linksradikal", "linksliberal", "rechts von der Mitte" und so weiter und so fort. Jeder behauptet zu wissen, was das bedeutet, doch keiner will oder kann es genau definieren. Dies ist auch logisch, denn die scheinbaren Unterschiede in den politischen Programmen der Parteien werden durch die geringen Freiräume des politischen Handelns praktisch vollständig eliminiert. Die engen Rahmen der Gesetze, Verträge und des Budgets und die Kompromisse innerhalb einer Koalition sind einige der Gründe, warum kaum etwas von den Wahlprogrammen der Parteien übrig bleiben kann. Mein Vorschlag für eine neue Bezeichnung von politischen Richtungen wird sie vielleicht amüsieren. Ich bin sicher, dass er aus den eben genannten Gründen auch keine Chance auf Akzeptanz hat. Dennoch werfe ich die neuen Begriffe hier kurz in die Runde. Es gibt eigentlich nur zwei Grundrichtungen der Politik, die durch Modifikationen und Vermengungen schließlich die Programme beschreiben, welche uns die Parteien gegenwärtig präsentieren: Die erste Grundrichtung nenne ich WUVU, eine nicht unabsichtlich an Wodoo erinnernde Abkürzung für "Wunschdenken, Visionen und Utopien". Die Alternative hierzu könnte man als REAP bezeichnen. Dieses Kürzel steht für "Realitätsnaher Pragmatismus". WUVU basiert im Wesentlichen auf einer Art Glaubensethik. REAP fußt hingegen auf einer ethischen Grundlage, die ich als "humanistische Systemethik" bezeichne und später diskutieren werde.“ Zitat aus: Marionetten, Neo-Stalis und Monsterwellen, Marc DeSargeau, FAGULON-Verlag 2021











